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Expedition: KäirggMe As.

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Welch eilt Unglück!" ries die Herzogin händeringend in ihrem Zimmer aus und ab gehend.Und"

Welch ein Unglück!" ries Sir Richard im entgegengesetzten Flügel des Palastes, ebenfalls mit großen Schritten sein Zimmer durchmessend. ,

Und obgleich sie Beide an die Violetta dabei dachten, meinten sie mit dem Unglück doch ganz verschiedene Dinge. (Forts, folgt.)

Loealxs rr«d Provinzielles,

? (Schwurgericht. Sitzung vömlS. Sept. Dreizehnter Fast.) Im October 1878 wurde von dem Königl. Amtsgericht zu Königstein der Concurs über das Vermögen des Peter Scherer II. zu Schwalbach erkannt und Letzterer Wit ferner Ehefrau zur -Offenlegung des Vermögens und Ableistung des Mänifestatibnseides auf den 5. November v. I. ge­laden. In diesem Termine wurde Beiden der Stockbuchsauszug über rhre Immobilien, sowie ein Verzeichniß der Mobllien bekannt gemacht, worauf sie erklärten, daß sie außer den darin aufgezählten Vermögensgegenständen nur noch zwei Forderungen: an Hoffmann und Messerschmidt zu Ober- höchstadt hätten. Beide leisteten sodann, nachdem sie zuvor über die Be­deutung des Manifestationseides unterrichtet und vor dem Meineide ver­warnt waren, den chnen auferlegten Eid ab. Es scheint aber, daß der Angeklagte eine ihm an die Sparkasse zu Schwalbach. zustchende Forderung von 14 Mark verschwiegen hat. Als in den ersten Tagen nach Ablerstung des Eides der Masserurator Fischer im Hause des Angeklagten erschien, um das Inventar zu revidiren, ist die Forderung bei der Sparkasse auch in das Nachtragsverzeichniß Nicht ausgenommen worden. Der Angeklagte gibt an, er habe jenes Guthaben völlig, vergessen anzugeben, obgleich er die Einlage nur kurze Zeit vor der Eidesleistung gemacht und etwa. 8 Wochen nach dieser, als Verhandlungen über die Aufhebung des. Cbncursver- fahrens tat Gange waren, dieselbe sich theilweise hat zuruckzahlen lassen. Der Angeklagte ist nach dem Ausspruche der Herren Geschworenen schuldig, einen ihm auferlegten Eid ans Fahrläffigkeit falsch geschworen zu haben. Der Gerichtshof verurtheilte ihn zu einer Gefängnißstrafe von 8 Monaten und verfügt dessen Verhaftung. Die Staatsbehörde war durch den Herrn Assessor Möllenhoff vertreten und Herr Justizrath v. Eck hatte die Verteidigung des Angeklagten übernommen. (Heute Verhandlung gegen die Ehefrau des Franz May dahier wegen Kuppelei und gegen den Schneider Joh. Heinrich Caspary von Diedenbergen wegen Ver­brechens gegen die Sittlichkeit.) ,

? (Berufungskammer. Sitzung vom 19. Sept.) Zu dieser Sitzung hatten sich zahlreiche Zuhörer eingefunden. Die vorgestern in der Untersuchungssache gegen den hiesigen Trödler Martini wegen Vernichtung einer Urkunde geladenen, jedoch ohne genügende Entschuldigung fehlenden drei Entlastungszeugen werden in eine Geldstrafe von je 3 Mark genom­men nnd dann zu ihrer Vernehmung geschritten. Dieselben, ein Tapezirer von hier und dessen Ehefrau, sowie ein Schirmmacher von Offenbach, jetzt Buchhalter bei dem Angeklagten, sind auch auf ihre jetzigen Aussagen hin nicht vereidigt worden, und beschließt der Gerichtshof, dem Anträge des Herrn Oberstaatsanwalts Starke gemäß, die Berufung des Angeklagten zurückzuweisen; weil indeß genügender Grund zur Annahme vorliegt, der­selbe sei fluchtverdächtig, wird dessen sofortige Verhaftung und Abführung in das Gefängniß verfügt. Uebrigens ist bei dieser Gelegenheit dem Trödler Martini ein weiterer Haftbefehl wegen der Beschuldigung der Verleitung zum Meineid zugestellt worden.

