WieSda-ttt« LagSlatt.
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Königliche SchEfpiele.
Donnerstag, 29. April. 93. Vorstellung. (139. Vorstellung im Abonnement.) Zum Erstenmale:
Nene Verträge. Lustspiel in 4 Akten von F. G. Triesch. (Münchener Preis-Lustspiel.) Anfang e Uhr, Ende nach » Uhr.
Locales und Provinzielles.
* (Se. Majestät der Kaiser) besuchte vorgestern Abend mst Ihrer König!. Hoheit der Frau Großherzogin von Baden das König!. Theater. Se. Majestät wurde von dem dichtgefüllten Hause wiederholt durch begeisterte Hochrufe begrüßt, für welche der Monarch nach allen Seiten freundlichst dankte. Eine Blumengruppe mit dem Namen „Luise" blldete eine sinnige Huldigung für Ihre König!. Hoheit die Großherzogin. Gestern nahm S». Majestät Vorträge des Hofmarschalls Grafen v. Per- poncher und des Geh. Cabinetsraths v. Wilmowski entgegen. Mit einer Einladung zum gestrigen Diner wurde der frühere türkische Botschafter Aristarchi Bey beehrt.
, (P e r s o n a l - N a ch r i ch t.) Der Cataster-Controleur G a st Hierselbst ist zum Steuer-Jnspector ernannt worden.
. (Für di.e nothleidenden Westerwälder.) Auf den Antrag 1 des österreichischen Consuls Herrn Max Schamberg in Pittsburg (Nord- i amenka) hat das daselbst bestehende Hilfs-Comits für die Nothleidenden 1 m. Schlesien und Thüringen den Betrag von 1000 Mark an Herrn Cur- j Director H ey' l dahier zur Verwendung für die unterstützungsbedürftigen H Westerwalder gesandt.. Nach dem Begleitschreiben des Secretärs jenes | Count äs, Herrn Th. Lin k, soll der Betrag in der am besten erachteten Weise | an die Bedrängten gelangen. Herr Heh'l hat sich zur zweckentsprechenden I Verwendung der Gabe bereits mit dem Comits für den Westerwald in | Verbindung gesetzt und den Betrag demselben übergeben. Das deutsche % Hilfs-Counts in PittSburg hatte schon früher 5000 Mark für die Noth- 4 leidenden in Schlesien und Thüringen gesandt und kürzlich beschlossen, I wertere 2000 Mark dahin abgehen zu lassen, jedoch auf das Ersuchen des j Herrn Consuls Schamberg — eines geborenen Nassauers —1000 Mark für | den Westerwald bewilligt. Man sieht, um uns einer Stelle aus dem Briefe I des Herrn Schamberg zu bedienen, „daß deutscher Patriotismus auch über Jdem Weltmeere fortlebt und daß das deutsche Herz auch in der weiten
Ferne schlägt, wenn ein Nothruf der Stammesgenossen hinüberdringt!" — Dank den edlen Gebern!
-- (Unterhaltung.) Nächsten Samstag Abend findet im „Saalbau Schirmer" eine von dem hiesigen Local-Gewerbeverein arrangirte gesellige Abend-Unterhaltung statt. An derselben werden sich namentlich die MitMieder der Fach-Commission der Ausstellung der Lehrliugsarbeiten und die Meister der Lehrlinge, sowie die Lehrer der Unterrichtsanstalt bctheiligen; selbstverständlich find auch andere Mitglieder des Vereins willkommen.
---(Straßenreiniaungsmaschine.) In ähnlicher Weise, wie in den Städten Zürich, Basel, Baden-Baden u. s. w. Schlauch-Apparate zum Abspülen der Straßen benutzt werden, hat auch unsere Stadt einen solchen Apparat beschafft. Die damit angestellten Proben haben sich als sehr practisch erwiesen. Der Apparat hat eine Länge von 60 Meter, besteht aus Kupfer- rohren, die mit Gummischläuchen verbunden sind, läuft auf kleinen Rädern und kann auf 2 Meter Länge zusammengeleqt werden.
--- (Besitzwechsel.) Das Haus des dermalen von hier abwesenden Schreiners Scherer, Wellritzstraße 36, ist für die Summe von 34,000 Mark in das Eigcnthum des Herrn Rechtsanwalt Dr. Siebert übergegangen.
