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Verlag Langgasss 21

„L«ablaü<Hauö".

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Mg°!le 21. ohne Brinzerlolin. 9». 3.- vierteljährlich durch alle deuljchen Poltanltalten. ausschließlich «Mellgeld, — Bezugs-Bcitcllungen nehmen außerdem entgegen^ in Wiesbaden die Zweigstelle BiS> Mnng lg, sowie Die Ausgabestellen in allen Teilen der «radt: in Biebrich: die dortigen Au»< ^»»esiellen und tu den benachbarten Landorten und im Rheingau die betreftenden Tagblan-Träger.

12 Ausgaben.

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„Tagblatt-Haus" Nr. 6650-53.

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Mittwoch, 21. wütober 1914.

Morgen - Ausgabe.

Nr. 491. » 62. Iahrgang.

Der Nrieg.

^ ärohe Bedeutung der bevorstehenden Schlacht im Nordwesten Frankreichs.

»I® r . Mailand, 20. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr.

"cj Die „Stampa" bringt Nachrichten aus dem ..östlichen Frankreich, worin es heisst, daß das Ge- s ,"5 Frankreichs, Belgiens, Englands und Deutsch­en < k cm Ausfall der grössten Schlacht ab- kirh ' b ' c im Nordosten Frankreichs geschlagen qj®* Während die Verwundeten von der Front weg- werden, findet hinter dem Feuer der Linien !i»tt ^verwahrender Austausch mit frischen Truppen

Die Rümpfe an der Westküste.

kd. Rotterdam, 20. Okt. Bereits seit Samstag­en ^ lvird in der Nähe von Dünkirchen Kanonen- gchört. Östlich und westlich von Dixmuiden > üen aleiibwlls Kämpfe statt. Der Durchzug der in Ostende war am Freitagnach- worauf die Verbündeten den Kampf

kuf“ gleichfalls iM-hen Truppen beendet,

bannen.

Die deutsche Bedrohung Dünkirchens.

Jj ( bä. Genf, 20. Okt. Die Bedrohung von Dünkirchen durch £iw 011 Aieuport und Veurne vordringenden de wird in den Pariser Privatdepeschen zwar

QI§

nicht

unmittelbar bevorstehend betrachtet, doch hänge !ort . ^m Verlauf der im Süden und Westen von Ostende ^Mfetzendsn Gefechte ab. Die Bravour, der von Lille üun ^lt^n und Südwesten entsandten deutschen Bor- ppen wird jetzt vom Feinde als bewunderungswürdig an-

^annt.

le ^age in Südwest-Belgien u. Nordfrankreich.,

"& r ’- ^'usterdam, 20. Okt. (Erg. Drahtbericht. Kir. SBIn.)

l >os o^^gsoerichterstaitor des „Rotterd. Courant" war in dar Woche in Südwest-Belgien und Nordsrankreich. In w l * recht sah er keine deutschen Truppen, aber er vernahm, Iq5ichon vor mehreren Tagen die Deutschen dort Geiseln ver- and versprochen hatten, die Stadt nicht weiter zu belästi- dxst.-Übrigens sah der Korresponident in Kortvccht nichts von ?>. 'wfregumtz, die in nordbelgischen Städten herrscht. In ^."b-ai x ivar auch alles ruhig, und kein Deutscher zu sehen, j„ doch die ganze Uingebung durch deutsche Truppen bc- Plötzlich wurde in Roubaix die Ruhe gestört durch i)i c , nf unft von Flüchtlingen. Es war derselbe traurige Zug, kso vielen anderen Orten, mit Kinderwagen, Säng- Schiebkarren, Hunden usw. Sie kamen von Lille, das iz^"d stand und nach heftiger Beschießung aufs neue durch «l Wüsche» besetzt war. Der Berichterstatter bemerkte, als ^ille an,kam, daß überall deutsche Soldaten mit der ^.^hr zusammenarbeiteten, um den Brand zu löschen. h^chckd>en in Lille ist ziemlich groß. Im Gegensatz zu Ant- m ist die Zahl der Flüchtlinge verhältnismäßig gering.

^keues englischeskjilfsheer von 200 OOOMann?

Stockholm, 20. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. tzoK Gewaltige Transportslotten bilden seit einer Taft eine zusammenhängende Brücke über den avnUA„v, Ramsgate, Dover und Folke-

Zwischen

^ h? B o u logne an der französischen Küste.

