Einzelbild herunterladen
 

Verlag Langgasse 21

Tagblatt-Haus".

dchalter-Halle geöffnet von 8 Uhr morgens biS 8 Uhr abends.

wöchentlich

bttbc Aussaben: 70 Psg, monatlich, M, 2, vierteljährlich durch den Brrlag 21, ohne Bringcrlohn^ M. 3,- vierteljährlich durch alle deutlchen Vchlanltaltem <,uä,chl,-hl,ch Eilgeld, Beruns-Beitellungc» nehmen auuerdem entgezen: m A»eSdaden die Lweiastelle Bis Gräting IS, sowie Sie Ausqabcslellen in allen Teilen der Stadt ; IN Biebrich, ^e dortigen AuS- ^bestellen und in den benachbarten Landorte» und im Rheingau die betreffenden ^agb.att-Träger,

BrrlitierSchriftleltmig peSWiespadenerTagbliltts

12 Ausgaben.

Fernruf:

Tagblatt-HanS" Nr. 66ii0-5^.

Bon S Uhr mrrgcnS bis 8 Uhr »bendS, anher Sonntags.

"lnzeilien-BreiS für die Zeile: !5 Pfg tür Örtliche Anzeigen \mtxbMmaJt »nd^AlelNer Anztt^^

Tn elnbeirlicker Satzform: ^Dfg. in davon abweichender Satzausfuhrnng. s «'v Anreiaen: 1 Mt für ör'.llche Re!

vina^rr V p,( A

30 Dfa. für alle auswärtigen nnzergen: \ vjci uiuum 2 :;; .

»;l'=:..ayi,aii.ai.a,g'Sag , ii ««dSL»« Al

V - Tjy. ktür die Aiilnahmc von «n-ei-lc» an vorgeschriebenen

Berlin-Wilmersdorf Glintzclstr. 66,Fer»spr.: AmtNhland 4r>n u. 4r,l. Tagen Mid Plätzen wird leine «ewadr »vernommen.

Donnerstag. 22° Oktober t914.

Kbend - Kusgabe.

Nr. 494. * 62. Jahrgang.

1 irajic an Mm!. - ?«!»«>> «er »y!?« de!». - MM üet MW Hei »Met. - lo® (eine «MS« Kl MW».

'V.T.-B. Großes Hauptquartier. 22. Ort., mittaas (Aintlich.) Die Kämpfe am Yser-Kanal >rn noch fort. 11 englische Kriegsschiffe unter- llßkn hmt Dirmitiden

n dir feindliche Artillerie. Östlich von Dixmuiden der Feind zurü ck g ew o rf en. Auch in der 'Gng Ypern drangen unsere Truppen crfolg- ^ch Vor.

^ie Kämpfe nordwestlich und westlich Lilles

^it schr crbittcrt. Der Feind w i ch aber ans

'd

ganzen Front langsam zurück.

^Heftige Angriffe aus der Richtung To ul gegen die °M» südlich T h i a n c o n r t wurden unter schwersten Austen für die Franzosen z n r ü ck g e w o r f e n.

^ ist einwandsfrci festgcstcllt, das? der englische "Ural, der das Geschwader von Ostende befehligt, mit Mühe von der Absicht, Ostende zu bc- i c lY c n, durch die belgische Behörde abgcbracht ">rdc.

Auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatz folgen t! ' c unserer Truppen dem weichenden Gegner in

? Dichtung O s s o v i e c. Mehrere hundert G e-

., Ü c n c und M a s ch i n c n g c w e h r c fielen in Hände.

L^f Warscha u und in Polen wurde gestern nach ^ ^»entschiedenen Ringen der letzten Tage nicht

i°'"pft. Tic Verhältnisse befinden sich dort noch in " Entwickln- -

Ul ft.

J .DemTelcgraaf" wird gemeldet: Ans der

l? Npcrn-Nicnpvrt wird fortwährend gekämpft, ^ iojjtee, werden viele deutsche Verwundete eingcbracht.

Oberste Heeresleitung.

^ Die Nämpfr bei Nieuporl.

schwierige Gefechtsgclände. Deutsche Geschütze in Ostende.

