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Verlag Langgaffe 21

„Tagblatt-Haus".

^Äatt-r-Halle geöffnet von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abendS.

wöchentlich

'L^^b-WLä ÄL'LL Beiwiederhät7r"Änfnähine unveränderter AnzNgrn in iurzen Zwi'ch-nränmrn -nt!pr-ch°nd-r Nachlaß.

Berliner Schriftlcitnng des Wiesbadener Tagblatts: Berlin-Wilmersdorf Gimtzelstr. 66. Fernspr.: Amt Uhllind 450 u. 451.

12 Ausgaben.

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„Tagblatt-Haus" Nr. 6650-53.

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s «nntag, 18. ®Stöber 1914.

morgen - Ausgabe.

Nr. 487. ♦ 62. Iahrgang.

Oer Krieg.

^ Uebcrlebenöen des Rreuzers „l^awke".

^'.^.-B. London, 17. Okt. (Nichtamtlich.) Ein ^Mramm des „Evening Standard" aus Aberdeen Met: 48 überlebende -des „Hawke" wurden o ute früh durch einen Fischda-mpf-er gelandet. Der wurde gestern von einem Torpedo getroffen hTt lank in 6 Minuten. Ter Kapitän des Fischdampfers daß er die Überlebenden gestern nacht von siM.uorw eg i scheu Dampfer übernommen. Sie L n in einem überfüllten Boot geflüchtet. Es vMe nichts getan werden, als die mit Korkwesten auf Heranschwimmenden zu retten.

Einschließung Warschaus bevorstehend?

to. dä. Berlin. 18. Okt. Die „Köln. Ztg." veröffentlicht ein Telegramm, ivonach nach den neuesten russischen .Mppen die Einschließung Warschaus als nahe ^°°rstebend und eine Umfassung der russischen.Flanke Möglich bezeichnet wird.

Der deutsch-österreichische Vormarsch an die Weichsel in russischer Beleuchtung.

u H Petersburg, 16. Okt. Die „Nowoje Wremja" ^e,bt. Wägend der letzten Tage wurde der V o r m a r s ch ^ deutschen Trnvpen an der Weichsel entlang auf Inf ^asitz, die zur Flanke Jwangorod-Sandomir geht, ausge- M- Kleinere Zusammenstöße zwischen den Vortruppen

I ffi-im Freitag zu einem Gefecht zwischen der Vorhut und ..-"^erieabteilung an verschiedenen Punkten zwischen Iwan. itnT. und Sandomrr. Aber am Samstag blieb die Stellung Felde, dort, wo die letzten Zusammenstöße stattfanden,, ^.ändert. Daraus läßt sich annehmen, daß beide Teile tz Gliche Kämpfe vermieden haben. Inzwischen machen wir ^rauch von tzen erhalteiien Informationen und nehmen %!!’« re Position auf. Es ist große Vorsicht in der ung der Streitkräfte aus beiden Seiten not»

neue strategische Lage in französischer Beleuchtung.

,a,^'.T.-B. Paris, 17. Okt. (Nichtamtlich.) Die soziale" erörtert die durch den Fall Antwerpens strategische Lage. Das Blatt glaubt, daß die Ent- C b ung sm Norde n fallen wird. Die deutsche Be- L^ungsqrmee könne nicht so schwach gewesen sein, w m an in Frankreich glauben machen möchte. Gestehe ,3 Me belgische Regierung durch ihre Übersiedelung ti 0 S ~ e Havre nicht ein, daß sie Wader in Ostende k' ln Gent mehr sicher sei? Man müsse die Dinge ün"'tot« sie seien. Die Besetzung Antwerpens sei für (Lf' and ein ebenso schwerer Schlag wie für Belgien.

wisse, daß es, wenn Antwerpen tn deutschen I,?en sei, die Beschießung Londons durch Z ep p -e- Beol® und, eine verstärkte Tätigkeit der Unterseeboote %> o- e englische Flotte gewärtigen müsse. Eine eng- 2 Lüftung erklärt: England werde nötigenfalls ftzgjHionen mobilisieren (?), um die Deutschen kz . (Antwerpen zu vertreiben. Niamand zweifle daran, aber sicherlich besser gewesen, Antwerpen nicht ern 3it lassen.

