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feliaitfiifr Tsgblstt.

'"aS? wöchentlich {Sb* 12 Ausgaben. ^ jJSlV,

^-tt-rchalle geSffnet C 8 uÄrgen* bis 8 Uhr abend«. WÜU^IUUUJ ^ » Bon 8 Uhr morgen- bis 8 Uhr abends, außer Sonntags

Mugs.Prrj?. für beide Ausgaben: 70 Psg. monallich. M. 2 - vierteljährlich durch de» Verlag »Mße LI. ohne Brinzerloli». M. 8. vierteljährlich durch alle deuricheu Postaustalten. ausschließlich ueugeld. Bezugs-Bcstellungen nehmen außerdem entgegen: in Wiesbaden die Zweigstelle Bis- «ak.r. t V.'9 19 - sowie die Ausgabestellen in alle» Teilen der »tatst: in Biebrich: die dortigen Aus- ^ltellen und in den benachbarten Landorten und im Rheingan die betreffenden Tagblatt-Träger.

Tagblatt-HauS" Nr. 6650-53.

Bon 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends, außer Sonntag».

Anzeiarn-Prcis fiir die Zeile: 15 Psg. sür örtliche Anzeigen im ..Arbeitsmarkt" und ..Klemer Anzeiger" in eltideitlicher Satziorm: 20Pfg. in davon abweichender Satzausjührung. sowie sur alle übrige» örtliche» Anzeigen' so Psg. sür alle auswärtigen Anzeigen: l Mt sür örtliche Reklamen: 2 Mk. sür auswaMge Reklamen. Ganze, halbe, drittel und viertel Seiten, durchlauseiid.ach besonderer Berechnung. Bei wiederholter Ausnahme unveränderter Anzeigen in kurzen Zwischeiiräuinen entsprechender Nachlaß.

f f < ^j' r e g : e « ; ^ ll B g i ^ ^ | n 3 itta^ r Berliner Schriftleitu,lg des Wiesbadener Tagblatts: Berlin-Wilmersdorf Güntzelstr. 66, F-crnspr.: AmtUhland 450 u. 451. Tagen mid 'Mähen wir^?eme Ge?väli?Ä?nmnmen!

^Mstag 17. Oktober 1914.

Morgen- Kusgabe.

Nr. 485. - 62. Iahrgang.

Der Rrieg.

Die Lage in Tvarickan.

Züchtlinge aus dem Westen. Ein Arbcitcraufstand wegen Lebensmittelnot?

Li.

^ .

Krakau, 16. Qkt. (Erg. Drahtbericht. Ktr. Bln.) .heute hier eingctroffcne ZeitungWarschauer

lj^ier" bringt die Meldung, daß Warschau von^Flücht ^tl

Ausbruch einer Hungersnot bevorstche. Die

"us Westrußland überflutet ist. In der dir » harscht großer Mangel an Lebensmitteln, so daß

tz,, ^^rnittrlpreise sind von solcher Höhe, daß die Stim- Arl? ch der Arbeiterschaft äußerst erregt ist und ein Litera uf st and täglich erwartet wird.

Rotterdam, 16. Okt. (Eig. Drahtbcricht.Ktr.

) Als die deutschen Trust','.-» sich Ostende näher- bhh die Engländer schon teilweise ein geschifft ^.teilweise nach Süden abgezogen. Die Über- ^ ^.dcr belgischen Armee waren nach Südwesten ab- j»^chrert. In der Nähe der braüantischen Grenze ver- immer noch einzelne belgische Abteilungen die suchen, zu belästigen. Gestern sind zwei solcher Itj IrfcS, im ganzen 121 Mann, über die Grenze ge- 1,1 .*2 und interniert worden. Der Dienst im Küchen Grenzbahnhos Eschen wird von deutschen u e s o l d a t e n versehen. Einer ist am Schal­ls tl,t zweiter als Kontrolleur, zwei auf der Lokomo- ,! ^»d xin weiterer als Schaffner tätig.

österreichische Genugtuung über die russische Nieder!«-e bei Iw«N"orod.

