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Wiesbaden, den 24. Juli 1880.
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Weißes, sogen, homöpath. Zahnpulver, vom letzten Congreß deutscher Zahnärzte (1879) als allein zweckentsprechend und ««schädlich bezeichnet, gibt den Zähnen nach kurzem Gebrauche natürliche Weiße.
In Wiesbaden zu haben bei
Allen Freunden und Bekannten die traurige Mittheilung, daß eS Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unsere gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter, Anna May, geb. Gerlach, aus Bingen, im Alter von 75 Jahren nach einem langen und schweren Leiden zu sich zu rufen.
Um stille Theilnahme bitten
J. H. Lewandowski, Droguenhandlung, 16 Neugasse 16.
Die trauernden Hinterbliebenen: Franz May.
Anna Barth, geb. May.
Josephine Struth, geb. May.
Johanna Beyer, geb. May.
Die Beerdigung findet morgen Sonntag Nachmittags 4 Uhr vom Leichenhause dahier aus statt.
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Marktberichte.
Mainz, 23. Juli. (Fruchtmarkt.) In der Pfalz ist die nun dorten fast vollständig eingebrachte Kornernte sowohl guantitativ wie auch qualitativ recht befriedigend ausgefallen. In Folge dessen war auf heutigem Markte neues Korn überaus reichlich angeboten und verlor deßhalb gut eine Mark im Preise. Auch Weizen, der in hiesiger Gegend in 8 bis 14 Tagen zum Schnitte reif sein wird, war ziemlich angeboten und mußte ebenfalls im Preise einbüßcn. Zu notiren ist: 100 Kilo Weizen 23 Mk. 50 Pf. bis 24 Mk. 50 Pf. 100 Kilo Korn (Pfälzer) 19 Mk. 50 Pf. bis 20 Mk. 100 Kilo Gerste 19 Mk. 25 Pf. bis 19 Mk. 75 Pf. Amerikanischer Winterweizen 24 Mk. 50 Pf. bis 25 Mk. Russisches Korn 19 Mk.
Die schwarze Kugel.
Novelle von 6. v. d. Horst. \
(19. Fortsetzung.)
Die Dienstboten sahen einander an. „Wollen Sie die Uebn trctung allein verantworten?" fragte endlich die Wirthschasteriv.
FUegenpapier, Schnakenkerzchen, yUvgvlUvUUf Mittel gegen Insektenstiche, Salmiak geistgläsche« empfiehlt Wilh. Simon,
281 große Burgstraste 8.
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Tages-Kalender.
Kaiserliche, Slelegräphenamt, Rheinstratze 9, geöffnet von 7 Uhr Morgens bis 12 Uhr Nachts.
Musik am Kschdrunnen und in den Anlagen an der WilhelmSallee täglich Morgens 6>/i Uhr.
spie «emälde-SaUerie und die permanente Ausstellung der Nass. Kunstverein; find täglich mit Ausnahme des Samstags von Vormittags 11—1 Uhr und von Nachmsttags 2—4 Uhr dem Publikum geöffnet.
Pa, naturhistarische Museum ist Sonntags von Vormittags 11—1 Uhr und Nachmittags von 2—4 Uhr, sowie Mittwochs und Freitags Nachmittags von 2—6 Uhr geöffnet.
J)a> Klterthums-Museum ist Montags, Mittwochs und Freitags von 2 bis 6 Uhr dem Publikum geöffnet. Besonders gewünschte Besichttgung beliebe man Friedrichstraße 1 anzumelden.
Kir Permanente Curstaui-Kunstausstellung im Pavillon der neuen Kolonnade ist täglich von Morgens • Uhr bis Abends • Uhr geöffnet.
Kir Zibliothek de; Vereins für Volksbildung ist zur unentgeldlichen Benutzung für Jedermann geöffnet Samstag Nachmsttags von 1—4 und Sonntag Vormittags von IV/i—12'/a Uhr in der Madchen-Elementarschule auf dem Michelsberge.
Porrellan-Gemiilüeausstelluna, Malinstitut v. Merkel-Heine, Weberg.ll. 1226 Griechische Kapelle. Zur Besichttgung täglich geöffnet, Sonntags und an griechischen Festtagen von Morgens 8—10 und Nachmittags von 2 Uhr bis Abends, an den Wochentagen von Morgens 8—12 Ubr und Nachmittags von 2 Uhr bis Abends.
Heute Samstag den 24. Juli.
Wochen-Zeichnenschule. Nachmittags von 2—5 Uhr: Unterricht Oranien- straße 5, eine Stiege hoch.
Curkour zu Wiesbaden. Nachmittags 4 Uhr: Concert. Abends 8 Uhr: Rdunion dansante.
