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^^??"M?r«-k-Äu»?^ Berlin-rSlbriftleitimii des Wiesbadener Taffblatts: Berlin-Wilmersdorf Olüntzclftr. 6 6, Fcrnspr.: RmtNhland 4.i0 u,45t. Tagen und Wißen wird ,-m- s>r<°° » 'rnommrm
Mittwoch, 21. Oktober 1914.
Abend-Ausgabe.
Nr. 492. ♦ 62. Iahrgang.
Fortschritte im Nordwesten!
Die Kämpfe am Kanal.
englisches Torpedoboot kampfunfähig gemacht. — siegreiche Offensive bei Lille. — 2000 Engländer gefangen.
W.T.-B. Großes Hauptquartier, 21. Okt., ^mittags. (Amtlich.) Am Yser-Kanal stehen unsere puppen „och in heftigem Kampfe. Der Feind unterste seine Artillerie vom M e e r e nordwestlich Nicu- aus. Ein englisches Torpedoboot wurde dabei unserer Artillerie kampfunfähig gemacht.
Die Kämpfe westlich Lilles dauern an. Unsere ^lhpcn gingen auch hier zur Offensive über und ““tfcn den Feind an mehreren Stellen z u r ü cf. Es Würben etwa 2000 Engländer zu Gefangenen gemacht ""d mehrere Maschinengewehre erbeutet, ß Auf dem östliche n Kriegsschauplatz ist keine " t s ch e i d n n g cingetreteu.
Ober st e Heeresleitung.
Vorstöße der Alliierten bei Arras und Noqe erfolgreich crbgewiesen.
Unanshaltsame deutsche Fortschritte bei Dixmuiden. Stockholm, 21. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Nach zuverlässigen Meldungen haben die Dem- die Vorstöße der Alliierten bei Arras und Roye mvlgrxjch abgewiescn. Desgleichen schreitet der deut- Ks Vormarsch bei D i x m u i d e u - N i e u p o r t trotz Mitwirkung der britischen S ch i f f s g e s ch ü tz e, die 7 °^ ber Leeseite her cingreifen, unaufhaltsam
Deutsche Verschanzungen zwischen Noye und Arras. t W. T.-B. Mailand, 21. Okt. Wie der „Corriere della aus Paris erfährt, haben die Deutschen zwischen und Arras einen gewaltigen Schützengraben gefunden, tz", ^ Zur Verschanzung gegen die Franzosen benutzten. ,?we Länge betrage 98 Kilometer. Sie hätten ihn zu einer °>rken Verschanzung umgeformt. Es handelt sich den »m Bau befindlichen großen französischen Nordkanal otl Adieus nach der Oise.
Eine heftige Schlacht bei Wern.
», T.-B. Berlin, 21. Okt. Holländer, welche gestern im
.WMobst aus der Nähe von D p e r n gekommen sind, haben, tJ5 verschiedenen Blättern aus Rotterdam mitgeteilt wird, Achtet, daß eine heftige Schlacht dort im Gange sei. Alle .Mgbaren deutschen Streitkräfte seien zum Schlachtfeld be- worden. In Gent sollen m a s s e n h a f t Verendete eingetroffen sein.
Empörende Behandlung der deutschen Gefangenen in Frankreich.
im Genf, 21. Okt. lEig. Drahtbericht. Ktr. Bin). Nach Mvseille wurden in der letzten Woche mehrere deutsche Ge- Mene gebracht, die nach Algier und Marokko ver- $ tft werden sollen. Frankreich will dadurch die Lage der, matschen in ungünstigem Lichte zeigen und den befürcht W* ^ ufstand der Eingeborenen ersticken. Deshalb wür- ^>e deutschen Gefangenen am Hellen Tage gefesselt die algerischen Ortschaften getrieben. 4000 deut» S befangene sollen sich bereits im Silben Algiers äto, n und dort zu Bahn- und Straßenbau ge» If"vgen werden. Gerüchtweise verlautet, das; die Sterb- unter den deutschen Gefangenen sehr erheben? sei. Als W a ch s o l d a t e n würden meist Schwarze t Gilbet, die die Deutschen mit empörender Grausamkeit
Bandelten.
Seegefecht an dev holländischen Uüste.
^V. D.-L. London, 20. Okt. (Nichtamtlich.) Der lz Ar „Undaunted" und die vier Zerstörer, die am tzO^ktotzer in Harwich ankamen, berichteten über den in der Nordsee: Wir verließen Harwich am
i>i„ "?tag zu einem Patronillendienst. Es gelang uns, k u t s ch e n Schiffe zum Kampf zu zwingen, die gegen die Übermacht fochten. Die großen %Fml e des „Undaunted" eröffneten das Feuer auf ' Meilen Entfernung. Der Kreuzer, der durch die tiMüchiffe gegen Torpedoangriffe geschützt wurde, % ; • das Feuer gegen zwei feindliche Boote, während Drastischen Zerstörer die zwei anderen beschäftigten, äin .utschen Torpedoboote sanken nacheinander, bis . e t» + a - r Das Gefecht dauerte
Das ehrenvolle Ende der deutschen Boote. Weitere Einzelheiten
^dß dt tapfer kämpfend, ^^rthalb Stunden.
