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DonnerStag, 22. Oktober 1914.

Wiesbadener ©ngblatt*

Morgen-Ausgabe. Erstes Matt.

Seite 3.

Ausland.

Italien.

» "ä. Ermäßigung der Getreidezölle. R o m, 20. Okt. ein amtliches Dekret sind die italienischen Getneidezölle Zeit vom 20. Oktober bis zum 31. März 1918 bed-eu- 7* ermäßigt worden, und zwar für Weizen von 7,50 Lire f ^ Lire, für Reis und Dörryemüise von 1,15 auf 0,50 Lire, ? Roggen von 4,50 auf 2 Lire, für Hafer von 4 auf 2 Lire, Weizenmehl von 11,30 auf 5,25 Lire, für Maismehl von ' ° auf 2 Lrre pro Doppelzentner.

Nnkrltnrr.

«A Antialkohvlbcwcgung. W. T.-B. Petersburg, aipft. Der russische Enthaltsamkeitsbunb hat an den Mer die Bitte gerichtet, den Verkauf geistiger Ge» ff* in Rußland für immer zu untersagen. Der per antwortete -dem Bund esvorsitzen den, Großfürsten Nstantin, drahtlich: Ich hatte bereits seit längerer

" den Entschluß gefaßt, den r e g i e r u n g s s e i t i- Verkauf verbieten.

Verkauf geistiger Getränke in Rußland für immer

Numanien

j. 1.-8. Zum Tod des Königs Karol.

" Okt.

u k a r e st,

.. - (Nichtamtlich) Unter Hinweis ans die Teilnahme, *Jf® Nachricht von dem Tod des Königs Karol in der ganzen erweckt hat, schreibtBittorul": Die' Lobeserhebungen, auswärtige Presse dem König Karol und seinem ihn chfleberrden großen Werk widmet, siird für ums ein neuer ^ v>t, dxx schwerer Stunde uns die Last der nationalen su erleichtern sucht. Diese Kundgebungen sind uns ^. überdies ein neuer Beweis für die während der Heer- ikl^ Königs Karol, der es verstanden hat, die so vielen» Eigemfchaften des rumänischen Volkes nutzbar zu geschaffene Bedeutung Rumäniens.

Portugal.

(jjjA 1.-8. Eine Kabincttskrisis. London, 20. Okt. '^'ivrntlich)Reuter" meldet aus Lissabon: Nach dem "Pats" treten die Kammern am Mittwoch zusammen. ^ Ettwoch oder Donnerstag wird eine Kabinettskrisis er- Freire Andrade wird sodann ein Kabinett bil- ' w welchem alle politischen Parteien vertreten sind.

Hus Stadt und Land.

Wiesbadener Nachrichten.

3um Geburtstag unserer Naisertn.

Sehren Geburtstag begeht diesmal unsere Kaiserin im jyti eines Völkerkriegs, dessen blutiger Ernst ebenso tief >, ^iserschlotz wie in der niedrigsten Hütte empfunden wwd. iT erstenmal verlebt die Kaiserin diesen Tag nicht inmitten ^ ato-mstM frirnftfi: öitl b-Ct Svit>e

vv i^umm petieoi v\x jeiu|-ch'h u»vr»o - r~ " .

, r vollzähligen Familie. Ihr Gemahl kämpft am der Spitze öeere gegen bie Feinde, und der Ruf zu den Waffen hat :hr,e sechs Söhne auf das Schlachtfeld ^ geführt. So ist vA^usere Kaiserin gleich den meisten deutschen Frauenbund W« tTl mit Blut und Gut aufs engste an des deutschen Geschick gebunden, über das der Krieg entscheidet. Auch ,^/ragerin der Kaiserkrone fühlt, betätigt und bewährt sich &. b . em Pflichtbekenmtnis Friedrichs des Großen, daß der des Staates erster Diener ist, als des Baterlandes erste Setreueste Dienerin. Unsere Kaiserin erfüllt ihre Kriegs- bA mit dem Bewußtsein, >daß sie als die deutsche Frau in ^tioortungsvollster Stellung durch opferfreudigste Hin- °vvg dem Volk mit gutem Beispiel vorangehen muß.