Mnnergesang-Verem. Abends 8V- U6r: Probe für den 1. und 2. Tenor. Gesellschaft „Melio". Abends 8'/, Uhr: Außerordentliche Generalver- sammlung im Saale des „Hotel zum Hahn".
EvaogeUsch-Mtherischer Gottesdienst, Adelhaidstratze 23.
9. Sonntag nach Trinitatis Vormittags 9 Uhr: Predigtgottesdienst. Pfarrer Hein.
„Natürlich! Zeigen Sie mir nur das Zimmer!"
Und als ihm eine der Mägde von Weitem die Thüre h zeichnete, da ging er festen Schrittes durch das Haus, in welche, er als junger Mann vor einem Menschenalter der häufigste ui liebste Gast gewesen war. Die Erinnerung stimmte ihn weich, beinahe traurig, er klopfte leise, wie man schonend, mitleidig ein tiefe Todeswunde berührt.
„Herein!"
Die Stimme klang matt und muthlos, Frau Feldern lag« dem Sopha, in Tücher und Decken gehüllt, ihr Gesicht zeigte bi Verheerungen der Krankheit, ihre Augen blieben geschlossen, uit die Hände, gelb und mager wie Todtenhände, lagen über der Br» gefaltet. Sie mochte glauben, daß es nur ihr Mädchen sei, bei keine Silbe kam über ihre Lippen.
Der alte Mann brauchte mehrere Minuten, bevor er sichs weit gefaßt hatte, um die Frau dort auf dem Krankenlager otiji reden. Die er vor vierundzwanzig Jahren in der Blüthe ihr Jugend zuletzt gesehen, — was war sie heute?
„Frau Feldern!" sagte er leise, beinahe nur flüsternd. >
Da sah sie auf, jählings, furchtbar erschreckt, da hob sie W Arme gegen ihn empor und sank stumm, keines Lautes mäW gegen das Kisien zurück. Erst nach Minuten kehrte der AtW wieder, ihre Brust arbeitete keuchend--
„Johannes Lenz!" —
Nur sein Name kam über ihre bleichen Lippen, sonst mW unverwandt wie in der Erwartung eines Urtheils sah sie ihn ■ „Frau Feldern," wiederholte er, „darf ich einige Worte ■ Ihnen sprechen? Es thut mir leid, Sie stören zu müsien, ■ das, was ich sagen möchte, duldet leider keinen Aufschub."
Sie legte matt die Hand über ihre Augen. „Ich wu> daß diese Stunde kommen würde," klang es zurück, „ich ■ auch, was Sie mir sagen wollen! — Nur zu, nur zu, je ftül desto bester!"
Er nahm einen Stuhl und setzte sich an das Sopha, er er« sogar freundlich und behutsam eine ihrer kalten, kranken HäiW „Sie irren, liebe Frau Feldern," sagte er leise und ernst, „■ irren vollständig. Sehen Sie mich an, mein weißes Haar i] meine siebzig Jahre! Sollte wohl ein alter Mann, dessen nächW Schritt vielleicht an den offenen Rand des Grabes führt, komW um den Unfrieden zu bringen, um rin anderes Herz zu kränket« Und seine milde, gewinnende Stimme übte auch hier Wirku» Frau Feldern sah ihn an, verwirrt und unsicher, aber doch ofl Schreck, — sie schien selbst jetzt noch zu schwach, um zu sprech« nur ihr Blick wurzelte in dem seinen.
„Uns bleibt für das Vergangene leider überhaupt keine AI Frau Feldern," fuhr er fort, „wir müffen heute ganz einig, fli wie treue Freunde handeln, um ein großes Unglück abzuwend« Vergeffen Sie, daß ich es bin, der im Augenblick vor Ihnen st« denken Sie nur an die Botschaft selbst und an die Größe ist Gefahr. Es handelt sich um Otto's Leben!"
Jetzt schrie sie auf in wilder Angst. „Otto?--Was 1
eS mit ihm? Wer könnte ihn bedrohen?"
Johannes Lenz suchte die Zitternde zu beruhigen. Allem, wo ist Otto?" fragte er.
„Verreist! — seit diesem Morgen — auf längere Zeit, m er sagte. O großer Gott, was könnte ihm geschehen sein?"
Die kranke Frau war aufgesprungen, sie hatte alle ihre TM und Decken von sich geworfen, sie schien Plötzlich gekräftigt $ entschlossen, selbst das nervöse Zittern ließ nach. „Ich will aufsuchen," rief sie verwirrt, — „wo ist er, o Gott, wo ist ein
Der Jnsektenjäger erzählte ihr nun, was er wußte und
I sich schließen ließ, Frau Feldern hörte athemloS seinen BeM I „Ich gehe zu diesem Doctor Bolau," murmelte sie, „ich biete - hohen Preis — „er wird in den Handel willigen--*
