Gelte 4. Morgen-Ausgabe. Erstes Matt.
Deutsches Reich.
* Hof- und Personal-Nachrichten. Prinz Wilhelm zu Wied, der frühere Fürst von Albanien, der seit ungefähr 14 Tagen mit seiner Familie in Berlin weilte und im .Hotel Esplanade" wohnte, ist jetzt von Berlin abgereist. Prinz Wied ist, wie gemeldet, als Aiajor dem deutschen Generalstav zugeteilt worden.
* Einverufung des sächsischen Landtags. Die sächsische sozialdemokratische Landtagsfraktion ersuchte die Negierung, schleunigst einen außerordentlichen Landtag einzuberufen zur Beschaffung von Mitteln für Kriegshilfe und Regelung der Arbeitslosenunterstützung. Die Regierung beabsichtigt;, die Einberufung anfangs nächsten Jahres vorzunehmen und hält hieran fest.
* Berufung eines Polen in das Herrenhaus. Der polnische Großgrundbesitzer Fürst Drucki-Lubecki auf Dlonie im Kreise Rawjtsch wurde durch königliches Vertrauen in das Herrenhaus berufen. Der. Fürst besitzt auch große Güter in Russisch-Polen.
* Ein früherer Sozialdemokrat über die Mobilmachung. Der frühere sozialdemokratische badische Landtagsabgeordnete Fendrich verbreitet sich in bemerkenswerten Ausführungen in der Zeitschrift „Der Krieg" über die Mobilmachung. Er sagt u. a.: „Unsere Kinder und Kindeskinder werden noch davon erzählen, wie sich der angeblich seelenlose M e ch a n I smus unserer Militärgewalt nur als ein Stück jener heiligen Ordnung erwiesen hat, die Friedrich Schiller eine Himmelstochter nennt. Me Gewalt allein tnt's nicht, aber ohne sie gibt es keine Siege. Die Ordnung allein tut's auch nicht, aber ohne sie ist alles verloren. . . . Und noch eines macht die Zurück- bleibenden froh und leicht. Jetzt sah man auf den Straßen, wo die Millionen und Milliarden hingekommen waren, die Jahr um Jahr durch die Milttärvor- lagen der Regierung gefordert wurden. Hier ging unser Fleisch und Blut, gut gekleidet, gut gestiefelt, gut gerüstet. Und auch die, welche gegen den immer unzufriedenen Militarismus manches scharfe Wort hatten fallen lassen, dankten jetzt heimlich Gott, daß i-m Reichstag auch gegen ihren Willen alles angenommen worden war. Denn wo wären wir sonst jetzt?"
* Die Deutsche Burschenschaft und der Krieg. Die DeutscheBurfchenschaft hat, wie auch wir berichteten, sofort nach der Mobilmachung am 2. August durch Rundschreiben alle Burschenschaften aufgefordert, ihre Verbindungshäuser vaterländischen und wohltätigen Zwecken mr Verfügung zu stellen. Dementsprechend ist von illen Burschenschaften, die Häuser besitzen, verfahren worden. Es nehmen von der Deutschen Burschenschaft über 6 0 0 0 A l t e Herren und Aktive am Kriege teil. Gefallen sind bis jetzt über 160 Burschenhafter: etwa 160 Burschenschafter sind bisher mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet worben. Aus ihrem
fterländischen Stiftnngsfonds hat die Deutsche Burschenschaft 10 000 M. dem Roten Kreuz überwiesen >m,d 20 000 Mark Kriegsanleihe gezeichnet.
* Die Kriegszentrale des Hansabundes versendet ein Rundschreiben, in dem sie sich mit der Bestimmung von Höchstpreisen für Getreide mit Rücksicht aus den Krieg einverstanden erklärt, andererseits aber hervorhöbt, daß eine solche Maßregel tiefeinschneidende Folgen für das Wirtschaftsleben haben kann, deren Wirkungen schwer übersehbar sind. Es wird erwartet, daß bei der Feststellung der Höchstgrenzen den Interessen aller beteiligten Kreise, insbesondere der Erzeuger, der Verbraucher, der Müller, Bäcker und Fleischer, des Jni- vorts aus deni Auslande und des Zwischenhandels Reckinnng getragen wird, da sonst die Maßnahme mehr Schaden oTa n>i,vpn berbeiftihren könnte.