^le „Zuverlässigkeit" der amtlichen - französischen Berichterstattung.

lich^'"j^B. Berlin, 17. Okt. (Nichtamtlich.) Die amt-

12. ^fcitteikitg der französischen Regierung von:

lkchi7s"cher, 3 Uhr nachmittags, lautet: Auf unserem

Rchgb ^lüael in den Vogesen machte der Feind einen

tohxsucyen Angriff in der Gegend nördlich St. Die,

ab^r zurückgeschlagen. Ein neuer Sieg über

'ihxO-^utschen wurde somit zur Kenntnis des französi-

^ °gebracht.

|teo„ e iah es nun in n" ans«) ^

gebracht.

Am 10. Oktober fiel Antwerpen und diese

irklichkeit mit diesem

^tk^^botschaft ijatte bis zum P e fitt,v" e 3 >n die vordersten Li

Abend des 11..Oktober die vordersten Linien unserer Truppen 'oitnäZv und wurde dort selbstverständlich mit einem K«n Hurra begrüßt. Auf dieses Hurra setzte «W r . ~ " " ' '

toben

tokl>ns "uf französischerSeite etwa 27 Kilometer langen ?rschn. ?ln heftiges, aber unschädliches Gewahr- und Nett* CUer Mn, das etwa eine halbe Stunde an- M« J: So sah in W a h r h e l t der „amtlich verkün- - Cd, ..bau St. Diä aus.

a-'Otolspiel dafür, wie unsere Feinde aus begretf- fttotodEm^cht vor der Wahrheit selbst solche Meldungen Ah ent utachen suchen, die wir ihren eigenen Blät- §>k sK^Äwen, bieten verschiedene rilssische Zeitungen. Nähr»» en. die deutsche Presse legt ein eigenartiges u an, uni den Nachrichten aus Rußland und Ukih o den Charakter großer Unglaubwürdigkeit zu Sie lassen die russischen und englischen U«vtz„ ^^uge sagen, die in diesen Blättern niemals ^tois^u haben. Es wird hinzugefügt, daß es mit sehr schlecht bestellt sein müsse, wenn un

ere Presse zu solchen Mitteln greise. Wenn dieser Vor­wurf wider -besseres Wissen erhoben wird, können wir ihn mit Verachtung strafen. Bericht er aber auf gutem Glauben, so beweist er nur, daß unsere Feinde ihre eigenen Blätter sehr oberflächlich lesen. Bei der immer wieder von neuem erwiesenen Unglaubwürdig- keit ihres Inhalts kann man -das allerdings recht gut verstehen.

Der übliche französische amtliche Tagesbericht.

W. T.-B. Paris, 17. Okt. (Nichtamtlich) Amtlich wird gemeldet: Auf unserer Linken dauern die heftigen- Kämpfe an. In Dpern halten wir uns. An gewissen Stellen haben wir Boden gewonnen und haben vermutlich Laventie, öst­lich von Estcoires tn der Richtung Lille, besetzt. Van -den übri­gen Teilen der Front ist kein nennenswerter Zwischenfall, außer einem fruchtlosen Angriff der Deutschen tm Gebiet von Wataneourt, nrwdtvestlich von Verdun, zu melden.

Ein erlogenes neues englisches kjilfskorps.

W. T.-B. Stockholm, 17. Okt. (Nichtamtlich.) Nach einer Blättermeldung aus Rotterdam ist in O st e n d e eine große englische Transportflotte mit neuen Trupp e n angekommen. (An gustänütger Stelle wird diese Nachricht als frech erlogen be­zeichnet. D. Schriftl.) Die Ausschiffung gehe in -großer Eile vor sich, damit die Truppen sich mit den Tvü-mmern des englisch-belgischen Heeres und den fran­zösisch-englischen Truppen, die bis Dpern vorgedrungen sind, vereinigen können. Die gesamte verbündete Armee an diesen: Punkte würde dann eine Viertelmillion zählen. Sie soll einen schnellen Angriff gegen den deutschen rechten Flügel richten. Die Bevölkerung von Calais flüchtet, von einer Panik ergriffen, aus Furcht vor dem deutschen Angriff. Ein englisches Geschlvader kreuze zum Schutze der Küste zwischen Dünkirchen und Calais.

