«eite 6
Wiesbadener Lagblair.
No. 29?
Tages-Kalender.
Heute Donnerstag den 18. December. Mbcheu-Zeichnenslhule. Vormittag» von 10—12 Uhr: Unterricht. Kurhaus ju Wiesbaden. Nachmittags 4 Uhr: Concert. Abends 8 Uhr: Soiröe der Rainer'schen Concert-Sänger-Gesellschaft.
Läcilien-Nerein. Abends 71/» Uhr: Probe für Sopran und Alt. kewerdtilhe Abendschule. Abends von 8—10 Uhr: Unterricht. Wachen-Zeichnenschule. Abends von 8—10 Uhr: Unterricht.
Minneraesana-verein. Abend» 8V, Uhr: Probe.
Königliche Schauspiele.
Donnerstag, 18. December. »7. Vorstellung. (47. Vorstellung im Wonnement.) Fidelio.
Große heroische Oper in 2 Alten von H. Treitschke. Musik von L. van Beethoven. (Große Ouvertüre (No. 3) in c-d»r zur Oper „Leonore" von L. van Beethoven. Personen:
Don Fernando, Minister..........Herr Klein.
Don Pizarro, Gouverneur eine» StaatSgefängnisses . Herr Massen.
Florestan, ein Gefangener..........Herr ßebeter.
Leonore, seine Gemahlin, unter dem Namen Fidelio . Frl. Voigt.
Rocko, Kerkermeister . . . .........Herr Siehr.
Mayelline, seine Tochter ..........Frl. Muzell.
Jaquino, Pförtner .............Herr Warbeck.
Ein Hauptmann.............Herr Pallat.
Mer I Staatsgefangener Domewaß.
Staatsgefangene. Offiziere.Wache. Volk. — Die Handlung geht in einem spanischen StaatSgefängnisse einige Meilen von Sevilla vor.
Anfang «'/, Uhr, Ende gegen » Uhr.
Uebermorgen Samstag: Zum Erstenmale: Capitolin.
Curhaus zu Wiesbaden.
Donnerstag ben 18. December Abends 8 Uhr:
Einmalige Soiree
der durch die „Gartenlaube", „lieber Land und Meer" re. rühmlichst bekannten Rainer'schen Concert-Sänger-Gesellschaft
unter Leitung de» Herrn Ludwig Rainer aus Achensee (Tyrol). Programm.
_ I. @ljtil:
1. Chor: „Dachstein-Marsch" von Aspoth.
2. Duett r ./Erinnerung an Achensee" von G. Leser.
Frl. Therese Prantl und Frl. Gusterl Hofer.
8. Walzer-Herda von Decker-Schenk.
II. TIM:
4. Nationallied mit Jodler.
5. Tenor-Solo mit Jodler: „Von meinen Bergen muß i scheiden." Herr Johann Brixner.
6. Ernst und Scherz, Potpourri von Therese Prantl.
III. Weil:
7. Sopran-Solo mit Chor: „Sehnsucht nach Tyrol" von Leopold Knebelsperger.
Frl. Johanna Hofer.
8. Solo: „Der Sennerin Burgei ihr Jodler in ihrer Jugend al» Sennerin auf der Alm, als Frau und Mutter und in ihrem späten Alter als Großmutter."
Frl. Gusterl Hofer.
9. Chor: „lieber Berg und Thal."
IV. Weil:
10. DaS Echo im Gebirg: Wenn auf dem höchsten Fels' ich steh'!"
11. Bast-Solo r „Im tiefen Keller fitz' ich hier."
12. H^inHerz, ein Sinn", vorgetragen auf dem Holz, und Stroh- Frl. Gusterl Hofer.
Zum Schluß:
Volkslied: „Mein Oesterreich."
Frl. Johanna Hofer und Herr Johann Brixner.
Locales und Provinzielles,
Schröder aus
. “ (Ex amen.) Der gestern stattgehabten Prüfung zweier Kandidaten der Theologie wohnten zum ersten Male die Herren Decan S tö ckicht M St. Goarshausen, Pfarrer Michel aus Weilburg und Pfarrer (m Hachenburg als Vertreter der nassauischen Bezirkssynode bei.