0 berichtet, das britische Korvs we-rdo in einer Uw don mehr als 200 000

an der englischen Küste und Dünkirchen,

berichtet, das britische Korps werbe ttt einer ~ Jn mehr als 200 000 Mann binnen wenigen Vfi? 011 f Frankreichs Boden stehen. Die englische ^nivr^ärt, daß es sich sür Großbritannien um einen ^«hii Sj. u m Leben und Tod handelt, um die i? g^üchung der deutschen Pläne zu verhindern, „".hinter dem verzweifelten Versuche, sich an dem

festzusetzen, verbergen.

Die neuerlichen englischen Verluste.

Mailand, 20. Okt.

„Corriere della Sera" meldet aus den Berichten des Generals Fr euch an den j*bb yinifter beträgt der Verlust des englischen Heeres wäh- . Dkt»? Kämpfe an der Aisne vom 12. September bis ,, ? r an Toten, Verwundeten und Vermißten 661 Ofti- ÄI 12 980 Mann.

J** scheint man sich nicht mehr sicher zu fühlen. Hw' Rotterdam, 20. Okt. Der

hat die ausländischen Flüchtlinge ausgefor-

Kommandant von

di°

b Stadt innerhalb einer Woche zu verlassen. > id m Die Zcppclinfurcht in England.

? Privattelegramm der „Gazettn

^ o meldet, daß deutsche Zeppeline und Unterseeboote, ^iffe ^.Mmkentelegraphie miteinander verbunden sind, An- ^ l die englische Flotte und Küste planen.

iw!. Seegefecht an der holländischen Rüste.

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>L'"Iicht

2 ® - ^kt. Der „Nieuwe Rotterd. Courant" lu.» litfo etueit Bericht des Kapitäns des in Rotterdam

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^vglischen Geschwader beobachtet hatte. Darin hetßt

*i. Dampfschiffes „Drottning Sofia", dessen k? buermann das Gefecht der deutschen Torpedoboote

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dy, Torpedoboot sahen wir sinken, aber wir bemerkten ^"ch, daß eines der englischen Torpedoboote durch

ein Torpedo getroffen wurde und wir sahen eine Wolke von Dampf über diesem englischen Torpedoboot auf­steigen, woraus wir den Schluß zogen, daß der Kessels ge­sprungen war." Der Kampf scheint somit für die englischen Schiffe doch nicht so ganz ohne böse Folgen gewesen zu sein, wie es die englische Admiralität darstellte.

Int. London, 20. Okt. Der „Daily Telegraph" bringt noch folgende Einzelheiten über das Seegefecht an der holländischen Küste. Der Befehlshaber des englischen Kreuzers „llndaunted" war derselbe Marineoffizier, der .das -Koinmando auf .dein Kreuzer „Amp hion" innehatte, als dieser im August d. I. in der Themsernündung auf eine deutsche Mine stieß und sank. Im jüngsten Gefecht wurde das Feuer von den Engländern so­fort eröffnet, nachdem sie die deutschen Torpedoboote gesichtet hatten.

Englands unerhörter Druckt auf Holland.

Amsterdam, 20. Okt. Clemenceau bespricht in seinem neuen Blatte „Llljomme enchaine" Englands Haltung gegenüber dem holländischen Handel und sagt: „Als es be­kannt war, daß niederländische Handelsleute es daraus an­legten, Deutschland zu verproviantieren, genügte eine War­nung Englands, um einen Skandal zu beendigen, von dem zweifelsohne die Regierung keine Kenntnis hatte. Man mag in der Tat glauben, daß Japan, der Bundesgenosse unserer englischen Bundesgenossen, jede Gelegenheit gern er­griffen hätte, um als gerechtfertigtes Verlangen einen kleinen bewaffneten Besuch in N i e d e r l ä n d i s ch - I n d i e n nb- zustatten. Jetzt ist es sicher, daß sich dieses^ nicht ereignen wird. Das beste Mittel, um gefährliche Erschütterungen aus­zuscheiden, ist es, daß die verantwortlichien Staatsmänner die Folgen vorausberechnen, die ein derartiger ernsthafter Fehler oder nur eine Unvorsichtigkeit mit sich bringen könnten."

Italiens nächste Haltung.

