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Wiesbadener Lagblatt.

N».

Seite SG

Hotel Victoria •

Rothhacker, m,

Oranienstein.

Lieut.,

Hotel Vogel t

23. -I

Die

70-75 18-21

London. Liverpool. Warschau. Kassel. Holland. Holland. Berlin.

Handwerk, Kfm., Wagner, Hirschfeld, Kfm., v. Racke, Fr. Frfr

Leipzig.

Münster.

Berlin.

Pfaffdorf.

England, England. England. England. England. England. England. England. England.

London.

Keady, Kelt^, 2 Hm., Lecki, m. Fr., von Wiederitz, Obrist,

Jäger, Director, van Dyk, m. Farn., Rosenbaum, Fliess, Schieda, m. Fr., Odenwald, Voss, m. Fr., Korff, Dunker,

Condell, Fr. Rent., Platt, Frl. Rent., Treeman, Pfarrer, Labaree, Pfarrer, Smith, Pfarrer, Campbell, Frl. Rent., Baneroft, Frl. Rent., Groom, Rent , Ledwith, Pfarrer,

Cross, Dr. m. Fr., Barker, Frl. Rent., Coggins, Frl. Rent.

Hyde, Rent., Porter, Rent.,

Frankfurter Course

Geld.

Magdeburg. Aster. Kassel. Cuxhaven. Hanau. Hanau.

Hirschberger, Brgrm., Lubbenau.

Rothhacker, m. Fr., Berlin.

vom 16. Juli 1880.

Wechsel.

Amsterdam 169.60 B. 169.20 G.

London 2052 B. 20.48 G.

Paris 81 bG.

Wien 173.25 B. 172.85 G.

Frankfurter Bank-Disconto 4.

Reichsbank-Disconto 4.

Meteorologische Beobachtungen

der Station Wiesbaden.

Marktberichte.

(Berichtigung.) In dem gestern mitgetheilten Berichte über den Mainzer Fruchtmarkt ist statt Vogelsamen „Kohlsamen" zu lesen.

Villa Germania: Kagerman, Berlin.

Wilhelmstrasse 34: v. Uthmann, Reg.-Rath m. Farn, u. Erzieherin. Dresden,

v. Watersieben, Fr. Gräfin m. 8., Schlesien.

Hotel Welast

Kunkel, Stud., Heidelberg. Wülfing, Kfm., Hannover. Schmitz, Kfm. m. Fr., Köln. Brück, Rent., Assmannshausern

Sn Privathäiuenii

Grosse Burgstrasse 2: Osteroth, Hptm. a. D., Barmen. Seelschowska, Fr., Volhende. Kamienska, Fr. m. S., Volhenee. Dotzheim erstrasse 21: Brodrück,

Bh ein steint

Schaffer, Geistl. Bath, Ratibor. Fresenius, Fr. Kr.-Bm., Creuznach, Schneegans, Frl., Creuznach.

Weisses Bösst

Kräusnick, Fr. m. Tcht., Berlin.

Sonnenberg t

Blöcher, Wors.

Bernhard,m.F.,Niederhilbersheim.

Lenz, Rent., Friedberg.

Stern t

Werkmeister, Fr. m. Fm., Berlin.

Wahrburg, Fr. Rt. m. Bed., Berlin.

Hotel Trintb ammer t

Levy, Kfm., Berlin.

Strauss, Kfm., Berlin.

S'annns-Hotel t

Holl. Silbergeld 168 Rm. Dukaten ... 9 „ I 20 Frcs.-Stücke. 16 „ Sovereigns . . 20 „ Imperiales . . 16 „ ’ Dollars in Gold 4 „

. - Pf. 53-58 „ 18-22 „

Allbut, Rent., Kinsky, Graf m. Fm. u. Bd., Wien. Rhodes, Rent. m. Fr., England. Gaube, Kfm. m. Fam., Eitorf. Kratz, Kfm. m. Fr., Solingen. Bashford, Pfarrer m. Fr., England. England. England. England. England. England.

