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Witsbs-em Tagblstt.

Verlag Langgasse 21 WSAamIHA ^v, Ü2 HUSCSCtbett» ..T-gdi°tt.H°«s-'Nr.6S50-ss.

„Tagblatt-Haus". \,- 1 ''''Ji^SgP *5 Bon 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends, außer Sonntags.

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„Tagblatt-Haus" Nr. 6650-53.

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Nr. 499. * 62. IahrgEg.

Dienstag. 20. Oktober 1914.

Kbend- Kusgabe.

Zwei deutsche Erfolge zur See!

Lin japanischer ttreuzer ... eine deutsche Mine vernichtet. * 7.-6. London, 20. Okt. (Nichtamtlich.)

ureau meldet ans Tokio:

i>urch

^ Rente»

amtlicher japanischer Bekanntmachung W der Kreuzer „Takatschio" am 17. Oktober

. der Kiantschari-Bncht ans eine Mine ge '"nfen und gesunken. Bon der 2B4 Mann ,°trak;ettdcn Besatzung sollen ein Offizier nnd Mann gerettet sein.

> Die „Takatschio" ist ein älteres Schiff von 3700 >nen Inhalt, 18 Seemeilen Geschwindigkeit, bewaff

nr' ’ttit acht 16,2-Zentimeter- und sechs 4,7-Zentuneter -Schützen, das vor dem Krieg als T o r P e d o s ch u I ; ^ l ff diente.

^tt englisches Unterseeboot vernichtet.

^V. r.-L. Berlin, 20. Okt. (Amtlich.) Das englische

Uui

erseeboot „E 3" wurde am 18. Oktober, vormittags,

ltt der deutschen Bucht der Nordsee vernichtet.

Stellvertr. Chef des Admiralstabs

B e h n ck c.

»E 3" vom neusten Typ. Nein Verlust auf deutscher Seite.

(Von unserer Berliner S ch r i f t l e i t u n g.)

Dr. Berlin, 20. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) S der Vernichtung des englischen Unterseebootes l„,3" hat die deutsche Marine, wie wir erfahren, l n e n Verlust erlitten. Die E-Boote sind der OUeste TYP der englischen Unterseeboote. Sre

W 11 L OCL euyiuiu/cu - '

Änten aus dem Juhve 1913. Ern noch jüngerer Typ,

' . I?-Bv0te rtrrfil in ÄTlPtt nfthlCbÖt.

l; * '^öoote, sirrd bisher noch nicht so wert gediehen, auch nur ern ern^rges vom Stapel ^gelausen Ware. ^ älteren Boote, die neben der Nummerbezeichnung ^»-^^oss^nbezeichn^I^g A, B, 0, D tragen, sind während tz- letzigen Krieges überhaupt noch nicht aufgetreten. c dürften auch bereits veraltet sein.

Dev deutsche Vormarsch an der Rüste.

O Kämpfe bei Nicuport.

J Cll e Angriffe bei Lille verlustreich znrückgeschlagcu.

^ T.-B. Großes Hauptquartier, 20. Okt.,

,S'uittags, (Amtlich.) Die deutschen, von Ostende ^ den Küste borgel,enden Truppen stießen am ^'Abschnitt bei Nicuport auf feindliche Kräfte und Diesen stehen sie seit vorgestern im Gefecht, ji, ^"ch gestern wurden Angriffe des Gegners westlich /"e unter starken Verlusten für den Angreifer ab-

te ."ls dem östlichen Kriegsschauplatz hat sich nichts stcutlicheZ ereignet.

O b e r st e Heeresleitung.

^ort^ritte unserer Vundesoenoffen.

^ amtliche österreichische Kriegsbericht vom Montag.