* Dos Disziplinarverfahren gegen den Abg. Liebknecht vertagt. Das gegen den Abg. Liebknecht eingeleitete Disziplinarverfahren schwebt noch immer. Liebknecht soll bekanntlich den russischen Kaiser mit dem Ausdruck „B l u t - 2 a r" beleidigt haben. Das Abgeordnetenhaus beschloß im Juli, nachdem Liebknecht von der Berliner Anwaltskammer 'inen Verweis erkalten und bei dem Ebrenaerichtshof der deutschen Rechtsanwälte in Leipzig Berufung eingelegt hatte, der Sache freien Lauf zu lasten. Anfangs August sollte sich Liebknecht in Leivzig verantworten. Die Berhandluna wurde jedoch in letzter Stunde vertagt, obwohl Liebknecht dem Vernehmen nach keinen Antrag gestellt hatte.
* Der innere Burgfriede. Für die Heidelberger Reichawgsersatzwahl am 27. Oktober beschlossen die Sozial- demoll atie die Zentrumspartei, die Fortschrittler und die Konservativen st ikte Wahlenthaltung. so baß der national- liberale Kandidat D-r Obkircher kamvflos gewählt werden dürfte. Der Wahlkreis wird seit 1893 ständig durch nationak- V.be ale Abgeordnete ve"treten
* Böhmische Arbeiter für Ostpreußen. Zu Aufräumungsarbeiten in Ostpreußen fuhren 1700 nordböhmische Arbeiter im Sonderzug von Bodenbach ab.
— Der 3. deutsche Soziologentag, der fiir den Oktober in Weimar angesetzi und dem Bevölkerungsproblem in Wirt, schaftlicher, sozialer, politischer, ethischer und religiöser Hinsicht gewidmet war, wird, wie uns die Deutsche Gesellschaft für Soziologie mitteilt, auf unbestimmte Zeit verschoben.
Kus Stadt und Land.
Wiesbadener Nachrichten.
Die Belebung des Güterverkehrs
Die teilweise H a ft l o s t g k e i t und die beschränkte Leistungsfähigkeit der Eisenbahnen im Güterverkehr machen sich zurzeit in Handels- und Gelverbekreisen recht fühlbar und verhindern vielfach den Güteraustausch. Die Eisenbahnen empfehlen deshalb, um ihrem Waggonmangel aüzuhelfen, daß sich die Versendergruppen zusammenschließen sollen, um gemeinschaftliche Verladungen (Sammelladungen) vorzunehmen und dadurch bessere Ausnutzung der Tragfähigkeit der Waggons zu erzielen. Dieses Mittel ist offenbar ein sehr taugliches, um der Waggonnot abzuhel- fen, aber es dürfte wenig Erfolg haben, weil den Verffender- gruppen die Vermittlungsstelle fehlt.
Vor Inkrafttreten des jetzigen Staffeltarifs übten diese Vermittlu ngsstelle die Spediteure aus und versandten
_ WiesbirSrner TagblaN»
täglich ungezählte Sammelwaggons, die bis auf das letzte Kilo ihrer Tragfähigkeit ausgenutzt waren, und ersparten dadurch nicht nur jährlich Mi ll tonen an Frachten dem Handel und der Industrie, sondern — was in jetziger Zeit schwer ins Gewicht fallen würde — sie machten auch täglich Tausende von Waggons frei für anderweitige Zwecke durch die intensive Ausnutzung der Tragfähigkeit der von ihnen verwendeten Waggons.