* (Das Steinwerfen) ist-eine ebenso gefährliche als gern geübte Untugend, hauptsächlich der Knaben. In besonderer Blüthe steht dieselbe in dem oberen Theile unserer Stadt, Röderstraße, Adlerstraße rc., wo dem Paffanten nicht selten Gefahr droht, von den Geschossen der unbändigen Jugend betroffen zu werden. Eltern und Lehrer sollten nicht versäumen, die Mahnungen an ihre Kinder resp. Schulbefohlenen recht eindringlich zu wiederholen, damit der mitunter sehr verhängnißvoll werdenden Unsitte mehr gesteuert werde.
* (Ein frecher Diebstahl) wurde am Dienstag Abend in der Rhemstraße ausgeführt und dadurch ein wenig bemittelter Mann in große Verlegenheit gebracht. Während derselbe, ein bei einem hiesigen Speditionsgeschäft angestellter Frachtfuhrmann, mit dem Transport einer mehrere Gentner schweren Last in ein Haus beschäftigt war, was längere Zeit er- >vrderte, ergriffen zwei bis jetzt unermittelte Individuen eine mit einer Nähmaschine beschwerte Kiste und suchten damit das Weite. Der Fuhr- mann hat ietzt außer dem Werthersatz auch die Kosten für etwaige Ermittelung der Diebe zu tragen.
-i-(Konsolidation.) Der Gemarkungsgrenzbegang von Biebrich- Mosbach findet am 25. k. Mts. statt und sind dazu die Feldgerichte der benachbarten Gemarkungen Schierstem, Dotzheim, Wiesbaden und Erben
Tages-KaleNder.
Kaiserlich» Selearapvnmmt, Rheinstraße 9, geöffnet von 7 Uhr Morgens
bis 9 Uhr Abends.
Korfttlan-Semäldeaurliellung, Malinstitut v. Merkel-Heine, Weberg. 11.1220
Heute Donnerstag den 29. April.
Kurhai» zu Die,baden. Nachmittags 3'/, und Abends 8 Uhr: Concert.
Taimur-Clnb. Abends 8Vi Uhr: Hauvtveriammluna im —--------
heim eingeladen worden, um bei Richtigbefund dar sogenannte Mister anzuerkennen und dies durch Unterschrift zu docum-ntften L Gang beginnt am Rhein, an der Biebrich-Schiersteiner Grenze fefet n» von da fort an die Grenze von Dotzheim im District „Kreuzer" an die Grenze von Wiesbaden an der Holzstraße und endigt im DilvÄ „Kettenbach" an der Erbenheimer Grenze. Ein Begehen der Grenze «n* Castel zu ist nicht erforderlich, da die beiderseitigen Gemarkunasaren?-n mit der Landesgrenze zusammenfallen und letztere durch die Biebrich-Moa- bacher Gemarkungs-Consolidatton nicht alterirt worden ist.
* (Geflügelzucht.) Aus Frankfurt a. M., 26. April, schreibt man uns über den Verlauf der am Sonntag dortselbst stattgefundenen Versammlung von Geflügelzüchtern und Interessenten: „Gestern Nachmittag fand rm „Hotel du Nord" eine Versammlung behufs Gründung eine« Verbandes zur Hebung und Ausbeutung der Geflügelzucht in Heilen- Nassau, Großherzogthum Hessen, Pfalz rc. statt. Auf Vorschlag des Henn vr. Weldenhammer wurde der Präsident des Vereins nassaMscher Land-und Forstwirthe, .Herr v. Heemskerck, zum Vorsitzenden, alsdann Herr Mossinger (Ementhumer des „Geflügelzüchter und Vogelfreund" zum Schriftführer erwählt. Der Vorsitzende eröffnete die Verhandlungen mit der Erklärung, daß die Gestügelzucht einer der Zweige der Landwirtb- schäft ser, deren Forderung in der nächsten Zeit eine ihrer wichtigsten Au - gaben bilden muffe. Bisher sei die Geflügelzucht von jedem Einzelnen andeA und planlos gehandhabt worden. Der Hauptnachtheil sei aber dast der Verkauf der Waare nicht organisirt sei. In den größten Städten Frankreichs, in Paris, Lyonrc, habe man Markthallen, in deren Buremr der Produzent seine Waare zu den besten Preisen anbringen könne Bei uns aber müsse der Produzent froh sein, irgend einen Händler zu finden, der das Product abnehme. Nothwendig ser also einerseits Veredelung der Waare, andererieits Organisirung des Absatzes. Zunächst habe sich die Versammlung darüber zu äußern, ob die in dem vorgelegten Programm vorgeschlagene Organisation ihrer Ansicht entspreche. Herr Modrow (Eigenthumer der Anstalt Oberursel) schilderte in eingehender