Nr. 485.
«Samstag, 17. Oktober 1814.
Arrsbaderrer EaMirtt»
KerÄe Steuern einführen ähnlich denjenigen in euro- Glichen Ländern, denn gegenwärtig gäbe es mit Aus- f^chme der Zölle keine Abgaben für Persien. Das Auch werde dann Wer bedeutende Reserven für den Mll des Bedarfs verfügen. Der Schah bemühe sich ständig, die türkisch-persischen Beziehungen en-ger zu ge- iwlten. Ein Beweis dafür sei die Verleihung des Höchen Ordens an den türkischen Botschafter Affin, der Wenfalls eifrig daraufhin arbeite, brüderliche Bande ölvischen beiden muselmanischen Regierun- 6en zu knüpfen. Dank der Bemühungen Assins be- Mnden gegenwärtig, h e r z l i che Beziehungen und es Wi klar, daß die beiden benachbarten Länder durch Re l u Sion und gemeinsame Interessen verbunden
Zukunft brüderlich nebeneinander leben würden. Persien benötige heute vor allem eine Armee. Gegen» ^ärtig arbeite eine besondere Kommission zu diesem hwecke. Persien werde bald eine reguläre Armee ln Stärke von 30 000 Mann haben. Das Land werde ourch den gegenwärtigen Krieg sehr gewinnen.
,^kdam" hebt die Bedeutung der Erklärungen des Prinzen Mirza Riza hervor, die von den Ottomanen nls gutes Vorzeichen für die Beziehungen zwischen den Ariden Ländern ausgenommen würden. Das Blatt ist «er Überzeugung, daß zwischen der Türkei und Persien ^ine unerschütterliche Brüderlichkeit auf- Serichtet wird.
für Bulgarien der weg nach Mazedonien frei wird.
bä- ©ofla, ,16. Okt. Die fortgesetzt einlaufenden Nachächten über unerhörte Greueltaten serbischer Soldaten an ^hlgaren in Mazedonien erregen hier die größte Ber- Witterung. Die Forderung der Nationalisten werde» immer dringlicher, die Regierung möge doch zur Befreiung der mazedonischen Stammesbrüder eine Aktron unternehmen und m Mazedonien einrücken. Die nationalistische „Campana" fordert neuerdings die Regierung auf, ihre schwankende Haltung aufzugeben und die Mazedonier zu befreien. Es wäre die größte Verirrung, anzunehmen, daß Rußland jemals der Vereinigung aller Bulgaren zustimmen werde. Mazedonien Esse mit Waffengewalt erobert werden. Sobald Rußland, dieser Beschützer der serbischen und griechischen Henker, in den Ebenen Polens zerschmettert sein inerde, werde sich auch das Schicksal aller unter dem uner- ifäglichen russischen Joch seufzenden Völkerschaften entscheiden, Das ist das Schicksal der Mazedonier. Dann U>ird Rumänien Bessarabien besetzen und für Bulgarien der Weg nach Mazedonien freigemacht werden.
Die serbischen Greuel in Mazedonien.
W.T.-B. Sofia, 16. Oft. (Nichtamtlich.) Wie die Blätter, darunter die halbamtliche ..Rarodni Prawa", melden, nehmen tie serbischen Greuel in den Bezirken Gewegli, Jstip, Doirna, Pabowischte und Naleschewo eine ungeheure Ausdehnung an. In Udowo wurde kürzlich ein Türke, in Bedschet Tsausch zwei Bulgaren und in dem Dorfe Sere- Menin (Bezirk Gewgeli) eine Bulgarin gekreuzigt. Hier herrscht darüber große Erregung.
Ein Lieg der aufständischen Mazedonier über die Serben.
W.T.-B. Wien, 16. Oft. (Nichtamtlich.) Die „Südslawische Korrespondenz" meldet aus Sofia: Bulgarische Blätter veröffentliäzen Berichte über einen entscheidenden Sieg, den die Aufständischen bulgarischen Maze- donier bei Koprülü gegen serbische Truppen und serbi- sche Komitatschis errungen haben. In diesen Kämpfen sei der serbische Bandenckres. Iwan Babnuski, der Präsident der Narodno Obrana in Mazedonien, gefallen.
Nachtrag aus der 43. Verlustliste-
Abkürzungen : verw, — verwundet, leichtv, = leicht ver.
wundet schwerv — schwer verwundet verm — vermißt aei — gefangen )
^ndwehr-Fnfanterie-Regimeni Nr. 80, Wiesbaden und Mainz. , 1. Bataillon.