Plaudereien eines Reichshauptstädters. *)

München, 15. Juli.

Man sagte mir, heute sei in keinem Gasthofe der Vorstadt ein Zimmer leer. Auf der Straße begegnet man schon seit zwei Tagen einer Menge von Personen, die gar nicht wie Eingeborene aussehen. Außerdem tragen sie im Knopflochs Medaillen und schwarz-weiß-rothe Schleifen.

Es sind Bierbrauer aus allen Theilen des Reiches, welche hier den vierten deutschen Brauertag abhalten. Meine und gewiß aller Wohl­meinenden besten Wünsche begleiten sie und ihr Unternehmen, denn sie haben ein gutes Werk vor. Nichts Geringeres streben sie an, als die immer höhere Vervollkommnung des Gerstensaftes. Und München ist der Ort, wo man ihnen verständnißinniger entgegenkommt, als sonst irgendwo.

Wo immer man hier seinen Durst löschen mag — und den hat der richtige Bayer stets und der „Preutz" in diesen heißen Sommertagen auch von früh 6tä spät — wegen des Matzes darf man stets, wegen der Güte

*) Unberechtigter Nachdruck verboten.

meist beruhigt sein. Jene bei uns in Berlin so häufigen BiergW dem horror vacui, die mehr Boden als Rauminhalt besitzen, sind W möglich, denn „die Moaß" wie „die Halbe" sind geaicht, und bet J Strich am Glase oder am Krug ist dem Bayern heilig, er ließe M wenig verrücken, wie seine Landesgrenzen. Auch vor jenem uttM lichen braunen Safte, den wir daheim „Dividendenjauche" nennen, 3! hier sicher. Der Münchener würde ihn chcr ausgießen als trinken j unliebenswürdig sind wir daheim nicht. Ein dritter, gar nichts achtender Vorzug der hiesigen Biertrinker ist der, daß sie für „die st nur achtzehn Pfennig zu zahlen haben, während wir für dasselbe M dreißig geben.

Einer Festschrift des hiesigen Localcomits's rst zu entnehmen, bei noch im fünfzehnten Jahrhundert in München vorzugsweise Mq italienischen, sowie bayerischen Landwein tränt. Brauereien war« schon tat dreizehnten Jahrhundert vorhanden und 1370 befanden M in München, 1500 aber schon achtunddreißig. Der Landesherr betöl damals, daß nur Gerste, Hopfen und Wasser zum Biere verwandt 4 und daß eine Maß im Sommer 5, im Winter 4 Heller gelten sollt

In der Kunst des Trinkens haben sich die guten Münchener M vervollkommnet. Vor dreihundert Jahren trank nämlich ein Jedeil schnittlich 68 Liter im Jahre, jetzt aber nicht weniger als 445 Litas dieses recht ansehnlichen Consums führte die Stadt im letzten IM 250,000 Hectoliter Bier aus.

Mit dem Brauertage ist eine recht sehenswerthe AusstellM Brauereigegenständen tat Glaspalaste verbunden. Sie enthält Rohsst Maschinen und Apparate für die Bereitung, sowie für den VeiW Ausschank des Bieres. Dabei fehlen denn auch die Biermarken 4 Spiele nicht, die in Bierhäusern üblich sind, wie Kegelspiele re.

Eine andere, wenn auch minder zahlreiche Classe von Fremd« die seit etwa 14 Tagen hier weilenden Mitglieder der deutschen urö reichischen Hoftheater. Zum Zwecke eines Gesammt-Gastspiels ftnbj vereinigt und gestern fand bereits die zehnte sogenannte Mustervo» im hiesigen Königlichen Hof- und Nattonaltheater statt.