>, Von jeher hat die Kaiserin Auguste Viktoria für ihren Be- i>; ^gesehen, in der Liebe-sarbeit ein Vorbild dem Volk zu $3° Was sie schon im Frieden geleistet hat, trägt jetzig im tausendfältige Früchte. Denn die Kriegsfür- ^«e. die vornehmlich weiblicher Wirksamkeit obliegt, bedeu- erweiterte und verstärkte Fortführung der Werke der ^Herzigkeit und Nächstenliebe, wie sie zuvor die Kaiferm t e , ' hat. Die Größe der Zeit erteilt dem Geburtstag uns-e- tz-Kaiserin besondere Weihe.. Für Fürsten, Fürstinnen und ziAer kann es in einem monarchischem Staat nichts Ve- ^.Mderes geben als unzertrennliche Gemeinschaft von rJ^ntum und Volkstum. Die Glückwünsche, die heute der Am dargebracht werden, decken sich mit dem, was zu unseres Vaterlandes Heil und Größe er- und ersehnt wird: Daß unseren Waffen aller- und bis zu ruhmreichstem Ende Sieg beschieden '!w? en und daraus reicher Segen ersprießen möge für unser Irland.

Aiit

Das Eiserne Ureuz.

dem Eisernen Kreuz wurden ausgezeichnet: der

Vf- und Regimentsarzt im Landwehr-Jnfanterie-Regi- (vf U6 Samiiätsrat Dr. Böhmer aus Wiesbaden; der ^Azt dxr Landwehr 1 Dr. Wahlmann aus Gichberg; iAldwebel im Regiment 115 Wilhelm Kratz aus, Sonnen- "L^en wichtiger Ausklärungs- und Patrouillenritte der !n>- uchtmeister beim Dragoner-Regiment 6, 3. Eskadron,

^^ineriier o-erm ajragon'ersjieguutui u, o. ^»uuauu, Lubinsky; der Leutnant der Reserve Eduard l°r Aeich aus Ransbach; der Rittmeister Binder, Direk- itz. ^ Kurhauspachtgesellschaft Langenschtvalbach-Schlangen- der Unteroffizier Konrad Evertz aus Liinburg; der V n .' 1t Bernhard Haubrich aus Marienrachdorf; der

iO* Wilhelm Flach W» 01 Lorbeer ar

aus Villmar; der Unteroffizier ~nn Lorbeer aus D Ulenburg; der Oberarzt im 3. V?"°rps Tr. Ernst Rofer ans Wiesbaden, sowie dessen der Leutnant im 15. Feldartillerie-Regiment Hans - beide aus Wiesbaden.

^ Eine neue Zürsorgeeinrichtung.

d'iArStadtbund für F r a neu b e streb u n ge n"

Rt

>»ns um Bekanntgabe der folgenden Mitteilung:

tfA Mitta g stisch für Frauen und Mädchen iikpvrer Stände wird am Sonntag, den 25. Oktober, in W.,vanirustraße 15, 1. Stock, vomStadtbund für FraUen- ^ .Ungen" eröffnet. Zum Preis von 25 Pf. wird die Kost °dtischen Suppenküche mit gelegentlichen \kff Zutaten geliefert. Das Mittagessen wird in an- "»b jf^er Form, in behaglich geheizten Räumen verabreicht "i unter Aufsickst von Vorstandsdamen der verschredenen Um einer Überfüllung vorznbeugen, sind Aus-

,?vten nur durch denSiadtbund für Frauenbestre-

erhältl' ^ E * r " s

Qu &8cge'

Auerb,

»to echeimc", Friedrichstraße 'it, yrra ^ vstuu;,

' Fräulein Fischer, Oranienstraße 23, Fräulein Heuze-

W " erhältlich, und zwar werden dreie an folgenden ausgegebon: Fräulein de la Croix, Oranienstraße 63, kiJ ein Auerback).Deutsche Gesellschaft für Kaufmanns-Er- ft/Meimc". Friedrichstraße 27. Frau de Grach, Leber.

roth, Herderstratze 7,3. Die Essenszeit ist auf 12 bis 12% Uhr

und 1 bis 1% Uhr festgesetzt."

