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Wiesbadener Lagblatt.

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* (Go ethe ein Bayer.) Durch mehrere Zeitungen gebt eito derzufolge die Familie Goethe unter dem Namen Götze zuerst zu M im unterfränkischen Bezirksamte Neustadt a. S. vorkommt, und reits 1449. Ein Th eil der Nachkommenschaft blieb im Orte unbftgj zwei Jahrhunderten aus. Ein anderer Zweig wendete sich nach ThM nannte sich dort GothuS, Göthes oder Gothe, woraus dann alluMi» Name Goethe wurde. Bekanntlich ist der Großvater des Dicht«, Schneidergeselle aus Thüringen in Frankfurt am Main eingewandey dort durch Heirath Besitzer des noch existtrenden Gasthofes „zum W Hof" geworden. Goethe wäre also der Herkunft nach von dem hq Königreiche Bayern zu reclamiren; der liederreiche Stamm der Fr, aber wäre um den größten Dichter deutscher Zunge reicher. Bei ty Anlasse mag daran erinnert werden, daß Goethe als Student in & als Mitglied der „bayrischen Nation" inscribirt wurde; die Angehr euer Universität gruppirten sich offiziell in die vier Nationen der

Polen, Böhmen jund Bayern, und der süddeutsche Goethe fiel bet teren zu. _______________

— (Guter Rath.) vr. I. Samuel Johnson, der bekannte eK-, Publizist und Gelehrte (geb. 1709, gest. 1784), wurde einst von einer *, gefragt: ob er ihr nicht ein Mittel angeben könne, ein Faß PorteM"| ihrem genäschigen Diener zu bewahren? — „O ja, Mistreß," ertvte»«1 Doctor lächelnd, „lassen Sie ein Faß Portwein daneben legem^

dre ihrer obengenannten College

Publikum mit Beifall begleitet/_______________________________________________________________ , „ ... ________„ _ ,______________ _

Druck und Verlag der L. Schelleuberg'schen Hvf-Buchdruckeret in Wiesbaden. — Für die Herausgabe verantwortlich: Louis Schellenberg in Wies"" (Die heutige Nummer euthLlt 16 Seite«.)

Aus dem Reiche.

— (Conduitenlisten.) Die Nachricht, Herr v. Puttka, habe die Conduitenlisten wieder eingeführt, wird offiziös dementiit könne sich nur um diejenigen Berichte über das Verhalten der Lehnt! dein, deren Erstattung schon Minister Falks. Z. angeordnet habe.

— (Eisenbahn-Unfälle-Statistik.) Der preußische M der öffentlichen Arbeiten hat den Eisenbahn-Directionen ein neues Fo« übersandt, nach welchem von nun an die Rapporte über die Eiseiii Unfälle aufgestellt und allmonatlich eingereicht werden sollen. S Rapport ist ein erläuternder Bericht beizufügen, aus welchem insbe« die Maßnahmen zu ersehen find, welche Jur Verhütung ähnlicher Ui wie der Rapport aufweist, oder zur Abstellung hervorgetretener UM in Aussicht genommen sind.

unmittelbar über den Köpfen der Zuschauer zu schützen, eine Maßregel, welche die Zustimmung aller Verständigen finden dürfte.

* (Immobilien-Versteigerungen.) Bei der freiwilligen Immo­bilien-Versteigerung der Grundstücke der Frau Friedrich v. Gilsa Wwe. blichen Letztbietende: 1) auf 1 M. 4 Rth. 87 Sch. Acker „Dotzheimerpfad" Herr Ferd. Reinh. Faust mit 3145 Mk; 2) auf 1 M. 38 Rth. 12 Sch. Acker „Ober Tiefenthal" Herr Heinrich Faust mit 1200 Mk.; 3) auf 1 M. 81 Rth. 57 Sch. Acker „Schiersteinerlach" Herr Jonas Kimmel mit 23,250 Mark; 4) auf 1M. 63 Rth. 67 Sch. Acker „Rechts dem Schiersteinerweg" Herr Carl Schreiber mit 9000 Mark; 5) 2 M. 67 Rth. 53 Sch. Acker „Dreiweiden" Herr Heinrich Wintermeyer mit 6000 Mk.; 6) 90 Rth. 80 Sch. Acker „Unter Hollerborn" Herr Heinrich Kimmel mit 1000 Mk.; 7) 1 M.