Dis PreßäußeruN'gen zum. Tobe San Giulianos haiben bewiesen, daß Italien in .diesem Minister des Äußern eine starke Stütze der derzeitigen Neutralität verloren hat. Roms Mrende politische Kreise ver­sichern zwar, daß Salandra als interimistischer Minister des Äußern loyal an der bisherigen F o r m der llieutralität festhalten «werde. Satandra ist ein aufrichtiger Mann von großem Ernst und bestem Wollen. Er liebt jene höchste von Bismarck gelehrte Diplomatie, daß größte Ehrlichkeit die wirksamste Staatskunst sei. Bei seinem Amtsantritt im April des Jahres hat er Erklärungen zur Dreibundfvage ab­gegeben, die sich auch in der Kriegslage nicht wider­rufen lassen. Aber Italien ist ein demokratisches Land. Die öffentliche Meinung des Tages spielt dort eine größere Rolle als in mancher anderen Monarchie. Die italienische Regierung hat nun einmal mit wechseln, den Stimmungen zu'rechnen, und ihre Aufgabe besteht oft nur darin, die Gefühlspolitik des Volkes mit «diplo­matischen Gründen zu stützen. Bei solcher Politik kommt oft nur der Zufall zu Hilfe.

Die dsutsch-öfterreichischen Waffentaten haben un­bestreitbar auch auf die „Volksseele" derjenigen Schich­ten gewirkt, die bisher im Sinne des Dreiverbands be- arbeitet worden waren. Bezeichnend ist, daß bisher von allen Ereignissen des Krieges die französische Nie- devlage bei St. Quentin den tiefsten Eindruck in Italien hervorgerufen hat, weil sie die Italiener an ihren eigenen Sieg ini Jahre 1557 bei St. Quentin er­innerte. Dazu kommt neuerdings noch folgendes. Der Krieg hat immer klarer den englischen G r u n d- plan hervortreten lassen, wonach England den sogen, deutschen Militarismus vernichtet sehen wollte, damit sein eigener Marinismus allein und souverän, ohne jedes Gegengewicht, die Welt beherrsche. Das hat in dem vom Meere nmspülten Italien doch sehr zum Nachdenken angeregt. Früher wurde auch in italieni­schen Blättern, natürlich wieder unter französischem Einfluß, viel gegen unser „Volk inWaffen" philosophiert und von dem englischen Widerspiel zur See gar kein Aufhebens gemacht. Nun entpuppt sich Englands Flottenmacht als eine ungeheure Drohung für die italienischen Küsten und für die italienische Freiheit. Das Verschwinden oder die Verminderung dieses Druckes würde bis in die letzten Winkel des Staates Viktor Emanuels mit einem Aufatmen der Erleichte­rung begrüßt werden. Und solche Gadankengänge hoben in der öffentlichen Meinung Italiens bereits eine sichtliche Verschiebung hervorgerufen. Die antiöster­reichischen Nationalisten^ und die Republikaner wollen es zwar noch nicht wahr haben, daß ein neuer Wind weht, aber sie müssen bereits zugeben, daß sie dem Ein­fluß der Sozialisten auf die Regierung, der ganz ent­schieden für die ivefteve A n f r e ch t e r h a l t n n g st r e n g st e r Neutralität in die Wagschale fällt, auf die Dauer nicht mehr gewachsen sind. Schon haben jene anfänglichen Bewunderer der erlogenen französi­schen und englischen Siege die Hoffnung aufgegeben, daß Italiens Haltung sich im Laufe des Krieges mehr und mehr zu einer Neutralität nftt negativem Untertan enttoickeln werde, was dann vielleicht von selbst schließ­

lich zur offenen Stellungnahme führe. Sie haben es auch nicht ändern können, daß Italiens militärische Maßregeln auf die Einberufung dreier Jahresklafsen derReferve beschränkt blieben, also nicht über das hinaus­gingen, was alle anderen neutralenStaaten getan haben.