Dieses nach zwei Seiten hin segensreiche Wirken der Spediteure hat leider fast ganz aufgehört, weil der neue Staffeltarif für Stückgüter gegenüber der Waggonfracht keinen genügenden Vorteil mehr bietet. Durch Einführung eines besonderen billigen Tarifs für Sammelgüte r, der den Spediteuren wieder einen Nutzen für ihre Bermittlungstätigkeit übrig ließe, hatte die Bahn es in der Hand, Tausende von Waggons täglich wieder freizubekommen, die jetzt dem Handel und der I n d u st r i e e n t z o g e n sind, weil sie unausgenutzi beladen befördert werden müssen. So lange die Eisenbahn diese Tarifänderung zugunsten. der Sammelspediteure nicht macht, so lange dürste ihr Aufruf an die Versender, sich zu Versaudgruppen zu vereinigen zwecks besserer Ausnutzung der Waggons, nutzlos sein.
Ein weiteres Moment, was dringend für eine Wieder- ermöglichung des früher in hoher Blüte gestandenen Sammelverkehrs der Spediteure spricht, ist die jetzige Haftlosig- keit der Bahn, wenn sie Stückgüter in offene Waggons ladet; diese Haftloflgkeit ist siir den G ü t e r a u s t a u s ch ein großes Hemmnis, und viele Güter müssen unversendet Kegen bleiben, weil weder Versender noch Empfänger das Risi-o auf sich nehmen wollen bezw. können. Bei den Smmnell<chun- gen der Spediteure fällt dieses Hemmnis weg, denn diese übernehmen stets volle Haftpflicht, einerlei, ob sie in offene oder gedeckte Waggons verladen.
Alle Handels- und Ge w er b e k r e i se, die unter dem Waggonmangel und der teilweisen Haftlosigkeät der Eisenbahnen leiden, sollten schleunigst Schritte tun, durch Eimstih- ruug eines billigen Tarifs die Sammelladungen ber Spediteure wieder zu ermöglichen. Sie würden dadurch nicht nur sich, sondern -auch der Eisenbahn und damit dem ganzen Land einen unschätzbaren Vorteil verschaffen.
postverkehr mit den deutschen Kriegsgefangenen.
Als Postsendungen an diese sind zuyelassen: offene Briefsendungen ohne Nachnahme, nämlich offene gewöhnliche Briese, Postkarten, Drucksachen, Warenproben und Geschäftspapiere, ferner Briefe und Kästchen mi! Wertangabe ohne Nachnahme, Postpakete bis 5 Kilogramm ohne Nachnahme.
Die Sendungen sind gebührenfrei. Sie müssen den Vermerk „K ri e g s g-e f a n g e nen sen du n g" tragen.
Postanweisungen sind vorläufig nur nach Frankreich zugelassen. Hierbei sind die für den Auslandsverkehr vorgesehenen Formulare zu verwenden. Die Postanweisung ist an die Oberpostkontrolle in Bern (Schweiz) zu adrestiersn; die Adresse des deutschen Kriegsgefangenen, für den dre Geldsendung bestimmt ist, ist auf der Rückseite des Abschnitts genau anzugeben. An der Stelle, wo sonst die Freimarken aufgeklebt werden, ist der Vermerk „Kriegsgefangenensendung. Taxfrei" niederzuschreiben.
Es enwsiehlt sich, Postsendungen erst dann an Kriegsgefangene abzusenden, wenn sie ihre Adresse mitgeteilt haben. or .
Im Verkehr nach Frankreich können, auch wenn der Aufenthaltsort des deutschen Kriegsgefangenen nicht'bekannt ist, Sendungen an ihn abgesandt werden. Sie sind dann mit der äußeren'Adresse zu versehen:
A la croix rouge francaiae Commission des prisonniers de guarre
Paris
g rue Matignon.
Wiesbadener Lazarette.
