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Wiesbadener Tsgdtstt

No. iv

Locales und Provinzielles

— (Schöffengericht. — Sitzung vom 17. Jan.) Drei Forst­frevler, die sich im dritten und weiteren Rückfall befinden, werden znm Ersatz des Werthes des gestohlenen Holzes, zu einer Geldstrafe von je einer Mark und einer Gefängnißstrafe von je einer Woche verurtheilt. — Ein Schneider- und ein Schuhmachergesclle, welche Nachts Unfug verübten,

Tages-Kalender.

Heute Dienstag den 20. Januar.

uurhaus zu We-badcn. Nachmittags 4 und Abends 8 Uhr: Concer!.

Uerein der DünKier und Kimstfrerndr. Abends 7 Uhr im Casino-Saale: Zweite Vorlesung des Herrn Otto Devrient über Göthe's „Faust".

Kearerbtiche AdenösilnUe^Abends von 8—10 Uhr: Unterricht.

Ort der Handlung: Eine deutsche Residenz. Zeit: Die Gegenwart. Stafang KV-, Ende gegen © Uhr.

Morgen Mittwoch: Emilia Galotti.

Königliche Schauspiele.

Dienstag, 20. Januar. 16. Vorstellung. (67. Vorstellung im Abonnement.) Zum Ersteumale wiederholt: Starke Mittel.

Schwank in 4 Akten von Julius Rosen.

Personen:

Mohrmann, Kanzlei-Director .... Babette, seine Frau.......

Seimd,) Kind« -

Olga Kratzer, Babettcn's Schwester . . Louise Grüner.........

Dr. Kuno Sturm Pamperl, Registrator Karoline, Dienstmädchen bei Mohrmann Anna, Dienstmädchen bei Sturm . . . Ein Ball-Commissär Ein Conditor..........

Herr Grobecker. Frau Rachmann. Herr Eyben. Frl. Herrmann. Frl. Widmann. Frl. v. Ernest. Herr Reubke. Herr Bethge. Frl. Ornat). Frl.Saintgoulain. Herr Dornewaß. Herr Brüning.

— (Die Molkerei-Ausstellung) erfreute sich auch am Sonntag eines über alles Erwarten zahlreichen Besuches und es machte sich hier auch eine praktische Seite des Unternehmens geltend, an die bislang anscheinend Niemand gedacht hatte. Den vielfachen Anfragen des besuchenden Publikums nach den Preisen der Ausstellungsobjecte konnte nicht entsprochen werden, da die Aussteller ihren Preiscourant beizufügen vergessen hatten. Nichts­destoweniger wurden viele Adressen seitens der Offtcianten notirt, deren Inhaber Bestellungen zu geben wünschen. Am Samstag war die Aus­stellung von über 500 und am Sonntag von ca. 700 Personen besucht, nur bleibt das auffällige Ausbleiben der Occonomen, besonders aus der Lahngegend, befremdlich. Der von Herrn Dr. Eisbein am Sonntag Nachmittag über das Thema: „Wie schützt sich ein solider Milchproducent gegen unsolide Concurrenz?" gehaltene Vortrag fand zahlreiche Zuhörer und lebhafte Anerkennung. In demselben wurde die Gründung von Molkerei-Genossenschaften, wie solche namentlich im Norden bestehen, empfohlen.

— (Vortrag.) Vor einiger Zeit brachten wir eine Notiz über die neue französische Heilmethode, genannt Metalloscopie, nach welcher Lähmung und völlige Gefühllosigkeit einzelner Körpertheile binnen weniger Minuten geheilt werden sollte, und zwar nur durch einfaches Auflegen verschiedener Metallplatten auf die Haut. Dieses Thema nun hat sich Herr Dr. Lehr morgen Mittwoch den 21. Januar zum ®egenftanb eines Vortrag? int Verein für Naturkunde gewählt unb sind wir gespannt auf bas Urtheil eines Fachmannes über diese fast zauberhafte Erscheinung.

* (Ein Carneval-Concert) findet morgen Mittwoch Abend m Cnrhanse statt.

* (CurhanS. — Maskenball.) Der zweite Maskenball im Cur- hanse findet nächsten Samstag statt.

* (Handelsregister.) Neu eingetragen die Firma S. Baer & Co. dahier und die Firma Linn & ko. zu Biebrich. Für letztere ist de« Berg-Ingenieur Adolph Schmitt-Manderbach zu Biebrich Procura ertheilt.

* (Fremden-Verkehr per 18. Jan.) laut „Bade-Blait' 2882 Personen.