Q (Communalständisches.) Der Herr Oberpräsident Freiherr v. Ende machte vorgestern einen Abstecher von hier nach dem Rheingau, besichtigte die Heil- und Pflege-Anstalt auf dem Eichberge und stattete dann auf Schloß Vollraths bei dem Herrn Schloßhauvtmann Grafen Matnschka-Greiffenklau einen Besuch ab, woselbst er längere Zeit verweilte und Abends hierher zurückkehrte. Gestern hat sich derselbe nach Camberg begeben, um das dasige Taubstummen-Jnstitut, ebenfalls wie Eichberg der communalständischen Verwaltung unterstehend, zu besichtigen, und soll von da die Rückreise nach Cassel stattfinden.

KB (Wahlcommissär.) Für den dritten Bezirk zur Abgeordneten­haus-Wahl, bestehend aus dem Landkreis Wiesbaden, ist der Landrathsamts­verweser, Herr Graf Matuschka dahier, als Wahl-Commissarius von Königl. Regierung ernannt worden. Die Wahl selbst soll wieder, wie früher, in Hochheim, als dem am meisten in der Mitte des Kreises gelegenen Orte, stattfinden.

* (Forstliches.) Der Verein der deutschen forstlichen Versuchs­anstalten, welcher alljährlich mehrere Sitzungen hält, tagte gestern Morgen unter dem Vorsitze des Herrn Oberforstmeisters Danckelmann (Ebers­walde) in dem Sitzungssaale der Königl. Regierung dahier.

4= (Vereidigung.) Gestern wurde bei dem hiesigen Landrathsamte Herr Jean Drase.r als Beamter der Hessischen Ludwigs-Eisenbahn erblich verpflichtet.

? (Der Bau der neuen Gewerbeschule,) bekanntlich seit Juli d. I. vom Gemeinderath und Bürgerausschuß unter vorläufiger Gewäh­rung der bereits budgetmäßig für denselben vorgesehenen Summe von 5000 Mark genehmigt, sollte nach den in den genannten Körperschaften laut gewordenen und allenthalben getheilten Wünschen alsbald, spätestens aber noch in diesem Herbste begonnen werden, nm namentlich auch zahl­reichen beschäftigungslosen Arbeitern noch vor Eintritt des Winters einigen Verdienst zu verschaffen. Wir wissen freilich nicht, ob der bis jetzt leider unterbliebene Beginn der Arbeiten durch inzwischen etwa eingetretene uu-

A«s dem Reiche.

* (Der Kaiser) wurde nebst Gefolge in Carlsruhe, wo der Kaiserliche Zug Mittags gegen 12 Uhr am vorgestrigen Tage,eintraf, von einer großen Volksmenge begeistert empfangen. Nach emem tm Restdenz- schlosse dortselbst eingenommenen Frühstück erfolgte um 1 Uhr tue Abreise nach Straßburg. Die Großherzogin schloß sich in Carlsruhe, die Kaiserin in Oos dem Kaiserlichen Zuge an.

* (Der Kaiser im Reichslande.) Aus Straßburg, 18. Sep­tember, wird berichtet:Nachdem Kanonendonner von den, Festungs­wällen die Ankunft des Kaisers gemeldet, trafen der Kaiser, die Kaiserin, der Kronprinz, die Großherzogin von Baden nebst hohem Gefolge um 3 Uhr im Bahnhofe ein. Zur Begrüßung waren anwesend: der Ober­präsident v. Möller, Bezirkspräsident v. Ledderhose, Bürgermeistereiverwalter Back, General v. Fransecky und Gouverneur Schkopp, sowie sämmtliche Generäle und Abtheilungschefs. Auch der Großherzog von Baden, feit gestern hier anwesend, war erschienen. Im Bahnhofe war eine combimrte Ehrencompagnie aufgestellt, die eine Hälfte derselben bestand aus Bayern, die andere Hälfte aus Sachsen, Württembergern und Braunschweigern. Bei der Einfahrt präsentirte die Mannschaft, die Musik spielte die National­hymne. Im Empfangssalon überreichten Fräulein Schkopp und Fräulein Bauer der Kaiserin und der Großherzogin Bouquets. Vor dem Bahnhof nahm der Kaiser das Destlse der Ehrencompagnie, ab, schritt dann die Front der aufgestellten Kriegervereine entlang, nut Vielen freundliche Worte wechselnd und stieg hierauf mit der Kaiserin in einen vierspännigen offenen Wagen und fuhr bei prächtigem Sonnenschein unter Glockengeläuts, brau­sendem Jubel und Hochrufen in die festlich geschmückte Stabt nach seiner Wohnung tat Bezirkspräsidium, wo die höhere Töchterschule und die Frauen- Jndustrieschule Aufstellung genommen hatten und, Bouquets und Kom- bButten warfen. Im "zweiten Wagen befanden sich die Hofdame Gräfin Brandenburg und Graf Lehndorf, tm dritten Wagen der Großherzog und die Großherzogin von Baden, im vierten Wagen der Kronprinz und der Kronprinz von Schweden. Lebhafte Hochrufe wurden dem Feldmar­schall Graf Moltke. Um 4 Uhr findet Familiendiner, um 8 Uhr großer Zapfenstreich statt." r ,.. m ,