Der 26. und 27. Nachtrag der Berwundetenliste der AuZ- lunftsst-elle in der „Loge Plato" über im Feld stehende nassaui- sche Krieger führt die folgenden in Wiesbaden untergebrachten Verwundeten auf: Hauptmann Andersen, Fußart.-Regt. 27; Wehrmann Astheim-er (Wiesbadens, Füs.-Regt. 30; Pionier Wilhelm Birk (Dotzheim), Pionier-Bat. 26; Friedrich Butter- bcmr, Füs.-Regt. 80, ll. Komp.; Reservist Adolf Denz, Füs.- Regt. 80, 3. Komp.; Hauptmann v. Diepow (Kalmar), Jäger- Bat. 14; Major Eck (Stade), Jnf.-Regt. 75; Füsilier Ernst (Adolfseck), Füs.-Regt. 80; Hauptmanu Galle (Spandau), Garde-Fußart.-Regt. 1; Gefreiter Christ. Häuser, Jnf.-«egt. 88; Hauptmann v. Hellermann, Jnf.-Regt. 169; Offizierstcll- vcrtreter Otto Junge (Gelsenkirchen), Gelsenkirchener Lwnd- sturm.-Bat.; Füsilier Bruno Kesting, Füs.-Regt. 80, 6. Komp.; Wehrmann Albert Kettever, Landw.-Regt. 80; Reservist Willy Kleemann (Oberstetten), Res.-Regt. 80; Major v. Klitzing (Fraunst-adt in Posen), Jnf.-Regt. 58; Wehrmann Kramer (Wiesbaden), Pionier-Bat. 21; Hauptmann Freiherr von Meffenburg (Dresden), Leib-Regt. 100; Reservist August Oswald, Jnf.-Regt. 170, 12. Komp.; Unteroffizier Ott (Neuhof), Jnf.-Regt. 87; Leutnant Radecke, Pionier-Bai. 29; Füsilier Ge.org Ratfelder, Füs.-Regt. 40, 2. Komp.; Unteroffizier Bernhard Rothvrmel, Jnf.-Regt. 118, 5. Komp.; Leutnant Schneider (Würzburg), Bayer. Bat. 9/14; Leutnant Scholtze, Jnf.-Regt. 22; Füsilier Heinrich Sehefand, Füs.-Regt. 160, 4. Komp.; Offizierstellvertreter Karl Schaab, Res.-Regt 8; Gefreiter Struppmann (Hattenheim), Füs.-Regt. .80; Reservist Adam Wiederschein, Feldart.-Regt. 25, 1. Komp.; Gefreiter Fritz Wimmern, Füs.-Regt. 80, 11. Komp.; Wehrmann Karl Wirth, Füs.-Regt. 80; Reservist Zeiner (Wiesbaden). Füs.- Regt. 80, 7. Komp.; Kanonier Graf (Biebrich), Feldart.-Regt. 68; Hetmerling (Eppstein), Jnf.-Regt. 87; Leutnant v. Keitel (Berlin), Garde-Feldart.-Regt.; Hauptmanu Rechmann (Wiesbaden), Jnf.-Regt. 28; Leutnant der Reserve Riegel, Jnf.- Regt. 171; Leutnant Schönefeld (Altenburg), Landw.-Jnf.- Regt.; Leutnant Stölzele (München), Bayer. Fußart.-Regt. 6.
— Anfragen nach Angehörigen in russischer Kriegsgefangenschaft. Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes in Genf hat neuerdings mitgeteilt, daß Anfragen wegen solcher Personen, die vermutlich in russische Kriegsgefangenschaft geraten sind, nicht mehr nach Genf, sondern an das dänische Rote Kreuz in Kopenhagen zu richten sind, das sich zur Weitergabe und Beantwortung bereit erklärt hat.
— Kriegsabendc. Heute abend 8 Uhr wird, wie bereits mitgeteilt, der 4. Kriegsävend an derselben Stelle (Saal der „Turngesellschaft" in der Schwakbacher Straße) und in derselben Weise wiederholt, um den Hunderten, die am letzten Sonntag vergeblich Einlaß suchten, Gelegenheit zu geben, die außerordentlich interessanten Ausführungen des Herrn Dr.
Mittwoch, 81. Oktober 181».
Nr. 4SI.
B. Heile über die Pflege unserer Verwundeten 3 U und an prachtvollen Röntgenaufnahmen die Fsrtschrnt^ /** modernen Heilkunde zu beivundern. Auch Herr Dn RndKl Presber wird wieder in liebenswürdiger Weise enE feiner eigenen Dichtungen vortragen. Der Vorverkauf de Eintrittskarten findet heute nachmittag von 2 Uhr an statt.
