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Nr. 4SI .

Mittwoch, 21. Oktober 1914.

^rte Zuschrift eines Kenners Ostasiens, wie sie aus-

Nlcklich hervorhebt: Der Grundsatz japanischer Politik ist:

tei den Asiaten unter japanischer Führung! Wenn es den Manern aelinot. mit Deutickiland eine der ersten weißen

nern gelingt, mit Deutschland eine der ersten weißen ^ßmächte aus Ostasien wegzudrängen, so kommt der Appe- beim Essen. Heute die Deutschen, morgen die Ameri- aner aus den Philippinen, übermorgen die Franzosen Hinterindien, dann die Holländer aus Nieder» "ndisch-Jndien und schließlich die Engländer aus v~- - - ' ' " ''

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- ° rigk 0 ng, Singapore und Indien, vielleicht auch Australien. Das Prestige des weißen Mannes in Mn sinkt, wenn die Gelben ungestraft so brutal Vorgehen surfen. Damit wird die Sicherheit für Kaufleute und 7"Isionare vermindert oder ganz aufgehoben. Für die Mexikaner, die keine kriegerische Nation sind, ist es wichtig.. H das von John Hay für Ostasien proklamierte Prinzip der °stnen Türe gewahrt wird. Nur unter diesem Prinzip .Mt China, der größte Markt der Zukunft, auch für Ame- M zugänglich. Wo immer die Japaner sich festgesetzt Mben, haben sie den Handel monopolisiert und die anderen Handelsnationen verdrängt. Der Boykott amerfta- Nslcher Waren in China im Jahre 1905 wegen der kalifor- n^!chen Einwanderungsgesetze war von Japan angezettelt M geschürt worden. Japan wird Kiautschau nicht an ^ftna zurückgeben, ebensowenig wie es daran denkt, Port . nthur, die südmandschurische Bahn, die es vertragsmäßig !" einigen Jahren an China zurückzugeben hätte, auch wirk- M zurückzugeben. Mit Port Arthur und Kiautschau, beide befestigt, wird Japan die Zugänge zum Gelben Mer in der Hand haben, und es ist damit jederzeit in der Me, die Hauptstadt Chinas von der Welt abzuschneiden.

Besetzung Kiautschaus durch die Japaner wäre ein be­hütender Schritt auf dem Wege, China zu einem Vasallenstaat Japans zu machen.

bittere Klagen über dis Senegalneger und die französische Verwundetenpflege.

Sr. Kopenhagen, 20. Oft. (Eig. Drahtbericht. Ktr.Bln.) ZeitungPolitiken" bringt heute einen Artikel chres pariser Berichterstatters, de Pländ, über das ftanzösische Me Kreuz. Er schreibt u. a.: Glaubt jemand im Ernst,

Mb ein Neger das internationale Übereinkommen des Mten Kreuzes resvcktteren wird? Bei einem memer fluche im Militärlazarett sprach ich selbst mit einem sar- °Mn Soldaten. Es war ein Senegalschütze mit breiten 'Nische,, Nasenlöchern.ES wäre besser, sie totzuschlagen". I?8ie er mit bezeichnender Handbewegung an seinem eigenen Mse.anstatt sie zu pflegen und ihnen Esten zu geben, daS

>'«b ja Barbaren." .

H feer die Organisation des französischen Noten r} e u 3 e §, die der Berichterstatter als geradezu s k a n d a bezeichnet, heißt es in dem Artikel:Hier fehlt

Ml es, Arzte, Krankenpfleger, Ambulanzen, Verbandsstoffe, Masten, Laken, alles! Vom Generalsekretär für die franzo» 'siche Abteilung des Roten Kreuzes erhielt ich die Erlaubnis..