* (lieber den Armen-Berein zu Bierstadt) erhalten wir von geschätzter Seite die nachfolgenden Mittheilungen: „Der am 23. Februar 1879 gegründete und 14 Tage danach in Wirksamkeit getretene Bierstadter Armen­verein bezweckt die Bekämpfung des lästigen und entsittlichenden Bettel- unfngs, sowie die Anbahnung einer geordneten und heilsamen Armenpflege, zählt gegenwärtig 54 Mitglieder unter einem Vorstand von 4 ständigen (Bürgermeister, ersten Lehrer, Arzt und Pfarrer) und 9 unständigen ge­wählten Gliedern und macht es seinen Mitgliedern strengstens zur Pflicht, keinerlei Gaben direct an den Thüren zu verabreichen, sondern nur durch den Verein einheimische und von Außen kommende Arme zu unterstützen. Außer einem obligatorischen Jahresbeitrag von je einer Mark bestehen die Mittel des Vereins aus freiwilligen Gaben an Geld unb Lebensmitteln, zu deren Zeichnung vierteljährig Listen bei den Mitgliedern circultren. Es : ist so auch den weniger Bemittelten die Möglichkeit gegeben, dem Verein

nächster Monats-Versamm «»träge au Men i

sind, Beschluß gefaßt. ^Dcr meraws ^tgenoe, für Fachleute sehr lehrreiche I Vortrag des Herrn Forstmeisters v. Schott zu Frankfurt a. M.: „Wie ist behufs Erziehphg t>on Nutzholz im Buchenhochwald künftighin die 23et» jüngung in dem letzteren zur Ausführung zu bringen?" wurden dankbar ausgenommen. Der letzte Gegenstand der Tagesordnung betraf Mittheilungen des Herrn Oberförsters Christ zu Bleidenstadt über die Beschädigungen durch den Kiefernspanner (Geometra piniaria) in seinem Verwaltungs­bezirke. Im Anschluß hieran bemerkte Herr Oberforstmeister Tilmann, daß seitens der Herren Professor Kirsch bäum von hier und v. Heyden in Frankfurt a. M. der Wunsch geäußert worden sei, etwa vorkommende fremdartige Jnsecten zu deren näherer Bestimmung ihnen einsenden zn wollen. Ferner wurde noch über Holzversteigerungen von einzelnen An­wesenden referirt. Als Zeit der nächsten Monatsversammlung wurde der 14. Februar festgesetzt.

* ( Die zweite Abendunterhaltung zum Besten der Armen,)

welche am Samstag im „Sprudel" abgehalten wurde, lieferte wiederum ein recht ansehnliches Resultat und befriedigte die Anwesenden höchlichst.

— (Der Kriegerverein „Germania") .hielt seine diesjährige Haupt-Generalversammlung am Sonntag den 18. d. Mts. Nachmittags 3 Uhr im Saale des „Deutschen Hofes". Auf der Tagesordnung stand: Geschäftsbericht, Rechnungsablage und Neuwahl des Vorstandes. Wir ent­

nehmen den Verhandlungen Nachstehendes: Am Schluß des letzten (6.) Rechnungsjahres betrug die Zahl der Mitglieder: a) active 838, b) Ehren­mitglieder 24, Zugang active 25, Abgang a) active 40, b) Ehrenmitglieder 1 : (durch Tod), mithin Stand Ende 1879: a) active 323, b) Ehrenmit- : glieder 23. Das Vereinsvermögen beträgt Ende 1879: verzinslich beim i Vorschußverein angelegt Mk. 3700, Inventar Mk. 2221.62, Kassenbestand und Ausstände Mk. 255.97, zusammen Mk. 6177.59, gegen das Vorjahr ; (Mk. 5630.45) mehr Mk. 547.14. Unterstützungen an hülfsbedürftige Mitglieder zahlte der Verein Mk. 312, an den „Deutschen Krieger- i bund" in Berlin zur „Goldenen Hochzeit-Stiftung rc." .Mk. 25. In den Vorstand wurden gewählt resp. wieder gewählt die Herren: E. Rumpf, Präsident, Ph. Saueressig, Vicepräsident, W. Seck und L. Heerlein, Kassirer und Stellvertreter, Eh. Biltz und G. Kaiser, Schriftführer und Stellvertreter, C. Haßler, F. Marr, „„„ v... ___,_____,..... , ! W. Heckelmann, Ph. Kern und A. Weygandt als Beisitzer. Mr j

werden zu je 5 Mark Strafe und in die Kosten verurtheilt. — Ein hiesiger j glauben, daß der Verein auf das verflossene Vereinsjahr als auf ein recht Maurer hat wegen Vertrags-Stempel-Contravention eine Geldstrafe von | günstiges zurückschauen kann und wünschen demselben auch fernerhin alles 12 Mark zu zahlen und auch die gerichtlichen und Administrativkosten zu Wohlergehen. ,

ersetzen. — Wegen Entwendung von vier Lösten gebrochenen Holzes in zwei c ' *“*•- "® " * ®'*"*" L*