— (Bewerb eschule.) Der Weihnachtrarbeiten wegen wurde die Sonntagszeichenschule für dieses Jahr bereits am 14. d. Mts. geschlossen und wird mit der Abendschule am 19. c. ein Gleiches geschehen. Der Merrlcht wird in der Sonntagszeichenschule den 4. Januar und in der Abendschule den 5. Januar k. I. wieder beginnen.
m (Neues Adreßbuch.) Die Herren Regierungs - SecretariatS- Beamten Russart und Knop dahier beabsichtigen, etn Staats- und ,v.°^"r-"al'Adreß-Handbuch für den Regierungsbezirk Wiesbaden pro 1880 tn ähnlicher Weise tote das von dem Erstgenannten und dem verstorbenen Regierun^-Secretar Gast eher pro 1879/80 bearbeitete herauszugeben. Da «Mi» .«iemna dieses Unternehmen als für den öffentlichen Dienst berbÄs«ne» mn»n dem Gesuche der Herausgeber um Mittheilung Mtsprochen"w^d" Materialien seitens der betreffenden Behörden thunlichst
* (Patent.) Für das deutsche Reich ist ein Patent auf einen felbst- thätigen Auffüll-Apparat für lagernde Fässer dem Herrn Dr. H. Weidenbusch hierselbst ertheilt worden.
— (Kaiserlicher Auftrag.) Die Hofoptiker Herren Gebrüder Röttig (Neue Colonnade) sind mit der Lieferung mehrerer Barometer ftfr Se. Majestät den Kaiser nach Berlin betraut worden.
\i — (Zur Nachahmung.) Die Stammgäste der Wirthschaft zur «Stadt Frankfurt" haben zum Besten der Armen eine Pfennigsammlung veranstaltet, die bis jetzt schon ein sehr schönes Resultat lieferte. Diese Collecte wird bis Weihnachten fortgesetzt und ist ihr Zweck der, am heiligen Abend wirklich bedürftigen hiesigen Armen eine Unterstützung zu Neu werden zu lassen. Im Laufe dieser Woche wird zu Gunsten dieses schonen Vorhaben» sestens verschiedener Herren in dem Locale der „Stadt Frankfurt" ein geselliger Abend veranstaltet werden und ist man dabei der Ueberzeugung, daß wohl jeder Schoppentrinker auch gerne einen Pfennig für die Armen spendet.
— (Städtisches.) Die in der Parkstraße vor dem Hause des Herrn Eckhardt-Fould ausgesetzten Lindenbäume (ea. 20 Stück) sind in die neuen Anlagen bei der Dieteumühle an die Stelle, wo der zukünftige Hirschpark errichtet werden soll, verpflanzt worden.
— (Eisweiher.) Gestern wurde mit dem Wiederfüllen des kleinen Weihers am warmen Damm durch die Wasserleitung begonnen; doch werden sich die Schlittschuhläufer uoch einige Tage gedulden müssen, weil es immerhin nicht sehr schnell geht, bis die erforderliche große Wassermasse dem Weiher angegangen fein wird.
* (Immobilien-Versteigerung.) Bei der freiwilligen Versteigerung des den Erben der Joh. Friedr. Häuser Eheleute gehörenden Hauser, Spiegelgasfe No. 8, blieb Herr Heinr. Häuser mit 20,000 Mark und auf die beiden Aecker von 52 Ruthen 12 Schuh im „Hasengarten" Ir Gewann und von 27 Ruthen 63 Schuh „Schöne Aussicht" Br Gewann derselbe mit je 700 Mark Letztbietender. — Auf den zur Schreiner Adam Keller'schen ConcurSmasse gehörenden Bauplatz von 7 Ruthen 90 Schuh an der Herrngartenstraße und auf das zur Dreher Th eod. Sch neid er'schen ConeurSmasse gehörende Wohnhaus, Hochstätte No. 25, erfolgte kein Gebot.
