«v. SS
Wiesbadener Lagblatt.
«eite 8
zess in Victoria Auguste von werden, ist jetzt definitiv festgestellt ..... " - Komgl.
Handel, Industrie, Statistik.
- (D i e d e u t s ch e Auswanderung) nach überseeischen Landern aus deutschen Häfen und aus Antwerpen im Jahre 1880, betrug 106,191 Versauen darunter 63,778 männliche. Von diesen gingen allem nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika 103,116 Personen, nach Britisch Nordamerika 222, nach Brasilien 2119 u s w Ueber Bremenwanderte» aus 51128 über Hamburg 42,787, aus Stettin 552, aus Antwerpen 11,224. Im Jöbre Md hatte die Zahl der Auswanderer nur 33,237 betragen^. _ Für die Herausgabe verantwortlich: Louis Schelleuberg in Wiesbaden.
hsutts« gtumwt rrrthiUt itz v
* (Hochzeit de? Prinzen Wilhelm von Preußen.) Das Programm für die Feierlichkeiten, welche aus Anlaß der Vermahlung des Prinzen Wilhelm mit der Prinzessin Victoria Auguste von Schleswig-Holstein stattfinden werden, ist letzt definitiv festgestellt und lautet: Am 25. Februar: Eintreffen der hohen Braut rm Komgl. Schlosse Bellevue, daselbst um 4 Uhr Diner en famille und Marschalls- Tafel' 26 Februar: Einzug der hohen Braut in Berlin, Unterzeichnung der Ehepakten, Familien-Diner; 27. Februar: Vermählung (Abends 7 Uhr) des hohen Brautpaares im König!. Schlosse (standesamtliche und kirchliche Einieanuna): 28. Februar: Kirchgang in dre Neue Kapelle um 11 Uhr, Gala-Diner um 4 Uhr im Weißen Saale des Köiiial. Schlosses, Abends 7-/2 Uhr Gala-Oper im Königl. Opernhause; 1. Marz:, Fammen-Dmer bei den Kronprinzlichen Herrschaften, Abends Ball rat Komgl. Schlosse.
— (Volkswirthschaftsrath.) Das Plenum des Volkswirth- schaftsraths hat sich nach eingehender Diseussion der Innungsvorlage„ welche eine prinzipielle Zustimmung der Mehrzahl ergab, bis auf Weiteres ; vertagt. Der permanente Ausschuß setzt die Berathung fort. ,
— (Das Kaiserliche Gesundheitsamt) beabsichtigt, erae fortlaufende öffentliche Berichterstattung, für das Reich über das Auftre en derjenigen gemeingefährlichen Krankheiten herbeizufuhren, welche der An- zcigepfllcht unterliegen. Bei der großen Wlchlmkeit, welche erner nach übereinstimmenden Grundsätzen zu bearbeitenden Erkrankungs- und Sterb- lichkeitSstatistik der Menschenseuchen für das Reich und peztell auch für Vreußen zuerkannt werden muß, sowie bei der Bedeutung eines auf die Geaenwart sich beziehenden fortlaufenden Sanitatsbenchst, dessen tue Intensität, Ausdehnung und Wanderung der ansteckenden Krankheiten kennzeichnende Resultate unmittelbar für die Zwecke der Medizmalver- waltung verwendbar gemacht werden können, wünscht der Minister der geistlichen 2c. Angelegenheiten, die Bestrebungen des Kaiserlichen Gesundheitsamtes nach dieser Richtung hin thunlichst zu fordern. Derselbe hat daber in einem Circularerlaß vom 15. v. Mts. die Medizinalbeamten, insbesondere di? Regierungs-Medizinal-Räthe (Medizinal-Referenten) angewiesen, über die in ihrem Beobachtungskrelse vorgekommen-n Erkrankungsfälle an Cholera, Pocken, Unterleibstyphus, Flecktyphus, Masern, Scharlach und event. auch an Diphtheritis und Kindbettfieber dem Kaiserlichen Gesundheitsamte, wie dieses von demselben für wunschenswerth erachtet wird, eine allwöchentliche Mittheilung zu machen und zwar durch Benutzung von Postkarten, die mit Formularen versehen find und den MedUmalbeamten in hinreichender Anzahl von dem Kaiserlichen Gesund- Msamte werden zugestellt werden. Die Regierungs-Präsidenten re. find aleichzeitig veranlaßt worden, nach Anhörung einzelner Landrathe (Ansts- Hauptmänner, Ober-Amtmänner), bez. Kreisausschusse, Polizerverwalter in Stadtkreisen trab Magistrate, sowie der Königlichen Regierung,(Landdrostei), aeeiancte Vorschläge über die weitere Organisation des Anzelgewesens a»f= zustellen und die Berichte dem Minister vorzulegen. rtu. ,, ,
” — (Die Wanderversammlung dentscher F0rstwirthe)
wird nachdem der zeitige Vorstand auf die betreffende Anfrage von dem Magistrat eine zustimmende Antwort erhalten, im Laufe dieses Sommers in der Stadt Hannover tagen.
