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Kunst und Wissenschaft

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Locales und Provinzielles.

i>.s k ® er8°9 von Holstein.) Nachdem am Freitag Abend die Leiche L°S dahier verstorbenen Herzogs Friedrich Christian August von Schleswig- ÄVUl'^ §erTtn,Koh ler eingesegnet worden war, sand Mvram bte Ueberfuhrung derselben nach Schloß Primkenau statt, wo sie bergcsetzt werden wird. '

Nächsten Mittwoch den 21. Januar Vor- mtttagg 10 Uhr findet bei dem hiesigen Königl. Verwaltungkamt ei

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* Wiesbaden, 17.Jan. (I. Curhaus-Directions-Coucert.) 8 Das gestrige Concert darf im Ganzen als ein höchst genußreiches bezeichnet ! werden; wo der ruhmreiche Namen Schumann in erster'Linie auftritt, jä ist einem Concerte schon im Voraus ein gutes Prognostikon gestellt. — § Als Eröffnungs-Nummer war Schumann's „Manfred-Ouvcrture" gewählt, deren Schönheit jedoch durch die etwas nüchterne Auffassungswcise im Vortrage erhebliche Einbuße erlitt. — Das Hauptinteresse des Concerts fesselte sich an die Klavier-Vorträge der Frau Clara Schumann — Concert in G-duv von Beethoven und drei kleinere Nummern von R. Schumann, welchen die liebenswürdige Künstlerin, auf stürmischen Hervorruf, noch eine „Gavotte" von Bach hinzufügte. — Ueber den Geist der Betthoven'schen Dichtung, dieses wunderbaren Tongewebes, von dem Max sagt: „Es ist ein Concert, von einem Tondichter geschrieben, und nur ein Tondichter ist würdig, es vorzutragen", wie die herrliche Vortrags­weise derselben seitens der gefeierten Pianistin, ist schon so viel geschrieben worden, daß cs des Weiteren nicht mehr bedarf. Die kleineren Nummern — „Novelctte" (F-dur), „Des Abends" und „Traumeswirren" gab Frau Schu­mann reizend schön wieder. Die zweite Orchester-Nummer bildete Schumann's Scherzo (aus op. 52), dessen Wiedergabe, gleich der „Manfred-Ouverture", durch den Mangel an feiner Abschattirung und Nüanciruug beeinträchtigt wurde; auch das Tempo war zu langsam genommen. Den Gesangspart hatte, an Stelle des durch Erkrankung verhinderten Königl. Kammersängers Herrn Riese aus Dresden, der Baritonist Herr Alexander Alexy aus Wien vertreten. Herr Alexy macht den Eindruck eines durchgebildeten Sängers; der Klang seiner Stimme ist metallisch, kraftvoll und dabei doch wohlthuend. Er sang die Arie aus „Hans Helling": „An jenem Tag" mit Wärme und edlem Ausdruck; etwas mehr dramatische Belebung , würde den Vortrag noch gehoben haben. Im Liedervortrage zeigte sich der 5 Sänger auf seinem eigentlichen Gebiete; speciell die Lieder von Franz und Lor- ’ Pensen „Es hat die Rose sich beklagt" und „Weißt du noch" gelangen eine • ihm vortrefflich. Das Concert hätte einer besseren Besuches verdient.

Mainz; Fr. Meurer, Hammerwerkstätte „Nettehammer" bei Nenwied- Wcißenthurm; H. Hommel, Kaufmann, Mainz. Verschiedenes: G. G. Wolff Söhne, Großgerau (Palmmchl); E. Schott (amerikanische land- wirthschaftlichc Handgeräthe und transportable Kessel); Justin Zint- qraff (5 diverse Kutterschneidmaschinen, Schrotmühle, Rübenschneid­maschine, Unkrautsamen-Auslese- und Gctreide-Sortirmaschine, eiserne Schiebkarren, eiserne Bockkarren, eiserne Ziegelkarrcn, Schrauben-Ventilator).

III. Abtheilung. Milchwirthschnftliche und Lehr­

mittel . Verein nassauischer Land- und Forstwirthe; Generalsecretär vr. Kl aas; Emil Strauß, Buchhandlung, Bonn; Johann Dettweiler, Wintersheim; Feller & Gecks, Buchhandlung.