Die neue Emrichtung desSiadtbundes für Frauen- bestrebungen" ist gut, und sie wird gewiß Anklang finden, es scheint uns aber nicht recht angebracht, sie als Mitiagstifch für Frauen und Mädchen besserer Stände einzufühven. Was heißt in diesem Fallbessere Stände"? Wenn man schon Fabrikarbeiterinnen, Monatsmädchen und Arbeiterfrauen ausschließen will, so müßte mindestens genau gesagt werden, für wen nun eigentlich die Emrichtung bestimmt sein soll. Wir vermuten, daß man in erster Linie an die im Hcmdelsgewerbe tätigen Frauen und Mädch-en und tveiter an Musiklehre- rinnen, Künstlerinnen und dergleichen denkt; man sollte das aber deutlich heraussagen und nicht den unbestimmten Ausdruckbesserer Stände" gebrauchen, der gerade gegenwär­tig ganz besonders geeignet ist, zahlreiche hilfsbedürftige Frauen und Mädch-en zu kränkem

DleEagblatt"-Sammlungen.

Für bas Note Kreuz gingen ferner ein: Ungenannt 5 M.,

O. P. 5 M., Galle (3. monatl. Beitrag) 20 M., für warme Un- terKeidu-ng der Krieger Fr. Dr. Z. 100 M., Dr. Gessert 60 M., Frau K. Gabriel 5 M., Hedwig N. 20 M., zusammen bisher 17 879 M.

Für bie notleidenden Ostpreußen gingen weiter ein: Un­genannt 3 M., Sanitätsva! Dr. Albrecht 100 M., Fr. Dr. B.

50 M., W. 0.15 M., Dr. Gessert 50 M-, Walter Koenig 20 M., zusammen bisher 16 767 M. 55 Pf.

Für die Elsässer gingen loeiter ein: Ungenannt 5 M-,

W. O. 5 M., Frau Amtsrichter Starnberg in Rüdesheim 30 M., Walter Koenig 20 M-, Frau Müller-Neischer 100 M., Frau A. Keding 200 M zusaminen bisher 2368 M. 50 Pf.

Für unsere Truppen wurden uns weiter zur Verfügung gestellt: eine Vrowningpistole von E. Jung (Selters, Wester­wald), von Frau K. Schmidt ein Fernglas.

Eine ehrenvolle Auszeichnung ivnrde einem verdienst vollen technischen Oberbeamte»» der Stadt Wiesbaden zuteil. Rektor und Senat der Königl. Sächsischen technischen Hochschule zu Dresden haben nämlich dem Regierungs- baumeister a. D. S ch e u e r m a n n, Stadlbauiuspektor zu Wiesbaden, die Würde eines D r.-J n g. verliehen.

Seinen Verletzungen erlegen ist im Königl. Elisabeth Hospital zu Oberfchünswerde bei Berlin der Oberlehrer Dr. Otto Mathufe, Leutnant der Reserve im Reserve-Jnfan terie-Regiment Nr. 80.

Wiesbadener Lazarette. Nach dem 26. Nachtrag zu der Verwumdetenliste der Auskunftsstelle in derLoge Plato" vom 21. d. M. befind-sn sich in den Wiesbadener Lazaretten weiter die folgenden Verwundeten: Wilh. Alberti (Hennethal), Füs.-Regt. 80; Gefreiter der Landw. Ambach (Limbach), Ref.- Regt. 40; Gefreiter der Reserve Berch (Östrich-Winkel), Füs.- Regt. 80; Oberleutnant der Reserve Blum (Wötz-Salzwedel), Jnf.-Regt. 135; Wehrmann Eichler (Flörsheim), Füs.-Regt. 80; Leutnant der Reserve^ Fronemann (Barmen), Jnf.-Regt. 172; Kanonier Aug. Laudert (Wiesbaden), Kol. 1/83; Haupt­mann Niemann (Wiesbaden), Füs.-Regt. 80; Ofsizierftellver treter Franz Panten (Lennep), Lan-dw.-Esr. 2; Major von Peschke (Crösfen), Jnf.-Regt. 52; Karl Stupp (Wiesbaden), Füs.-Regt. 80.