Der amtliche österreichische Bericht vom 20. Oktober.
Der an Raum gewinnende Angriff in Galizien. Scharmützel in der Adria.
W.T.-B. Wien, 21. Okt. (Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart vom 20. Oktober, mittags: Die
Schlacht inmitten Galiziens, namentlich nördlich des Strwiaz-Flusses, hat noch an Heftigkeit zu genommen. Unser Angriff gewinnt stetig an Raum nach Osten. Um einzelne besonders wichtige Höhen wird von beiden Seiten mit äußerster Heftigkeit gekämpft. Alle Versuche des Feindes, uns die Magicra wieder zu entreißen, scheiterten. Dagegen eroberten unsere Truppen die viclumstrittene Baumhöhe nordöstlich von Thskowice; südlich der Magiern wurde der Feind ans mehreren Ortschaften geworfen. In diesen Kämpfen wurden wieder viele Russen, darunter ei» General, gefangen genommen, und Maschinengewehre und Geschütze erbeutet. Die Gefangenen berichten von der furchtbaren Wirkung unseres Artilleriefeuers. Südlich des Strwraz, wo unsere Front über Stary Sambor verläuft, steht die Schlacht. Strhj, Koeroesmczos und Sercth sind von unseren Truppen nach Verteidigung durch den Feind in Besitz genommen worden.
Über die E r e r g n i s s e a n d e r Adr i a wird dem Armeeoberkommando berichtet: Am Morgen des 17. Oktober fand seewärts von der Spitze von Ostro ein Scharmützel statt zwischen einigen Torpedobooten und Unterseebooten, einer Luftflotte und dem französischen Kreuzer „W a l d e ck - R o u s s e a u". Trotzdem der Kreuzer unsere Einheiten kräftig beschoß, rückten diese unversehrt ein. Auch das Leuchtfeuer an der Spitze von Ostro wurde von dem französischen Kreuzer beschossen, jedoch nur an der Galerie unbedeutend beschädigt. Das weiter seewärts beobachtete französische Gros verließ nach Sichtung unserer Torpedoboote schleunigst unsere Gewässer. Die eigenen Torpedofahrzeuge unternahmen in den frühen Morgenstunden des 18. Oktober einen Angriff aus den Hafen von Antivari und zerstörten aus nächster Nähe einige Magazine und beladene Waggons durch Geschützfeuer.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. H ö f e r, Generalmajor.
Nühne Angriffe der Gesterreicher aus Antivari.
W T.-B. N»m, 20. Okt. (Nichtamtlich.) „Giornale d'Jtalia" meldet'ckus Antivart: Am 17. Oktober vormittags
traf in Antivari der französische Dampfer „Liamone" mit Munition für schwere Artillerie und Aeroplanen . ein. Als man an die Ausschiffung ging, kam ein österreichischer Aeroplan, der zwei Bomben schleuderte, die keinen Scha» den 'anrichteten. Gegen Soiinenuiitergang, als »Liamone" zu ihrem. Schutze auf die hohe See fuhr, warf ein österreichischer Aeroplan zwei weitere Bomben und eine Büchse mit Dynamit. Aber auch diese verursachten keiiien Schaden. Am 18. Oktober vormittags fand ein Unternehmen statt, das in Anbetracht der Nähe der französischen Flotte in der Tat sehr bemerkenswert und kühn war. _ Um 3.55 Uhr früh verließen zwei österreichische Schiffe die Bucht von Cattaro, drangeii init ausgelöschte,i Lichtern in den Hafen von Antivari ein und bombardierten ihn heftig., in der Absicht, die Speicher des Hafens zu zerstören. Dann entfernten sie sich unbeschädigt nach Punta d'Ostro.
Die österreichische Presse zur Vernichtung des englischen Unterseeboots „E 3".
W. T.-B. Wien, 21. Okt. Das „Fremdenblatt" schreibt zur Vernichtung des englischen Unterseebootes: Der
neue Erfolg der deutschen Marine ist um so erfreulicher, als er unmittelbar auf den Verlust der vier deutschen Torpedoboote folgte, die im Kampfe gegen eine große Übermacht sanken. Das deutsche Vertrauen zu seiner Marine wurde durch diesen Verlust nicht erschüttert. Man wußte, daß die Reihe heldenhafter Taten der Flotte bald ihre Fortsetzung finden würde. Diese Hoffnung hat sich rasch erfüllt. °Die Vernichtung des Unterseebootes bedeutet eine empfindliche Schlappe für den Gegner und wird dessen kaum
wiederbelebtes Siegesbewußtsein um so mehr erschüttern, als es sich um ein Unterseeboot modernen Typs handelt. Die „Neue Fr. Presse" sagt: Die Vernichtung beweise dis
große Wachsamkeit der deutschen Seeleute.
