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Kunst und Wissenschaft.

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—. (In der Merkel'schen Kunstausstellung) Hai Fräulein Marie Heine, hier, neuerdings wieder em allerliebstes Porzellanportrait, die beiden Töchter Sr. Königl. Hoheit des Landgrafen von Hessen, ans- Sestellt. Abgesehen von der großen Aehnlichkeit des Bildchens, ist vor Allem ne Behandlung der Farben trefflich zu nennen. Das Portrait wird nur wenige Tage ausgestellt bleiben.

. L) (Berichtigung.) In unserem gestrigen Berichte über die Aus­stellung deS Nass. Kunstvereins mutz eS an betreffender Stelle heitzen , ». B, y, Scheffel" statt von G. Freytag.

«bendunterhaltnng im „Saalban Schirmer" den pflichtschuldigen, zahrüchen Tribut. Es wohnte dem närrischen Bete ein zahlreiches Auditorium an, das durch lebhafteste Beifallsspenden seinen Svmpathien für den gefeierten Gast und der Freude an der Huldigung sür ihn wärmsten Ausdruck gab. Tas Programm, durchaus den angekündigten Charaeter wahrend, erlitt eine drastische Anssührung, durch welche sich auf's Neue die oft gerne vermerkten, überraschenden Fähigkeiten der Mitgliedschaft der „Sängerlust" documen- tirten. Die Chöre kamen mit lobenswerther Präeision und Frische zum Lortrag; ihre treffliche Einstudirung ehrt zunächst den Dirigenten Herrn Musiklehrer C. Koch. Die Solostimmen waren mit Glück gewählt. Die Bahpiece „500,000 Teufel" gelang vorzüglich; das Duett zweier „Brüder Straubinger" war höchst ergötzend; ein Couplet des hausirenden Theil- babers einer bekannten Weltfirma zeichnete originell den „Handel und 's Geschäftchen" in allen socialen Stellungen; die Gesellschaft Wildsepp aus Tyrol stand mit ihrem Jodler ungleich höher als Rainer und ließ keinen Augenblick Zweifel darüber zu, daß man es hier mit „waschächien" Ge- birgrsöhnen zu thun habe. (Befremdend war, die Concertsängergesell- schaft mit blinkenden Stutzen behängt zu sehen; ob sie hier Gemsen ver- mulheten?) Der Zenith des Abends wurde erreicht durch Tenorist Leppu- rini, der sich unvorbereitet in die Gesellschaft einführen zu lassen herabgethan hatte; durch eine zwergfellerschütternde Mimik und eine Tenorstimme, die Wachteln bedeutend „über" ist, war er sofort personna giatiseima. Hin­reißend wirkte der Instrumental-Vortrag einer sibirischen, fürstlichen Hof­capelle, und das Terzett importirter Zuln's gab ein überwältigendes Zruguitz der fortschreitenden Cultnr dieses immer noch angehenden Bar­barenlandes. Die Zwischenpause in dem der vocalen und instrumentalen Abtheilung deS überaus gelungenen Carnevalsfestes folgenden solennen Balle süllte ein auf einer „Kunftreise" durch Mittel- und Südwestdeutsch­land befindliches Automaten-Cabinet, das vermöge eines von dem berühmten Professor Konieckinskh erfundenen neuen electro - magnetischen Apparates Weltwunder leistet, zur allseitigsten Zufriedenheit aus.

* (Ernennung.) Herr Photograph L. W. Kurtz in der Wilhelm- straße ist zum Hofphotographen Ihrer Kgl. Hoheit der Frau Landgräfiu von Hessen ernannt worden.

— (Immobilien-Versteigerungen.) Das zur Concursmasse des Tünchers Georg Berghof dahier gehörige Haus nebsi Seiten­gebäude, belegen Hermannsiraße 9, taxirt zu 48,100 Mark, ist bei der gestrigen dritten Versteigerung dem Rentmetster a. D. Herrn Magde­burg sür 28,000 Mark zugefallen. Tie zweite Versteigerung der zur Concursmasse des Drehers Schneider gehörigen, auf der Hochstälte telegenen Hauses hatte keinen Erfolg. — Einen zur Concursmasse des Schreiners Stellet gehörigen, an der Herrngartensiraße gelegenen Bauplatz, taxirt zu 5530 Mark, hat Herr Christian Keller aus Heftrich für MO Mark gekauft.

* (Verliehen) dem Schullehrer Selbach zu Weyer im Oberlahn­kreise das Allgemeine Ehrenzeichen.

LL. (Si cherheilspolizeiliches.) Mit Rücksicht auf den Um­schlag der Witterung und dem dadurch zu erwartenden Schmelzen des Main- und Rheineises sollen die Oitspolizeibehörden der Main- und Rhein­orte nach Weisung des hiesigen Landrathsamtes, sofern dies nicht inzwischen schon geschehen, das Betreten deS Eises verbieten. Gleichzeitig sollen die­selben die je nach den örtlichen Verhältnissen in dem Fortschreiten des Thau- tvetters nothwendigt werdenden Vorsichtsmaßregeln sorgfäliigst anwenden.