smii^des ranz Philipp Overlack, Catharine, geb. Ebert6, Kcura ertheilt In die Firma „Jean Sckleif" zu Biebrich tst der Kauf- manl?Ludwig Boos von Biebrich als HandelsgeselliAafter erngctreten.
ß: Delkenheim, 3. Febr. (Bestätigung.) Der von unserem Kemeinderath zum Bürgermeister-Stellvertreter einstimmig gewählte Ge- meindevorsteher Herr Heinrich Koch V. hat di- Bestätigung des Komgl. LandraMamt^-funden.t unb bie Schifffahrt wieder eröffnet, die
Schiffbrückenverbindnng zwischen Castel und Mainz wieder hergestellt.
Kunst und Wissenschaft.
nach jeder Richtung hin würdig, dem Gebet im ersten Akt des ..Lohengriu" aor dem Zweikampf an die Sette gestellt zu werden. Im zwctten Akt r spricht die Romanze Marias „Im Dunkel liegt nun alle M wegen ihrer träumerischen, sehnsüchtigen Stimmung, die melodisä^e Romanze BertrandS „Da ich Dir ferne" und das pathetische ^ett Beider vor Allem an. Der dritte Akt ist reich an Scenene und Verwandlungen. Nach dem frischen Stegesmarsch des Chores erfüllt .der ?kliick> des Leaaten die Seele mit Zittern. Als erae der 1 Wonnen Vcrlen der ganzen Oper ist die hieran sich schließende Arie Barrals anzusehen, „Schon neigt sich der Tag", worin die heftigste Eifersucht und die größte Zärtlichkeit und Empfindung zum ergreifendsten, Ausdruck kommen? Diese Arie stand nicht in der ersten Partitur; es war jedoch erae alücklickc Stimmung, welche den Compomsten bewegte, diese Arie der Partitur hüizuzufügm. Abgesehen von ihrem hohen.must, alüch-dramattschen Werthe gibt sie jedem guten Sanger Gelegenheit, sich durch ihren Vortrag die Zuneigung der Hörer im Sturm zu erobern. Sarah s, prickelnde, überaus originelle WAse „Horch, ich singe Dir ein Liedchen wirft in den düsteren Ton dieses Aktes und dieser Scene ein helles, angenehmes LM. Hieran reiht sich in der Schlußverwandlung nach eraemme^ncholischen Clarinettenvorspiel die höchst wirksame und elegische Cavatrae Rechas^„Er riebt dahin", das Schluß-Duett zwischen Beitrand und Marre und der feierliche Schlußchor „Herr, den Seelen". Wir haben ra Vorstehendem nur die Hauptschönheiten dieser reichen Partitur erwähnt, es gibt deren.aber noch viel mehr, sowohl im Orchester als rat Gesang.
Aus dem Reiche.
