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und Verlag der L, Schellenberg'jchM Hof-Buchdmckerei A Wiesbaden. — Für die Herausgabe verantwortlich: Louis Schellenberg in Mesbadä
(SBi< heutig« Stummer euthätt 30 Sette«, t
— (Concurrenz-Ausschreiben.) Der „Milchwirthschaftliche Verein" hat in einer am 4. Mai in Berlin abgehaltenen Generalver- iammlung den Beschluß gefaßt, durch Ausschreibung einer Concurrenz Vorschläge darüber einzufordern, auf welche Weise bezw. in welcher Verpackungsart^ die Versendung von Butter mit der Post am Zweckmäßigsten
„ , , (Vorbet.) Frau: „Denkst Du noch an die Zeiten vor Verlobung, wo Du mich nicht leiden konntest und unausstehlich fandest?! Mann (ernen Seufzer ausstoßend): „O, erinnere mich nicht a« 61 schonen Zeiten!!" J
^bewerkstelligen sei. Der erste Preis von blX) Mark ist bestimmt füTS beste Verpackungsart mit nur einmaligem Gebrauch der Emball-w» 1 daß dieselbe vom Empfänger nicht wieder zurückgesandt wird (SebinminJ Größte Billigkeit, größte Leichtigkeit der Emballage, Erhaltung bei-rvl tat der Butter zu jcbei Jahreszeit); der zweite Preis von 300 Mar»« die beste Verpackungsart mit öfterem Gbrauch der Emballage (Bedinauml Leichte Reinigung der Emballage, Leichtigkeit der Emballage, ScftiafeifJ Emballage, leichte Verpackung bei Rücksendung der Emballage, vollkänul Erhaltung der Qualität der Butter, Billigkeit der Emballage). Die M werden nur vergeben, wenn durch längeren Gebrauch von verschied»! Seiten vollständig glaubwürdig die Erfüllung der gestellten BedinaumZ in vollkommenster Weise nachgewiesen ist und der Fabrikant der EmballÄ sich verpflichtet, für den angegebenen Preis dieselbe dauernd zu liefern I ser denn, daß das Rohmaterial nachweislich im Preise sich verändert M
(Der diesjährige Congreß der Schorsteinfegk, merster des deutschen Reiches) wird am 9. und 10. AuM Hamburg (Gesellschaftsbaus, Steindamm Nr. 5) abgehalten werd, Die vorläufig aufgestellte Tagesordnung umfaßt 13 Punkte, von b™ hervorzuheben find: Der Bericht über den Stand der Arbeiten zur ErZ tung einer Wittwen-Pensionskasse der Schornsteinfegermeister des deut! Reiches (Berichterstatter Rahn-Berlin), sowie der Antrag Fucks-Ä auf Beseitigung des Neujahr-Gratulirens der Gesellen und Lehrlinge . - (Pocken.), L» Dresden sind an den Menschenpocken i«t dritten Escadron rm Garde-Reiter-Regiment 11 Mann erkrankt bd 9 an den Spitz- und 2 an den echten Pocken; ein Mann, ein Sem« ist an den letzteren gestorben, der andere Erkrankte ist bereits genesen ' — (Vom Brocken-Hotel) meldet eine dort aufgegebenePoW „Heute, am 18. Juli, Morgens 11 Uhr fanden auf dem Brocken o heftige Gewitter statt, welche von furchtbaren Schneegestöbern b-°l waren. Der Schnee liegt 5-6 Zoll hoch, ist jedoch jetzt bereits M» geschmolzen; die Temperatur sank auf —10 Grad Celsius." "
in Glas Bier - 17 Gulden.) Aus Agram wirb „Ellenor" geschrieben: „In dem hier garnisonirendcn Husaren-ReziM dient auch der Herzog von Nassau (Erbprinz Wilhelm! D.W als Maior. Vor einigen Tagen traf der Major spät des Nachts in AW ein und suchte hier ein kleines Wirthshaus auf, wo er Bier verlM Man brachte ihm das Verlangte. Doch das Bier war warm, woran« Herzog frag, ob es hier kein besseres Getränk gebe. Der KellcrmW welcher den Herzog nicht kannte, erwiderte, daß man wegen eines ■ fern neues Faß anschlagen könne. Der Herzog frag hierauf, was ein W Bier koste. 17 Gulden, Herr Mazor", erwiederte der Kellermeister. W hier find 17 Gulden," entgegnete der Herzog und gab dem .« meister die verlangte Summe, welcher hierauf ein Glas 'frisches W dem Major brachte. „Was soll aber mit dem übrigen Bier gesch-M ftug der erstaunte Kellermeister. „Trinken Sie es," entgegnete der W lakonisch." M