O (V l e h stau b.) Am 1. December l. I. befanden sich im Bereiche unserer Stadt mcl. Clarenthal 798 Pferde und 481 Stück Rindvieh < , * (Hum letzten Brande.) Wie uns nachttaglich mitgetheilt wird, hat sich bei dem Brande tm Joost'schen Hause am Kranzplatz bei Arbeiter Brack, tn ber Fischhandlung beS Herrn Hoflieferanten F. C. Hench, in rühmlicher Weise hervorgethan. Er war ber Erste, ehe die Feuerwehr erschien, der sich mit großer Gefahr in den brennenden Raum wagte, einige ihm von einem Badhausbesitzer am Kranzplatz übergebene Becker'sche Feuerlöschdosen warf und so zunächst zur Dämpfung des entfesselten Elementes beitrug. Ern solch' mutbiges Vorgehen verdient öffentliches Lob.
L8 (Dienstnachrichten.) An Stelle der als Feldgerichtsschöffe» auSgeschiedenen Herren Georg Wintermeyer und Heinrich Wilhelm Dörr m ,Sonnenberg sind die Herren Philipp Carl Wintermeyer und Wilhelm Fill zu Sonnenberg vom König!. Amtsgericht dahier als solche^ernannt und m dieser Eigenschaft verpflichtet worden.
m. (Diebstahl.) Vor einigen Tasten wurden aus einem Hause zn Bierstadt verschiedene Kleidungsstücke gestohlen, als: Hosen, Röcke rc. rc. Auf den des Diebstahls verdächtigen Mann wird polizeilich gefahndet
= (Eisgang.) Die Verbindung zwischen Castel und Mainz ist, da sich augenblicklich eine Eisdecke bildet, unterbrochen, wenigstens ist eine Er- laubniß noch nicht ertheilt, um auf dem Eis die Stadt Mainz zu erreichen.
* (Frankfurter Oberbürgermeisterwahl. Auch bei der erneuerten Oberbürgermeisterwahl zu Frankfurt a. M. wurde in erster Linie Herr Oberbürgermeister Miquel von Osnabrück mit 42 (4 weiße Zettel) und in zweiter und butter die Herren Hr. Hamburger und vr. Hurnser mit je 46 Stimmen zur Präsentation für den Oberbürgermeifierposten gewählt.
K««st und Wissenschaft.
(JuleS de Swert) hat soeben eine längere Concertreise beendigt, welche reich an Ehren und Erfolgen für den geschätzten Künstler war. Speziell m Leipzig, woselbst Herr de Swert in einem Euterpe- Concert al» Cornpomst wie als ausübender Künstler auftrat, begegneten ihm die lebhaftesten Sympathien. Kein Violoncellvittnos ist uns bekannt" — schreibt u. A. das „Leipziger Jntelliaenzblatt" - „der in Bezug auf Größe des Tcm^ und Kühnheit der Technik mit ihm ritialifiren konnte. Das Servals'sche Adagio und den übertragenen Schubcrt'schen „Moment musical*, den der Künstler auf stürmisches Verlangen wiederholen mußte, werden totr kaum von einem anderen lebenden Violoncellisten in solcher Vollendung zu Horen bekommen." Eingehender noch bespricht der Musik- Referent der „Leipziger Nachuchten" Herrn de Swert's Künstlerschaft; das genannte Blatt schreibt: Herr JuleS de Swert führte als Spieler sein neuestes Concert für Violoncello (No. 3, D-moll), als Dirigent das Vorspiel zu seiner demnächst in Frankfurt in Scene gehenden Oper „Die Albi- genser" vor, (An unserer Buhne scheint dieses an musikalischen Schönheiten und poetischen Intentionen so reiche Werk ganz m Vergessenheit gerathen zu sein und glauben wir im «l"ne vieler Opern-Freunbe zu sprechen, wenn wir eine baldige Wiederaufnahme der „Albigenser" an dieser Stelle befürworten. D. Red.) In beiden diesen Composttionen zeigte er sich nicht nur als gewaMer Tousetzcr, sondern überhaupt als ein Künstler, 1 dessen Berns zum Schaffen überzeugend uns entgegentritt. Im Vorspiel