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einer Ambulanz zu fahren, die einen schwer verwundeten Offizier von einer kleinen Station abholen sollte. Es war he.78. Zug, der im Laufe einiger Tage allein diese Station "dert hatte. Der Zug bestand ausschließlich aus Güter- hnd V i e h w a g e n. Die meisten Wagen sind vollständig

ohne - ' *- -

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- Beleuchtung. Aus- einzelnen kommt ein durchdringen- Stallgeruch. Der schwerverletzte Offizier wird vor»

ng aus dem Wagen gehoben; ein Bein ist von einer Gra»

hh zerschmettert, die rechte Schulter von zwei Kugeln durch.

hurt. Als der Arzt sich über ihn beugt, schlägt er müde die " - * . ^ '-'

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"gen auf und sagt mit kaum hörbarer Stimme:Laissez moi >c." Der Arzt wendet sich um. schüttelt den Kopf und M:V i e l z u s p ä t, viel zu spät." Der Sekretär wendet ?. M mir und sagt:Das ist immer dieselbe traurige Ge» Mchte; sterben vor unseren Augen, wir kommen zu k?i." Nachdem diese Unglücklichen stundenlang auf dem Machtfelde gelegen, führt man sie mit einem Zuge hierher. ? war im ganzen 27 Stunden unterwegs, nur mit einem ->uiberband versehen. Das ist nur einer von Hunderten "allen und das Rote Kreuz steht machtlos demgegenüber."

Dis Mrsorae für warme Unterkleidung.

Eine Bitte an die Sportvereine.

. IV. T _B. Berlin, 17. Okt. (Nichtamtlich) (Bitte möglichst M verbreiten I) Der KriegsauSschuß für die Beschaffung Maier Unterkleidung bittet die Redaktionen um Verbreitung VNnder Notiz: Die -rasch her-einbrechende unfreundliche H .sisiche Witterung macht daS Bedürfnis, die Fürsorge der ^'a-gsverwaltnng für unsere im Feld stehenden Zappen pnrch p x ; u g f x Mitwirkung zu ergänzen, mit jedem ^ dwingender. Sollen unsere braven Soldaten von der Msvhung ihres Lebens und ihrer Gesundheit durch schwere hM^tungen, Lungenentzündung, Ruhr usw., verschont so muß eine ausgiebige Versorgung mit warmen VMen Unterkleidern alsbald geschehen. Der Kriegsansschuß

vMüen die Artilleriegeschosse mit derselben Gleichmäßigkeit U ö 'm Tale ein. Die Gefechtsbagagen konnten unter diesen Minden den Truppen kaum folgen. Unsere Infanterie Ws 6ercitä einige Kilometer weiter vorgedrungen, als sei- u® der Artillerie immer noch dieses rückwärtige Tal be» wurde. Das Unangenehme an der Situation war, erMd'e Stellung der französischen Artillerie nicht genau zu MMln war. und daß unsere eigene Artillerie infolge des tzsiMichen und stark durchschnittenen Terrains schlecht zur dMMtung kommen konnte. Gegen Nachmittag kam daher J deutsche Vormarsch zum Stehen. Als ich an diesem Tage Wirt Abend verwundet die Truppe verließ, war eine Ent-

«octid verwunoer me 1 Mug noch nicht gefallen, vgM Autreeourt hatten die Ärzte in der Kirche den Ver- ,Mlcch eingerichtet. Sobald man die Kirchcntreppen hin­ter ^"l!an war, bot sich ein eigenartiges Bild. Am Ende ' Kirche, wo der Altar stand, war der Operations- und ftp , ^-Platz. Hier arbeiteten Me Ärzte in ihren weißen nein ' - "

WMnds.^. .. ... ... u .. v .

und der Altar diente als Operationstisch. Rechts und m den Säulengängen waren die Bänke entfernt und Strohschütten und Tragbahren lagen hier die schwerer Mundeten. Der Mittelgang war freigelassen und^ auf brachten die Krankenträger die Verwundeten nach vorne.