W. 1.-8. Keine Besuche von Angehörigen bei rm Feld Stehenden! Es liegt Veranlassung vor, darauf hinznweisen, daß Besuche von Angehörigen bei den im Feld stehenden Tvuippen aus rnilitärischen Gründen nicht zugelassen werden können. Reisen, die zu diesem Ztveck in das Operationsgebiet unternommen werden, sind daher vergeblich und führen daher zu -einer schmerzlichen Enttäuschung. Es muß deshalb dringend vor ihnen -gewarnt werden.

Zeitungsbestcllungen für Heercsangchörige. Zeitungen und Zeitschriften für Heeresangehörige können nicht nur von den Truppen selbst bei den Feldpostanstalten, sondern auch durch Familienmi-tgliöder oder sonstige Personen bei den heimischen Postanstaltcn bestellt werden. Die Bezieher sind -dabei genau nach Raine, Dienststellung und Truppenteil zu be­zeichnen. r .

Postsendungen an Angehörige der Mar,ne, dre sich bei Behände>n oder Marineteilen am Lande befinden, sind wie im Frieden zu adressieren (also außer dem Marineteil, der Behövde ns-w., auch den Bestimmnngsort angeben!).^ Bei Sen­dungen an Marineangehörige a u f S ch i f f e n ist in der Auf­schrift lieben der näheren. Bezeichnung des Empfängers nur der Schiffsname, nicht aber der Bestimmungsort, anzugeben. Für Marineangehörige, die sich beim mobilen Landheer be­finden, gölten die Vorschri-fton für das Feldheer. P a k e t e werden sowohl an die am Land befindlichen Marineangehöri gen als auch an die Besatzungeii der Schiffe angenommen. Zu Postanweisungen an die Besatzungen der Kriegsschiffe sind die gewöhnlichen, also nicht die blauen Feldpostan weisnngen zu benutzen. ^ ,

_ Esperanto als Vermittler der Wahrheit. Gegenüber

allen unwahren und verleumderischen Darstellungen -im Aus­land über die Ursache und Veranlassung des großen Welt­kriegs hat derDeutsche E s P e r a n t o b u n d" die schwie ri-ge, aber auch dankbare Aufgabe übernommen, Wahrheit und Klärung der Tatsachen in unumstößlichen und durch nichts zu wider-legend-ön Dokumenten in -allen jenen Ländern zu verbrei­ten, die sich nicht etiva geflissentlich und in s-elbsttäuschender Absicht, der Wahrheit verschließen, wollen. Gerade Esperanto ist bei seiner weltumfassenden Bedeutung an hervorragendster Stelle hierzu bernien, -da es kaum ein Mitglied desDeutschen Esperantobuudes" gibt, das nicht im neutralen Ausland Korrespondenten hätte, mit denen man beständig ^uhlung uil- terhült, und die gewiß auch den mit Ernst und Besonnenheit in Esperanto niedergeschriebenen Worten ein geneigtes Ohr schenken werden. Ein kleines Werk von 38 Folios-eiten, be­titelt:Die Wahrheit über den Krieg" (La vero pri la mil-it-o"), nimmt in diesen Tagen seinen Weg über alle Teile des Erdballs, und wird gewiß, wenn auch auf Umwegen, selbst zu den feindlichen, Völkern gelangen. Zugrunde gelegt ist nebst den allgemein bekannten politischen Vorgängen, be- ainnend vom Mord in Serajewo, bis zu dem Delegrammaus- tausch imkl. 2. August, in erster Reihe das sog. Weißbuch, das mit unanfechtbarer Wahrheit und Sicherheft -dre Tato: stünde vor aller. Welt urrd für alle Zeit festle-gt. .