V (Verein für Naturkunde.) „lieber die Betzmtung von Gletscher und Polareis in der Geologie verbreitete sich am Mittwoch Abend Herr Landesgeologe Dr. Koch in eraem äußerst lehrreichen Vortrage der ein ungewöhnlich zahlreiches Publikum, großtentherls Damen im Museumssaale vereinigt hatte. Als die Geoßnofie — so "Ugttalw begannen die interessanten Ausführungen — ansing, die Ursachen der Erscheinungen zu erkläreu, da waren es vorzüglich zwei Elemente, welche man als Ur sacken fortdauernder Veränderungen unseres Planeten erkannte,■ Se»er
unb das Wasser. Während das letztere durch etotgcg 6111^^11101 tn beit Ocean die Erdoberfläche verflacht und ebnet, wirkt tief rm ^nnern das Feuer in entgegengesetzter Richtung, BeM hebend und ^haler em- senkend durch die eruptive Bewegung des flüssigen Erdkerne.^noer Wertbsckätzang, welche man dem Wirken eurer oder der anderen dieser Kräfte zollte trat bald nach beiden Seiten eine gewisse Uebertreibung ein und die Männer der Wissenschaft nahmen leidenschaftlich $attet einerseits für den Neptunismus, andererseits für den Plutonismus. Diesem an sich wenia bedeutungsvollen Dissense verdanken wir es, daß eine o..ihe von Erickeinungen bekannt wurde, welche letzteren schlechterdings durch keine der streitigen Theorien erschöpfend erklärt werden konnten. «0 findet man ra Deutschland eine Menge von Relieteu nordischer Thiere, welche doch weder eine Sündfluth, noch eine vulcanische Eruption hierher verschlagen habe» kann Es muß eben das Klima Mitteleuropa s früher weit kalter gewesen lein ‘ Weiter finden sich an der nach Europa s Nordkuste zu liegenden Niederung selbst bis an die Wolga jene erratischen Blocke, welche, oneiibar scandinavffchen Ursprungs, durch die Gewalt elementarer Erergniffe sowert nach Süden gebracht wurden, während andererseits in Ungarn gefundene Blöcke ans alpinem Material bestehen, also ra nmd^er Richtung ge- wnnbert sind. In Folge eines Gesprächs Mit einem Walliser Gemsjäger »nm ß h n t u en 11 er zuerst auf die Idee, daß diese Blöcke durch wandernde Gletscher verschleppt worden sind. Es fand sich, daß die Alpengletscher früher sä
mebr lteucktiakeit zu den Alpen, als die dort vorhandene latente Warme von den der Schneeregiou entguellendcn Gletschern abschmelzen konnte, westcr aber muß auch im Nordosten Europa's die jetzige Tiefebene ein großes Meer gewesen sein, das die kalten Strömungen des Eismeeres ?ircct nach Europa führte. Ueber das Datum dieser Gezeit hat kurflich ein enatiidier Gelehrter Berechnungen angestellt und Herausgestraden, daß sie vor 80 000 Jahren gewesen ist und in 150,000 ^"bren wiederkehren mirb Für die Epigonenwelt also ist noch nichts zu befurchten. Ob die auck für Amerika constatirte Eiszeit mit der europäischen zusammenfiel, ist niebt festaestellt' ist dies der Fall, so können nur kosmische Ereignisse an K/nJn^nGcrtaltiraa Schuld gehabt haben. — Anhaltender Beifall lohnte den verdienstvollen Redner, der wie seine Vorgänger durch Aufstellung von Eremvlaren der im Vortrage erwähnten Thierarten denselben ergänzt hatte. ^/(Die „Albigenser" in Straßburg.) Ueber die erste Auf- fitfvrittirt hpr SMlbiaittfcT" boit SvulcS be ®toc11 int StrofäbUT9ct SMdtt^eater "vor einigen Tagen, deren sensationellen Erfolg wir bereits mAdeten, entnehmen" wir bcm ,'Elsässer Journal" noch Wnbe W heiten welche um so interessanter erscheinen dursten, als sie. das von uns nach der Vorführung des Werkes an der hiesigen Buhne Ausgesprochene vollkommen bestätigen. Das genannte Blatt schreibt: „Die aus dem SSoD-en beraub überaus geschickt, zuweilen genial gearbeitete und orchestnrte Partitur zeichnet sich außerdem noch durch glücklich erfundoie Melodten, welche der seelischen Stimmung stets entsprechen, durch E, dramatische edle K-bendiakeit durch eine Hinneigung an den Wagner schen Styl, ohne ihn jemals zu eopircn und durch eine große Geschicklichkeit aus, die Massen zu behandeln Auf der Grundlage eines fast jeder Handlung entbehrenden Librettos bat der Componist es vorzüglich verstanden, einen musikalischen Oberbau vermöge seines Talentes zu errichten, welcher überall anmuthet, am Schluffe des ersten Aktes im großen Finale wegen feiner: drauuLischen Kl-iaerniia unbewußt zur Bewunderung hmreißt. Mit einem Worte, SwerUs Over ist wirkliche Musik, sie enthält Melodien, welche, wir find davon überzeugt, in Kurzem ihren Weg in alle mustkliebenden Kreise fraben toetben. Aus bet Fülle bes Gebotenen ragen nach bem breit angelegten Nrälndium welches an Stelle der Ouvertüre die Handlung einleitet, im ersten Akt das Gebet Maria's, der Chor und das Trinklied der Albigenser, letzteres böckst vikant ansprechend durch seine Uebergange aus dur tn moli unb durch seinen frischen volksthümlichen Rhytmus, das ^eWtt'(6eJll*L9^ von Bertrand, Barral und Marie, und das bereits erwähnte Finale herv^— ' Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchdruckerei in Wiesbaden,