Den Gedanken, welchen vor sechsundzwanzig Jahren der I» Dingelstädt zuerst in's Leben rief, indem er gelegentlich der bd Gewerbeausstellung in München die ersten Kräfte der deutschen! zu gemeinsamen Schauspielaufführungen hier vereinigte — denseli! danken hat der Dttector und Schauspieler Emst Possart jetzt d

ausgeführt. —

Die Hoftheater von Wien, Berlin, München, Karlsruhe, M Stuttgart u. s. w. sind durch mehr oder weniger Mitglieder vertrM die Wallenstein-Trilogie, Hamlet, Clavigo, Julius Cäsar, Emilia W Macbeth, Der zerbrochene Krug, Mnna von Barnhelm und KaM Liebe gelangten bereits zur Aufführung. Es waren aber, wie eM verschiedenen sich fremden Kräften und der verschiedenen SpielwM Bühne nicht anders sein kann, keineswegs Mustervorstellungen. ■

Nicht scheint cs den Veranstaltern und einem Theile der AusW in erster Reihe um die Sachen, sondern dämm zu thun geweseM persönlichen Neigungen und Abneigungen Ausdmck zu geben. Es ■ den Anschein, als habe es besonders in der Absicht gelegen, demW Theater eine Niederlage zu bewirken und das Wiener HofburgthkD Kosten der übrigen Bühnen zu verherrlichen.

Die wichtigsten und wirksamsten Rollen hatten die Wiener ■ bekommen, den Berlinern verblieben fast nur die kleinen, oder wV eine größere Aufgabe zuertheilt wurde, war diese durchaus nicht ■ ihre volle Künstlerschaft darzuthun.

Director Possart scheint selbst wenig Freude von seinem UickW zu haben. Gerade die Wiener Zeitungen gehen ihm scharf zu verurtheilen seine That als aus persönlicher Eitelkeit hervorM während sie die Leistungen ihrer landsmännischen Künstler nicht Hl zu erheben wissen. J

Einer nur wird eine ungetrübte Freude von dem Gesammt-W haben, der Theaterkassirer. Dte Preise sind erhöht, jeder Raum tat M ist benutzt und das Publikum drängt sich nach den Vorstellungen 1 schon Vormittags keine Plätze mehr zu haben sind ... . J

Und zu den Schauspielem und Brauern kämm noch die Lm des in diesen Tagen begonnenen Landtags. Sie wollten gestern am eine „Mustervorstellung" besuchen, doch gelang es den Herren M tretern nicht, in dieser Eigenschaft Eintnttskarten zu erlangen, W den Berliner Abgeordneten doch täglich von der Intendanz eine 9» Anzahl von Plätzen zur Verfügung gestellt wird. ,

Sechs Abende hintereinander habe ich in der Hitze des Theatw und fünf Stunden langen Vorstellungen beigewohnt. Nun ist's einst genug. Von den nächsten dispensire ich mich, um im Gebirge neue zu schöpfen für — die Passionsspiele in Oberammergau.

R ä 1 h s e l.

Ich werd' in freier Luft geboren, Red' ohne Mund, hör' ohne Ohren; Ihr Alle höret gerne mich, Laßt gerne mich sich wiederholen.

Muth hab' ich — wenn ihr auf Pistolen Mich fordert, komm' ich stcherlich.

Austösung des Räthsels tu No. 161: Pappel — Lappe, erste richtige Auflösung sandte Herr Joseph Höltz'"

1880. 16. Juli.

6 Uhr Morgens.

2 Uhr Nachm.

10 Uhr Abends.

Tägliches Mittel.

Barometer*) (Par. Linien).

334,85

334,50

834,26

334,53

Thermometer (Reaumur) .

15,0

25,2

17,8

19,33

Dunstspannung (Par. Lin.)

5,74

6,60

6,36

6,23

Relative Feuchtigkeit (Proc.)

80,9

43,5

72,3

65,56

Windrichtung u. Windstärke |

N.O. stille.

N.O. schwach.

N.O. schwach.

—

Allgemeine Himmelsansicht . |

bewölkt.

heiter.

heiter.

—

Regenmenge pro □' in par. Cb".

——

—.

—

—

*) Die Barometerangaben

ind auf 0° R. reducirt.