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Berliner Schriftleitung des Wiesbadener Tagblatts: Berlin-Wilmersdorf Güntzelstr. 66. Feruspr.: Amt Uhland 450 n. 45,
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tncrstßg, 22. Oktober 1914.
Morgen - Ausgabe.
Nr. 493. * 62. Jahrgang.
Der Krieg.
Tnlscheidungskämpfe im Nordwesten.
'Eigener Dvkchtbsricht unserer Berliner Schriftleitung.)
Berlin, 21. Okt. (Ktr. Bin.) Es braucht nicht füllet, cs braucht aber auch nicht besonders gesagt ^rdcn, das? die Kämpfe, die sich zurzeit an der Küste "anals und in der unmittelbaren Nähe dieser Küste ,,""en, puu entscheidender Bedeutung für den jch^öen Krieg sind. Die französischen und engli Ui Zeitungen bezei,
gen bezeichnen übereinstimmend diese ,, die auf der ganzen Linie von Lille bis u d c jm Gange ist, als „die größte Schlacht der u • Offenbar haben beide Teile die Deutschen auf
icnvnr ijiiutu utiue -ciuc uic ^»-u»|u|vh |. r sUlen, die verbündeten Franzosen, Engländer und ’ ^er auf der anderen Seite, ihre „»
Ersten
ganze Kraft
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I, •■!“« Nordwesten zusammengeballt. In diesem Anblick ' "" '.
der Kämpfe kann natürlich nichts über ihren ■ ' ' " Immerhin ist
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figürlichen Ausgang gesagt werden. Jmn , ^Versicherung gestattet, das? unsere Aussichten gute Im Mittelpunkt der Kämpfe
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Lille, die Stadt Astern und uec- ?j 111= Auf dieser ganzen Linie haben wir Erfolge ilgrzeichncn. Lille ist seit Tagen in unseren Händen, irn Norden Ostende. — 4 “’~ s> "“*
liegen die der Yse r-
... 5_/|iw,v t . Bei Nienstort an der Küste
psi!' luir, troü der Mitwirkung der englischen Flotte, g'chritte gemacht und so nähert sich die deutsche Armee g nächsten Ziel: Dünkirchen, b g. Kopenhagen, 21. Okt. (E.ig. Drahtbericht. Ktr.
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rj , Der"Berichterstatter^ der „Berlmske Tiden.de", -gotterdam meldet: Die Verbündeten errichteten box
gkichen eine"starke Stellung, wohin ein französisches gaEontingent sich zurückgezaa>en bat, das den Nück- sLi beider von Antwerpen deckte. Es wird be- daß die Belgier k e ine,rt K a mpies- gl mehr -besitzen, solange sie nicht vollkommen Aani-siert sind. Es werde daher längere Zeit dauern, !>,. Me Norbündi
^deutschen Truppen, die in Antwerpen enwepr- ^ utd, werden nach O st ende gebracht, wo die Deut-
Verbündeten von ihnen Niitzen ziehen können.
eutschen Truppen, die in Antwerpen entbehr
^ offenbar eine starke Stellung einnehmen.
ätsche Offensive längs der ganzen Front.
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Genf, 21. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.)
Fortsetzung des' Widerstandes der belgischen Trnst-
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Üe am Yser schwere Verlilste erlitten, gilt als fragil Ans amtlichen wie ans Privatdepeschen geht her- das, die deutsche Offensive längs der M 2 en Front mit der größten Energie fortgefuhrt ,1,/' die den Franzosen die alleräußersten Anstren- !lrn auferlegt.
Det amtliche französische Tagesbericht vom Dienstag.
WT- Genf, 21. Okt. lEig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Der ^ g französische Bericht von gestern nachmittag 3 Uln- l! - l; An Belgien hält sich die belgische Armee trotz hef-
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tdxgngriffe auf der Lücke' der -yser. Andere Aktionen -r V n der Gegend von Fpern zwischen den Streitkrasten ltzs ^rbündeten und den feindlicheit Kräften begonnen
«y^serem^linken^Fkützel halten die Deutschen noch immer Stellungen vor Lille. "" ' '
vergeblich unsere Truppen „-„-„ . .
hy^zen haben wir im Laufe des Montags vereinzelte
An der Maas hat der zurückzudrängen versucht.
wir im Laufe ,._ .
In Ruß
..,,,, die Lage u n
Die von den Österreichern gemachten Ver- San zu überschreiten, wurden zurückgeschlagen nimmt südlich Przemysl unter günstigen
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"?! h Ute auf verschiedenen Punkten gemacht. k t l‘ Ostpreußen und an der Weichsel ist die
- «Udert.
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^Iad ) t nimmt südlich Przemysl > duzen für die Russen ihren Fortgang.
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Lin englischer Bericht.
Christiania, 21. Okt. lEig. Drahtbericht.
n ta ^Hinamo, 21 . s-u. ,«iu. Ktr. Bln.)