, T.-B. Wien, 16. Oft. (Nichtamtlich.) Die Blätter

^mußetr mit lebhafter Genugtuung die Z u r ü ck- jju.^lung von acht russischen Armeekorps auf der {J? Jwangorod-Warschau durch die deutschen und das Erscheinen der Deutschen vor Dichau. DasDeutsche Volksblatt" sagt: Es ist nach q^oer Sache ein ungeheurer Erfolg, der die

m c i

u 1 amen Operationen unserer und der deut-

kj-,2 Armeen in außerordentlich günstigem Sinne be d. Mi en muß. Der si egge krönte Generaloberst »(Sudenburg har mit diesem neuen, ans einer »^ordentlich ausgedehnten Front über die russischen !j. re errungenen Siege einen neuen unvergäng- tz,' ° n Lorbeer um seine Heldenstirn gewunden, e 17 », in kjolland durch die vielen Klüchtlinge.

kto'

,str.

Okt. (Eig. Drahtbericht.

Belgien nach Holland

Ktr.

der

Rotterdam, 16

Die Flucht aus ... 4.»,.»,

i[ü2! l r l . ,c Rottcrdamsche Courant" schabt die Zahl der di^-i/ugc heute bereits ans 1 % Million- hat in lte ? Holland eine stets wachsende Not Drusen. Trotz wiederholter Aufforderung ist von üksjx '^uckflnt der Flüchtlinge nichts zu merken. Der V' ü °it Roscndaal nach Llntwersten abgefcrtigte Zug l>»r ,, 2 ^chk 350 Reisenden besebt, unter denen sich so- viele Deutsche und holländische Händler, Gc- »ks L^Ornde 11 sw. befanden. In Blissingen kann in !lki>8,s5"'le kein Unterricht stattfiuden, weil die Schul- stvn Flüchtlingen überfüllt sind, tr. Die Verfolgung der Feinde nn der Küste.

«kg Amsterdam, 16. Okt. Die ZeitungNienw van

JefofeSfl meldet 'aus Brügge vom 15. Okt.: 20 060 Deutsche S e ut stch in Maldegham. Die Engländer ziehen sich an- ' ^^^burück. Belgische Soldaten überschreiten fort-

hg 5^0*0^ Flucht der Engländer aus Antwerpen.

&

Amsterdam, 16. Okt. Es bestätigt sich, daß eng- >^uppen zuerst als Flüchtlinge die holländische Grenze ! --en haben. Wie die Rotterdamer Zeitungen melden, Kkh °>e Engländer in wilder Auflösung, während die Bel- ^den äußeren Scheit, von militärischer Würde "stgtsch ' ^0 Terneuzen und Blissingen verweigern die Offiziere ihren englischen Kameraden den Gruß. ln Sohn des Ministerpräsidenten Asqnith bei den . Nt Kämpfen um Antwerpen.

London, 16. Okt. (Nichtamtlich) An den Kämpfen r l >en hat auch der Sohn des englischen Premier- ^ -lsquith tetlaenommen.

" Wt 8'lucht ans dem Nordwesten Belgiens.

, '1-Ä. Rotterdam, 16. Okt. DemNotterdamschen

t>nt

wird aus Sluis vom 15. Okt. gemeldet: Die Zahl

inge aus dem nordwestlichen Belgien, die (amen, wird auf 6 0 0 (

Ich r e i b l i ch. Es gibt für sie keine Unterkunft,

jOm ...-1 mr e t o 1 1 < 9 . gror zur ste leine lunerrumr, laicht die Nacht auf der Straße zubringen mußten. Es V an Nahrungsmitteln. Die Bäckerläden sind

uu ytiujLuuipmiuau.

jj[i8 ^auernwagen sind reguiriert, um Leute nach Bres- >- (ftof-o ' n S en - Aber auch dort ist alles voll Flüchtlingen.

h' Boote, die sonst für die Beförderung von Zucker- . W,p nu t1 wurden, waren voll von Flüchtlingen besetzt.

Kopenhagen, 16. Okt. (Nichtamtlich.)National ^bldet aus London: Fortgesetzt kommen noch OOOq J .^iOnge an. In England sind bis jetzt insgesamt ^brsonen angekommen. Tausende von Heime,t öffnen

sich ihnen. 2500 verwundete belgische Soldaten sind gestern angekommen. König Albert will bei der Armee bleiben, die Königin weigert sich, ihn zu verlassen.