Amtlich wird verlautbart Oktober mittags: In der Schlacht östlich

S 19

. -Wv-Przemysl hat uns der gestrige Tag große Erfolge gebracht. Besonders erbittert

w erfolge peüvuuji* otfuiiuci# uuuhh

btt Kampf bei Mlsynic. Die Höhe von Matgara, ^ ^sher in den Händen des Feindes war nnd unserem ^ gingen bedeutende Schwierigkeiten bereitete, wurde !^j,! "wchtiqcr Artillerie Vorbereitung am Nach- !j,j ft von unseren Truppen genommen. Nörd- Misynic kam unser Angriff bis auf Sturm

^»ung an den Gegner heran und östlich Przemysl

,)H drr Höhe von Medyka. Am südlichen Schlacht- iuurde der namentlich gegen die Höhe südwestlich ^.^'Sambor gerichtete auch nachts fortgesetzte An- Russen abgeschlagen. Im Strhj- und b« sind unsere Truppen kämpfend im weite

Vordringen begriffen. Auch am San wurde an mehreren Punkten gekämpft. Ein nach Ein- Dunkelheit eingesetzter Angriff auf unsere bei

jft* . ^ «üuumi)(U uu| un|ut uti

° slri u auf die Ostufer des Flusses übergcsetzten Kräfte

ist vollständig gescheitert. In Russisch-Polen schlug die vereinigte deutsche und öster­reichische Kavallerie einen großen feindlichen K a v a l l c r i c k ö r p e r, der westlich von Warschau vorzudringen versuchte, über Sochatschow zurück.

^>er Stellvertreter des Chefs des Generalstabes v. Höfe r, Generalmajor.

In der Richtung nach Dünkirchen.

W.T.-B. Rotterdam. 19. Okt. (Nichtamtlich.) Der Kriegskorrespondent des „Nieuwe Rotterdamsche Courant" meldet: Das deutsche Heer, das Antwerpen belagert hat, inarschiert aus verschiedenen Straßen in der Richtung nach Dünkirchen, das von den Franzosen besetzt und befestigt ist. Südlich von Dünkirchen befindet sich eine belgische Armee, deren Überbleibsel am Donnerstag angekommen waren. Der Abzug glich einer Flucht; sie war ohne jede Verbindung mit dem Teile der Armee, der vor der Besetzung Antwerpens nach Ostende entkommen und nach Boulogne ver­schifft worden ist. Dieser sollte dort reorganisiert werden, um an den Kämpfen aus dem französischen linken Flügel teilzunehmen. D i x m u y d e n, wo sich französische See­soldaten zur Deckung des belgischen Abzuges befanden, ist wahrscheinlich gestern geräumt wordieü. Südlich von Dünkirchen und Boulogne stehen sehr starke französische Truppenabteilungen.

Der Einzug der Deutschen in (vstende.

Der Korrespondent der „Daily News" in Ostende telegra- phi-er-t vom Donnerstagmorgen: Am Kai von Ostende hatten sich gestern abend Tausende von Flüchtlingen angesammölt,

-in der Hoffnung, am folgenden Morgen zu Schiff abreisen zu können. Es ließ sich aber keins sehen. Einige Hunderte hatten schon Zuflucht gefunden in Fischerbooten, die am Kai lagen, um nach Frankreich- oder England zu segeln. Die Zurückg-e- bliebenen -b-lickten sehnsüchtig übers Mee-r, ob vielleicht ein Schiff -erscheine. Die Stadt war schon lange leer, alle Läden geschlossen u-nd keine Lebensmittel zu -erhalten. Um 10 Uhr ging ich nach dem Kai und vernahm -dort, die Deutschen seien nur zwei Meilen entfernt. Es herrschte efnige Erregung. Llus Handkarren waren die Gewehre und Munition für die Bürgerwehr gebracht worden. Man warf alles ins Meer. Mit sechs anderen Korrespondenten fand ich die Spitaljacht „Grace Darling", die auf die Dteldun-g, daß die Deutschen sich näherten, von der Besatzung verlassen worden war. Es galt, eine neue Besatzung zu suchen. Nachdem diese zusammenge­bracht worden war, begab sich unsere Gruppe nrit einer Barkasse nach der Jacht. Da hörte ich Rufe: „Da sind sie schon !" Tatsächlich kam ein U l a n, von zwei Radfahrern be­gleitet, schnell über die Drehbrücke. Fünf Minuten später kamen rechts Ulanen und kurz nachher Offiziere in Auto­mobilen, Radfahrer und Ulanen. Sie begaben sich in das Gemeindehaus. Inzwischen versuchte unser Maschinist vergeb­lich, die Maschine in Gang zu bringen. Deshalb schleppten wir die Jacht mit der Barkasse aus dern Bereich der Küste. Wir sahen jetzt, wie die Deutschen langsam die Promenade entlang kamen. Vor dem Kurhaus standen Ulanen.