Fällen werden zwei gewohnheitsmäßige Frevler von hier zum Ersatz des ! Werthes von 4 Mark 50 Pfg., zu einer Geldstrafe von 22 Mark 50 Pfg. eventuell 8 Tagen Gefängntß unb außerbem ber Eine zu einer Woche unb ber Andere zu 4 Wochen Gefänguiß verurtheilt. — Ein Dieustmann, der einen ihm gehörigen Bernhardiner-Hund auf einem unbebauten Grundstück innerhalb der Stadt in einer Weise töbtete, bte öffentliches Aergerniß er­regte, wirb in eilte Geldstrafe von 15 Mark genommen, für die eventuell 3 Tage Hast zu verbüßen sind. — Ein Holzdieb, der schon sehr oft wegen diefes Delictcs, zuletzt mit 5 Wochen Gefangniß bestraft ist, wird abermals zum Werthersatz des neuerdings entwendeten Holzes mit 50 Pfg., in eine Geldstrafe von 2 Mark 50 Pfg. und außerdem iu 2 Monate Geföngniß verfälligt. — Ein Fuhrwerksbesitzer ist beschuldigt, vor Eröffnung des Frucht- unb Heumarktes, also vor 10 Uhr Vormittags, einen Wagen Heu gekauft zu haben; wegen llebeitretuug der Marktordnung ist ihm eine Geldstrafe von 4 Mark angefetzt worden, wogegen derselbe die richterliche Entscheidung Beantragt hatte, welche seine Freisprechung zur Folge hatte. — Einem Taglöhner, der sich mit einer Pferdeschlächterei besaßt haben sollte, ohne einen Gewerbeschein zu besitzen, wurde von der Polizei-Dircefton eine Geld­strafe von 30 Mark angesetzt, wogegen derselbe Widerspruch erhoben hatte. Das Gericht ermäßigt die Strafe auf 20 Mark. — Am 5. September a. p. trat ein Mädchen aus Lindenfels zu einem Reallehrer in Biebrich in Dienst und erhielt als Micthgeld 3 Mark. Acht Tage später verließ es diesen ohne Wissen seiner Herrschaft und trat hier ein; dcßhalb auf Grund des §. 8 des nassauischen Gesindegesetzes vom 15. Mai 1819 in Anklagestand versetzt, hält das Gericht das "Mädchen nicht schuldig, weil nicht angenommen werden kann, daß der erwähnte Paragraph, welcher ein gleichzeitiges Vermiethen bei mehreren Herrschaften mit Strafe bedroht, hier zutreffend ist — Ein Kutscher wird, weil er aus Fahrlässigkeit den Verkehr der Pferdebahn gestört hat, zu 3 Mark Geldstrafe verurtheilt. — Wegen lieber» tretung der sittenpolizeilichen Vorschriften wird ein Frauenzimmer aus Winkels, Amts Weilburg, zu 5 Tagen Haft verurtheilt, welche durch die Untersuchungshaft verbüßt sind. r. t L

--- (Schwurgericht.) Weitere Verhandlungen sind auberanmt auf 2. Februar gegen den Maurer Ehr. Haibach aus Diez, zuletzt hier wohn­haft, wegen Mords, unb auf 4. Februar gegen ben Commis Kleh von ba wegen Unterschlagung unb Meineids. . .

V (II. Monatsversammlung der Forstwirthe des Regie­rungsbezirks Wiesbaden.) Dieselbe fand am Samstag Abend in gewohnter Weise im Grand-Hotel (Schützenhof) statt. Der Begrüßung der ziemlich zahlreich vertretenen Fachmänner durch Herrn Oberforstmeister Tilmann folgte die Besprechung des Punktes der Tagesordnung: „Wie und wo ist die nächste Jahresversammlung abzuhalten?" Von dem Herrn Vorsitzenden wurde gewünscht, daß von den Anwesenden hierzu Vorschläge gemacht würden und sand der Antrag deS Herrn Forstmeisters Sreiherrn o. Massenbach, dieselbe in Montabaur abzuhalten, ohne rdersprnch Annahme. Demgemäß wird dieselbe am 31. Mai und 1. Juni daselbst stattfinden. lieber die Thema's ber Tagesordnung wird erst in