Kleine Notizen. Auf Veranlassung der Prmzessin Sobenlohe wurden von a rbe.it slosen Wiesbadener »rauen eine v aröfeerc AnMhl einfacher, lA'nE^scher Wmche- Ni-cke beraestellt die jetzt im Lv.ingelzsch-en Vereinr-Hcms an der Platter Straße von 4 bis 7 Uhr nachmittags an Wochen- taaen besichtigt und auch erworben werden können. Alle Stoffe und Zutaten wurden von hiesigen Geschästeir bezogen

vorberichie ftbev KJiuft, «/»rtrSac und 1tem>anfctes.

* Königliche Schauspiele. Zur Feier des G^urtstages der Kaiserin geht heute im Abonnement vnudeuo mit Fräulein

Englerth in der Tftelrolle. Frau Krämer und den Herren

Eckard, Forchhammer, de Garmo, Haas und d. Schenck ,n den weiteren Hanptpartien in Szene. Für Samstag, den 24 d. M.. ist eine Wioderholun» där OperUndine ,m Abonnement 8 festgesetzt worden, in welcher Herr schuberr zum erstenmal denHugo von Ringstetten" singen wird. Die weitere Besetzung, mit Frau Krämer m der Titelrolle, «echt unverändert. Am Solintag. den 25. d. M., gelangtAwa nlit Fräulejn Englerth in der Titelrolle zur Aufführung (Abonnement A).

* Borträge. Am Freitag, abends $Vi Uhr, wird Missionar Enderlin von der hicsisenSudan-Pio-nier-Bftssion" nn Luthersaale einen Vortrag halten über,,D, e Moham­medanermission in der gegenwärtigen palt- tischen Krisis auf Grund eigener Erlebnisse. Der Vortragende erlebte den Kiiogsausbru-ch und- den Ans-ang der türkischen Mobilisierung m Syrien und wurde dann mft den landgren Wifsion-saibeitern der Su!dan-Pi 0 M^r-I!:rsN' 0 N am 17. Sep>temb:r von den Eiigländ-ern aus Ägypten auSg-e- wiesen. Der Eintritt ist ftei.

* Im Fraucnkluü findet am Samstag, abends 7 Uhr, ein Li-edercchend des Herrn Albert Seyb-erth statt zum Besten der Kriegshilfe.

Gerichtssaal.

WC. Wiesbadener Bezirksausschuß. Der Metzg-ermeister RMdols Sdjßuermann in Langenschwalbach hält einen Hund, welchen er zum Ziehen eines..kleinen Flezsch- wagens benützt und bezüglich dessen er die Befreiung von oer Hundesteuer auf Grund der Bestimnmng in § 2 des Stener- statuts beansprucht, welche Hunde, die zur Betvachung oder »m Gewerbe unentbehrlich, von der Abgabe freizu-stellen sind. Der Atagistvat sein-ers-eits steht nicht auf diesem Standpunkt. Er meint, der Hund sei um deslvillen nicht unentbehrlich, wert Sch. es machen könne lvie andere Metzger in Langenschwalbach, welche sich ihr Fleisch voi^ einem Rollfuhrnnternehmer trans­portieren ließen. Der Bezirksausschuß jedoch gebt Scheuer- mann Recht, indem er die Freistellung des Mannes von der Hundesteuer verfügt. In Rodheim a. B. haben am 21. März Wahlen für die G e m e i n d -e v -e r t r e t u n g stattgefunden. Einer der Wahlberechtigten, Ludwrg Kvaus- kopf zu Rodh-eim, ist mit dem Iiesultat nicht zufriedem Er klagt auf Ungül-ti-gkeitserklärung der Wahlen und stutzt sich dabei i-n der Hauptsache auf die Tatsache, daß -der GemeriwL- diener am Wahltag ein Flugblatt ausgetragen habe, welches die Wahl der Gegenkandidaten empfahl. Der Kr-eisausschuß als erste Instanz fällte sein Urteil dahin, daß bezüglich der Wahlen in der ersten Abteilung dem Klageantrag sta-ttz i° geben, im übrigen aber der Klage der Erfolg zu verfaMn sei. In dem Entscheid erkannte der Krelsausi-chnß ausdrücklich .n, daß die Verbreitung eines Wahlflugbla-tts durch denG- meindedien-er zwar besser unterbl.-eben,.mubmgen aber nahm er den Standpunkt ein, daß, zumal diese Tätigkeit oes voc meindedi-en-ers nicht durch den Bürger-metster veranl-aßt ;el, ^ n2ä siger Druck auf -die Wahl-berechti-glen daran nicht gefunden werden könne, und deshalb aus diesem Umstand d. ll-ngültigkeit der Wahlen nicht h-erleitbar sei. ^ Wider di-e,es Urteil ist von Krauskopf nicht nur, sondern auch von der Ge­meinde, von letzterer auf Grund eines gegen de-n Widerspruch des Bürgermeisters gefaßten Beschlusses, die Berufung einge­legt worden. Heute verhandelte der Bezirksausschuß auf dao Rechtsmittel. Er stellte sich -auf den Standpunkt der Vor- instanz, deren Urteil er bestätigte.