Weise die Vernachlässigung, die die Hühnerzucht in Deutschland finde. Auch die Geflugelzuchtvereme, deren Bestrebungen alle Anerkennung verdienten ver- folgten falsche Ziele. An eine Verbesserung der Rasse sei nicht gedacht wordm. Ebensowenig hatten die Pramiirungen einen reellen Erfolg gehabt Der Consum von Geflügel habe seit 1860 sich auf das sechsfache vermehrt'. ®cMatiaßtmau£ £te Anfuhr von Ungarn, Italien, Frankreich sich bis auf 6 Mill, Mark die der Eier auf 12 Mill. Mark gehoben. Der Hauv- nachtheil für den Produzenten m Deutschland sei, daß er von dem Händler kaum den Kostpreis erlange; für ein Hähnchen z. B., für das auf dem Markt 1 Mark 50 Pf. bis 2 Mark bezahlt werde, erhalte er nur 50 Pf Andererseits muffe auch auch unser Landhuhn durch eine Raffe verbesstrt werden die m annähernd gleichem Klima lebe, und dazu empfehle ich namentlich das französische Houdan-Huhn, welches neben guter LegfähiM ?« n-- ^Estitution und große Mastfähigkeit besitze. M- Geflugelanstalt tn Oberursel habe fortwährend so enorme Auftrage M K Preisen Material aus Frankreich kommen zu
lassen. Diese Betrage konnten der deutschen Landwirthschaft erhalten bleiben. Zu dlefim Zwecke mußte sich aber die, gcsammte, auch kleinere Landbevölkerung betheiligen. Im Interesse der Allgemeinheit habe sich die Anstalt bereit erklärt, das Jnstitttt zu opfern und Antheilscheine von 150 Mark auszugeben. Falls es sich um eine Art Gründung handle, hätte man einfach sich an Frankfurter Kapitalisten zu wenden brauchen. Redner empMl nochmals den Plan einer Centralstelle, wie sie im Programm für die Oberurseler Anstalt vorgesehen sei. Die Herren Lehrer S^ej?t von D°"lar und Lucke vom Fallershäuser Hof bei Offenbach fanden die Höbe v°u150 Mark für einen Antheflschein zu bedeutend, als daß die Bauern sich betheiligen konnten. Herr Mossrnger wies darauf hm, daß nicht nur auf die kleinen Landwirthe, sondern hauptsächlich auf die Brauer, Brenner u. s. w gerechnet werde, welche, da sie am ersten durch billiges Futter u. st w. die Zucht mit großem Vortheil zu betreiben in der Lage seien, den Anfang machen mußten Welche Vortheil- die Ccntralstationen für den Produzenten hatten, bewiesen die Mästanstalten in Frankreich zur Genüge und diesem System habe Frankreich hauptsächlich die Blüthe seiner Geflügelzucht zu danken. Herr Or. Schäfer aus Darmstadt, der durch sem langjähriges Wirken auf dem Gebiete der Geflügelzucht genau unter» «WAM in längerer Rede nach, daß, wenn die Geflügelzucht endlich m solche Bahnen gebracht werden soll, welche eine allgemeine Betheiligung b5t£aBelamc^CIJten mteressitten Kreise herbeiführe, so müßte ein Band Een dem Produzenten und Aufkäufer, resp. der Centralstation geschaffen werden, welche für den Produzenten einen seine Arbeit und Muben loh- *Le$ien Gewinn brächten. Dieses sei jedoch am allerersten dadurch zu erreichen, daß zwischen beiden Parteien em enges Band geknüpft würde, was n der durch das Programm proponirten Weise durch Ausgabe von Antheil- schemen bezweckt wurde. Es müsse vor Allem etwas Besttmmtes für den Produzenten geschaffen werden, so daß er bezüglich des Absatzes seiner PEctemlcht an nnen voruberziehenden Aufkäufer gebunden sei, sondern
81JßA^?^dre-ien rechnen könne. Wenn man berücksichtigt, lur 75 Mark brauchbares Zuchtmaterial erhalte, folglich sich effectlv nur mit 75 Mark engagire, so glaube er, daß dieses Vorhaben miterstutzt zu werden verdiene und fordert zu reger Be- «P ^l>ob sich dann eine längere Debatte und beantragt ~er wit der Idee einverstanden, eine Com- zu Wahlen, welche der Sache näher ttcten und die Interessen deS Verbandes vertreten muffe.. Auf Vorschlag des Vorsitzenden wurde deßhalb a~8 7 Mitgliedern gewählt, welche unter besonderer Berücksichtigung der Frage, wie dem kleinen Landwirthe die Betheiligung zis