(Laveline und Töte de Behouille am 3.. La Croix am 3. und 6.. Roßberg am 6. und 6. 9. 14.)
1 Komp: Saüptm Remv (Bendorf) tot; Unteroff. ßchinüt (F iedberg) tot: Unteroff Uh ich (Neubwusen) tot : wüeroff Panne (Nabmer) tot: Wehrm. Dombrower (Fvairk- ^rt a. M ) tot: Wehrm Singott (Neuwied) leichtv.
2. Komp • Off Stellv Hoepfner (Worms) tot: Ofi-- r-tellv. Geißle- (Waldenburg) verm.; Unteroff vom Dahl
Rauch über den russischen Stellungen. Weiter nördlich können '?it ein paar pon unfern feuernden schweren Batterren ent» decken.
, Ihr Feuer verstärkt sich und rollt jetzt fast ununter- "rochen.
, Die Ställe sind leer. Im Pferdestall treiben sich zwei ärnde Klepper halfterlos herum. Ein kleines Stallgebaude
(Remscheid) tot: Unteroff. Frobberg (Rochlitz) leichtv.: Unteroff. Pocher (Droyßig (leichtv.: Gew Wüst (Frankfurt a.MO leichtv.: Wehrm. Martin (Eberbach) schwerv.: Wehm. Wrllm (Heiligenstein) leichtv: Wehrm. Müller lerchtv; Wehrm. Meher (Albersloh) leichtv.: Wehrm. Schmidt (Gavltngen) lmchtv 3. Komp.: Unteroff. Müller (Grube Eonco:bia1 tot. Wehm. Grosch (Weisenau) tot: Wehrm Hltze (Langschwv) tot: Vizefeldw, Günther (Frankfurt a M.) Mverv.. Gest. Dittmanu (Sangerhausen) schwerv; Gefc. Bach. ^stterscho . mattenwag) schwerv.: Wehrm. Diehl (Wallcabenstein) lerchtw, Wehrnr. Koller (Rödelheim) schwerv: Wehrm- .^nnappel (M Eckeuaw) leichtv: Wehrm »artenfels. 1 (N,ed«-Meistngen) schwerv.: Wehm. Krauser (Schwanbnm) leichlv^: Weh.m- Lacalli (Sossenheim) leichtv: Wehrm MoöS <Sossenheim)
leichtv: Wehrm Oerter Mergentheim) s«w^rD, Wehrm
Remstng (Schneppenbach) lerchtv: Wehrm Äl*' bach) schwerv.; Wehrm. Zorn (Allenberg) lmchtv. ^h-M. Baumann (Fvauendorf) verm: Wehrm. Bollrug (Altenhagen) verm.: Wehrm. Schmölze (Zweibrücken) .Perm. -
4 K o m v - Leutn d R. Konze (Hunfold) tot, Wehrm. Steimer (Beau-St. Maclin) tot; Unteroff. Oppermann
(Hattingen) schwerv.: Wehrnr. Schnuth 2 l^^S^rm) leichtv., Wehrnr. Bauer (Sindlingen! schwerv: Gest. Kreinberg (Langenstück) leichtv.; Unteroff. Rosenthak (Wetzlar) verm., Weh.m. Bröcker (Sonneborii) verm.
2. Bataillon.
(Stab • Leutn u. Adj Alt (Frankfurt a. M.) sKwerv .
