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WieSbsdrrrer TagvlatL.

No. ; 8

«leite 6

Uebermorgcn Samstag: Ein Glas Waffen

Frl. Engel.

Frl. Resch. Herr Dornewaß.

Personen:

Leon von MerinvWe, Obrist.....

24. December 1879.

O (Wahl.) An Stelle bcS verstorbenen Vorstehers der Hochheimer Cultusgerneinde Herrn Liebmann Strauß ist Herr Wolf Strauß von da zum Cultusvorsteher ernannt und als solcher eidlich verpflichtet worden.

* (Oberlandesgericht zu Frankfurt.) Die Berufung eines Privatsecretärs aus Wiesbaden, welcher vom dortigen Kreisgericht wegen Unterschlagung von 52 Mark für einen Dritten eingenommenen Geldes zu 4 Wochen Gefängniß verurtheilt worden war, wurde verworfen. — Die der Beleidigung ängeklagte A. Schneider aus Eltville war vom Kreis- aericht Wiesbaden zu 4 Wochen Gefängniß verurtheilt worden. Dabei blieb es auch trotz ihrer hiergegen eingelegten Berufung. — Denselben Erfolg hatte die Berufung eines Wiesbadener Kaufmanns, der wegen nhrlässiger Brandstiftung mit 100 Mark Geldbuße in Strafe genommen worden war.

Berr Warbeck. rauRebicek-Löffler.

Herr Lederer.

Herr Rudolph.

Frl. Muzell.

Locales und Provinzielles.

* (General von Bose,) der Commandeur des XI. Armee-Corps, ist, wie die „Berl. Bürger-Zeitung" mittheilt, durch ein Handschreiben des Kaisers aufgefordert worden, sein Entlassungsgesuch zurückzuziehen und auf seinem Posten zu verbleiben.

--- (Strafkammer. Sitzung vom 20. Jan.) Em Drenstknecht aus Brücksheim bei Worms ist geständig, einem Handwerksburschen in einer Herberge in Caub eine Reisetasche mit Kleidungsstücken entwendet, sowie weitere drei Diebstähle in der Gegend von Simmern verübt, sich auch einer Unterschlagung von Kleidungsstücken und eines Betruges schuldig gemacht zu haben. Er erhält ein Jahr Gefängniß. — Im Laufe des vorigen Sommers, namentlich in den Monaten Mai und Juni, wurde hier eine größere Anzahl Kellerdiebstähle, namentlich an Wein, Fleisch, Eiern, Kartoffeln und sonstigen Eßwaaren ausgcführt, ohne daß es gelungen wäre, irgend welchen Verdacht auf bestimmte Personen lenken zu können, am allerwenigsten lag der Gedanke nahe, daß die rafstnirten Diebstähle von Frauenzimmern verübt worden wären. Indessen wurde doch inzwischen ermittelt, daß die Ehefrau Neukirchen in Gemeinschaft mit ihrer Schwägerin, der Ehefrau Hirtes, Beide hier wohnhaft, die Diebinnen waren, insbesondere wurden in deren Behausung Flaschen, Teller, Töpfe, Einmachgläser :c. vorgefunden, die alle als gestohlen anerkannt wurden. Von den zur Anzeige gekommenen Diebstählen, die alle unter erschwerenden Umständen und zu einer Tageszeit, wo die Herrschaften der Ruhe pflegen und die Dienstmädchen in der Küche beschäftigt sind, ausgesührt wurden, werden deren 15 den beiden Angeklagten zur Last gelegt. Die Ehefrau Hirtes ist geständig, während ihre Schwägerin leugnet. Bei Ausmessung der Strafe kommt in Betracht, daß die Letztere bereits mit Zuchthaus bestraft ist, sodann das Raffinement, und erkennt der Gerichtshof' gegen die Ehefrau Neukircheu auf eine Gesammt-Zuchthausstrafe von 6 Jahren, und gegen die Ehefrau des Schneidergesellen Hirtes auf eine solche von 3 Jahren, auf welche ihre 3 Monate schuldlose Untersuchungshaft ausge­rechnet werden; Beide werden auch noch unter Polizeiaufsicht gestellt.