Englands Vesorgniffe wegen der Gärung unter den Mohammedanern.

lid. Rotterdam, 17. Okt. Die Londoner Presse fängt nun­mehr an, sich eingehender mit der panislamitischen Bewegung zu befassen, deren Gefahren nicht zu unterschätzen seien. So habe man sichere Nachrichten, daß sowohl die Eingeborenen in Algier als auch in Marokko bereits wüßten, daß die Deutschen bereits ganz Nordfrankreich besetzt hielten. Auch gäre es in Tunis, Ivo bei Djeünl ein Pulverturm in die Luft gesprengt wurde. Dteldungen aus Biserta zufolge sollen durch Erpiosioncn auch die Befesti-gungswerke von Djebul zerstört worden sein. Mehrere hundert französische Soldaten und 21 französische Zivilbeamte wurden dabei ge­tötet. Die französische Regierung ist um so mehr davon über­zeugt, daß sie es hier mit der Tat fanatischer Mohammedaner zu tun hat, als wenige Tage später die Nachricht von dem Attentat auf die Brüder B u x t o n eiutras, das bekanntlich von einem Türken verübt wurde. In Fez, Agadir,, T-arudant, Mogadir und anderen marokkanischen Städten werden unter den Marokkanern, trenn sie z.um Markt kommen, Zusam­menrottungen beobachtet.

Die Rückkehr der aus Belgien geflüchteten Deutschen.

W. T.-B. Berlin, 17. Okt. (Nichtamtlich.) Nachdem ganz Belgien von deutschen Truppen besetzt und es der deut­schen Verwaltung gelungen ist, nach den Kriegswirren wieder geordnete Verhältnisse herzustellen, macht sich bei den aus Belgien geflüchteten Einwohnern der begreifliche Wunsch b merkbar, dort die friedliche Arbeit wieder aufzu­nehmen. Dieser Wunsch wird bei dem deutschen General­gouverneur kräftige Unterstützung finden. Da aber der Bahnbetrieb Belgiens sich bisher nur auf Militärzüge erstreckt, wäre es falsch, auf gut Glück die Hin- und Rückfahrt anzntreten. Alle Personen, die nach Belgien zurückkehren wollen, werden daher gut tun, sich an die Beratungs­stelle für die deutschen Flüchtlinge in Köln, Negierungs­gebäude, Zeughausstraße, zu ivenden, die im Einvernehmen mit den zuständigen Eiscnbahnbehörden und dem General­gouverneur in Belgien die Rückleitung der Flüchtlinge in die Hand genommen hat. Jeder, der dieses Vorhaben hat, erhält an dieser Stelle bereitwilligst^ Auskunft, ob für den in Be­tracht kommenden Teil Belgiens die Rückkehr bereits zulässig und erwünscht ist und wie er sein Ziel am besten erreicht.

Die deutsch-holländische Vereinbarung, betreffend Rückkehr der Klüchtlinge.

hd. Hang, 17. Okt. (Ktr. Bin.) Die holländische Regie­rung hat bei den deutschen Behörden die Rückkehr der Flücht­linge nach ganz Belgien erzielt,-ausgenommen die Dienst­pflichtigen. Die Neigung zur Rückkehr ist bisher gering, da die Leute den Versprechungen der Deutschen nicht trauen. Auch wollen die belgischen Bahnbeamten nur dann den Dienst aufnehmen, wenn die belgische Negierung damit einver­standen ist.

hd. Rotterdam, 17. Okt. Ein Vertrauensmann des Antwerpenrr Magistrats überbrachte nach Rosendaal eine Proklamation des deutschen Gouverneurs, in der den Flücht­lingen freie Rückkehr angekündigt wird. Von allen Seiten wird gemeldet, daß jetzt, wo ganz Belgien in deutschen Händen ist, die deutschen Diilitärbehörden überall das größte

Entgegenkommen zeigen und den freien Verkehr tat­sächlich nicht behindern. Andererseits sperrten die Deutschen nunmehr die ganze Grenze, so daß neuer Zuzug von Flüchtlingen nach Holland unmöglich ist. Der „Nieuwe Notterdamsche Courant" meldet aus Breda, daß außer «ee- brügge auch B l an ken b e r gh e und Heyst an der See­küste besetzt wurden.

Die letzten Russen in Ungarn.

W. T.-B. Budapest, 17. Okt. Aus Marmaros-Schiget wird gemeldet: Die aus Marmaros vertriebenen russischen Truppen, die bei Hahao eine Stellung bezogen hatten, wurden gestern von unseren Truppen g -e s ch l a g e n. Die flüchteten in der Richtung -auf Körosmecö, wobei sie von unseren Truppen verfolgt wurden. Eine gegen Körosmecö fliehende feindliche Abteilung, -deren Gesamtstärke auf etwa 4006 Mmin geschätzt wird, ist Me letzt -e, die sich noch auf ungariichem Ge­biet befindet. In den Wäldern kann es höchstens noch ver­sprengte Bruchstücke der russischen Einbruchstruppen geben, die, wo immer sie auch auf unsere Patromll-en stoßen, sich ergebem

Lin russikch-türkischer Flottenzusammenstotz?