5 Komp Hauvtm. d. R. Frhr. Marschall v WebersteiN
(Marburg) sKvervft Lmtn Knast (Batavra «us Java^sch^rv Oßi-Stellv König (Mrstern) tot; Off.-«rettv. iivvr
(Zehdeneck) schwerv.; Off-Stellv Machest (Momberg) schwerv. Unteroff Le (Schovversbof) tot; Wehrm Falthnskr
(Schebitz) tot: Wehrm. Grge (Hankwfen) tot: Wehrm Renner
(Rmnershausen) tot: Wehrm. Swgf.wd (Mmnz) tot Wehrm. devt (Griesbeim) tot: Wehrm. Schreck (Oberndors) toi,
Wehrm. Schubert (Sonneberg) tot: Unteroff Mandel (Klmn-
Breidenbach) schwerv.: Gefr vlbrw (Do^olzhausen) scbwerv^ Geft. Staudtke (Frankfurt a M.) schwerv.. Gen. ?swE (Sandwein) schwerv; Gefr Lochhcms (Metzlos) leichtv., (^esr- Maff (Hn-zogemveiler) schwew.: Gefr Kerlrng (Solm)
schwerv ' Wehrm Rindermann (Grisleden) schwerv.; Wehrm. Graß (Kleinviecht) leichtv: Wehrm. Hudmann (Ztuttgast)
leichtv ■ Webrm Löw (Wildenau) leichtv : Wehrm Feldnmhs- (Sectenhwufen) lstchtv : Wehrm. Obeste (Framersbach) leichtv; Wehrin Holcmd tWilmeuail) leichtv: Wehrm. Hofmann (Mittelgarn) leichtv.: Wehrm. Wennicher (Münsterappel)
lstchtv- Wehrm Rehen (OAxich) lstchtv.. Wehm Schomd fRaunberg) leichtv.: Wehrm Schnabel (RothenEg) leichtv . Wehrm. Weickel (Kressenbach) leichtv: Wehrm. Zinn (Maar) leichtv - W-Hrm. Bauchast (Sachs-enhcmsen) ^lerchtv: Zeldw- Meyer' (Westerhurg) leichtv.: Wehm. Michel (Eicholsdost)
tot- Webrm Pflügei.- (Elbersheim) leichtv.
1 6 Komw: Oberleutn « Komp -Führer Walter k^rbna) tot- cieutn d L. 1 Hapt (Illederschönhansen) leichtv: Wehrm Olenhaus '(Schöllkr'vven) leichtst: Wehm Wies (Spielberg! lstchtv.: Webm. Mmiz (Burladingen) leichlv., 0^014)
(Oberneisen! leichtv: Webrm Tbist (schwetghcriisen) leichtv. Wehrm Seil (Kstffel! leichtv.: Wehrm wüstst Lindeuau! leichtv.; Wehrm. Wallen,tein lEibiugen) leichtv. Wstwm Suba- (Ottenhöfen! leichtv : Wehrm. ^Weir^ (Griesheim)
leichtv: Feldw. Woer (Herzfeld! tot: Wehm. Sckmstr (Dehrn! tot: Webrm Stelz (Kleestadt) wr: »ta g Ä’, ftrst a M ! tot: Wehm Hof (G-dern) tost Urckewff Ow-mm (^ernousselA) ^ot: f?eldw. Naumann (Plottendn 7 ) icvwe^v.. S S (BückenÄ leicbiv.: Unteroff Hammen lmchtv.
7 Komp.: Off. Stellv Naumann schst'Drv , Unte ost Nöll (Kreuznach) tot: Wehm Meng (Beulbach) tot: Wehm.^ Ranler (Neustadt) tot: Unteroff. Remmsl (Lmburg) leichtv, Unteroff. Staab (Oberhessenbach) leichtv. _ ,
8. Komp : Unteroff. Reichest schwerv !. -
. ru-pir Windff'br leichtst: Gefr. Eiaenbiod leichtv ,
Gest Kraus leiÄV.: Gefr Ravvelt leickiv: Wehrm. Scl-ambicr leichtv.: Wehm Himmestch leichtv: Wehrm. HiMMisti ,
Webm. Baste leichtv; Wehrm. Krebs leichtst: Wehrm Koch leichtv: Webm. Rina leichtv; Wehm Webrru Gräser leichtv.: Webm. Becker 2 Leichtv.. Wehm. Weber leichtv.: Wehm. Hotz vem.
3 Bataillon.
9 Komp- Leutn. d L Schastf (Gießen) tot; Off.-
M».- S-ÄAS’ EDN
.Kaiser (Siedlinahcmsen) schiverv; Wehrm Fmnkenststn (Medstar) schlverv: Wehrm Vmgt (Menhellenfeld^ .derw . Wehm Wienecke (Hüster) leichlv : Wehm. Elend (Weißbeni) lstchtv - Webm Franke (Müschede) leiL 4 st: Wehm. Goebst (AmtßkMffen) vestv.: Unteroff. Mcmnß (Msthmai'--! vevm.
ly K o m v. - Lvutn Steiner (Zeitloff! tot: Wegm. ^Lenze (Bremer) tot: Wehm Wittel-er (RöfeuheM tot; Offiz-stellv Müll (Sterkradc) schwerv: Gest. Fuß (A'edst-ßstld), leichtv.: W-Hrm. Wegener (Meschede) leichtv: Webm «cb,nieheck
(Gmelsbem! leichtv: Wehrm. Runte (Obsvmarsberg) leichtst: Webm Kaiser (Volkstnahauwn) leichtv: Unteroff. Eigges-
bäm^r (Oelde) vem: Unteroff Gutmann (Somborn) verm.