,, -"(Lynch j,u st iz.) In der Ortschaft A b r a n y im Saroser CoW Ungarn, brach wiederholt Feuer aus. Das Volk verdächtigte einen doW Bewohner der Brandstiftung und schleuderte denselben ins Feuer W rettet': sich jedoch wurde aber wiederholt ergriffen und in die FlaW geschleudert, so daß er des gräßlichsten Todes starb. ■
FS (Ein junger Held.) Eine noch wenig bekannte, in der fltJ geschichte aber ohne Zweifel einzig dastehende Heldenthat führte ein G-W des k. k. osterrelchlschen Infanterie-Regiments No. 47 (Graf Kinsky) W Derselbe hatte am 21. Marz 1848 mit noch vier Mann ein kleines A werk bei Venedig bezogen, bei welchem er, da die Garnison damals « schwach und der Dienst äußerst anstrengend war, gleichzeitig als.W Mandant" ftgurtrte. Als nun am 22. März die Revolution ausbrach, W man, um das Blutvergießen der eigenen Unterthanen zu vermeid-«, W Truppen m den Kasernen in Bereitschaft, vergaß jedoch schließlich 61 ethgen Abzüge derselben von dort, den Vorwerks-Commandanten und!1 Posten ernzuzlehen. Bald darauf forderte nunmehr die republik»' National-Gardc den Letzteren auf, sich zu übergeben. Unser Selb hatte das^ Dienstr-glement besser mne al, die venetianischen „Naü« Gardisten und dabei das Herz am rechten Fleck; er erwiderte deßd semem Parlamentär, er werde das Fort nur an Oesterreicher üb-rg» und fordere, daß man ihn sammt seiner Mannschaft fortan ordentlich« pflege, widrigenfalls er sofort mrt seinen Geschützen die Stadt zu besch« beginnen würde. Welch' unberechenbar großer Schaden damit anger« worden Ware, war klar genug, und die Venetiancr schreckten borst! heldcnmuthiger, Entschlossenheit derart zurück, daß sie es für angq- Üielten, der kleinen österreichischen Besatzung das Vorwerk zu belassen' die geforderte tägliche Verpflegung zu liefern. So konnte sich der lk Commandant gegen die große Festung behaupten, ohne einen Schuß than noch wenmer einen Mann verloren zu haben - bis der N ?Graf Radetzky am 30. August 1849 - also gerade 13 p Mmate und 9 Tage nach dem Beziehen der Wache - feinen G in Venedig hielt. Nunmehr erfolgte unter allgemeinem Jubel die Ablo! des wackeren Commandanten; er wurde decorirt und seine militE Laufbahn war auf's Glänzendste eröffnet.
Vermischtes.
— (Sturz aus dem Eisenbahn-Coups.) Aus Würzburg schreibt die „N. W.-Ztg." vom 19 Juli: „Heute verunglückte ein Pafiagier des Frühzugs von Veitshöchheim, indem, während er sich an die Coupetdüre lehnte, diese nachgab, der Passagier herausstürzte und sich die Hirnschale beim Falle zerschmetterte, so daß er sofort todt blieb."
— (Legat.) Der Stadt Köln ist wieder einmal eine außerordentlich große Schenkung zugewendet worden. Freifrau Wwc. Abraham v. Oppenheim hat der Stadt die Summe von 600,000 Mk. zur Errichtung eine? Kinderkrankenhauses zur Verfügung gestellt.
— (Ein wunderbarer Erfolg chirurgischer Kunst.) Wir berichteteu im Juni von einer sehr schwierigen Operation, die in dem chirurgischen Klinikum der Universität in Berlin von Prof. v. Langend eck auSgeführt wurde. Der Patient hatte eine Sarkom-Geschwulst unter dem linken Unterkiefer, und da bei der sehr schwierigen und in Folge der Verwachsung wichtiger Arterien und Venen gefährlichen Operation der die Athmung rcgulirende Nervus vagus gezerrt wurde, mußte der Patient 19 Mal mittelst künstlicher Athmung ins Leben zurückgerufm werden. Jetzt nach vier Wochen ist der Patient, dessen Puls zeitweise auf 170, also auf das Doppelte der normalen Zahl, und dessen Körperwärme auf 40° Celsius gestiegen war, den Studirendcn wieder vorgestellt. Die Wunde ist geheilt bis auf eine eingetretene Haemoragie und in kurzer Zeit wird zur Entfernung de« im Schlunde noch sitzen gebliebenen Thesis des Sarkoms geschritten werden können.