Oie Anerkennung eines belgischen Bürgermeisters für das verhalten der deutschen Gruppen.

W. T.-B. Brüssel, 16. Okt. (Nichtamtlich.) Der Bürgermeister .der seit fast 10 Wochen von den deut­schen Truppen besetzten Stadt W e m m e l hat ^ an den Generalgouverneur von der Goltz ein Schreiben ge­richtet, in dem er das Verhalten der deutschen Soldaten als durchaus tadellos bezeichnet und in wärmsten Worten die G e r e ch t i g k e i t s l i e b e und die ent­gegenkommende menschenfreundliche Haltung desPlatzkommandantenOberleutnants v. B. hervovhdbt. Die Bevölkerung Wemmels, welche durch dieses Vor­gehen zu tiefster Dankbarkeit erfüllt sei, sehe deshalb der Zukunft vertrauensvoll entgegen.

Die Haltung k)«?llands.

Eine energische Abwehr englischer beleidigender Zumutungen.

W-T.-B. Amsterdam, 16. Okt. (Nichtamtlich.)Algem, Handelsblad" schreibt: Es ist bie Pflicht der Presse neutraler Länder, sich gegen die kriegführenden Länder unparteiisch zu erweisen und sich alle^ dessen zu enthalten, was diese be­leidigen könnte. Aber diese Verpflichtung belastet die Presse der kriegführenden Länder mit der gleichen Pflicht. Es muß ihr schlechterdings verboten sein, neutrale Länder herauszufordern oder zu verteidigen. DasHandelsblad" wendet sich darauf gegen einen Artikel in derS a t u r d a h R e v i e w", der vorschlägt, England solle Seeland während des Krieges pachten oder kaufen und an Belgien geben. Dies müsse die künftige Grenze Hollands sein, wenn wieder die Rede vom Frieden sei.Handelsblad" lenkt die Aufmerksamkeit des britischen Gesandten im Haag auf diese schändliche Beleidigung eines neutralen Staates, der ehrlich bemüht ist, seine Pflicht gegen alle Nachbarn zu tun und an seiner Neutralität zum eigenen großen Verlust mit aller Macht festhält und den britischen Schiff­brüchigen und Internierten sicher keinen Grurtd zur Klage über Hollands Neutralität gibt. Das Blatt fährt fort: Da unsere eigene Regierung so streng sorgt, daß unsere Presse die Neutralität gegen England nicht verletzt, so möchten wir sagen, ob nicht die britische Regierung die britische Presse ebenfalls mahnen kann, Holland nicht zu beleidigen und nicht zu bekämpfen. Kann es eine größere K r ä n k int g geben als den Vorschlag, Seeland, das mit Holland das Herz der Niederlande bildet, von England kaufen zu lassen und hinzn- zufügen, daß diese Grenze doch an Belgiest fallen müsse. Handelsblad" wendet sich dann gegen die Stelle des Artikels derSatnrday Review", daß in Kriegszeiten das Recht dem Kriegsrecht weichen müsse, daß das Recht dem Stärkeren sei, und sagt: Wenn Wochenschriften, wie dieSatnrday Review", so als roheste Militaristen schreiben, entsteht die Besorgnis, daß die Achtung vor dem Völkerrecht in Eng- lmid bereits mebr als erschüttert ist. Die neutralen Staaten müssen davon Kenntnis nehmen.Handelsblad" beschäf­tigt sich ferner mit einem Artikel desS p e c t a t 0 r s", der bedauert, daß Holland neutral geblieben sei und nicht Partei für Deutschland ergriffen habe, da die Neutralität für Eng­land keine Hilfe, sondern nur eine Belästigung sei/Handels­blad" schreibt dazu: Die Neutralität ist ein schwerer

Harnisch, der wenig beschirmt, aber unsäglich drückt. Jedenfalls dürfte der Träger eines- solches Harnischs, der das Schwert nicht gebrauchen darf, nicht obendrein beleidigt werden.