(Eig. Drahtbevicht. Ktr.

Amsterdam, 22. -Okt.

kam gestern auch ein Zug französischer i,«^gefangener an. Das Gcfcchtsgelände in Ricu- !>» "letet viel Schwierigkeiten, es wird von vielen Kanälen und Gräben durchzogen, deren Lage i» i>"»d sehr sumpfig macht. Belgische Truppen sind Kampfe beteiligt. In Ostende haben die ^stcheu Kanone n ausgestellt. In Sacs van Gent wrtwährcnd Kanonendonner gebürt. Auch in der S zwischen Brügge und Gent scheint ein Gefecht

V?" RC Ä!i ü">.

1 Bericht eines norwegischen Berichterstatters

Flieger über Calais. Massenflucht ans der li* J? Dn Lille. Tie Entscheidung bald zu erwarten.

" dicscn Tagen an der Front war, telegraphiert:

-"b von Litte. . .

Christiania. 22. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr.

D

7'« Pariser Korrespondent derAftenposten".

ilj?^ftltsche>i versuchen von allen Seiten die nach führende Chansscestraße zu nehmen. An

itf,. stellen Untrbc Mann gegen Mann gekämpft, ih^^e deutsche Flieger kreisten über Calais.

ihnen wurde von den Engländern hernntcr- ^ c n. Der Beobachter war tot. der Führer wurde lieg ... - --

l !U,

genommen. Alle Wege sind voll von Flücht-

,'tn fürchten, in deutsch^ Gefangenschaft zu gc-

?!?-.!' Ein V o l k ist auf der Wanderung nach dem l,o|j* Auch ans Lille sind 40 000 Menschen gc -

11 1 ^ t*-* '^ e ""Ai Calais hin, wo sie auf Schiff-

Gelegenheit nach dein Süden Frank-

ft r>®. bon E n g l a n d her warten. Der Korrcspon

Än r l fort, die Entscheidung könne jetzt jeden Tag Sitja Hund erste von belgischen Soldaten sind nach

ms

k.ä.ekoininen. Sie verlassen die Stadt wieder, um

Cl khren Regimentern zu melden.

,, tz. Berliner Prcsscstimmcn.

l 22. Ost. Zu den Land- und Seegefechten an der

IKtbU*' Küste, und besonders zu den Kämpfen uin die Tallris, schreibt dieKrcuzzcitnng": Bon der

b n Bedeutung^ sind, die 51ämpfe westlich von Lille. Dort

wollen die K e r n t r u p p e n des Feindes uns den Sieg strei­tig machen. Wir dürfen aber dem AuZTang des Kampfes zu­versichtlich entgegensetzen, denn unsere Truppen haben die Offensive ergriffen und den Feind bereits an meh­reren Stellen znrückgeworfen. In dieser Überzeugung be- stärlt uns auch die große Zahl der Gefangenen.

Der deutsche Hafenkommandant von Antwerpen.

Hamburg, 21. Okt. Konteradmiral z. D. Hugo Louran, Reiichskommissar beim Seeamt in Hamburg, ist, wie derHam- burgische Korresp." erfährt, zum H a f e n I 0 m m a n d a n - t e n in Antwerpen und zum Kommandeur der Schelde- befestigungen ernannt worden.

Antwerpen bekommt wieder Wasser.

Breda, 20. Okt. Wie der Berichterstatter desVas Dias- Telegraphenbureaus" vernimmt, soll wahrscheinlich das Wasserhevewerk in Waelhem heute wieder instand gesetzt tve:- dcn. In den letzten Tagen wurde von den Deutschen mit gro­ßem Eifer an seiner Wiederherstellung gearbeitet.

Die deutsche Verwaltung in Brüssel.

Trier, 21. Okt. Landrat Hanl el von Merzig wurde nach Brüssel in die deutsche Berwaltung Belgiens berufen.

Zvrtschritl bei der Belagerung von Verdun.

Br. Kopenhagen, 22. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bin.) Ter LondonerTailv Telegraph" meldet aus Ti. Üouis, dori eür drcll)i!r)^es Äeuischeö ^elegrumm emqetroffen, wonach die Belagerung Verduns $ tt t e Fort s ch r i t t e mache. Verschiedene Forts seien de- rcits genommen, die übrigen ständen.vor der Übergabe. Diese Meldung findet aber in England und Frankreich keinen Glauben.