88 Rth. 70 Sch. Wiese „Unter der Wellritzmühle" Herr Jac. Reinh. Herz mit 2830Mk.; 8) 2M. 16Rth. 92 Sch. Acker „Bierstadterberg" Herr Carl Schreiber mit 4500 Mk.; 9) 3 M. 39 Rth. 37 Sch. Wiese „Au" Herr Heinrich Wintermeyer mit 8000 Mk. — Auf das zur Concursmasse der Wfitwe des Philipp Scheurer gehörige Haus an der Emserstraße erfolgte kein Gebot.

© (Warnung.) Heute noch finden seitens der Biebricher Unter­offizierschule in den Erbenheimer Wiesen Schießübungen auf nahe Distanzen statt. Die betreffenden Schießplätze werden während des Schießens ab- . gesperrt.

* (Explosion.) Auf dem Schleppdampfer „Hantel" fand am Mittwoch Vormittag, wie man sagt, durch das Zerspringen eines Siedrohres, bei Mainz eine Explosion statt, bei welcher zwei Maschinenarbeiter auf fürchterliche Weise verbrannt wurden. Der eine der Unglücklichen wurde sofort in das Mainzer Hospital gebracht und ist man noch sehr im Zweifel, ob das Leben der Verletzten erhalten werden kann. Wie das Unglück entstand, ist noch nicht aufgeklärt.

* (Verloosnng.) Am 21. d. Mts. findet die Verloosung der Schwanheimer Gewerbe- und Kunstausstellung, wozu bis jetzt 120,000 Loose abgesetzt sind, statt. Bis zum genannten Tage bleibt auch die Ausstellung geöffnet.

* (Verein für Obstbaumzucht.) In Braubach hat sich ein Verein für Obstzucht gegründet. Da die Bedeutung des Obstbaues seit lange eine sehr hohe ist und in jüngster Zeit durch die erfreuliche Steigerung der Obstpreise immer mehr zunimmt, so erscheint die Gründung solcher Localvereine, welche sich die Förderung dieses wichtigen, aber noch immer nicht in genügender Ausdehnung betriebenen Culturzweiges zur Aufgabe fiellen, als eine sehr empfehlenswerthe.

* (Generalversammlung.) Die Generalversammlung des Vereins zur Züchtung und Veredelung der Westerwälder Rindviehrace findet Dienstag den 10. August Morgens 10 Uhr zu Hachenburg bei Gastwirth Herrn Franz Friedrich statt. Die Tagesordnung umfaßt: 1) Rechen­schaftsbericht für das Jahr 1879 ; 2) Vorlage der Rechnung für 1879; 3) Vorlage des Budgets für 1880 ; 4) Wahl des Ortes für die nächste Preisvertheilung und 5) Neuwahl von Vorstandsmitgliedern.

* (Herr Emil Claar) ist nach Ablauf seines Probejahres in Frankfurt a. M. auf fünf Jahre zum Intendanten der vereinigten Stadttheater ernannt worden.

* (Mustervorstellungen zu München.) Ueber die achte Vor­stellung, Shakespeare's „Macbeth", äußert sich der Berichterstatter der „Franks. Pr." wie folgt: „Die Vorstellung wurde mit einem solchen Scandal eingeleitet, wie man ihn Wohl noch nie in einem Theater erlebt. Die Stehplätze im Parquet waren nämlich derartig angefüllt, daß nicht mehr zu den Parquetsitzen zu gelangen war, was schon während der ersten Scene Veranlassung zu lauten Auseinandersetzungen gab, die sich nach der Verwandlung zu einem förmlichen Tumulte steigerten. Die Stauung an den Thüren und im Stehparquet wurde nämlich so groß, daß die Ge­drängten laut nach Hilfe riefen, so daß der Vorhang fallen mußte, um Ordnung und Ruhe zu schaffen. Ein Theil der Zuschauer tut Stehparquet mußte in den Orchesterraum treten, damit die Zugänge zu den Sperrsitzen frei wurden. Nach hergestellter Ruhe begann die Vorstellung auf's Neue. Herr B a r u a y von Hamburg zeichnete sich wieder vornehmlich durch seine Erscheinung aus; sein Macbeth, ebenso Überreich an Nuancen tote die Dichtung, bot sehr viel des Schönen, ja Bedeutenden, ohne aber eine erschütternde Wirkung beim Zuschauer hervorzurufen. Der Höhepunkt der Leistung der Frau Walter als Lady Macbeth lag in der Wahnsinns­scene tat 5. Acte. Im fiebrigen wäre es zur Milderung des etwas unweib- lichen Characters der Lady passend gewesen, den spärlich angeschlagenen Ton der Gattenliebe etwas stärker zu markiren. Eine der bedeutendsten Leistungen schuf Herr Dettmer von Dresden als Macduff und gewann ihm die trefflich gelungene Scene mit Malcolm tat 4. Akte bei offener Scene reichen, wohlverdienten Applaus. Wir möchten diesen Moment als den wirkungsvollsten der ganzen Vorstellung bezeichnen. Geberde und Rede waren gleich überzeugend und schufen jenen Grad von Illusion bei den Zuschauern, den nur die höchsten Leistungen der Schauspielkunst zu wecken vermögen. Frau Ellmenreich von Dresden spielte die Lady Macduff, Herr Bernd all den König Duncan, sein Berliner College, Herr Krause, die Rolle des Arztes, Herr Lange von Karlsruhe den verwundeten Krieger; ihre Rollen waren nicht von so hervorragender Bedeutung tote die ihrer obengenannten Collegen, wurden jedoch vom freundlich gesinnten