Äas politische Erbe San Giulianos, die gewisse n- hafte Wahvnng des bisherigen Zustandes, wird in seiner Endwirkung nur wieder Italien selbst von Nutzen und Segen sein. Deutschland nimint ver­trauensvoll die Ausfuhr von allen jenen Artikeln wie­der auf, die es früher nach Italien sandte und ohne die der Handel und die Industrie in Italien nicht leben können. Die Freunde dieser Entwicklung fordern, daß sich der Bahnverkehr nicht nur auf den Weg über Ala beschränkt, sondern daß auch die Schweiz den Weg und Durchgangsverkehr über Lindau, Friedrichs­hafen, Schaffhausen frei gibt, damit eine direktere Linie nach Italien geschaffen wird. Italien- muß in seinem eigensten Interesse dieser Entwicklung entgegen- kommen. Hunderttausende von italienischen A r - b eitern, die früher ihr Brot lm Ausland >verdien- ten, sind in ihre Heimat zurückg-eströmt und haben das Heer der Beschäftigungslosen vergrößert, das durch das Aufhören der Zufuhr von Rohmaterial aus dem Aus­land bereits geschaffen war. Nimmt man diesen Massen, die sich gern vorübergehend einem geringeren Lohne anpassen, nicht die Sorge gänzlichen Existenzver- lusles, so hat man willige Untertanen, die der Neutra­litätspolitik der Regierung nicht entgegentreten. Pocht aber Hunger und Sorge an ihre Tür, so bilden sich poli­tische Riesengruppen, die durch deutschfeindliche Politik aufgewiegelt werden, den Deutschen alle Schuld au den gegenwärtigen Zuständen beimessen und erneu unheil­vollen Druck auf die öffentliche Meinung ausüben. Dahin darf es nicht kommen. Das fühlt man in der Consulta nur zu deutlich, und deshalb ist die Hoffnung auf Fortführung und „Entwicklung" der bisherigen italienischen Neutralität unter dem Nachfolger Sau Giulianos nicht nur berechtigt und wahrscheinlich, son­dern eine Gewißheit.

Zur russischen Niederlage vor przemqsl.

Sr. Köln, 20. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bin.) Der Wiener Mitarbeiter der „Köln. Ztg." berichtet über die russische Beschießung der Festung Przemysl: Der Hauptvor­stoß war gegen die S ü d f r o n t gerichtet. Hier unterhielten sie eine 72stündige heftige Beschießung. Das russische F u ß » Volk wurde von russischen Offizieren mit Peitschen an- getrieben. Die aufgelesenen Gefangenen waren mit Striemen übersät. Wer zurücklief, wurde von russischen Maschinengewehren und Kartätschen niedergestreckt. In 10 Reihen rannten die Muschiks heran. Sie taumelten durch-, einander und fielen reihenweise hin. Drei Tage und drei Nächte brandeten so unzählbare russische Bataillone heran und zerschellten.

Das Totsnfeld von przemysl.

W. T.-B. Wien, 20. Okt. Der Berichterstatter der „Reichspost" schildert das Totenfeld von Przemysl fol- gendernmßen: Es ist ungeheuer, wteviÄ tote Russen vor Przemysl gelassen worden sind. Ich sah Mas sie n- gräber von riesiger Ausdehnung. Trotzdem liegen noch Tausende von verborgenen Leichen auf den Feldern. Weithin ist Tod und Vernichtung gesät, so­weit wir sahen. Wir haben geschanzt, was wir konn­ten, aber für Tausende von Armen gebe es doch noch Arbeit, um die breiten Spuren des tausend-fachen Todes zu verwischen. Me Stürme der Russen waren schon vor den ersten Verhauen vor Przemysl zu- s a m m e n g e b r o ch e n. A ch t m a l setzten sie zu neuerlichen Angriffen ein, aber achtmal erstarb der Sturm in ve r n i ch t e n d e in Feuer, «das sie emp- fing. Auf dein Felde fanden wir weithin im Umkreise Abzeichen des 127. russischen Infanterieregiments, das zugrunde gegangen ist. Übereinstimmend melden die Berichterstatter, daß die Russen Versuche der Vertei«di- ger, die russischen Leichen auf dem Festungsglacis zu be­graben, durch heftiges Schrapnellfeuer verhinderten, augenscheinlich, um eine V e r P e st u n g der Luft her­beizuführen und den Aufenthalt in der Festung hier­durch unmöglich zu machen.

przemysl dis erste Festung, die bisher erfolgreich roiderstand.

Dis erste Festung, die widerstand in dem großen Völker­kriege, ist die österreichische Festung Przemysl. Mit Recht widmet dw Wiener „Reichspost" dem „siegreichen Przemysl" daher eine besondere Würdigung: „Berge von Toten", so melden die Berichte, haben die Russen vor Przemysl zurück­gelassen. Zerschmetterte Divisionen sinken in die Maffen- gräber, die ihnen österreichische Pioniere schaufeln. Unge­heure Opfer an Menschen hat Rußland vergeblich vor der Sanfeste verschwendet und in den Strömen Blutes, die sich vor den Wällen von Przemysl ergossen, verrann auch ein guter Teil der Kraft der übrigen Armee, die auf ihrem eiligen Rückzug unzählige Verwundete mitschleppt. Der russische Mißerfolg vor Przemysl gestaltet sich zur Bedeutung