Soweit die Urtheile der Prüfungs-Commissionen bis zum Schluffe des Blattes Vorlagen, sind wir im Stande, dieselben hier resu- miren zu können: I. Milch und Milchproducte. A. Milch. Die Commission nennt diese Ausstellung eine anerkennungswerthe und hebt besonders die des Herrn Ferdinand Müller zu Niedernhausen hervor.— B Butter. Das Prädicat „Vorzüglich" erhielten für „ungesalzene, süße Butter von leicht angesäuerten Rahm" und für „Schmalz von süßer Butter" die Zuckerfabrik Althausen, Obcramt Saalgau, Württemberg; für Süßrahmbutter" Herr Heinrich Gräff II. in Monsheim bei Worms; für „süße Sahnenbutter" Frau Therese Meycn in Neuhof (Unterlahn­kreis) Die Urtheile über die anderen Producte dieser Ausstellung variiren zwischen „rein und gut", „gut", „ausgezeichnet", „mittelgut", „sehr gut", „ziemlich gut"; unter diesen befinden sich namentlich: Herr V. Heun, Hof Armada, Herzoglich Nassauische Gutsverwaltung zu Hohenburg, Herr Philipp Baumgärtel zu Biebrich, Herr Franz Blank, Herr Peter Lehr, Herr Chr. Thon, Hof Clarenthal, Herr Heinrich Wintermeyer, Herr Ferdinand Müller, Niedernhausen, Herr Carl Julius Scyd und Herr Wilhelm Thon. Nur bei 6 Positionen figuriren die Censuren „mittelmäßig" rcsp. „gering". — C. Käse. Mit den Prädicaten „hochfein" wurden beiegt: „Flache Delicateffenkäse" des Herrn Blumenauer in Wächtersbach; „Schweizerkäsc 1866" der Herzog!. Nass. Guts Verwaltung zu Hohenburg; „Rahmkäse in Staniol" der v. Dun gern'schm Gutsverwaltung zu Schloß Dehrn; „süßer Barkäse" des Herrn C. Julius Scyd. — „Sehr aut" befunden wurden „Kleine, runde Delicateffenkäse" des Herrn Nie. Ad not Nach­folger zu Blumenau bei Wächtersbach; „Weichkäse" des Herrn F. Müller zu 'Niedernhausen; „Rahmkäse" der Herzog!. Nass. Gutsverwal­tung zu Hohenburg; „Runder Käse" der von Dungern'schen Gutsverwaltung zu Schloß Dehrn; „Handkäse" des HerrnHeinr. Wintermeyer; „Hoch. Alpkäse" des Herrn Carl Patzig zu Frank­furt a. M.; „Weichkäse" des Herrn Schaar zu Hof Gassenbach. Im Uebrigen erhielten die Ausstellungsobjccte größtentheils die Note „gut" und „ziemlich gut", die anderen „mittel", „kaum mittel", „gering" und „zu alt und bitter". — Ueber die in der That imposanten Ausstellungen unserer hiesigen Kaufleute sprachen sich die Prüfungs-Commissionen wie folgt auS: „Die Kaufleute haben Vorzügliches geleistet. Für die Commissiou war es eine große Aufgabe schon, die Käse säuuut- licher Producenteu zu beurtheilen; die der Kaufleute im Einzelnen zu probircn, war unmöglich. Vor Allem zeichnete sich in erster Linie C. Acker, welcher 69 Sorten ausgestellt hatte, von denen ver­schiedene den Preisrichtern selbst noch unbekannt waren, auS. Hieran schloß sich August Engel mit 47 Sorten würdig an. Auch A. S chirg und Franz Blank hatten sehr Hervorragendes geleistet." — I). Sonstige Milchproducte und Hülfsstoffe. Die zur Ansicht gebrachten Butterfarben und Käselab von den Herren L. Ziffer zu Berlin, vr. Moritz Blumenthal zu Berlin und Orobio de Castcro zu Amsterdam bezeichneten die Preisrichter als rein und gut und als Artikel, die sich in Süddeutschland immer mehr einbürgern, da man an­fängt, eine schön gefärbte Butter einer anderen von gleicher Qualität, der es aber an Farbe fehlt, vorzuziehen. Ueber die Güte des von Herrn A. Brunn ausgestellten Kumys aus Kuhmilch vermag die Commission kcm Uriheil abzugcben. — II. Molkerei-Geräthschaften, Mod elle, Apparate und Instrumente 2C. Die Ausstellung allgemein be­kannter Molkerei-Gegenstände des Herrn C. Kühne zu Berlin erhält das Urtheil: Im Ganzen lobenswerth. Der Milchprüfungs-Apparat des Herrn E. Lcybold's Nachfolger in Köln ist empfchlcnswerth; ebenso die Apparate der Herren Gebrüder Dettweiler zu Mainz; gut werden me Kascpressen des Herrn Fr. Meurer zu Nettehammer bei Neuwicd- Wertzenthurm genannt; Butterfässer und Butterknetbretter des Herrn Kauf­mann Hommel in Mainz sind vorzüglich bezeichnet, Herrn E. Schott's amenkamsche landwirthschaftliche Handgeräthe sehr zu empfehlen und trans­portable Kessel anscheinend sehr practisch. — Wie int Jnseratentheile ange- Wen, bleibt die Ausstellung auch noch am morgigen Tage des guten Unklanges wegen, den sie gefunden, geöffnet. Ihr Besuch sei unsererseits Jedermann auf r Beste empfohlen. Ausführliche Cataloge, denen eben- solche Urtheile der Prufungs-Commissionen angchängt sind, werden im Aus- stellungslocalc ä 20 Pfg. verkauft

Sitzung des Amtsbezirksraths statt, in welcher nach Einführung der neu gewählten Mitglieder über verschiedene Unterstützungs- und Concessions- gesuche, sowie Gemeinde-Verwaltungs-Angelegenheiten verhandelt wer­den toll.