— (Schöffengericht. — Sitzung vom 20. Jan.) Ein Maurer aus Bierstadt, der auf der Ortsstraße den Feldschützen beleidigte, hat eine Geldsttafe von 6 Mark und die entstaudeneu Kosten zu zahlen. — Wegen Pfandverbringung wird ein Cigarrenmacher aus Schierstem, über dessen Vermögen der Coneurs erkannt ist, zu einer Woche Gefängniß verurtheilt — Die zu Frickhofen geborene Ehefrau eines hier wohnhaften Schreiners wird wegen Unterschlagung zu 14 Tagen Gefängniß verurtheilt; sie hatte eine Nähmaschine, die ihr aus einem hiesigen Geschäft miethweise überlassen war einem Trödler für 25 Mark verpfändet. — Ein Baderlehrling, welcher der Entwendung einer seinem Meister gehörigen Ledertasche schuldig ist wird zu einem Tag Gefängniß verurtheilt. — Ein Lackirerlehrling aus' Dort­mund, jetzt hier ohne Geschäft, wird, weil er einen Hahn, der einer Ge­flügelhändlerin aus Finthen auf dem hiesigen Vietualienmarkt entlaufen war, unter den Kittel versteckte und fortschleppte, mit einem Tag Gefängniß bestraft. — Ein 23 Jahre alter Tüncher aus Camberg ist geständig einen Koffer mit Inhalt von unbedeutendem Werth, welcher bei seiner Zuhälterin niedergestellt war, sich rechtswidrig angeeignet und den zu 15 Mark tarnten Inhalt für 2 Mark Bei einem Trödler verkauft zu haben. Das Urtheil lautet auf 4 Wochen Gefängniß. — Ein Goldarbeiter aus Hanau ent­wendete einem mit ihm in einer Herberge in der Metzgergasse' logirenden Uhrm achcr einen Rock nebst Notizbuch und Taschentuch und hat deßhalb

Kunst und Wissenschaft.

* („Die Nebenbuhler".) Herr Carl W. Batz hier hat Seitens der Directiou des Stadttheaters zu Düsseldorf Einladung erhalten, der demnächstiaen dortigen Aufführung der Freudenberg'scheu Oper „Die Nebenbuhler" beizuwohnen. Herr Batz gedenkt derselben, wie wir hören, Folge zu leisten.

* (Agitation gegen L'Arronge's „Wohlthätige Frauen".) Der Erfolg, den das neueste Lustspiel L'Arronge's „Wohlthätige Frauen" überall errang, ist ihm auch an der hiesigen Hofbühne zu Theil geworden und hat sich bei der ersten Aufführung in einer Einnahme von ca. 1100 M. documentirt. Die Tendenz des L-tückes ist bekanntlich gegen die moderne Art der Wohlthätigkcitsvereine und ihre bedauerlichen Auswüchse gerichtet. Durch diese neueste Satyre des beliebten Schriftstellers fühlten sich nun, wie man hört, die Vorstände verschiedener hiesiger Wohlthätigkeitsanstalten in ihrer Würde tief verletzt und sollen bei „höchster Stelle" ein Gesuch deS Inhalts eingereicht haben, die weiteren Vorstellungen des Lustspiels zu verbieten. Ob die Agitation denselben Erfolg haben wird wie daS Stück, möchte ich bei der schweren Schädigung, die der Intendanz durch das Aufführungs­verbot entstehen würde, lebhaft bezweifeln. Vielleicht darf man den em­pfindlichen Leitern der fraglichen Wohlthätigkeitsanstalten zurufen: „0, ei tacuisses!“ Das bekannte Wort: „Difficile est, eatiram non scribere“ findet hier in ganzem Umfange feine Anwendung, denn daran hätte L'Arronge gewiß nie gedacht, daß man an irgend einem Orte ein Verbot seines Lust­spiels erwirken wolle. So schreibt man der „Neuen Frankfurter Presse" aus — Stuttgart.

— (Das Mozarth Luschen.) Die Internationale Mozartstiftung in Salzburg macht bekannt: „In der großen Mozartwoche in Wien mag ein Wort der Bitte für das „Mozart-Häuschen" am Kapuzinerberge ht Salzburg gestattet sein. Dasselbe stand bekanntlich früher im Starhem- berg'scheu Freihause auf der Wieden und der unerreichbare Meister vollendete darin seine „Zauberflöte". Aller Witterung und vornehmlich der sengenden Sonnenstrahlen ausgesetzt, würde die kostbare Reliquie, welche für Tausende kunstbegeisterter Pilger ein wahrer Tempel des Mozart-Cnltus geworden, gar bald zu Grunde gehen, wenn dieselbe nicht mit einer schützenden Hülle in würdiger Ausstattung umgeben wird. Bereits hat Clara NovelloS hoch- sinnige Schwester eine Subscription für Beiträge zur Erhaltung der „Wiege der Zauberflöte" in der „Musical-Times" veranstaltet, und halten wir es für eine Ehrensache, daß auch hier den vielen Verehrern Mozart's Gelegen­heit gegeben werde, ihre Pietät durch eine Svende zur Erhaltung des Mozart-Häuschens kuudzugeben. Die Beträge wollen an die „Internationale Mozart-Stiftung" in Salzburg übersendet werden."