Liebesgaben. Frau Oberst v. Latschenoff, !£' Lukas, eine in Wiesbaden wohnende Dame, die selbst leiden ist, hat, wie uns von hiesigen Verwundeten mitgeteilt wü ' zahlreiche verwundete Soldaten, namentlich Schlesier, waiss rend ihres Aufenthalts in unserer Stadt mit reiche Liebesgaben bedacht. Wir dürfen bei dieser Gelegen^ überhaupt die erfreuliche Feststellung machen, daß hier :m stillen viel für die Verwundeten getan wird, und daß ff Behandlung und Verpflegung der Vaterlandsverteidiger W im großen und ganzen eine ausgezeichnete ist, was von de> Verwundeten auch durchweg dankbar empfunden wird.
— Hilfe für Ostpreußen. Bei Herrn Johannes Bit tri ! hier, der bekanntlich tn Gemeinschaft mit einigen &ezten u n Damen mit bestem Erfolg eine Sammlung von Liebesgabe^ für die ostprentzischen Flüchtlinge veranstaltet hatte, ist folgende Dankschreiben des Herrn Oberbürgermeister^ Dr. Ko-erte in Königsberg eingelaufen: „Für die fteffE liche Hingabe, mit der Sie sich der Linderung der Rot unsere ostpreuhifchen Flüchtlinge angenommen haben, und die eine» so schönen Erfolg erzielt hat, gestatte ich mir, im Nanien der Flüchtlinge aufrichtigen und herzlichen Dank auszw sprechen. Die Gaben sind hier hochwillkommen wesen. Ich darf bitten, all den freundlichen Spendern meinen besten Dank übermitteln zu wollen."
— Die Vermehrung der unbesoldeten MagistratsmO-
glicber. Der Beschluß der Stadtverordneten-Versammlunff
betreffend die Vermehrung der Zahl der unbesoldeten äW’ stratsmitglieder auf zwölf, hat die Genehmigung de Bezirksausschusses gefunden. Das einschlägige Ortsstatut >1 mit dem 14. d. SM. in Kraft getreten. Nun kann die Wahl lass gehen, wenn man sie, was sich vielleicht empfehlen würde, nutz bis nach dem Krieg verschiebt. Eilig ist sie gewiß nicht.
— Der Deutsche Bauarbritcrvcrband hat von seinen M'-b gliedern etlva 110 000 im Feld stehen. Besprechungen mit den Unternehmern wegen Herabsetzung der Arbeitszeit haben 1 einem Ergebnis noch nicht, geführt. Von den Mitgliedern de^ Wiesbadener Zweigvereins waren im Juli 246 cm zuscmnw^ ■ 2059 Tagen, im August 549 an 5170, im September 463 cw 5977 Tagen ohne Arbeit. Es wurde an 447 Mitglieder st 13 206 Tage Arbeitslosenunterstützung gezahlt. 693 Mitglieds des Zweigvereins stehen im Feld. Die Einberufung des Lan ' sturms ist dabei unberücksichtigt geblieben.
— Jungdcutschland. Der folgende Bericht wird uns ^ der Bitte um Veröffentlichung zur Verfügung gestellt: Ortsgruppe Wiesbaden des Jungdeutschlandbundes hatte P* den 18. Oktober, den Gedenktag der Schlacht bei Leipzig- ctn f große patriotische Feier für sämtliche Jugendliche Wiesbaden beabsichtigt; die Verhältnisse machten die Feier unwuw 1 ’• Die „I u n g d e u t sch l a nd" I u g e nd w e h r - W ie ' baden, die seit 7 Wochen die militärische Vorbildung iw jugendlichen Mitglieder durch praktische Übungen und ® L ’ träge betreibt, sammelte am letzten Sonntag, morgens 7 P - | ihre Jungens um ihre Fahne; in stattlicher Anzahl wander die ftöhltchen Burschen unter Borantritt ihrer Sptelleute na der Eisernen Hand, wo die erste Rast gemacht wurde. Ans ' herrlichen Weg über die Platte, durch die herbstlich gefcstv Wälder, ging es nach dem Kellerskops, der im Sturmlauf,^ n ter kräftigem Hurra gerwmmen wurde. Der Abstieg sttz nach Niedernhausen tn das Feldlager, wo einige Leute Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in mittlerweile die Feldküche anfgeschlagen hatten, die hafte Erbsensuppe mit Würstchen lieferte, die ebenso ' weitere Wurstwaren, Brote und Brötchen von WieÄ>m <' Geschäftsleuten in freigiebigster Weise zur Verffigung worden waren. Gegen 3 y z Uhr besichtigte der Schirmherr Jugendwehr, Herr Freiherr v. Krauskopff auf Hvhenbuw^^^ das Feldlager und nahm nach einem Vorbeimarsch ^ - v Jugendlichen, teil an einer Übung der Wtetlung fiir Sa tätshunde, die sich unter Leitung des Herrn A r n d __ A
Biwak eingeftinden hatte und dort mitverköstigt wurde.