* (52. Vertheilung der Preise aus der Lonisenstlftung.) AuS dem Mainthale, 6. Febr., schreibt die „Franks. Presse": „Sicherem Vernehmen nach werden auch in diesem Jahre die bisher üblichen Preise an Dienstboten, welche sich entweder ausschließlich oder doch vorzugsweise mit Feldarbeiten und Pflege des Viehes beschäftigen, vertheilt. Die Be­dingungen, unter denen dies geschieht, sind die seitherigen. Darnach haben Die>enigen, welche Ansprüche auf diese Preise erheben wollen, sich im Laufe der nächsten Monate bei dem Bürgermeister ihres Aufenthaltsortes inner­halb des Regierungsbezirks Wiesbaden zu melden und die Zeugnisse in der bekannten vorgeschriebenen Form ausfertigen, oder, wenn sie noch ein Zeug- niß ans früheren Zeiten in Händen haben, dasselbe erneuern zu lassen. Es ist nothweudig, datz nicht nur jede Rubrik der Formularien (welche von dem Bureau des landwirthschaftlichen Vereins zu Wiesbaden zu beziehen find) entsprechend ausgefüllt, sondern auch besonders die Bemerkung hinzu- e werde, ob sich der betreffende Dienstbote wirklich mit Feldarbeit und des Viehes oder nur mit Hausarbeit und mit welcher beschäftigt, indem die zn vertheilenden Preise ausdrücklich nur für Ackerknechte und Viehmägde bestimmt sind. Auch muß in dem Zeugniß angegeben sein, ob und welchen Preis der Dienstbote aus der Louisenttiftung bereits erhalten hat. Auch muß der Tag des Dienstantrittes bemerkt fein. Personen, welche bereits den 1. Preis empfangen haben, sind von der Preisbewerbung aus­geschlossen. Die Zeugnisse sind spätestens bis zum 1. April I. I. portofrei an das Directorium des landwirthschaftlichen Vereins zu Wiesbaden ein- iusenden." _______________

Aus dem Reiche.

* Preußischer Herrenhaus. (15. Sitzung vom 9. Febr.) Vice-Präsident Graf v. Arnim-Boytzenburg eröffnet bte Sitzung um 17. Uhr. Am Minisiertifche: Eulenburg, Dr. Friedberg und Com. missare. Eine Petition der Bürgerveifammlung in Eisleben wegen Auf­hebung der §§. 25 bis 28 der Städteordnuug vom 21. Mar 1853 erledigt das Haus durch Uebergang zur Tagesordnung. Der Gefetzentwurf, be­treffend die Besteuerung des Wanderlagerbetriebes, wird, nachdem sich m der General-Discussion die Herren Adams, Theune und v. Rath dafür erklärt haben, nach der vom Abgeordnetenhaufe vorgefchlagenen Fasiung angenommen. Letzter Gegenstand der Tagesordnung ist der Gesetz-Entwurf, betreffend den Ruhegehalt der ementtrten Geistlichen, dessen unveränderte Annahme von der X. Commission vorgeschlagen wird. Zu dieser Vorlage ist eine Menge von Amendements gestellt, welche mit dem Entwurf an die Commission zurückverwiefen wird. Damit ist die Tages­ordnung erledigt. Nächste Sitzung Mittwoch 1 Uhr (SchlachthanSgefetz, Höferecht n. f. w.). Schluß 4 Uhr.