Aj. "'«wten die Krankenträger die iverwnnoelen nacp vorne. i) ? ^'rchen dienten gewöhnlich als Lazarette, da sie nur in zerstörten Orten infolge ihrer festen Bauart dem leMMriefmier widerstanden haben. Mit Hilfe eines requier- ((w5 Q QeIdien§ gelangte ich mit einigen verwundeten KriegS- ^Moden zusammen über die Maas hinüber und über die "brücke der Cbier. Die große Bagage befand sich noch sie stuter der fechtenden Truppe. In Sachy machten wir hjx Raft und noch bis spät in die Nacht hinein hörten °as Arttlleriefeuer jenseits der Maas. Frühmorgens

für warmie Ilnterkleidung (Reichstagsgebäude, Portal 2) wen­det sich an alle Kreise der Bevölkerung, insbeson­dere an die Mftgli-eder des Deutsch-Lsterreichischen Alpen- ve-reins und der übrigen To ur ist e nv erei ne, der Ruderklubs, der Turnvereine und sonstigen Sportvereine und bittet, sie möchten aus ihren persön­lichen Vorräten so viel von wollenen Strümpfen, Knre- strümpftn-, ivarmen Unterkleidern, Leibbinden, wollenen Hemden, Pulswärmern, Handschuhen und Westen, namenüich auch Sweaterwesten, dem Ausschuß znkommen zu lassen-, wie nur irgend rnöglich ist. Es sind bereits viele Wollzüge an die Front abgesandt. Die AbsenduTig des 6. un-d 6. erfolgt am 22. Oktober, dem Geburtstag der K a i s e r i n. Der Zeit­raum bis zum Abgang der nächsten Züge ist also nunmehr kurz. Freundliche Spenden, welcher Art sie auch seien, werden in Berlin beim Kriegsausschuß für warme Unterkleidung (Reichstag, Portal 2) entgegengenommen.^ Außerhalb Berlins sind alle Zuwendungen an die bekannten^ tm ganzen Reich vor­handenen Sammelstellen zu richten.

Die §ürforge für die Krbsitslofen.

W-T.-B. Berlin, 20. Okt. DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Auf die Eingabe der Vorsitzenden der Gesellschaft für soziale Reform, Staatsminister a. D. v. Berlepsch und Professor Dr. F r a n ck e, die sich mit der Frage der Arbeits- losenfürsorge befaßt, ist folgende Antwort des Reichs­kanzlers ergangen:Euer Exzellenz geneigtes Schreiben vom 21. September, das Sie gemeinschaftlich mit Professor Dr. Francke an mich gerichtet haben, ist in meine Hände ge­langt. Ich bin ebenso wie Sie davon durchdrungen, daß alles geschehen m u tz, um diejenigen unserer Volksgenossen, die der Krieg erwerbslos gemacht hat, vor Not zu schützen. In erster Linie werden, wie Sie zutreffend hervorheben, die Gemeinden dafür zu sorgen haben, daß die Unter­stützung in ausreichendem Matze unter Formen gewährt wird, die dem Umstand Rechnung rragen, daß es sich nicht um Armennnterstützung in landläufigem Sinne handelt. Dabei rechne ich darauf, daß die Bundesstaaten bestrebt sein werben den Gemeinden, so weit die Geldd^schnssung Schwie- rigkeiten macht, mit ihrem Kredit beispringen, zumal sich meines Erachtens das gleich ^ nach beendetem Kriege . der Prüfung nicht wird entziehen können, inwieweit es sich seiner­seits an der Unterstützung beitragsschwacher Gemeinden be­teiligen muß. Eurer Exzellenz ergebener v. Bethmann- H 0 l l w e g."

Drs Rechtfertigung der §ekdpost.