Irma, eine Griechin...........

Roger, ein Maurer Baptiste, ein Schlosser Henriette, seine Schwester Zoheide, Jrma'S Gespielin...... •, •

Madame Bertrand, Roger'S und Baptist'S Nachbarm Usbeck, l türkische Sclaven im Gefolge.....

Ricca, j des Gesandten . . . - - .H-rr Zapf. Ein Kellner. Türkische Sclaven. Handwerker und Emwohne der Vorstadt

St. Antoine von Paris.

Anfang ®’/i, Ende gegen » Wr.

5 4 Wochen Gefängniß zu verbüßen. — Ein Schlossergeselle stahl zwei Ueber- zieher, welche einem Handlungsgehülfen, der bei der Mutter des Ersteren ein Zimmer bewohnte, gehörten, und verkaufte diese einen Werth von 100 Mark repräsentirenden Gegenstände in Mainz für 9 Mark. Der Ange­klagte ist ein arbeitsscheuer Mensch, auch schon wegen Betteln? bestraft und erhalt eine Gefängnißstrafe von 3 Monaten.

* (Zweigverein für volksverständliche Gesundheits­pflege.) Nach dem zweiten Jahresberichte des Zweigvereius für volks­verständliche Gesundheitspflege Hierselbst sanden im abgelaufenen Jahre außer den Vorstandssitzungeu drei Mitgliederversammlungen statt, Vorträge wurden fünf gehalten; die Sammlung von Büchern und Zeitschriften hat ich von 16 auf 22 Nummern vermehrt; die Mitgliederzahl, welche beim Entstehen der Vereins 13 Betrug und bis Ende des Jahres 1878 auf 57 gestiegen war, hat Ende 1879 die Ziffer 70 erreicht. Der Kassenbericht ür 1879 weist einen Baarbestand Ende 1879 von 99 Mk. 99 Pf. nach.

— (Armenwesen.) Die Vorstände der hiesigen Wohlthätigkeits- Anstalteu hielten vorgestern in Gemeinschaft mit der städtischen Armen- verwaltung eine Sitzung und steht zu erwarten, daß das Armenwesen hierorts sehr bald eine gemeinsam geordnete Regelung erhält.

* (Krankenpflege.) Allen, welche bis jetzt mit dazu beigetragen haben, die „Barmherzigen Brüder" unserer Stadt zu erhalten, wird es gewiß angenehm sein, zu hören, toa? dieselben im verflossenen Jahre im Dienste der Kranken geleistet haben. Im Ganzen wurden von vier Brüdern — mehr waren nicht hier — 75 Kranke gepflegt. Davon waren 34 evangelisch, 33 katholisch, 2 russisch-griechisch, 6 Israeliten. Die Zahl der Pflegetage beträgt 535; Nachtwachen wurden 800 gehalten.

* (Ernenn ung.) Archivsecretär Dr. Meyer zu Idstein ist an Stelle von Dr. Schuchard zum Staatsarchivar in Posen ernannt worden.

* (Publikation.) Der „Staats-Anzeiger" veröffentlicht ein Privi­legium wegen Ausgabe auf jeden Inhaber lautender Obligationen der Stadt Langenschwalbach zum Betrage von 560,000 Mark, vom

Tages-Kal-«der.

Die -ermamr.te Kurhaus-K.mSaMellunz w Pavillon der neuen Colounade ift täalick von Morgens 8 Uhr bis Abends 5 Uhr geöffnet.

NorieUan-SemLldeauoüelluna. Maliwlitutv. Harie Heine, äßeberg. 9,1.1 Heute Donnerstag den 22. Januar

M-idwen-lleiämenschulk. Vormittags von 10—12 Uhr: Unterricht.

B”S1u”baben. Nachmittags 4 und Abends 8 Uta: Concert.

U-chen-Zeichnenschule. Abends von 8-10 Uhr: Untemdjt

View erbliche Abendschule. Abends von 8 10 Uhr: Unterricht.

Lunagogeii-Eesangverein. Abends 8 Uhr: Generalversammlung.

Taunus- Club. Abends 8'/, Uhr: Zusammenkunft in der Restanratton

Poihs, Langgasse. ------—

„ Königliche Schauspiele.

Donnerstag, 22. Januar. 18. Vorstellung. (69. Vorstellung im Abonnement.)

Maurer und Schlosser. ,

Oper in 3 Akten. Nach dem Französischen des Scribe, von Frtederlke Elmenreich. Musik von Ander.