Ikeine Besetzung von valona durch Italien?
Sr. Rom, 21. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Das „Giornale d'Jtalia" dementiert die von dem „Mcffagcro" veröffentlichte Nachricht von der Besetzung Balonas wrrch Italien. Abgesehen von Durazzo, wo Essad-Pascha Ordnung geschaffen hat, herrscht tatsächlich A n a r ch i e in Albanien. Valona wird von epirotischen Freischärlern bedroht und ist mit zahlreichen m » h a m m c d a n i - scheu Flüchtlingen gefüllt, die weder Unterkunft noch Nahrung finden und eine Plage für die Bevölkerung werden.
Volha an der Spitze der Truppen gegen Deutsch- Südwestafrika. .
Sie. Haag, 21. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Aus Johannesburg wird dem „Daily Telegraph" berichtet: General Bot ha will nächste Woche Pretoria verlassen, um sich an die Spitze seiner Truppen zu stellen, die gegen Südwestaftika Vorgehen sollen. Die Anwerbungen gehen regelmäßig weiter.
Der Zwiespalt zwischen Maritz und votha.
W. T-B. Kapstadt, 18. Okt. (Nichtamtlich.) Eine Reuter- Meldung besagt: Daß General Hertzog es abgelehnt hat, den Obersten Maritz zu verurteilen und sich selbst endgültig auf die Seite der Regierung zu stellen, hat allgemeine Entrüstung erregt. Der Schriftwechsel zwischen Botha unb Hertzog läßt die Haltung Hertzogs in einem noch ungünstigeren Lichte erscheinen. Botha hatte geschrieben, daß eine Unterhandlung mit dem Führer der Rebellen unmöglich sei und daß es den erwünschten Ausgang wesentlich fördern würde, wenn Maritz durch Hertzog und die anderen in dem Ultimatum von Maritz genannten Personen sofort öffentlich abgeschüttelt würden.
MMsnenschlacht und Mungskrieg.
Von General d. Inf. z. D. v. Blume.
19. Oktober.
Noch immer, seit nunmehr f ü n f Wochen, steht unser Westheer in heißer Schlacht der französisch-englischen Gesamtstreitinacht gegenüber, die, unterstützt durch ein buntes Genlisch zu Hilfe gerufener fremder, auch wilder Völkerschaften, verzweifelte Anstrengungen macht, den geheiligten Boden Frankreichs von den Barbaren zu befreien. Unter Umfassungsoersuchen hat sich der nordwestliche Flügel der Schlachüinie liach und nach bis nahe an die Gestade der Nordsee ausgedehnt, die ganze Linie eine Länge von 360 Kilometer — gleich der Entfernung von Berlin bis zur Weichsel bei Thorn — erlangt. Weder auf einem der Flügel noch in der Mitte dieser gewaltigen Front hat bisher, trotz ununter- brochenen blutigen Ringens, eine von beiden Parteien einen für Ganze entscheidenden Erfolg erzieü. Kaum, daß hier und da ein geringes Vor- oder Z u r ü ck d r ä n g e n der Linie stattgefunden hat, das überdies oft nur vorübergehender Art war.
Unter den bereits mehrfach erwähnten Veränderungen der Kriegskunst, die aus diesen Tatsachen zu uns sprechen, nimmt die Vervollkommnung und ausgebreitete Anwendung der Fe l d b e f e st i g u n g s k u n st an und für sich sowie wegen der erschwerenden Wirkung, die sie auf das Angriffsversahren ausllbt, einen wichtigen Platz ein. Daß diese Erscheinung zeillich mit einer Verminderung der Widerstandssährgkeit, daher der Bedeutung von Festungen zusammenfallt, ist nur ein scheinbarer, innerer Widerspruch, der seine Aufklärung darin findet, daß der schnelle Erfolg der neuesten Angriffe auf Festungen wesentlich einer beim Bau der letzteren lilcht vorausgesehenen V e r v o l l- kommnnng der schwersten Geschütze zuM- schreiben ist, die jedoch im Feld kriege nicht verwen dbar
^Eine Festung gewährt dein Verteidiger weithin freies Schußfeld, beträchtlichen Schutz gegen das feindliche Feuer und Sicherheit gegen überraschenden Sturmangriff (Sturmfreiheit). Da überdies in. ihr Vorsorge für gute Unterkunft, geregelte Verpflegung usw. der Besatzung gesorgt sein wird, so kann sie unter wertvoller Schonung der menschlichen Kräfte verteidigt werden. Gleich großen Vorteil kann fieilich die Feld- b e f e st i g n n g s k >i n st selbst da, wo sie aus hoher Stufe steht, nicht bieten. Immerhin aber 'ist es Mit ihrer Hilfe inöglich, die Wirkung des feindlichen Feuers erbeblich abzuschwächen, die des eigenen Feuers zu er- höhen und feindlichen Sturmangriff zu erschweren, so-