Hollands Liebeskätigkeit für die Ententegenofsen.

DasAmsterdamer Hmrdelsblad" weist darauf hin, daß nun in diesen kriegerisch,en Zeitläuften auch Holland sich be­tätigt habe in der einzigen ihm Anstehenden, von der Thron­rede im August angedenteten Weise, so zwar, daß nunmehr wohl die französische Presse- dem Laude nicht mehr vor- werfen werde, daß es zu Deutschland halte. Tat­sächlich ha>t, wie in diesen Tagen hier gebührend hervorgehoben worden ist, Holland sich den Dank der so schwer geprüften Belgier und ihrer Bundesgenossen ehrlich und aus­giebig verdient, so daß das Amsterdamer Blatt auf die Not im eigenen Land Hinweisen zu müssen glaubt, das stark genug unter den Wirkungen des Kriegs leide.

Die Not der belgische» Flüchtlinge.

Rosendaal, 14. Okt. Längs der Strecke Rosendaal-Bsrgen^ ov Zoom und der Bahnlinie Vlifsingen bestürmen jeden Augenblick die ausgehungerten Flüchtlinge ^ die Autos, in denen Nahrungsmittel nach Süd-Belgien geschickt werden. Auch die holländische Königin hat ihre Wagen mit Kleidungsstücken und Nahrungsmitteln sür die unglücklichen Flüchtlinge und Obdachlosen geschickt.

Deutsche Klieger über Paris und Nincq.

Sr. Kopenhagen, 16. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) DiePolitiken" tnelden aus Paris: Trotz des scharfen Wacht- dienstes gelaing es gestern wieder zwei deutschen Fliegern, meh­rere Bomben auf die Befestigungswerke vor Paris zu wer­fen. Bei dem N 0 r d b a h n h 0 f wurden gleichfalls zwei deut­sche Flieger signalisiert, denen es trotz der sofort aufgenomme­nen Verfolgung gelang, in die deutschen Linien zurückznkeh- «n. Am gleichen Tage warf ein deutscher Flieger in N a n c y

mehrere Bomben und eine Proklamation in die Stadt, daß Nancy bald deutsch sein werde.

Ein tapferer Musketier zum Leutnant befördert.

Sr. Frankfurt a. M., 16. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Musketier Otto W i l h e l m y aus Waldböckelheim wurde vor vier Wochen wegen hervorragender Tapfer» kei t zum Unteroffizier befördert und durch Verleihung des Eisernen Kreuzes zweiter Klasse ausgezeichnet. Vor acht Tagen wurde er zum Bizefeldwebel, heute zum Leutnant ernannt und mit dem,Eisernen Kreuz erster Klasse ausgezeichnet.

Das Eiserne Kreuz.

Das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhielt: Prinz Fried­rich H e i n r i ch v 0 n P r e u ß e n, der Sohn des verstorbe­nen Prinzen Alürecht von Preußen, der als Kriegsfneiwilligcr im Regiment Königsjager zu Pferd Nr. 1 den Feldzug mit­macht.

Badische Kricgsorden.

W. T.-B. Karlsruhe, 15. Okt. (Nichtamtlich.) Der Großherzog hat demStaatsanzeiger" zufolge dem Prinzen Max von Baden das Konnnandeurkreuz mit dem Stern des militärischen Karl-Friedrich-Verdienstordens, dem kom­mandierenden General des- 14. Armeekorps, General der In» sanierte Freiherrn v. H 0 i n i n g e n, genannt Hüne, das Großkreuz mit Schwertern vom Orden Berchtolds I-, dem stellvertretenden kommandierenden General desselben: Armeekorps, General der Infanterie G a e d e, das Groß- krenz mit Schwertern des Ordens vom Zähringer Löwen und dem Oberstleutnant v. Pfeil, Kommandeur des Reserve- Jnfanterie-Regiments Nr. 116, das Ritterkreuz erster Klasse mit Eichenlaub und Schwertern des Ordens vom Zähringev Löwen verliehen.

Sir Edward Grehs Bruder gefangcngenommen.