einer kurzen Rede des Herrn Dr. med. Schmidt
menden Lagerfeuer über das VMerringen im Jahre 10 die einmütige Erhebung unseres Volkes in den letzten ~ ..^ ten dieses Jahres Wurde der Heimmarsch gegen 6 Naurod, Rambach und Sonnenberg angetveten. Die Schar empfing in Sonnenberg eine große Anzahl von 1*. fackeln, die Herr Arndt zur Verfügung gestellt hattL klingendem Spiel, im Schein der Fackeln wurde der e t
die Stadt nach der Kammer zurückgelegt. Mögen sich * j fl mehr junge Leute den Jugendv!ere.inen anschlietzen', fröhlicher Kameradschaft die Sonntage in Gottes freier ^ zu durchwandern, den Körper zu stählen und den Seist frischen, zum Wohl der Teilnehmer und zum Wohl n geliebten Vaterlandes."
vorbertcht« fl»«* ««ttrSoe vnr» t»ei^
* Konzert. Im heutigen M i t t w o ch s k o n z e * t AstÄ Marktkieche wird erstmalig Lilli Borntraeger mm Mg Mitwirken. Die Künstlerin hat die Hvmne von Dipn und die Arie „O. hätt' ich Jubals Harf" vmi Handol s traa aewMt. Auch kommen durch den Ring- uns g# ktrchenchor folgende Ehorvorträge zu Gehör: „Das Lff- ^ deN
wie Gras Herrn
(altes BolkÄiod).
... .Wirf dein' Anliegen
von Mendelssohn „Lobe den Herrn" von „Der treue Hirte" von Nägeli Auf de!'' Orgöl Petersen zum erstenmal zwei Choralvorspiele bon,Mg 'ff und eins von dom Nürnberger Altmeister, Pacholvff.
Unglück nicht widerste.h'n. sowie Präludium mW.8 fijr V: Opus 56 von Max Reger spielen. Der Reinertrag m W Rote Kreuz bestimmt, so daß ein reger Besuch zu e ™
Bus dem Landkreis Wiesbaden- ^
WC. Biebrich. 20. Okt. Mit der Erhebung der dri"^ dar Staats- und G e m e i n d e st e u e r n > Kanalgebühren ist gesterm begonnen worden. Uff Mirdff ber sind die letzten Erhebungen. Biit der Mab-mn« ^ reits am 20. November der Anfang gemacht. —■ * omca/ ‘w den die Weinberge im Distrikt Hosenberg zviu A^xscheNff Vornahme der Weinernte wieder geöffnet. —
Nebel beeinträchtigt die Koblenzufuhr tt jü>
nehm da die Schiffe vielfach liegen bleiben mun" vovan kommen. e ; n
- Dotzheim. 20. Okt. Auch die hiesige G?" Vertretung hat am 15. d. M. beschlossen,, zogenen Bürger bei der Nassauischcn Krrv<!^"
Die hierdurch entstehenden Kosten werden vo>„ 0000 M. betragen. Anmeldungen für gz.
müssen von den Angehörigen am Donnerstag, nachmittags von 1%, bis 5 Uhr. im Rathaus.bewi ^ zn" Wir möchten nicht unterlassen, allen Angehsrigerl-