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BeÄuischtes.

— (Im Bade Kissingen) scheint in diesem Jahre die Saisal sehr glänzende werden zu wollen. Es steht außer dem alljährlichen U des Fürsten Bismarck (?) derjenige des Kronprinzen des Deutschen M des Großfürsten Wladimir von Rußland, der Großherzogin von M burg-Schwerta mit Familie, der gesammten großherzoglich OldenbuM Familie, der Frau Erbgroßherzogin von Sachsen-Weimar und bei sumtiven Thronerben Herzogs Moritz wie der Prinzessin AngustiV von Sachsen-Altenburg bevor. Die Familie des deutschen KraiM wird während dessen Kissinger Aufenthaltes in dem benachbarten BrV Aufenthalt nehmen.

— (Wolkenbrüche.) Wiederum treffen Nachrichten Über.» traurigsten Folgen verknüpfte elementare Ereignisse ein. So aus Bll vom 14. d. wie nachstehend: „Nach Meldungen hiesiger Blätter hat! Nacht vom 12./13. b. ein neuer Wolkenbruch in der Umgegend von 21 Greiffenberg, Flinsberg und Friedeberg furchtbaren Schaden angeridjtl Eisenbahndamm bei Greiffenberg ist auf einer Strecke von 100 Midi stört und der Post- und Güterverkehr unterbrochen." Dieselbe Gegen» welche schon so ungeheure Verluste durch Unwetter in diesem Jahnl klagen gehabt. Weiter kommt eine Hiobspost aus Itzehoe, 13. Jml nach ein fürchterliches Gewitter mit wolkenbruchartigem Regen, so» einzelten Hagelniederschlägen, sich am Nachmittag gegen 4 Uhr über! Gegend entladen und auf den Feldern großen Schaden angerichteil

— (Für die Toillete.) Die Egypterinuen sind wegen bet3 heit, Weichheit und des Glanzes ihrer Haut berühmt, und diese SÄ sollen sie vor Allem der Anwendung des Lufah verdanken. Dieses Zs heitsmittel gehört aber nicht in die mehr ober weniger anrüchige Kch der Decocte, Salben und Tincturen, deren Mehrzahl man im besten? nachsagen kann, daß sie unschädlich seien. Lufah ist ein Präparat an? in Egypten heimischen Kürbisart, deren Frucht in Regenwasser dem weicht wird, daß die fleischigen Theile sich mittelst einer Bürste oben Pinsels entfernetten lassen und nur das vielverschlungene Rippen-! Faserngeflecht zurückbleibt. Dies trocknet zu einem wirren, beinahe @ Netzwerk zusammen und wird in den Bädern der Armen so gut W Reichen und Vornehmen zum Waschen und Frotiiren der Haut » Die Textur des Lufah übt eine kräftige Wirkung auf die W Das Lufah gleitet nicht, wie der Badeschwamm, leicht über jene hin, !«> nimmt, ähnlich wie die Badehsndschuhe ans rauhem Stoff, die aigeN Theile der Epidermis hinweg und legt die frische lebendige Haut 6M eine Procedur, welche die Schönheit auf dem einzig richtigen Weg© Erhöhung der Gesundheit, fördert, und auf welcher bekanntlich am guten Theil die erfrischende Wirkung des türkischen Bades beruht - fängt jetzt an, Lufah nach Frankreich und England zu exportiren, w wäre angezeigt, nicht nur die Aufmerksamkeit unserer Geschäftsleute^ zu lenken, sondern es würde sich der Mühe lohnen, zu versuchen, hier einheimische Kürbisse zu demselben Zwecke zu verwenden sein so""

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