L-^ticfjteritatter der „Daily Mail" in Nordfrankreich ^«dhiert: Der „verzweifelte" Versuch des Feindes, im
bie Straße von Dover zu nehmen, beginne, einem !,.„°>gen Fiasko ähnlich zu werden. Seit der Schlacht
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i e r ue bot 14 Tagen sei nichts für den Feind zu notieren
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als daß die südliche Hälfte seiner Linie gebrochen Sein V o r r ü ck e n ging unter schlechten Be-
Qs . -- gen von statten in einer Gegend, die jetzt durch ^Eigcn Regengüsse in einen Morast verwandelt sei.
^ Die Stimmung in Paris.
It tB. Basel, 21. Okt. (Nichtamtlich.) Die „Natio- ifj. veröffentlicht einen Pariser Brief, in dem es
" ' Der Befehl des Kriegsministers, betr. Schutz vor den Flugzeugen, beruhigt diö Bevölkerung nicht
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11 ) r ‘ »mgzeugen, veruyigr me ui«,,
E Itti e , als bie fortwährenden amtlichen Siegesnachrichten ' die Erzählungen Verwundeter und durch Briefe
Stehender beträchtlich av ge schwächt werden.
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fM* nber ' wenn an Stelle der Augustbegeisterung Ent- ^" g und Mißmut getreten sind. Meldungen der
Mei- « nno VJC l 13 ul u X geiruxun |UIU. /wuuuuyui ULL ^ „i^^che immer wieder dartun, daß die Armeeberwall ^t>i.^ wit allem Nötigen versehen sei, vermehren natür-- ^orge um die Soldaten. Bei den Parisern kommen
noch Nähr u u gs sorgen und die ungeheuere A r b e i t s. lo si gleit hinzu. Infolge des Moratoriums und den dadurch bedingten Geldmangel wird die Krisis auch in den Kreisen der Begüterten sehr empfunden. Die Zufuhr war vermindert, immerhin aber ist sie zurzeit noch genügend. In Paris sind die Butterpreise von 2,40 Franken auf 4 Franken gestiegen. Ebenso sind die Preise für Gemüse und Obst stark in die Höhe gegangen. Eine amtliche Mitteilung behauptet zwar, daß die Getreideernte genüge, muß aber doch am Schluß, die Notwendigkeit, amerikanisches Ge» treide einzuführen, zugeben, Notpreise seien jedoch nicht zu befürchten.. Beruhigt hat dies die ohnehin mißtrauisch gewordenen Pariser keineswegs.
Graf Zeppelins Zuversicht.
Graf Zeppelin besuchte dieser Tage die Verwundeten im Vcreinslazärett in Konstanz. Dabei gab er den Verwundeten den scherzhaften Rat, möglichst bald gesund zu werden, um den in- nicht allzu weiter Ferne mehr stehenden Einzug der Truppen, noch mitmachen zu können. Weiter gab er der Hoffnung Llusöruck, daß er, wenn es einmal über den Kanal gegen England gehe, an dieser Fahrt noch teilnehmen könne.
Die Londoner Zcppelinangst.
Haai;, 19. Okt. Zur Sicherung der Stadt London gegen Angriffe von Luftschiffen wird ^ empfohlen, Sandsäcke auf die Dächer und die obersten Stockwerke der Häuser zu legen, desgleichen das Aufstellen von starken Scheinwerfern, die den Luftschiffern ein Ziel unmöglich machen.
Die belgische Regierung in Le ksavre.
lick. Rotterdam, 21. Ott. Dem „Temps" ivird gemeldet, daß fast sämtliche belgischen Minister in Havre weilen, mit Ausnahme-des Kriegsministers, der mit dem König bei den noch kämpfenden Truppenresten geblieben ist. Die auswärtigen Diplomaten, die in Brüssel akkreditiert waren, sind gleichfalls in Havre. Im - ganzen sind Lei der belgischen Regierung 225 belgische.Regierungsbeamte versammelt, während .125-belgische Gendarmen zur Verfügung stehen.
W. T.-B. Rotterdam, 21. Ott. (Nichtamtlich) Der „Nicuwe Rotterd.. Courant"-meldet vom 19.: Das Königspaar der Belgier und der Ministerpräsident befinden sich in der Siähe der belgischen Armee.
Karöinal Mereier fordert zur Rückkehr der belgischen Flüchtlinge auf.
W. T.-B. Amsterdam, .21. Ott. Das Blatt „Gyp" veröffentlicht eine Unterredung mit dem Kardinal Merci-er in Amsterdam/ in der dieser den dringenden Wunsch -ausspricht, daß die belgischen Flüchtlinge hcimtehren möchten, da keine G e f a h r bestehe. Zugleich widerspricht der Kardinal den Gerüchten, daß er selbst geflohen sei.