IV T -B Berlin 18. Okt (Nickitamtlich.) Die zahkreichen Klagen über die Feldpost haben das ReichSpostamt vor einigen Wocken vevanlcrßt. der Redaktion rahlreicher Zeitungen eine Druckschrift zu übersenden, in der die großen und mannig­fachen Schwierigksiten, mit denen die Feldpost tagtäglich In wechselnder Gestalt M kämpfen h-at, auf Gsuird amtlichen Materials ausführlich geschildert werden und Anweisung ge­geben wird. Namentlich würden auch richtige Adressie­rung und sorgfältige Verpackung der Feldpost- sendnngen dazu beitragen, der Feldpost ihre schwierige Aufsabe zu erleichtern. Viele Zeitungen haben wegen Raum­mangels -auf den Inhalt der Druckschrift nur wenig oder gar incht emgeben können, Wie wir hören, ist das Reichspost- cmü bereit diese Schrift kostenfrei unmittelbar an die Interessenten abzukieben. Diese würden nur den Wunsch durch Postkarten der geheimen Kanzlei des Reichspostamts In Berlin V. 66 mitzuteilen haben.

Des Eiserne Kreuz.

Berlin, 19. Okt. Der bekannte Chirurg und General­arzt bei einem Armeekorps im Felde Dr. Körte, der schon vor einigen Wochen das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhalten hatte, ist jetzt mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet worden.

Auch der zwerre Sohn des Prinzen von Hessen verwundet.

W. T-B. Frankfurt a. M., 20. Okt. Der bei dem Dragoner-Regiment Nr. 24 in Darmstadt dienende zweite Sohn des Prinzen Friedrich Karl von Hessen ist nun auch durch einen Schuh in den Oberschenkel verwundet worden.

Der letzte von fünf Brüder».

Br, Berlin, 20. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Als letzter von fünf Brüdern starb den Heldentod für das Vater­land Haup t mann Ernst v. König aus dem Hause Z 0 r m i g a l l, der beim Anhaltischen JnfanteriL-Regiment Nr. 93 stand.

Abrcisemöglichkeit der Franzosen ans Deutschland.

W- T.-B. Berlin, 20. Okt. (Nichtamtlich.) Alle Franzö­sinnen sowie Franzosen unter 17 und über 60 Jahren können von jetzt ab ungehindert abreisen. Die Abreise kann mit den regelmäßigen Zügen über Schaffhausen erfolgen. Sie wird so viel als möglich von den deutschen Behörden erleichtert werden. Ein in Bern errichtetes Bureau wird sich ihrer

um 5 Uhr schon weckte uns Kanonendonner aus der Gegend, wo wir unsere Truppen verlassen hatten. Mit Hilfe eines Lastautos der Fliegerabteilung, das in Libreinont Benzin holen sollte, gelangten wir schnell an diese wichtige Etappen­station. Unser Weg führte uns dieselben Straßen, die vor­her unsere Truppen im Kampfe beschriften haften. Lrbre- mont selber war ein wahres Heerlager. Das Kriegslazarett hafte man allerdings kurz zuvor nach Recogne verlegt. Allein wir ftafen hier doch noch große Diengen Verwundeter, vor allen Dingen hatte man hierher die meisten Gefangenen hmgeleitet, die nach Deutschland gebracht werden sollen. Der Etappendienst funktionierte anscheinend tadellos. Als wir von Libremont mit einem Sanitätsauto die Fahrt nach Luxemburg und Trier antraten, begegneten uns allenthalben die Fuhrparkkolonnen die der Truppe Proviant nachbrach, ten. Für diesen Verkehr waren vor allem auch die großen Personenautoomnibuffen requiriert worden und wir mußten hell auflachen, als wir bei Neufchateau einem Autobus aus Berlin begegneten, der als seine Fahrtrichtung den Belle- Allianceplätz bezeichnete. In Luxemburg selber herrschte noch ein lebhaftes militärisches Leben. Trier schren^ ein un­geheueres Lazarett zu sein. Denn von hier aus gehen die großen Verwundetentransporte nach dem Rhein ab. Bei der Fahrt von Koblenz den Rhein hinauf sahen wir in allen Orten lebhaftes militärisches Leben. Alle Orte waren teil- weise mit Landsturmleuten, die auf Abmarsch warteten, be­legt, teilweise dienten sie den leichtverwundeten Soldaten als Aufenthaltsort. Überall aber sah man fröhliche Gesichter und die Begeisterung hatte, das konnten wir mit Genug­tuung feststellen, gegenüber der Begeisterung bei unserem Ausmarsch nicht abgenommen.