11 Komp.- Wchrm. Gottwald (Greffsenberg) leichtv; Wehm BoMeq ' (Brilon) schwerv; Wehm HemeS..leichtst; Webm Witftba (Ober-Leschen) vcrw: Wehm Mnudelein (Brilon) schwerv; Wehm Livvest (Bretzenheim) schwo-v.; Wehm Hstmgnn (Neheim) schwerv.; Webm Oehl lGonsenheim) leichtv.; Wehrm. ZenS (Neheim) leichtv.; Unteroff. Tull- mann (Radlinghausen) verm.
. - einen zweiten Ausgang mit Ausblick auf die Ebene. Wir Men dicht an der Mauer unter dem niedrigen Strohdach..
dem kleinen Garten davor blühen Astern.
. Der Hügel fällt hier steil ab. Eine Granate krepiert an iänem Fuße. Es ist sehr sonnig, fast warm. Wenn das o^uer auf eine kurze Weile schweigt, hört man das Sausen Hnes großen Käsers, der drinnen fortwährend gegen die meibe stößt. ...
Der Abhang vor uns und rechts neben uris ist das Ziel °°n russischen Scharfschützen. Gestern wurde einer der Urigen getroffen. Das scharfe Tektek des Gewehrfeuers "Mat sxtzt auch auf. Die Vorposten scheinen Fühlung zu ™6en. Auch von weiter nördlich klingt lebhaftes helles Oe» »nattev herüber.
Aus dem Hof. ans einem alten Großvatersessel, sitzt ein ^istosfizier und löffelt aus einem mächtigen Kochgeschirr cUhnerbouillon. Es gibt fette Hühner dort. Wenn er eim
-iv zwischen zwei Löffeln Suppe macht, summt er ein M. Halblaut. Ich kann die Worte verstehen, weil ich die " !eI °bie kenne.
r . »Und ein bißchen Rotwein . .
" % einen Löffel.
(5 . »Und ein bißchen Braten . . r ’-’Ct einen Löffel und fährt unvermittelt fort: m,. »Bloß weg'n das Schmderassa, schinderassa, bum." ^wder ein Löffel.
Dann seufzt der Mann tief auf. Schüttelt den Kopf und mit seinem leeren Geschirr in die Richtung der Schützen-
=H9as-™*«is>!a«»!!
Wieder bei der Mühle.
Wir müssen u,is eilen. Die Zeit mahnt, unser Magen übrigens auf einmal auch.
Es geht wieder im Gänsemarsch. Ein Kollege, der einen Augenblick zurückbleibt, hört ein pfeifendes Geräusch neben sich. Eine russische Gewehrkugel.
Wir gehen doch lieber in der Mulde weiter und kommen an den verstreuten kleinen Erdhütten vorbei, in denen, meist breit grinsend, die Verbindungsleute sitzen. .
Über uns in sehr großer Höhe zieht ein Flieger. Die außerordentliche Höhe, die er über unseren Positionen hält, läßt auf einen Russen schließen. Seine Beobachtung aus dieser Entfernung wird nicht gerade besonders wertvoll sein. Wie mir auch ein Lycker Bürger ein Croquis zeigte, das er von einem russischen Flieger gefunden hatte und das geradezu naiv aussah.
Als unsere Pferde antrabten, berstärrte sich dre Kanonade noch mehr. Wir konnten den Grund vermuten, da aber die Operationen noch nicht beendet sind, ist nichts darüber zu sagen. . „
Wir konnten uns nur mit Freude überzeugen, daß unser Zentrum in dem mächtigen Artilleriekampf nicht litt, daß aber auf russischer Seite die Wirkung unseres Feuers erheblich gewesen sein muß. Die r-rssische Vorberertung für den Jnfanterieangriff war also völlig mißlungen.
Die Einordnung des Gefechtstages, den wir dankbar miterleben dursten, in den Zusammenhang der Kämpfe auf der hundertfünfzig Kilometer langen Frontlinie muß späterer Zeit Vorbehalten werden.