Letzte vrahtberichte.

Die noch brauchbaren eroberten Geschütze.

Br Berlin, 21. Okt. Die noch brauchbaren oder durch Umänderung gebrauchsfähig zu machenden feind­lichen Geschütze werden nach und nach tn die K r u p fi­sche Fabrik transportiert. Bis setzt sind dort an 500 feindliche Geschütze angckommen, die untersucht und für die weitere Verwendung für unsere Arüllerie hergcrrch- tet werden. Auch die zur Aufstellung als Siegcs- trophäen bestimmten beschädigten Geschütze werden dort instandgesetzt.

General v. Beseler zum Dr.-Jng. ehrenhalber ernannt. v T-B Hannover. 21. Okt. Der Rektor und Senat der technischen Hochschule haben auf einstimmigen Antrag der Abteilung Maschinen- und Jngenreurwesen den sieg­reichen Belagerer Antwerpens General von Beseler zum Dr.- Ingenieur ehrenhalber ernannt.

Der Herrenreiter Dr. Riese gefallen.

Br Berlin, 21. Okt. (Eig. Dr-ahtbericht. Ktr. B-ln.) Leu-tnänt d. R. Rechtsanwalt Dr. Riese, Berlin, einer der bekanntesten Herrenreiter^ Deutschlands, ist tm Westen gefallen, nachdem er sich noch vor^ ^-nrzem ver einem erfolgreichen Patrouillenritt das Eiserne Kreuz erworben hatte. Dr. Riese hat bekanntlich auch auf der Wiesbadener Rennbahn manchen Erfolg erzrelt.

Zur Erbcutung eines englischen Flugzeuges.

V. T-B. München, 21. Okt. Vom 1. bayerischen Armee­korps wird bekannt gegeben, daß ein englisches Flugzeug er­beutet wurde, welches zunächst der Fliegerersatzabteftung nt Oberschleißherm überwiesen wird. Mit dem Flugzeug ist auch der englische O b e r st G r e Y, der F ü h r e r des eng­lischen Fliegerkorps, und ein Unteroffizier in Gefaiigen,chaft geraten.

DieAugSvueger Postzeitung" verboten.

Br. München, 21. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.f Das stellvertretende Generalkommando des ersten bayerischen Armeekorps hat das Erscheinen derAugsburger Postzei. tung", des führenden Blattes des bayerischen Zentrums, wegenschwerer Störung des konfessionellen Friedens" auf drei Tage verboten.

Der Brand in Sheerneß.

W. 1.-8. London, 21. Okt. Der bereits erwähnte Brand in Sheerneß hat mehrere Gebäude, darunter die Heilan­stalt für Seeleute, vernichtet.

Der Panamakanal für die Durchfahrt wieder frei.

W. 1.-8. London, 21. Okt. (Nichtamtlich) Nach einer Lloyd-Meldunig ist der den Pan-amakanal störende Erdrutsch so weit aufgeräumt, daß die Durchfahrt wieder möglich ist.

W- T-B. Berlin, 21. Okt. Der Graphiker Jsmael G e n z, Sohn des Orientmalers Wilhelm Genz, ist im Alter von 54 Jahren gestorben. Das Museum von Amsterdam besitzt von ihm 10 Bleistiftportraits bekannter Persönlichkeften, auch mehrere deutsche Museen enthalten graphische Arberten von ihm.