Dr. Meyer, Lt. d. Res. (Wiesbaden).

Morgen-Nusgave. Erstes Blatt. Seite 3.

für die Durchreise durch die Schweiz annehmen. Es handelt

sich um eine aus Gegenseitigkeit beruhende Maßnahme. Die Abreise der Deutschen aus Frankreich wird in demselben Umfang gestattet.

* Abreise älterer Engländer. W- T.-B. Berlin, 19. Okt. (Nichtamtlich.) Männer britischer Nationalität, die das 55. Lebensjahr vollendet haben, dürfen über Holland abreisen. Diejenigen, welche in Berlin oder der Mark Brandenburg wohnen und nach England zurückreisen wollen, werden er­sucht, ihre Pässe unverzüglich bei der amerikanischen Bot­schaft, Berlin, Wilhelmsplatz 7, abzugeben. Zur Erledigung der notwenMgen Formalitäten, einschließlich der Stempelung der Pässe, sind gewöhnlich 48 Stunden nötig.

Abgeordnete im Heer.

Das Bureau des preußischen Abgeordnetenhauses ver­öffentlicht eine Zusammenstellung, aus der hervorgeht, daß von 443 Mitgliedern dieses Parlaments 8 5 im Heeres­dienst Verwendung gefunden haben. Sie verteilen sich auf folgende Parteien: 45 Konservative, 10 Freikonservativc

16 Stationalliberale, 1 Däne. 12 Mitglieder des Zenftums und 1 Mitglied der Fortschrittlichen Volkspartei. Die Herren bekleiden folgende Chargen- 1 Oberstleutnant, 2 Majore, 28 giittmeister, 20 Hauptleute, 20 Oberleutnants und Leut­nants, 2 Offizierstellverfteter, 5 Vizefeldwebel, Unteroffiziere und Gcfteite, 1 Kriegsgerichtsrat und 1 Ober-Deckoffiz:er. Ein Teil der Abgeordneten steht im aktiven Heer, ein Teil hat in den stellvertretenden Generalkommandos, in der Adni- tantur Stellung gefunden, vier Herren traten als Delegierte des Johanniterordens und der Linien-Etappenkommandos ein.

Neue Gefangenenlager.

In der Nähe von B a d S u l z a soll ein Gefangenenlager für etwa 10 000 Kriegsgefangene eingerichtet werden. Weiter wird aus Apolda gemeldet: In unmittelbarer Nähe unserer Stadt soll ein Barackenlager für 10- bis 15 000 Kriegsgefangene errichtet werden, da das ^Gelände hierzu außerordentlich günstig ist. In der Stadt würden dann 1000 bis 1200 Mann an Bewachungsmannschaften einquartrert werden. Die Verhandlungen mit dem Ministerium schweben noch.

Der erste österreichische Lazarettzug in Berlin.

Am Samstagmittag traf auf dem Militärbahnhof in Moabit der erste österreichische Sanitätszug mit 150, meist schwer verwundeten Kriegern deutscher Regimenter, darunter 30 Offiziere, von Radom nach fünfzigstündiger Fahrt ein. Es war ein Malteser-Sanitätszug, der unter Leitung des Fürsten Franz zu Lichtenstein stand. Der Zug bestand ans 15 Krankenwagen, eineni Kommandowagen und je einem Speise-, Personen-, Küchen-, Vorrats-, Magazin- und Rüst­zeugwagen. Die Verwundeten, die sämtlich aus den letzten Gefechten in Polen stainmen, wurden in Krankenkraftwagen verschiedenen Lazaretten Groß-Berlins zugeführt.

König Karols Vermächtnis.