M. Sofia, 17. Okt. (Ktr. »In.) Meldungen aus Varna besagen, baß gestern vonmttag dort sta^r Kanonendonner aus der Richtltng Konstantza hörbar gewesen sei. Auch heute vernahm man Öen Donner großer Kanonen von -der Seeserte her. Man vermutet, daß es zu Zusammenstößen zwischen rust:)chen und türkischen Schiffen gekommen ist.

Don Bezirksrabbiner Dr. Kober.

Die ersten Wochen des Krieges haben -in den Kämp­fern wie in allen Schichten der Bevöllerung eine Be- geistermtg ausgelöst, wie sie in der Geschichte fettest vor- bommen dürfte. Trotzdem die Söhne, Gatten und Brüder in das Feindesland zogen, die Sorgen der Zu- cückgobliebenen wurden vom Jubel der Siogesnachrtch- ten ü-bertönt, die -in fast ununterbrochener Reihenfolge bei uns eintrafen. Noch immer verlassen Mannschaften, welche die durch Tod oder Verwundung cnfftandenen Lücken ausfüllen sollen, frohgemut singend, mit Blumen und Fähnchen geschmückt, -die Heimat; aber dafür sind zahlreiche Verwundete -bei uns eingekehrt und zeigen, wie die langen Listen der Gefallenen, alle -die Schrecken des Krieges.' Nicht mchr so schnell auföi-nander folgen -die Siögesnachr-ichten, nicht mchr so laut wie im An­fang ertönt -das Jatrchzen des Volkes. Bei manchem hat'sich -die anfängliche Begeisterung wesentlich abge- kühlt und die Sorge über die nicht abzusehende Dauer des Kampfes eingest-ellt.

So -wenig es aber angelst, „immer begeistert zi: söm, selbst nicht, wenn man ausreichende Gründe dazu eigent­lich immer aufs neue hätte", so sehr bedarf das inensch­liche Herz, ähnlich wie -der Baum, der Bewässerung. Durch traurige Eindrücke wird -es welk und unfrucht­bar Nur -durch freudige und ermunternde Ereignisse kann es zu kräftigen und edlen Entschließungen ange­regt werden. . „ . .

„Freude heißt d>e stcrcke Fever «In der ewigen Natur, ,

Freude, Freude treibt die Raver In der großen Weltenuhr."

Wie aber schaffen wir uns diese Freude, die uns gerade gegenwärtig bei der Fülle der an uns hevan- tretenden Pflichten nicht verloren -gehen darf? Hierbei erweist sich die Zeit, die wir durchleben, als die beste Lehrnteisterin. Die Vergnügungen und Genüsse, für die so viele sonst des Lebens ganze Kraft und Tätigkeit in Bewegung setzten, die für sie den einzigen Retz des Lebens bildeten, haben ihre Anziehungskraft gegen- wärtig verloren oder mindestens viel davon eingebüßt. Es gilt die Freude wieder da sucheii, wo sie auch früher gefunden werden konnte, wenn inan nur ivollte — in dem innigen Zusammenleben mit den Unsrigen, im Kreise der Fainilie, in edler Geselligkeit, bei der nicht das lukullische Mahl die Hauptsache ist, sondern Ge- danken von Kraft und Tiefe, würdig unserer Zeit, an- geschlagen werden, in der Lektüre solcher Werke, die des Geistes Fülle und des Lebens Gehalt offenbaren.

Die wahre, echte Freude will errungen, verdient, aus der Tiefe geschöpft sein. Deshalb sollten wir auch für -die viAm Pflichten dankbar sein, -die uns jetzt gegen unsere tasffer-en Krieger im Felde, ihre An-gchörigen zu H-ails und gegenüber -den Verwundeten erwachsen sind. Geht uns doch -auch in -ihrer Erfüllung die richtige Er­kenntnis über die Stellung von Freude und Leid zu­einander auf.

Irdische Freude und irdiscqes Leid, so lehrte schon immer -die Religion, können nur Mittel sein, -um die Zwecke eines heiligen, unendlich weisen Meisters un. ser-es Teils zu fördern und ihm so zu -dienen. „Am Freudentage sei. wohlgemut und anl bösen Tage laß deine Augen aufwärts gerichtet sein, beides hat Gott