* (Die Hebung desGroßer Kurfürst".) Nach den btS zetzt gemachten Erfahrungen hält die Kaiserliche Admiralität daran fest, daß auf emen Erfolg der Bemühungen des Herm A. L entner,m London, der bekanntlich contractlich die Hebung des gesunkenen Panzers tm, Auftrage einer englischen Gesellschaft übernommen, zur festgesetzten Beendtgungszett seiner Operationen aber noch keinen Anfang hatte, kaum zu rechnen ist. Dennoch hat sie, wie man hört, den am 15. d. M. abgelaufenen Contract mit dieser Gesellschaft fernerhin verlängert.

vorhergesehene.Hindernisse veranlaßt ist, glauben aber bei dem bielseitiaeü Interesse für die Inangriffnahme des ttt Rede stehenden Baues dte An­gelegenheit öffentlich hiermit in Erinnerung bringen zu sollen.^ -

* (Nach Jugenheim) reiste gestern Morgen Herr Probst Ta- tschaloff, abermals in Beglestung des Sängerchvres der hiesigen russischen Kapelle, zur Abhaltung eines Gottesdienstes bet der russtschen Kaisen».

? (Besitzwechsel.) Herr Friedrich Carl Bergmann und Frau Th Hirsch Wwe. haben einen Acker von 10 Ruthen an der Parkstraße für 5000 Mark an Frau Staatsrath Grimm verkauft.

? (Immobilien-Versteigerung.) Bet der Versteigerung, des dm Erben des ^erstorbenen M H. Rispel gehörendeü, dtt der OWtMArM gelegenen Wohnhauses blieb Herr Heinrich Ntspel von Bdckenhetm nut 30,000 Mark Letztbietender. r,rL .

? (Verhaftet) wurde ein Hausbursche eines htestgen Geschäftes,, der sich mit vier Lehrlingen in Verbindung setzte und durch diese dte feinem Prinzipal gestohlenen Sachen anderweit hat verwerthen. lassen ...

? (Gefänglich eingeliefert) wurde tm hiesigen Krelsgenchts- gefängniß ein in Eberbach detinirter Strafgefangener, der nut dem Kinde eines dortigen Gefangenenaufsehers unzüchtige Handlungen vornahm. ,

? (Mißlungener Raub auf all.) Anfangs dieser Woche fuhr em in Weilbach wohnender Curgast von Hattersheim dorthin.zurück, als plötzlich drei bis jetzt noch unbekannte Individuen au das Gefährt heran- kameu, die sicherlich einen Straßenraub versucht haben würden, wen» der Kutscher nicht so rasch wie möglich seine Pferde tn Galopp gesetzt und dadurch den Strolchen das Nachsehen gelassen hatte.

Kunst und Wissenschaft.

* (Königliche Schauspiele.) Die erste Aufführung von Wagner's Meistersingern" auf hiesiger Bühne ist auf Sonntag den 28. Sep­tember festgeseA. Die Aufführung beginnt Nachmittags 5 Uhr und dauert, da die Oper vollständig und ohne jede Streichung gegeben wird, über fünf Stunden. Die Hauptrollen der Oper ftnbmtt Frl. Voigt (Eva) den Herren Lederer (Walter), Siehr (Pogner) Massen (HansSachs), Philippi (Kothner), Warbeck (David) und Rudolph (»ecfmefto Befett r e r = @ ß n g r c6) Trinkhalle zu Baden-

Baden wurde am 17. d. M. das Auskunfts-Bureau der Mitglieder des Congresses der deutschen Naturforscher eröffnet. An demselben Tage erschien auch die erste Nummer desTageblattes", nämlich des Blattes, welches während der gänzen Dauer des, Kongresses veröffentlicht wird. Die erste Liste der au dem Congreß theilnehmeuden Naturforscher und Aerzte begreift schon 444 Namen. Man schätzte, daß wenigstens 2000 Gelehrte sich an diesen friedlichen Festen betheiligen werden.