W.T.-B. Kopenhagen, 20. Oft. Nach Petersburger Meldungen hat demRjetsch" zufolge König Karols kurz vor seinem Ableben seinem Nachfolger empfohlen, die Neu­tralität zu wahren. Seine letzten Worte waren:Schone das Vaterland und vergieße kein Blut." König Fer­dinand soll dem Ministerpräsidenten Prattanu kategorisch erklärt haben, er werde nicht von dem Vermächtnis seines Vorgängers a b w e i ch e n.

Die Stimmung in Rumänien Ende September.

Ein uns zur Verfügung gestellter Brief aus Bukarest vom 80. September lautet:Ich bestätige den Empfang Ihres Geehrten vom 12. d. M. und danke Ihnen bestens für die mir durch den Kriegsausschuß der deutschen Industrie zu­gesandten Zeitungen. Wiewohl ich auch von meinen ver­schiedenen anderen Häusern ausgiebig mit verläßlichen Berichten über den Gang der Ereignisse versorgt werde, fteut mich Ihre Initiative dennoch, denn die hiesige Presse fälschte zu Beginn des Krieges sehr oft die Berichte zu­ll n g n n st e n der Deutschen, was natürlich die Politik Rumäniens sehr beeinflußte. Inzwischen hat sich die Lage wesentlich gebessert und sowohl der König als auch die Regie­rung sind entschieden für eine weitere Aufrechterhaltung der Neutralität. Hoffentlich entscheidet sich der Kampf bald zu­gunsten der verbündeten Deutschen und ÖsterMicher, damit wir wenigstens von den Schrecknissen des Krieges verschont bleiben und das Geschäft wieder in getvohnter Weise auf­nehmen können. Um Ihnen meine Sympathie mit der guten Sache der Deutschen zum Ausdruck zu bringen, möchte ich Sie bitten, von meinem Guthaben bei den Herren F. u. R. 30 M. zu beheben-und für die Hinterbliebenen der in den Krieg Gezogenen oder für einen anderen wohltätigen Zweck in meinem Namen zu hinierlegen. Hochachtungsvoll

gez.: Aurel Co st in."

Die schwedischen Sympathien.

Einem Briefe aus Schweden nach Wiesbaden entnehmen wir:Anbei Scheck zur Ausgleichung Ihrer Faktura vom 24. Juni 1914. Ich fühle mich in diesen schweren Zeiten ver- anlaßt, nicht von der gewöhnlichen Kreditzeft Anspruch zu nehmen, sondern sende jetzt schon das Geld, das Deutschland jetzt indirekt zum Nutzen gereichen kann, denn der gerechte

KampfderGermanenfürKultu rund Freiheit

kann nicht genug von uns Schweden unterstützt werden. Unsere wärmsten Sympathien folgen den deutschen Waffen."

Die Pfarrer in Spanien für Deutschland.

Ein protestantischer deutscher Kaufmann aus Eberbach in Baden schreibt ans Sevilla seinen Eltern einen Brief, den der liberale Stadt- und Landbote von Eberbach veröffentlicht. In diesem Briefe heißt es:Die Stimmung in Spanien

ist dank der äußerst günstigen Haltung der katho­lischen Pfarrer für Deutschland ziemlich günstig, und ich muß es offen sagen, daß wir diesen Priestern äußerst dankbar uns erzeigen müssen."

Die Wahrheit bricht sich auch in Südamerika Bahn

Einem uns zur Verfügung gestellten Briefe aus Buenos Aires entnehmen wir folgende erfteulicheStelle, die zeigjt. daß unsere Nachrichten und somit die Wahrheit ihren Weg nach Südamerika zu finden beginnen. Die Stelle lautet:Zum Glück funktioniert noch die drahtlose Telegraphie von Nauen nach Nordamerika und so sind wir von New ?)ork aus einigermaßen orientiert. Die hiesigen Zeitungen sind fast alle deutschfeindlich, veröffentlichen die frechsten und gemeinsten Lügentelegrmnme oder fabrizieren sie. Manches war so a b s u r d , daß es dem Publikum schließ­lick, auffiel, und langsam bessert sich das eine und andere Blatt."