Eine deutsche Bekanntmachung in Antwerpen.

W- T.-B. Berlin, 20. Okt. Der deutsche Gouverneur in Antwerpen, Frhr. v. Hüne, sprächt, indem er kundgibt, daß er den militärischen Oberfehl in Antwerpen übernommen habe, die Hoffnung aus, daß sich die Bevölkerung der Stadt durch nichts zu Feiicdseligkeiten werde hinreißen lassen. Sollte er in dem Vertrauen, das er der Bevölkerung der Stadt cntgegenbringe, getäuscht werden, so werde er nicht zögern, die strengsten militärischen Mittel in Anwendung zu bringen.

Der voraussichtliche Zivilgouverneur von Antwerpen.

W.T.-B. Berlin, 20. Okt. Wie ans Hamburg ge­meldet wird, soll der Senator Strandes die Stellung eines Zivilgouverneurs von Antwerpen übernehmen. Cr ist 1859 in Hannover geboren, Inhaber eines Hamburger Erport- geschäftes nnd hat seinerzeit in Ostafrika als Forscher und Berater beim Gouvernement entscheidenden Einfluß ausgeübt.

Wiederkehr gewohnter Verhältnisse in Anttvcrpen.

Der „Nieuwe Rotterdamsche Courant" meldet aus Ant­werpen vom 19. Okt.: Heute sind zehnmal so viel Läden geöffnet wie gestern. An der Gasfabrik wurde die Arbeit ivieder begonnen. Einzelne Träms laufen wieder. Die Nahrnnasmittelpreise sind niedriger als vor der Belagerung. Die Wasserleitung ist nach nicht wiederhergestellt. Man be­hilft sich mit Pumpenwasser, jedoch ist das Leitungsnetz für Wasser unbeschädigt. An den Wasserwerken in Waelhem wird eifrig gearbeitet. Alles gebe in Antwerpen so gemütlich zu, als ob es als belgische Stadt eingeschlafen und als deutsche Garnison wieder erwacht sei. Die deutsche Verwaltung lasse der Stadtverwaltung vollständig freie Hand. Das belgische

Rote Kreuz sorge für Obdachlose. An die Flüchtlinge ivurden heute 10 000 Kilo Brot verteilt. Nach der Aussage eines Stabsoffiziers ist xs gestern zu heftigen Gefechten zwischen Ostende und Ipern' gekommen.

Der Brüsseler Oberbürgermeister Max nicht im Gefangenenlager Ohrdruf.

In -einem Teil der Presse hatte die Meldung Ausnahme gefunden, Oberbürgermeister Max, -der in Brüssel wegen seines eigenartigen Verhaltens inhaftiert worden war, sei ai-- Gefangener nach Ohrdruf gebracht worden. Di-efe Nachricht ist, wie das Kommando des Gef-angenenlagers des Ohrdrnfer Truppenübungsplatzes der Weimarischen Landesztg. „Deusich- land" auf ihre Anfrage mitteilt, falsch. Oberbürgermerster Map. ist in recht bequeme Haft in Brü s-<s-el.genommen woriden.

Die Internierung belgischer Soldaten in Holland -dauert fort.

' Rotterdam, 19. Okt. Die Internierung belgischer Sol­daten über Vlissingen dauerte gestern noch fort. 200 Belgier,, sowie auch zinei verschlagene deutsche Soldaten würden nach dem Norden befördert.

Vertreibung der Belgier ans einem Trappistenklostcr.