Die Befestigungen Belforts.

W. T.-B. Berlin, 22. Okt. Einzelheiten über die Befcsti- gurigen Beiforts finden sich in einem italienischen Blatt; darnach sind außer den eigentlichen Forts alle Dörfer der llmgegend in k l e i n e F e st u n g e n verwnil- delt. Außerdem sei ein Kanal vorhanden, durch welchen die ohnehin unwegsame Gegend in wenigen Minuten über­schwemmt werden könne.

Deutsche Offensive an der Maas.

Br. Rotterdam, 22. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Der Korrespondent derDaily Marl meldet,

die Deutschen entfalten an der Maas eine große Aktion.

Die Beteiligung der englischen Flotte.

Br. Haag, 22. Ökt. (Eig. Drahtberlcht.^ Ktr. Bin.) DieT i m e s" meldet von der französischen Küste: Während zwei englische Kanonenboote gestern in ein Feuergefccht mit deutschen Batterien an der Küste ver­wickelt war.en, wurden sie von d e ü t s ch ie li 11 n t e r-

seebooten angegriiffen. Die Kanonenboote be­schießen die Küstenbatterien weiter.

Ein ncncs Seegefecht in der' nördlichen Nordsee?

Christiania, 20. Okt. Aus Stavanger wird gemeldet: Der Kapitän des norwegischen DampfersLeander" erzählt: Während der Dampfer in Kirkwall (Hafen auf den Ork, neh-Jnseln, nördlich von Schottland) lag, wurde scharfes Schießen von einem in der Zlähe liegenden Hafen gehört,. Es heißt, vier deutsche Unterseeboote seien in den betreffen­den Kriegshafen hineingekommen. (?) rfeimliche Kbreise der Portugiesen aus Berlin.

Br. Berlin, 22. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr.^Bln.) Die Portugiesen in Berlin, so schreibt dieTägliche Rundschau", scheinen, wie damals die Japaner, ernen Wink erhalten zu haben, denn sic verlassen bereits seit Freitag Berlin.

Die Tätigkeit der:Emden".

§üns Weitere englische Schiffe vernichtet!

. London, 22. Oft.Lloyd Agcncr" in Colombo telegraphiert an die Admiralität: Der KreuzerEmden" bohrte die englischen DampferChilkana",Troismns", Bcnvoor",Klangrant" solvicKonrabbcl" in den Grund. Der DnntpfcrExford" wurde von der Emden" mit Beschlag belegt.

Der österreichische amtliche Kriegs­bericht.

Weitere Fortschritte im festungskriegsartigen Kampf.

Kein Feind mehr auf ungarischem Boden.

W. T.-B. Wien, 21. Okt. (RichtaiinÄch.) Amtlich wird verlautbart: 21. Oktober, mittags: In den schweren und hartnäckigen Angriffen auf die verstärkten Stellun­gen des Feindes von Fclsztin bis an die Chaussee öst­lich von Medyka gewannen wir an mehreren Stellen Termin, während die russischen G e g e n a n g r i s f e

nirgends durch z u d r i n g e n vermochten. In der vergangenen Nacht erstürmten imfete Truppen Ä Kapellenhöhe nördlich Mizyniec. Südlich a g i e r 0 gelang es ihnen schon gestern, sich von den eroberten Ortschaften gegen die Höhen v 0 rz u a r b ei t e n.^ Aus dem südlichen Flügel wird der Kampf hauptfächlich durch Artillerie geführt. Durch weitgehende Anwen­dung der inodernen F e l d b e f e st i g u n g nimmt. die Schlacht zum großen Teil den Charakter eines F e st u n g sk r i e g e s an. . _

In den Karpathen wurde gestern der Jaiblonrca-Patz, der letzte der von einer russischen Abteilung ^besetzt ge­wesenen Übergänge, genommen. Auf ungarischem Boden ist kein Feind niehr. Unsere Erkundung in die Bukowina erreichte den großen Sercth.