Wie derBayrische Kurier" mitteilt, wurde bei P eronne in Nordfrankreich ein feindliches Flugzeug, von Artillerie beschossen, zur Landung genötigt. Beide Insassen machte der Fähnrich Wilhelm Horchler des 4. Feldarstllerie-Regi- ments, Sohn des Rektors Dr. Horchler in Landshnt, mit dem Vizewachtmeister, Ingenieur Bauer aus Kanfbeuren, zu Gefangenen. Bei der Vorführung vor dem Stabe ergab sich, daß der eine der beiden Gefangenen der Bruder des Kriegshetzers Grey, Oberst G r e y , ist.

Unsere Kreuzer i» der Südsee.

Berlin, 15. Okt. Mit knapper Not ist unserem in tms Südsee stationierten kleinen KreuzerGeier" der englische DampferSouthport" entkommen. Die norwegische Han­dels- und Seefahrts-Zeitung meldet: Das kleine ungeschützte Kriegsschiff beunruhigt die englische Schiffahrt sehr. Es hatte denSouthport" aufgebracht und nach Kusai geführt. Um dem englischen Schiff eilt Entkommen zu erschweren, nahm die Besatzung desGeier" einige Maschinenteile her­aus. DerGeier" ging darauf wieder in See. Während der Abwesenheit gelang es dem Maschinenpersonal des Southport", Ersatzteile zu beschaffen und unbemerkt in See zu stechen. Der Engländer ist am 30. Sept. in Brisbane an­gekommen. Die Oieederei in Cardiff hatte seit dem 80. Sept. nichts von dem Schiff gehört; sie hielt es für verloren. Die Angst der Engländer vor unserer Flotte in der Südsee nimmt zu.

Wer andern eine Grube gräbt.

Berlin, 15. Okt. Der von einem dentschm Torpedoboot nach Swinemünde eingebrachte norwegische DampferMadig" war mit einer Laduitg Kohlen nach Helsingfors unterwegs. Die Ladung war teilweise bei deutschen Gesellschaften ver­sichert. Die Kohlen sollten an das Gaswerk in Helsingfors geliefert werden. Die norwegische Kriegsversichernng läßt erklären, daß sie künftig L>chiffen nicht gestatten wird, mit Kohlen oder Koks, einerlei welcher Beschaffenheit, nach finni­schen oder russischen Häfen zu gehen. Damit dürste der Ab­satz englischer Kohlen nach Rußland durch die Ostsee während des Krieges ein- für allemal abgesctznitten sein.

Die russiscken Greuel in Galizien.

Ein System der Verwüstung und Beraubung.

T-B. Wien, 16. Okt. (Nichtamtlich.) Aus dem Kriegsprejsequartier wird amtlich gemeldet: Unsere Trup­

pen, die gegen Tarnow über Rzeszow vorrückten, hatten Ge» legenheit, sich von dem allen militärischen Bräuchen hohnsprechenoen Vorgehen der russischen Trup» pen gegenüber der einheimischen Bevölkerung zu überzeugen. Alle Ortschaften auf der Strecke geben ein Bild ärgsten Verwüstung. In Dembica wurde ein Teil der. Stadt eingeäschert. Das schöne Schloß Zawada wurde, da sich die einzige mit der Aufsicht betraute Person weigerte, das ihr anvertraute Eigentum widerstandslos der Plünderung preiszngeben, vollkommerr ausgeraubt, im Umkreise mil Petroleum begossen und augezündet. Alle Herrenhäuser bie­ten ein trauriges BUd der Verwüstung. Die meisten Möbel sind zerschlagen, die Spiegel mutwillig zer» brachen, Matratzen zerfetzt, kostbare Gemälde zerschnitten, der Boden ist besät mit Bergen von Fetzen, Papiere und Scher­ben: kurz ein Bild rohesten Vandalismus. Die russischen Soldaten gingen in allen von ihnen besetzten Orten nach dem gleichen offenbar befohlenen System vor, das mit einer ehrlich geordneten soldatischen Kampfesweise nichts ge» mein hat, sich vielmehr als ein unter dem Deckmantel mili­tärischen Vorgehens unternommener Raubzug darstellt. Die Bewohner wurden in den Straßen einer Leibes»