* Preußisches Abgeordnetenhaus. (57. Sitzung vom 9, Febr.) Präsident v. Köller eröffnet die Sitzung um IO1/. Uhr. Am Minisiertifche: v. Puttkamer und eine große Anzahl Regrerungs - Com- mifsare. Gegenstand der Tagesordnung ist die Fortsetzung der zweiten Be- rathnnq des Cultus-Etats. Bei Capitel 117 (Provinzral-Schul-Colleglen) erheben die Abgg. Steinbusch und Mooren die bekannten Klagen über die Anstellung altkaiholischer Lehrer an katholischen Schulen, über, ben Verfall der Volksschule, weil die Ertheilung des Religionsunterrichtes dem ClernS entzogen worden, und Letzterer, erörtert besonders die Schul­verhältnisse in Kempen. — Der Cultusminister v. Puttkamer gibt eine thatsächliche Darlegung der Verhältnisse in Kempen und weist nach, daß die dortige Uebungsschule eine Verbesserung des Schnlweiens herbeigefuhrt habe und daß alle — nicht im Tone der Verföhnlichkeit, wie er erwartet hätte — von dem Vorredner geführten Klagen unbegründet seren. — Abg. Dr Windthorst erwidert, daß wenn die Beschwerden in einem erregten Tone vorgetragen würden, dies eine Folge der verletzten Rechte fei. (Oho!) Die Klagen über die Seminare feien generell und der Minister hatte dringende Veranlassung, auf diesem Gebiete gründliche Rundschau zu halten, nicht allein bei den katholischen, sondern auch bet den evangelischen Semi­naren denn das Streben derselben fei daraus gerichtet, fogenannte Viel- toifferei zn befördern. Unmöglich fei es, daß ein Altkatholik — wie m Kempen — an einer katholischen Schule Director sei. Er wolle den Alt­katholiken alle möglichen Mittel zur Ausübung ihres Cultns gewahren, nur unter der Bedingung, daß dieselben freiwillig anerkennen, daß sie nicht mehr zur katholischen Kirche gehören. (Heiterkeit.) — Der Cultusmrmster erwidert, daß er einen Altkatholiken nicht an einem katholischen Seminar als Director angestellt haben werde (Beifall im Centrum), es sei dies vor seiner Zeit geschehen. — Abg. Platen (Seminar-Dlrector m Preußlsch- Eylau) sieht sich veranlaßt, eine frühere Aeußerung des, Abg. Windthorst enischieden zurückzuweisen, wonach Jeder, der sich nur einigermaßen vom positiven Christenthiim entfernt habe, unter dem Ministerium Falk Aus­sicht gehabt habe, als Lehrer angestellt zu werden. Wer sei denn Richter über das positive Christenthum? Haben etwa Herr Windthorst und,,seine Freunde das positive Christenthum in Generalpacht genommen? Bezüglich i der evangelischen Lehrer habe Herr Windthorst zu derartigen Urtheilen reut Recht, er möge doch erst abwarten, wie es mit den Früchten, die gezeitigt werden von den Männern, welche unter dem System Falk etngetreteu feien, aussehe. Er selbst habe die Ehre, unter dem Minister Falk emge- treten zu fein (Aha! int Centrum) und er werde sich persönlich vom Aba. Windthorst nicht beleidigen taffen. (Sehr richtig!) Er erkläre daher, daß der Ausspruch des Abg. Windthorst entfchieden unrichtig fet und daß der­selbe teilten Beweis dafür habe. Bezüglich der Resultate des Falk scheu Systems beruft Redner sich auf eine Anerkennung des früheren Ober« Präsidenten v. Puttkamer. (Hört! Hört!) Er rechtfertigt demnächst bte von dem Cultusminister Falk erlassenen allgemeinen Bestimmungen und weist nach, daß das Streben darauf gerichtet gewesen sei, Frömmigkeit m den Kindern zu wecken, nicht aber äußeren Schein zU fördern. Das System habe Leute gezeitigt, welche viele Kirchenlieder , im Kopfe hatten, die aber int Herzen öde und tobt gewesen, so daß sie zu den Waffen gegriffen und den Königsmord vollbracht haben. (Oho! Lebhafter Widerspruch. Zustimmung.) Ueber bte Resultate des Systems Falk könne man heute noch gar nicht urtheilen. Nach zehn Jahren wolle,mau sich wieder sprechen. (Lebhafter Beifall links.) - Abg. Dr. Windthorst: Der Vorredner sei offenbar ein voller, treuer Jünger des Falk scheu Systems, selbst sein Periodenbau und sein Pathos erinnere daran. (Heiterkeit.) Wer, wie der Vorredner, das Lebensbild Jesu neben andere große Männer stelle, mit dem werde er sich über DaS, was Religion sei, nie einigen. Ihm, Redner, stehe Jesus hoch über allen Menschen und über allen Seminar-Directoren. (Oho!) Die Luft welche unter dem Ministerium Falk geweht, habe alle Geiste irregefuhrt, von dem ganzen System sei ein Hauch des Verderbens ausgegangen und dieser Hauch fei es gewesen, welcher verheerend und verzehrend gewirkt habe. Daher die Verbrechen. Er bleibe bei seinem Urtheile stehen und fordere ben Minister auf, Lehrern wie Zöglingen einen anderen Geist belzubrmgeu. Wer den Kampf mit dem Unglauben aufnehmen wolle, muffe auf solche Angriffe gefaßt fein, wer auf Bärenjagd gehen wolle, dürfe die Takel nicht fürchten. (Große Heiterkeit.) - Abg. Platen rechnet e? sich zur Ehre an, ein Jünger Falk's zu fern und überlaßt ben geschmackvollen ■ Vergleich zwischen Jesus und den Semmar-Dlrectoren dem sittlichen Ur« I cheile de» Hause». (Beifall.) - Abg. Dr. Petri bezeichnet die Unbulb-.

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Trink« on bet en nur 1 t Decke | letfung n, die kt der irrem, s Cur« in ver­hübe;

Verein genben Herrn unter.

Sunsche chiiung ng von ch affen, Man cderlich ! zibt zu be nur j liastenr alterirt ts Col- e Koch- ■ Herrn HauseS i itn zur der der I Adam. inigung ; worfene I daß sie I

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