Lin österreichisches militürisches Urteil.

fV. T.-B. Wien, 21. Okt. (Nichtamtlich.) den letzten Ereignissen auf dem galizlscheu Kriegsschauplatz schreibt der militärische Mitarbeiter desNeuen Wiener Lagblattes": Das feindliche Oberkommando wollte

Przemysl offenbar mit allen Mitteln nehmen, um vom südlichen Kriegsschauplatz «röglichst viele Kräfte nord­wärts in das von den anrückenden Armeen der Ver­bündeten bedrohte Gebiet von Warschau ziehen zu kön­nen. Wenn man einnial inr Besitze , des stärksten Zen- tralpnnktes Galiziens war, so war rnan überzeugt, die­ses Land auch mit einer geringen Truppenzahl gegen alle Wledereroberungsversuche aus denr Westen halten zu können.. Nun hat der Sieger von KirMilisse, Gene­ral Rad ko Dimitriew, Przemysl nicht nur nicht einge­nommen, sondern dort eine geradezu furchtbare Niederlage erlitten, deren Folgen sich bereits nicht allein im Gebiet der Festung selbst, sondern viel- mehr auch schon an wichtigen entlegenen Punkten seiner Stellungen fühlbar machen. Unaufhaltsam drin- gen unsere siegreichen Kolonnen fast überall v 0 r- w ä r t s. Skachdem Ende der vorigen Woche außer deui Angriff gegen den russischen südlichen Flügel bei Starasol von unseren über Chyrow angreifenden Trup­pen auch die meisten befestigten Höhen sin Zentruui der feindlichen Stellungen gestürmt waren, wurde am Sonntag auch deren S ch l ü s s c l p u n k t M i z v n i e c nach vorheriger Beschießung mit schwerer Artillerie durch Bajonettangriffe genommen. Im ganzen Raum sied- östlich der Festung sowie östlich und nordöstlich ber Medyka und am rechten Sau-Ufer bricht die Ver­teidigung der feindlichen Feldbefestigungen an immer inehr Stellen z u s a nl nr e n. Gleichzeitig sind unsere über die K a r p a t h e n heranmarfchierten Süd- kolonnen im Stryj- und Swicatal konzentrisch gegen Norden vorgerückt, wobei sie den Feind unter a,nhalten- den Kämpfen aus einer Deckung nach der anderen war- fen. Aus den bishevigen Einzelgefechten hat sich jetzt allmählich eine zusaumienhängende äußerst eMfterte Hauptschlacht auf einer über 160 Kilometer brei­ten Front entwickelt, die alle russischen Kräfte in Galizien festhält.

Zwei russische Regimenter südlich przemysl gef«ngen.

M. Wien, 22. Okt. DieRcichspost" meldet, daß bei den Kämpfen südlich von Przemysl zwei russische Regimenter gefangen gcnsmmen wurden.

Politik und Nriegsühruns Lnglmidr.

Von General d. Inf. z. D. v. Blume.

20. Oktober.

Krieg", sagt der größte Kriegsphiilosoph der neueren Zeit, Clausewitz,ist Fortsetzung der Politik mit an- deren Mitteln." Diese Erklärung ist allgemein als zu­treffend anerkannt. Ans ihr ergibt sich u. a daß aus der Art und Weise der Kriegführung eines Staates oft wichtige Rückschlüsse auf seine politischen Abficksten gezogen werd>cn können. Wenn beispielswerse zwei

Staaten einen geuieinsamen Krieg mit verschiedenem Kraftaufwand oder ungleichem Eifer führen, so ist dar

aus mit Sicherheit zu schließen, daß sich die politischen Ziele, die sie verfolgen, nicht decken, wie sehr sie sich auch bemühen, dies einander und die Außenwelt glau­ben zu machen. Oft sind es unscheinbare, Vorgänge, m denen solche Unstimmigkeiten zutage treten.

Wenn wir, hiervon ausgehend, die Teilnahnre Eng­lands an dem gegenwärtigen Kriege betrachten, so springt der verhältnismäßig geringe Anteil in., die Augen, den Strcitkräfte dieser Macht an den bishev'-ger;