Einzelbild herunterladen
 

Weite M

WiesdaHeKsr 'EsgöLarL.

Mo» 35

Angekommene Fremde.

(Wieeb. Bade-Blatt vom 10. Februar 1880.)

Ailleri

Mies, Kfm., Köln.

Müller, Reallehrer, Schwalbach.

Grebert, Rent., Schwalbach.

Dubaut, Kfm., Paris.

Cohn, Kfm., Berlin.

Isacksohn, Kfm., Berlin.

Rothschild, Kfm., Mülhausen.

Jonas, Kfm., Berlin.

EiBhorat

Rau, m. Fr., Bendorf.

Hitzeroth, Kfm., Frankfurt.

Abicht, Kfm., Ilmenau.

Hofmann, Catzeneinbogen.

Grün, Kfm., Frankfurt.

Eisenbahn-Hotel i

Lehr, Kfm., Mainz.

Gmelin, Kfm., Mainz.

Aele, Offizier, Mainz.

Europäischer Hofi

Kretzmer, Lt.m. Fr. u. Bd., Leipzig.

Griiaer Wal 11:

Lewkowicz, Kfm., Berlin.

Wilhelmsdörfer, Km.,Bremerhafen.

Weisse Lilien:

Seepolt, Kfm., Berlin.

Massauer SSofi

Edye, Hamburg.

Pfeifer, Fabrikbes. m. Fr., Köln.

Leitzmann, Freiburg.

Carvallio, Haag.

Seeligmann, Köln.

Nesselrode, Graf, Refer., Deutz.

Villa Blassau i

Vas-Visser, Doorn.

Vas-Visser, geb. v. Hernert, Fr.

m. Farn., Doorn.

Guillod, Frl., Schweiz.

Alter Sonnenhof:

Reichenbach.

Berlin.

Gerresheim. Diez.

Kramer, Kfm., Heinemann, Kfm., Rutgers, Kfm., Hock, Kfm.,

Hhein-Hotel:

Abendroth, Douglas, Wenze, Frl., Flerbe, Köhler, Schaaff,

New-York. Bordeaux. Bonn. Bonn. Elberfeld. Paris.

RSmerhad:

Müller, Frl., Heidelberg.

König, Frl., Heidelberg.

Spiegel i

Uhlmann, Baumeister, Stollberg.

Stern t

v. Korff, Baron, Curland.

Taunus-Motel:

Seeger, Mannheim.

Vau de Loe, Fr., Münster.

Hotel Victoria i

Will, Kfm. m. Fr., Frankfurt.

Gütter, Kfm., Aachen.

Hotel Vögelt

Hardtmuth, Refer. Dr., Weimar, v. Schenk, Freiherr Amtmann, Königstein.

Schreyer, Kfm., Norden.

Maihöfner, Kfm., Berlin.

Hotel Weinst

Techampa, 3 Frl., Wien.

Gallowith, Frl., Wien.

Mook, Rendant, Nassau.

Marktberichte.

Frankfurt, 9. Febr. (VieHwarkt.) Der Consum des Ochsen­fleisches, wodurch Frankfurt sich stets auszeichnete, nimmt — ein trauriges Zeichen der Verhältnisse — hier immer mehr ab und bleibt oftmals das \ Wenige, was in Ochsen zugeführt wird, unverkauft. Dagegen hat sich der « Consum dem geringen Kuh-, Rind- und Farrenfleisch, für welches ein nur 3 geringer Preis anzulegen ist, zugewandt, vor Allem aber wird zur Zeit ß Hammelfleisch gesucht, für welches ein fabelhaft billiger Preis verlangt wird. Dasselbe entstammt von nicht mehr weidefähigen Hammeln aus dem ' Vogelsberg und der Wetterau, wo die Schafheerden durch die nasse Sommer­und Herbstwitterung außerordentlich gelitten. Derartige Hämmel werden das Stück mit 4—5 Mark bezahlt. An einem Tage voriger Woche schlachtete ein einziger Metzger bei 100 Stück. Das Pfund wird mit 30—40 Pf. bezahlt. Angetrieben waren zum heutigen Markte 300 Stück Hammel, ca. 300 Ochsen, - 180 Kühe und 200 Kälber. Die Preise stellten sich per 100 Pfd. Fleisch- t gewicht: Ochsen 1. Qual. 69—70 M., 2. Qual. 62—64 M„ Kühe 1. Qual. | 58-60 M., 2. Qual. 52—54 M., Kälber 1. Qual. 55-57 M., 2. Qual. 48—50 M., Hämmel 1. Qual. 52—54 M., 2. Qual. 40-42 M. !

Frankfurt a. M., 9. Februar 1880.

Geld-Eorrrfr.

Holl. Silbergeld 167 Rm. 70 Pf.

Dukaten . . . 9 , 50 -54 „ 20 FrcS.-Stücke. 16 „ 17-21 „ Sovereigns . . 20 „ 27—31 „ Imperiales . . 16 „ 66—71 b.

Dollars m Gold 4 „ 17-20 Pf.

Wechstl-Eosrse.

Amsterdam 169.65 B. 25 G.

London 20.40 B. 36 G.

Paris 81.05 B. 80.90 G.

Men 172.75 B. 172.35 G.

Frankfurter Bank-DiSconto 4.

Rcichsbank-Disconto 4.

Die Gouvernante.

Roman von S. Melnec, Verfasserin von „Im Kloster", „Olga" u. s. w.

(31. Fortsetzung.)