— (In der Merkel'schen Kunstausstellung) sind die Original- Cartons von Prof. Alexander Liezcn-Mayers' (München) „Das Lied von der Glocke" ausgestellt, worauf wir nicht verfehlen mochten, die hiesigen Kunstfreunde aufmerksam zu machen. — Der Eintrittspreis zur Gallerie ist für die Dauer der Liezen-Mayer-AuSstellung auf 50 Pfg. ermäßigt.
, * (Theodor Wachtel) ist gestern hier eingetroffen und hat im Hotel zum „Nafiauer Hof" Wohnung genommen.
* (Paul Lindau's) eben vollendetes und bis zur Stunde noch namenloses Schauspiel (die Mittheiluug, daß es „Die Näherin" benannt sei, beruht auf einem Jrrthum) ist von dem Verfasser am letzten Donnerstag dem im Bade weilenden General-Intendanten der König!. Schauspiele, Herrn v. Hülsen, eingereicht und von diesem bereits vorgestern telegraphisch zur Aufführung angenommen worden. Wahrscheinlich wird das Schauspiel eine der ersten Neuigkeiten der Wintersaison des Berliner Schauspielhauses sein. An dem Stadttheater zu Weimar wird es zum ersten Male in Scene gehen.
Aus dem Reiche.
* (Militärische Personalnachrichten.) Albrecht, Unteroff. vom 2. Nass. Jnft.-Rcgt. No. 88, zum Port.-Fähnr. befördert; Freiherr v. Steinäcker, Hauptm. ä la suite des 4. Thür. Jnft.-Regts. No. 72, unter Entbindung von dem Commando als Comp.-Chef bei dem Cadetten- hause zu Oranienstein, in die älteste Hauptmannsstelle des 2. Oberschles. Jnst.-Regts. No. 23 versetzt; Wolff, Hauptm. und Comp.-Chef vom 2. Oberschles. Jnft.-Regt. No. 23, unter Stellung b, la suite dieses Regis., als Comp.-Chef zum Cadettenhause inOranienstein commandirt; Rohde, Vicefeldwebel von der Landw.-Jnft. des 1. Bat. (Erfurt) 3. Thüring. Landw.-Regts. No. 71, zum Sec.-Lt. der Res. des 1. Nass. Jnft.-Regts. No. 87 befördert; Molle, Sec.-Lt. vom 1. Nass. Jnft.-Regt. No. 87, ausgeschieden und zu den beurlaubten Offizieren der Landw.-Jnft. übergetreten; Bork, Sec.-Lt. von der Reserve des Hess. Füs.-Regts. No. 80, der Abschied bewilligt.
— (Die Vertrauensmänner für Auswanderer.) Wir gaben in diesem Blatte vor einigen Tagen die Namen der Herren an, welche von dem Comitö für Auswanderer unter dem Vorsitze des Fürsten von Jsen- burg-Birstein ernannt sind. In Folgendem deren genaue Adresse, um viele Anfragen zu erledigen: Hamburg, große Reichenstraße Nr. 52, Herr Theodor Meynberg, Kreuz und Anker «ls Legitimation tragend. Bremen, Werderstraße 12, nahe der Weserbrücke, Herr Pastor Peter Schlösser; Dechantstraßc Nr. 1 dessen Assistent Herr Fr. Heinrich Wöhrmann, Kreuz und Anker als Legitimation. Briefe an Schlösser. Antwerpen, Avenue Charlotte 49, Herr F. W. Würden. Rotterdam, Rosenstraße 64, Herr Jacob Zöller, Anker und Kreuz als Legitimation. London, Doweham Road, Kingsland Road 76, Herr A. Drammer. Liverpool, Duke Street 47, Herr William Trost. tavre, Rue Doubet, Herr P. Lampert Rethmann, Geistlicher in hapelle Allemande Rue I. B. Eyrids. New-Iork, Third Street 185 K, Herr Joseph Kölble, Kreuz und Anker als Legitimation.
-Orleans, 390 Ste Cloude Street, Herr Eduard Humbrecht. Porto Allegro, Rio Grand do Sul (Süd) Brasilien, Herr Clemens Wallau. Capstadt, Cap der guten Hoffnung — Südafrika, Herr Rev. D.Mc. Auliffe, St. Marys Church — an der Marienkirche.
