Wiesbadener Tsgblatt
Gegründet 1852.
Expedition: Langgasse No. 27
Sonntag de« 28. August
M 201
1881
/erb. Mäurer.
Sie Kommen gezogen von fern und nah, Von den Alpen bis zn dem Meere;
Sie zogen in's Feld für Iran Musica Mit dem Liede als klingende Wehre!
So gilt auch schönerem Lohne der Streit, Zu dem Cure Schaaren gezogen — Die Töne gestählet, die Lieder bereit —: Zum Kampf der melodischen Wogen.
Zn Oest'reich, dem deutschen Bruderland, Da tönen auch deutsche Lieder — Schlagt ein ihr Sänger aus Steierland Zu die Rechte der deutschen Brüder!
Im Liede da find wir ja alle gleich, Es fiegt Uber Völker und Zonen, Keine Grenze zertheilt sein unendliches Reich, Wo die Menschen verbrüdert noch wohnen.
Rnd wenn sie zerronnen die tönende Kluth, Dann schwebt eine Wolke hernieder, D'rauf ruhet, in rosiger Abendgluth, Die Göttin der Schönheit, der Lieder.
Mas Edles versank in der Erde Nacht, Mas die Zukunft noch Höchstes soll geben: Es lebt in dem Liede, durch Zaubermacht Vereint mit der Gegenwart Leben!
Horch! welch ein Rauschen den Rhein entlang--
Sie kommen mit fliegenden Kähnen! Es braust von den Bergen wie Bardengesang, Wie mächtiges Einheits-Mähnen!
Wie die Blumen streben im Morgenglüh'n Die schönsten Karben zu zeigen, Wie die Vögleiü Wettstreiten im Waldesgrün, Wem das schönste der Lieder zu eigen:
Die würdigsten Streiter um göttlichen Dreis Schmückt sie mit goldenem Lorbeerreis — Und schwebt bei Kansarenschalle Zurück zur olympischen Halle.
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