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No. 283 Expcditto«: Langgsfle Ro. 87.__Seite 7

Gegenstände zur Bolzmalerei

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Bedarfsartikel & Bequisiten

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Tages-Kalender.

Heute Dienstag den 2. December.

Mädchen-Zeichnenschule. Nachmittags von 2—4 Uhr: Untmcicht.

Gewerbliche Modellirschule. Nachmittags von 8—7 Uhr: Unterricht in dem

Atelier des Herrn Bildhauer SchieS, Dotzheimerstrahe 18,

Kurhaus zu Wiesbaden. Nachmittags 4 und Abends 8 Uhr: Concert. Gewerbliche Abendschule. Abends von 8—10 Uhr: Unterricht.

MLnnergesanq-Verein. Abends 8st- Uhr: Probe.

KSnigliche Schauspiele.

Dienstag, 2. December. 225. Vorstellung. (36. Vorstellung im Abonnement.) Der Troubadour.

Große Oper in 4 Akten. Nach dem Italienischen des S. Cammerano von H. Proch. Musik von Joseph Verdi. Personen:

Der Graf von Luna Herr Philippi.

Gräfin Leonore, Palastdame Frau Rebicek-Löffler.

Acuzena, eine Zigeunerin..........Frl. Resch.

Manrico ...............Herr Peschrer.

Fernando, Anhänger des Grafen Luna .... Herr Siehr.

Inez, Vertraute der Gräfin Leonore .....Frl. 'Engel.

Ruiz, Anhänger des Manrjco........Herr Rebe.

Ein alter Zigeuner............Herr Dornew atz.

Em Bote Herr Zapf.

Gefährtinnen Leonoren's. Diener des Grafen Luna. Anhänger und Bewaffnete des Grafen Luna und Manrico's. Krieger. „ Klosterfrauen. Zigeuner und Zigeunerinnen. — Die Handlung spielt theils in Biscaja, theils in Arragonien rot Anfänge des 15. Jahrhunderts.

Akt 3: Großes Tauz-Divertiffement. (Zigennertänze.)

1. Ensemble-Tanz, ausgeführt vom Corps de ballet.

2. Sevillana, ausgeführt von Frl. Balbo.

3. Ensemble-Tanz, ausgeführt Vom Corps de ballet.

4. l”as bongrois, ausgeführt vom Corps de ballet.

5. La Pandaretta, ausgeführt vom Corps de ballet.

6. La Bohemienne, ausgeführt von Frl. Balbo und Frl. Heller.

7. Variation serieuse, ausgeführt V0N Frl. Balbo.

8. Galopp, ausgeführt von Frl. Balbo und dem Corps de ballet. Anfang «st- Uhr, Ende nach » Uhr.

Morgen Mittwoch: Hamlet.

Bseales mrd Provinzielles.

* (Schöffengericht.) In der gestrigen Sitzung des Schöffengerichts wurde das Urtheil in der Privatklage des Redacteurs des „Israelit" zu Mainz gegen den hiesigen Bezirksrabbiner wegen Beleidigung durch die Presse von dem Amtsgerichtsrath Herrn Leiduer in , Gegenwart der Schöffen und eines zahlreichen Auditoriums verkündigt. Hiernach wird der Beklagte freigesprochen und dem Kläger als unterliegender Theil die Kosten des Verfahrens zur Last gesetzt. Die wornehmlichste Frage, die sich das Gericht bei der sonstigen klaren Lage der Sache vorgelegt hatte, war die, ob dem Beklagten der §. 193 des Strafgesetzbuches (Wahrung be­rechtigter Interessen) zur Seite stehe. Es wurde hierbei erwogen, daß er in dem ineriminirten „Eingesandt" zunächst nur das Interesse der Mitglieder seiner Gemeinde wahren wollte; daß er aber einen Mißbrauch der chm zuzusprechenden Befugniß zu den fraglichen Acutzerungen begangen habe, konnte ebenfalls nicht angenommen werden, wenn damit auch nicht verkannt werden soll, daß die von ihm gebrauchten Ausdrücke scharf und schonungs­los gewählt sind. Insbesondere wurde vom Gericht angenommen, daß der Beklagte bona fide gehandelt habe und nicht bestritten, daß derselbe bei seiner Stellung und nach seinen Kenntnissen in der mosaischen Lehre die ver­schiedenen Behauptungen in der „Annonce", wie namentlich über die Her­kunft der fraglichen Früchte aus der sogenannten heiligen Stadt Jaffa für unwahr halten kann, da eS bei dem Anpreisen derselben folgeweise auf eine Geldspeculation berechnet war. Alles dies zusammengefaßt, folgert da? Gericht, daß der Beklagte nicht die Absicht gehabt, den Kläger zu belei­digen und er mit Recht sich auf den §. 193 des Strafgesetzbuches berufen kann. Aus diesen Gründen mußte, wie geschehen erkannt werden.

— (Wiesbadeuer Lehrerverein.) Die am verflossenen Samstag Abend stattgefundene Versammlung des Wiesbadener Lehrervereins erfreute sich eines recht zahlreichen Besuches. Herr Werner, Lehrer an der Muster­schule in Friedberg an der Wetterau, sprach über die von ihm erfundene Lese- und Rechenmaschine als neues Lehr- und Veranschaulichungsmittel. Er erläuterte seine Ausführungen an einem Modell derselben (st- der wirk­lichen Größe), dessen Vorderseite verschiedene Farbentafeln, sowie eine Vor­richtung für die Regenbogenfarben zeigt, beides, um „bei den Schülern den Farbensinn zu wecken. Im Innern der Maschine können durch Hebelvor- rtchtungen verschiedene Anschauungsmittel (Eier, Stopfen, Nüsse, Kugeln rc.) gezeigt werden, um das Rechnen (Zusammenzählen, Abziehen, Vervielfachen) insbesondere für schwach begabte Schüler zu erleichtern. An Stelle dieser Anschauungsmittel treten hiernach Buchstaben und Ziffern auf dreiseitigen Prismen. Redner zeigte an dem Znsammenstellen der ersten, wie leicht das