* (Der ' Rechenschafts-Bericht des Bürger-Kranken­vereins Hierselbst vom 1. Januar 1879 bis dahin 1880) gibt den Mitgliederstand Ende Deccmber 1878 an auf 530. Ausgenommen wurden im Jahre 1879 11, Summa 541. Hiervon gingen im Laufe des Jahres ab: durch Tod 22, durch Ausschluß 13, durch freiwilligen Aus­tritt 16, zusammen 51, verbleiben Ende Deccmber 1879 490. Der Mit­gliederstand hat sich gegen voriges Jahr um 40 Mitglieder vermindert. — Die Einnahme betrug 8032 Mk. 13 Pf., im Jahre vorher hatte dieselbe betragen 7154 Mk. 97 Pf., gegen 1878 eine Mehr-Einnahme von 877 Mk. 16 Pf. Die Ausgabe betrug im Ganzen 10,103 Mk. 71 Pf., im Jahre porher betrug dieselbe 7113 Mk. 33 Pf., mithin pro 1879 eine Mehraus­gabe von 2990 Mk. 38 Pf. Der Vermögcnsstock des Vereins beziffert sich auf 70 Mk. 83 Pf., der Reservefond auf 4520 Mk., Summa 4590 Mk. 83 Pf. Das diesjährige Vermögen von 1516 Mk. 67 Pf. steht also um 3074 Mk. 16 Pf. unter seiner statutenmäßigen Höhe.

* (Das Landwirthschaftliche Institut zu Hof Geisberg) wird im laufenden Winterhalbjahre von 9 Schülern, welche den II. Cursus besuchen, von 12, welche den I. Cursus besuchen und von 4 Hospitanten frcquentirt. Davon sind 9 aus Wiesbaden, 8 aus dem Amte Wiesbaden, je 2 aus den Aemtern Usingen und Limburg, je 1 aus den Aemtern Idstein, Rennerod und Runkel, 1 aus Frankfurt a. M., 4 aus der übrigen preu­ßischen Monarchie und 1 aus den Reichslanden.

* (Die Vacanzenliste für Militär-Anwärter No. 3) liegt an unserer Expedition Interessenten zur Einsicht offen.

O (Dienstliche s.) Dem Vernehmen nach soll der Königl. Re­gierungs-Baumeister Leithold, z. Z. im Ministerium für öffentliche Arbeiten beschäftigt, unter Beförderung zum Wasferbau-Jnspector wieder nach Biebrich versetzt werden. Bisher waren die Geschäfte der Wasser- Jnspection Biebrich von Frankfurt aus durch Herrn Bauinspector Eck­hardt versehen worden.

KB (Commissarium.) Herr Cataster-Supernumerar Dikob hier- selbst ist mit der Versetzung der Catasteramtsgeschäfte des Catasteramts zu Höchst a. M. während der Dauer eines dem erkrankten Steucr-Jnspector Herrn Krack ertheilten vierwöchentlichen Urlaubs beauftragt worden.

* (Rh einbrücke.) Der „N. Frkf. Presse" schreibt man aus Mainz: „Wie wir vernehmen, soll demnächst eine Bürgerversammlung einberufen und in derselben die Uebersendung einer Adresse an die Mitglieder der zweiten Kammer wegen der Erbauung einer festen Rheinbrücke beschlossen werden. — Heute Morgen war der Verkehr zwischen Mainz und Castel wieder auf längere Zeit unterbrochen. Als nämlich da» Trajectboot der nassauischen Bahn nach Mainz fahren wollte, sprang plötzlich an dem Schiff die Achse, so daß dasselbe auf dem Wasser nicht mehr von der Stelle konnte. Hunderte von Reisenden und Personen, die täglich zwischen den beiden Ufern verkehren müssen, waren daher genöthigt, lx]» Stunden lang zu warten, bi§ das andere Trajectschiff in Dienst gestellt werden konnte. Solche Zustände sind unhaltbar und nur durch eine stehende Brücke zu beseitigen."

* (Verliehen) dem Bergmeister Wenckenbach zu Weilburg der Character als Bergrath.