Amsterdam, 18. Okt. Die belgischen Truppen, die sich- un-- ter dem Kommando des Generals d e Schepp-er bekanntl-ich in -das Trappi-stenkloster Kluis zurückgezogen hatten, das teil­weise auf holländischem Boden liegt, sind nach einem heftigen ^ Gefecht von den deutschen Truppen über die Grenze ge», drängt worden. Die Belgier erwarteten im Kloster den deutschen Angriff, nachdem alle Verhandlungen zur Übergabe, um das Kloster zu schonen, mit de Schepp« gescheitert waren. Die Deutschen brachten ihre Artillerie in Anwendung und deutsche gladfahrertrnppen schlossen das Kloster ein. Die Bel­gier erwiderten das Feuer mit Maschinengewehren. SKs der Turm des uralten Klosters zufammenstürzlc, flüchteten sich di-e Belgier durch de-ir Hinteren Ausgang in einem Panzernuto auf holländisches Gebiet, wo sie sämtlich entwaffnet und inter­niert wurden.

Rückkehr der Geistlichen nach Belgien.

Rottcrdanc, 19. Ok-t. Die beiden Generalvikare des- Erz­bistums Mecheln, die sich nach Holland begeben hatten, sind nach AnÄoerpen zu-rückgereist enifprechond -einem Wunsch des Kardinals M e r c i e r, der seinerseits -verlangte, daß die Geist­lichen in ihre Pfarreien zurückkchrten.

Berufung des Abg. Ecker-Winsen nach Belgien.

Li. Hannover, 20. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln-.) In -die deutsche Verwaltung Belgiens ist, dem „Hann. Cour." zufolge, der nation-alliberale Landtagsabgeordnete Landrot Ecker-Winsen gerufen worden.

poincarv an König Klbert.

Br. Amsterdam, 20. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bin.) Die „Humanite" meldet: Nach dem Fall von Antwerpen sandte Präsident Poincare im Namen der ftanzösischen Jkepublik eine Teilnahmedepesche an den König der Belgier. Von König Albert ist eine kurz gehaltene Ant­wort eingetroffen.

Selbstverständlich durchhalten!

O Berlin, 19. Oktober.

Es gibt keine amtliche und keine sonstlvie zur Eiit- sche-idung initberufene Stelle bei uns, die durch ein Wort oder auch nur eine Andeutung hätte erkennen -lassen, daß der Wunsch nach baldigem Friedensschlutz vorhanden ist. Zahlreich sind die Zeugnisse dafiir, wie unbedingt bestimmend überall der feste Wille ist, dieis-en Krieg durchzukämpfen, bis er uns die Frücht e gobr-acht hat, auf die uns ungeheure Anstreu- aungen, beispielloser Opfermut, uner­schütterliche Erkenntnis unserer Aufgaben m Gegenwart und Zukunft einen Anspruch gewähren. Daß unsere Dtilitärs so denken, braucht man nicht erst zu sagen. Daß auch der Reichskanzler so denkt, hat er in wiederholten Kundgebungen erklärt, und auch Braut er es nicht getan hätte, wüßten wir, daß er so denkt und fühlt wie das ganze deutsche Volk, vom Kaiser bis zum Rübenhacker. Wir brauchten die Selbstver­ständlichkeit und die Unbeugs-amkeit des Entschlusses, weiterzukämpfe-n bis znnc rühmlichen Ende, hier nicht n-ochinals zu unterstreichen, wenn man nicht eine etwas wunderliche Wahrnehmung zu machen hätte. Nämlich nirgends zwar sind uns Ausdrücke der Sehnsucht nach einem vorzeitigen -Frieden begegnet, dafür aber treffen wir immer wieder auf lebhaft gefärbte Äußerungen, nnt denen der vermeintlich laut-werdende Winsch nach baldiger Beendigicng des Krieges z-urückgewiesen wer­den soll. Das wäre ein nützliches Unternehmen, wenn unangebrachte Friodenswünsche laut geworden wären; d-a dies aber nicht der Fall ist, so steht zu besorgen, daß