W. T.-B. Amsterdam, 2i. Oft. „Delegraaf" meldet aus Berg op Zoon von gestern: Die Rückkehr der Belgier nimmt einen riesigen Umfang cm. Gestern reiften über 8000 Flüchtlinge ab. Die ersten vier Züge, die heute früh abgin- gen, nahmen weitere 8000 mit.
vom galizischen Rriegsschauplatz.
Die österreichischen Vorteile auf der Südfront.
stck. Graz, 21. Ott. Die „Grazer Tagespost" meldet: Die Vorteile, die bisher an der südlichen Front bei Strji errungen wurden, sind sehr wesentliche und eine Entscheidung dürfte bald fallen. Diese Kämpfe dürften bestimmend für die Lage-auf dem ganzen galizischen Schauplatz werden. Die strategische'Läge ist den Russen nicht günstig. Sic sind mit starken Kräften an der Weichsel gebunden, während ihre
galizische Streitmacht von unseren Truppen erfolgreich angegriffen wird. Sie können deshalb diesem bedrohten Teile ihrer Truppenmacht keine ausgiebige Hilfe leisten. Man darf daher aus eine entscheidende Wendung zu unseren Gunsten rechnen.
Die Vertreibung der Russen aus Ungarn.
Uck. Budapest, 21. Okt. Das Abenteuer des russischen Einfalls nach Ungarn ist gestern früh zu einem endgültigen Abschluß gelangt. Der letzte Rest der russischen Einbruchstruppen, der von unseren Kräften aus Marmaros-Sziget verdrängt und in unausgesetzter Verfolgung gegen faie Karpathengrenze verdrängt wurde, hat gestern bei Körosmezö abermals eine Niederlage erlitten. Sie haben Körosmezö in Hast geräumt und die Flucht über die Landesgrenze ergriffen. Ungarisches Staatsgebiet ist nunmehr von den letzten Resten der russischen Jnvasionsarmee gesäubert.
Ein nichtssagender russischer Kriegsbericht.
W. T.-B. Gens, 21. Ott. Der russische Gener-alstab gibt unter dem 19. Oktober bekannt: Man meldet tein-e wesentlichen Veränderungen. Die russischen Truppen sind teils in
engster Fühlung mit -dem -Feind, teils im Kanipf auf der Front von Stryj-Ostpreußen.
Eine rumänische Ansicht über die Lage der Russen,
W. T.-B. Wien, 21. Okt. (Nichtamtlich) Die „R-eichspost" meldet aus Bukarest: „Journal des Balkan", das sonst ausschließlich die Interessen -des Dreiverbands vertritt, stellt fest, daß die Lage der ru-ssischen Armeen einigermaßen zw eifelhaft wäre. Es sei wahr, daß die Russen U n g a r -n verlasse-n und sich auf ihre Hauptmacht z u r ü ck z i e h e n mußten. Ebenso sei wahr, daß ihre Truppen die Stellung zwischen- Przemysl und Krakau verlassen und sich auf den San zu- rückziehen mutzten. Die Russe» hätten an-g-ekündigt, daß sie einige Zeit Stillschweigen^ über die Bewegung ihrer Truppen beobachten würden. Die Deutschen und Österreicher hab-en dagagen Siege und den Dtarsch -gegen I w a n g o r o d und Warschau an-gekündigt. Es scheine, datz die Tele- graimne der Deutschen und Österreicher die Wahrheit ausdrückten.
Tic russischen Soldaten erhalten keine Löhnung.
In dem Feldpostbrief eines österreichischen Artille- r-isten wird mitgeteilt, daß gefangene Russen erzählen, d-aß sie seit Mai, wo sie mobilisiert sind, keine Löhnungmehr bekommen haben und fetzt nur noch von Tee, Zwieback und Früchten, die sin Felde liegen, leben müssen.
was sich unsere Feinde vormachen.
Sr. Amsterdam, 21. Okt. (Eig. Drahtbericht. ^Ktr. Bln.) Aus Petersburg wird dem „Daily Telegraph" gemeldet, daß jetzt zwischen den Russen und den verbündeten deutsch- österreichischen Armeen der wirtliche Krieg erst beginne. In Petersburg müsse man »fe. die bisherigen Siegesnachrichten der vereinigten deutsch-österreichischen Armeen lachen. Über den Rückzug der Russen gibt das Blatt folgende Erklärung: Wenn die Russen dort geblieben wären, wo sie ursprünglich - waren, hätten sie dem Feind den Vorteil gelassen, die Lage des Kriegsschauplatzes zu bestimmen, während jetzt die Russen ihren Gegnern die Schlacht nach Belieben aufdrängen können, überdies hätten die Rüssen ein gut aus- gebautes Eisenbahnnetz im Rücken und könnten für die Zufuhr von Ersatztruppen und Lebensmittel sorgen, während der Feind unpassierbare Wege in einer Ausdehnung von 300 Kilo-