Als Bianca endlich begriff, was das Wort bedeute, wuchs ihr Staunen. Sie glaubte, das Mädchen sei nicht ganz richtig im Kopfe.

„Deshalb wird man Sie doch nicht aus dem Dienste schicken," sagte sie kopfschüttelnd.

„Doch, Miß," schluchzte Berslam. „Mylady hat gesagt, sie könne keine Gesichter mit Sommersprossen sehen, ja sogar nicht

den Gedanken ertragen, solche im Hause zu wissen .. . ich müßte noch diese Stunde fort."

Wieder schüttelte Bianca zweifelnd den Kopf.

„Warum hat Mylady Sie dann überhaupt engagirt? Sie werden doch die Sommersprossen nicht erst heute bekommen haben."

„Ach, Miß, nein, ich habe sie von klein auf gehabt und nie gewußt, daß es ein Unrecht ist, sie zu haben. Ich bin erst seit einigen Tagen hier. Die Haushälterin hat mich gewiß nur I genommen, weil sie keine Andere finden konnte. Es ist nicht recht | von ihr, sie mußte doch Mylady's Eigenheit kennen, denn in dem letzten Monat sind nicht weniger als sechs Kammerjungfern fort-' geschickt worden. Die Eine hatte eine zu große Nase, die Zweite schlechte Zähne, die Dritte rothes Haar, die Vierte war mit knarren­den Schuhen durch die Halle gegangen, die Fünfte hatte einen Husten, die Sechste verstand Miß Daisy's Haar nicht zu bürsten, und ich ... ich habe . . . Sommersprossen! Mylady hatte mich bisher nicht beachtet. Erst heute Morgen beim Gebet entdeckte sie mich, und da hat sie mir sofort Lohn und Kostgeld auszahlen lassen, mit dem Bescheid: nicht eine Stunde länger in ihrem - Hause zu bleiben."

Bianca glaubte zu träumen, als sie allein war und das Ge­hörte überdachte. War das ein Beispiel von englischem . .. spleen? \ Unbedingt! Aber doch schon ein bedenklich hoher Grad desselben! Jetzt wurde ihr mit einem Male klar, warum Lady Lake so vor­zugsweise ihre Photographie verlangt hatte, ohne ihre geistigen Fähigkeiten einer besonderen Prüfung zu unterwerfen. Wahr­scheinlich hatte sie es nur dem Umstande, daß ihre Nase auf der richtigen Stelle saß, zu danken, von Mylady engagirt worden zu । sein. Jetzt fiel ihr auch ein, bemerkt zu haben, daß dieselbe sie' scharf und unausgesetzt bei jedem Worte, jeder Bewegung beobachtet habe, trotzdem es ihr gefiel, in eine entgegengesetzte Richtung zu blicken, wenn sie direct das Wort an sie richtete. Es unterlag! keinem Zweifel, daß die wunderliche Frau bei dem geringsten Fehler, den sie an der Gouvernante entdeckte, dieselbe genau so rücksichtslos mit „Lohn und Kostgeld" vor die Thüre setzen lassen werde wie die Diener. Diese Erkenntniß trug nicht gerade dazu bei, Bianca's gedrückte Stimmung zu erleichtern. Als sie sich mit Daisy, die ziemlich zutraulich und artig war, zu dem befohlenen Spaziergangs anschickte, schloß sich Sir Henry ihnen an.

„Sie können unmöglich, so fremd und mit der Oertlichkeit unbekannt, die unsügsame Daisy allein begleiten," sagte er freund­lich. „Freilich ist der Hyde-Park in unmittelbarer Nähe, aber solcher Nebel erscheint dem Fremden, welcher nicht daran gewöhnt ist, schon dicht, wenn auch ein Tag wie der heutige für uns ein ziemlich heller ist."

Sir Henry lächelte, als Bianca fragte, ob es möglich sei, Monate hindurch in solcher Atmosphäre zu athmen, zu leben.

„Oh," sagte er, „das ist noch gar nichts. Wenn wir keinen dichteren Nebel bekommen, wollen wir zufrieden sein; bis jetzt ist noch wenig Unglück geschehen. Uebrigens bitte ich Sie, Miß Orlandi, auf keinen Fall allein mit Daisy auszugehen, so lange der Nebel anhält. Sollte Lady Lake es abermals verlangen, so verweigern Sie es auf das Bestimmteste."

Bianca blickte ihn an, als wollte sie sagen: Wie soll ich da! wagen? Sie selbst fügen sich ja widerspruchslos in jede ihrer Launen.

Sir Henry errieth ihre Gedanken und sagte lächelnd:

„Sie haben Recht, Lady Lake erträgt ... im Allgemeinen keinen Widerspruch. Darum lasse ich sie neun Mal unter zehn Fällen, wo die Entscheidung nicht von besonderer Wichtigkeit ist, ihren Willen unbehindert durchsetzen, ein Mal um . .. des häus­lichen Friedens willen, besonders aber, weil ich weiß, daß Lady Lake sich im zehnten Falle unbedingt meinem Willen fügt, wenn ich sie überzeuge, daß ich Recht habe. Dies ist ein „zehnter" Fall. Ich hoffe, Miß Orlandi, daß Sie meine Worte richtig auf* fassen, und fühle mich überzeugt, daß Sie den rechten Nutzen daraus ziehen, nämlich: einen zehnten Fall mit klugem Blick von den übrigen neun unterscheiden werden. Thun Sie das ohne Scheu. Lady Lake ist, trotzdem sie soviel verletzt, doch gerecht, wenn Sie es auch nicht oft zeigt."

(Fortsetzung folgt.)