Wir trugen mit nach Hause den unverlöschlichen Eindruck stillen und schlichten Heldentums, das seine Schuldigkeit tut mit Selbstverständlichkeit und einem fast heiteren Ernst. Man sieht die deutsche Zukunft trotz schwerer Zeiten- sorge hell und schön, wenn man /aus den deutschen Schützenlinien kommt. Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter
Morgen-Ausgabe. Erstes Blatt.
Seite 3.
12. Komp.: Wehrm. Volke! lErndtebmck) tot; Wehrm.
Hoffmeister (Bochc-ld) tot: Unteroff. Frank (Wande.rthausen) scklwew.; Unteroff. b. L. Honmghausen) lerckckv.: Usttecoff-
Hofftnann (Brilon) verw.; Gefr. Wellies (Horste)
Weh m. Born (Harmerz) schwerv.: Wehrm. Unverzagt (P>Er- bach) scklwerv.: Wehrm. Busch (Gerbsted-t) leichtv; Wehrm. Hackler (Oberndorf) schwerv.: Unteroff. Roth (Reulbach) verm.; Unteroff. Hoffmann (Schmallenberg) leichtv.
6us der 30. Verlustliste.
S. Bataillon der Garde-Ersatz-Brigade. Spandau., ,
(Herrnienst am 1., Rehainviller am 4. und 5. und gmumbntS am 9. und 10. 9. 14.)
Gefr. Müller (Mville) schwor».; Greu. Heinrich Schluck (Wiesbaden) schwerv.
Infanterie-Regiment Nr. 88.
2. Bataillon, Hanau.
(Heilles vom 6. bis 10. 9. und Reims vom 18. bis 20. 9 14.)
Gefr. Gerharz lÖberlahnstein) leichtv.; Musk. Gastmer (Mebinch) leichtv.; Musk Müller (Salz) schwerv: Musk.
Barth (Schmitten) leichtv.: Musk. Augstem (Ostrich) leichtv.; Musk, Westenberger (Obevursel) leichtv.
Sanitäts-Kompagnie Nr. 1 des 18. Armeekorps, Darmstadt. (Haus am 13. 9. 14.)
Krankenträger Retzel (Aulhausen) vermißt fest Zwrück- lassung hei Verwundeten.
Reserve-Samtäts-Kompagnie Nr. 18. des 18. Rescrprkorps, Darmstadt.
(Bmarville am 15. und Servon am 16. 9. 14.)
Geft Heinrich Betz (Wiesbaden) schwerv, Reserve-Lazarett Nr 69 des 18. Reservekorps, Darmstadt. (Valnit, am 7. 9. 14.)
Militärkrankenwärter d. R. Seelbach t Langendenibach) vermißt seit Überbringung einer Meldung nach Givandpre am 6. 9. 14. _
Berichtigung früherer Verlustlisten. Füsilier-Regiment Nr. 80. Wiesbaden u. Bad Homburg v. d. H.
Hauptm. Frftc. v. Willisen (Karlsruhe) ist nicht tot. sondern verwundet.
Ku§ Ztadt und Land.
wlssbadener Nachrichten.
ttriegsfürforge der nassauifchen Eewerbeverekne.
Der Zentralvorstand des nassauifchen Gewerbevervins hat in einem an die Vorstände der Ortsvereiriie gevichteten Rundschreiben diesen eine nröglichst ausgedehnte Kriegs- fürsorge dringend empfohlen und besonders darauf hingewiesen, daß größere Teile der Vereinsvermögen zu diesem Zweck flüssig gemacht werden können. Diese Anvegungen srnd auch durchiveg von den Vereinen befolgt worden. So hat u. a. der B i e b r i ch e r Lokaloerein 1500 für die Kriogsfürsorge bewilligt, wovon 800 M. an den Ortsausschuß abgeliefert wurden und die restlichen 1000 M. zur Verfügung des Vorstands bleiben. Montabaur bezahlt jedem Mitglied die Hälfte des ersten Anteils für die Kriegsverstcherung und erläßt allen Mitgliedern, welche im Feld stehen, bis zur Rückkehr die Böi- träge. Weilburg versichert seine Mitglieder, die Söhne im Feld haben, bei der Nassauifchen Kriegsversicherimg mit einem Anteil. L a n g e n s ch w a l b ach bewilligte für Zwecke des Roten Kreuzes 50 M. und stellte weitere Beträge in Aussicht. Alle Verein'Knritglieder bleiben von allen für die Zeit vom April bis Oktober d. I. fälligen Beiträgen befreit. 50 M. wurden dem Vaterländischen Frauenverein für die Einrichtung eines Kindergartens bewilligt. Nassau a. d. L. will sein ganges Vermögen für die Angehörigen der bei den Fahnen stehenden Bereinsmitglieder verwenden, und znnächst sie oder die Ernährer von Familien, deren HaushaltungK- vorstand Mitglied ist, mit je einem Anteil bei der Nassauischen Kriegsverstcherung einkaufen. Der Verein in Eppstein stellte 200 M. für Unterstütznngszwecke bereft. Den in Not geratenen Vereinsmitgliedern wird weiter der Beitrag sowie das Schulgeld erlassen, und von den am Krieg teilnehmenden Mitgliedern werden BereinSbefträge überhaupt nicht erhoben. Bierstadt überwies 50 M. der Kinderschule, 25 M. der Sammelkasse für die Angehörigen der Kriegsteilnehmer, 25 M. dem Roten Kreuz. Mitglieder haben außerdem zahlreiche Beiträge an Geld und Naturalien zur Verfügung gestellt. Biedenkopf erwirbt siir die einyezogenen Mitglieder oder Söhne von Mitgliedern je einen Anteil bei der Kriegsverstcherung. Limburg verwendet aus Ersparnissen 200 M. zur Beschaffung von VersichernngsanteUen rnifc für die Uirterstützung von indireft durch den Krieg geschädigten Mitgliedern. Bei der Erhebung der Vereinsveiträge,, wird eine Samnrelbüchse mitgeführt zum Zweck der Unterstützung von im Feld stehenden Mtgliedern. Flörsheim verwendet 50 M. zur Unterstützung besonders bedürftiger Angehöriger der im Feld stehenden Mitglieder. Der Lokal-Gewerbeverein in Löhnberg überwies dem Ortsausschuß des Roten Kreuzes 100 M. Rüde sh ei m hält 50 M. zur Verfügung für ins Feld ziehende Mitglieder. Den Angehörigen sind Unterstützungen in Aussicht gestellt. Vereinsmitglieder im Feld sind bis auf weiteres von der Zahlung der Beiträge befreit. C a u b kauft seine Mitglieder mit einem Anteil in die KriegS- versicherung ein, wandte dem Vaterländischen Frauenveroin 100 M. zu find überwies den Ertrag einer freiwilligen Sammlung mit 59 M. sowie einer Uhr der Sammelstelle unser« Handwerkskammer. In E m s bewilligte d« Verein 500 M. zum Einkauf seiner etwa SO 'Kriegsteilnehmer in die Lebensversicherung sowie zu Unterstützungszwecken. Den am Krieg teilnehmenden Mitgliedern ist der Beitrag vom 1. Juli bis zum Kriegsende erlassen. Wehen hat 200 M. dem Roten Kreuz überwiesen und versichert seine einbernsenen Mitglieder mit je einem Anteil bei der. Nassauischen Kriegsversicherring. Der Verein in Hör n a u hat vier Mitglieder im Feld. Vorläufig stehen 70 M. bereit zur Verteilung an ihre Angehörigen. Schmitten endlich versicherte seine sämtlichen im Feld stehenden Mitglieder und gewährt ihren bedürftigen Angehörigen Unterstützungen.
Das teure Dbst.
Von sehr geschätzter Seite erhalten wir die folgenden Ausführungen, die in den Berbraucherkreisen allgemeine Zustimmung finden werden: ..Zu Ihren Ausführungen im gestrigen Mo-rgenblatt über »das teure Obst" und den Vergleich zwischen Wiesbadener und Büdingener Obstpreisen gestatte ich mir als eifriger Obstkonsument folgendes zu bemerken. Wir Wiesbadener haben im Anfang die Einrichtung der verschiedenen Ob st Märkte mit Freuden begrüßt, da wir der Ansicht wcmen, es werde hi« eine Einrichtung geschaffen, welche Produzenten und Konsumenten in gleicher Weise diene. Anfänglich schien e§ so, als wenn sich dieser Gedanke verwirklichen sollte, die Preise waren nicht übertrieben, und die Ware war mit vereinzelten Ausnahmen
