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Expedition: Lauggasse Ro. 27.
1878.
Sonntag -en 5. Mai
M 105.
Wiesbadener Frauenverein.
Im Laden in der Ellenbogengasse wurden nt diesem Jahre an 320 Personen beschäftigt, ine dadurch ihren Unterhalt fanden. Der Verein, nie fernen eigentlichen Zweck der Wohl- thätigleit aus den Augen verlierend, bezahlt dre Arberts- löhne nicht karg, aus welchem Grunde sich für das Publrkum die Verkaufspreise um ein geringes höher stellen wie anderwärts.
Die mißliche Lage, in welcher der Frauenverein sich vor anderthalb Jahren befand, wird dem Publrkum noch ru
| guter Erinnerung fein. Unbezahlte Rechnungen im Betrage -von 16000 Mark fanden sich vor und zur Deckung derselben | kaum 6000 Mark. . ~
In diesem Augenblick der Roth war es, wo das Publrkum | uns feine Hülfe in so außerordentlrch rerchem Maaße zu Therl f werden ließ, daß in einem verhältnißmäßrg kurzen Zeitraum I nicht allein alle Gläubiger befriedigt, sondern auch dre Mittel Z beschafft wurden, regelmäßig jeben Monat dre laufenden Rech- I nungen baar zu bezahlen. ,
I Das erste Verwaltungsjahr rst mrt dem Monat Marz ? dieses Jahres zu Ende gegangen und freuen Mr uns, dem I Publikum unter so güustrgen Aujprcren Rechenschaft über dre ' damals so bereitwillig und vertrauensvoll rn unsere Hande ge- I legten Gelder geben zu können. . .. ,
Der Frauenverein hat sich zwer Zwerge wirksamster Unterstützung zur Aufgabe gestellt: Die Arb ert und das taglrch e
Diesen Unterschied immer mehr auszugleichen, haben wir dir Ladenprocente von 15 auf 5 herunteraesetzt. Ob bet diesem Verfahren der Laden sich auch ferner selbst erhalten kann, muß ein neues Verwaltungsjahr lehren. Hoffen wrr auf doppelten Absatz bei solch ermäßigten Preisen. .
In der Suppenanstalt, Markfftraße 12, wurden m diesem Jahr 46240 Portionen Suppe unentgeltlich ausgegeben; 14500 Portionen therls in der Anstalt, theils an den Arme nverein theils an die Stadt verkauft. Diese Summe sprrcht am deutlichsten für die Wirksamkeit der Anstalt. Ueberzeugt man sich hierbei von der Güte der Suppen und bedenkt, daß dieselben monatelang den betreffenden Familien täglich verabreicht werden, so wird gewiß Niemand bedauern, zur Reor- qanisation eines solch segensreichen Instituts das Sennge bet- aetraqen zu haben. Dem Vorstand des, Vereins aber wird ine opferwillig geleistete Hülfe aller Bewohner Wiesbadens stets in dankbarster Erinnerung blerben. Mochten dieselben auch ferner unserem Unternehmen ihre Theilnabme und Hülfe nicht entziehen, damit wir in der jetzigen ordnungsmäßigen Weise unsere Wirksamkeit fortsetzen können!
Wiesbaden, den 30. April 1878.
Im Namen des Vorstandes: Die Vorsitzende: Emma Von Wnrmb.
Rechnungsablage des Wiesbadener Krauenvereins für das Verwaltungsjahr 1877/78.
Einnahme.
1. Aus der früheren Verwaltung an Baar .
2. Abtragung alter Schulden.....
3. Zinsen............
4. Ladeneinnahme.........
5. Aus der Suppenanstalt......
6. Jahresbeiträge.........
7. Einmalige Gaben........
8. Außerordentliche Einnahmen: Ertrag des, Bazars, abzüglich des Geschenkes von 5000 Mark an die Kinderschule und der bezahlten rückständigen Rechnungen. .
Mark.
810
25
100 16227
2011 3558
652
5897
Pf.
46
76 27
29
75
55
54
Ausgabe.
1. Zahlung von Rückständen . . . . .
2. Für den Laden (Miethe, Anschaffun- gen:c.)..........
3. Waarenbezüge.........
4. Arbeitslöhne.........
5. Gehälter........ • • •
6. Für die Suppenanstalt (Brand, Lohne rc.)
7. Lebensmittel . ........
8. Verwaltungskosten.......
9. Zur Armenpflege........
10. Capital-Anlage.....■ • •
Mark.
222
812
7 912 5654
1905
696 4550
370
778
5706
Pf.
63
16
77
14
54 03
38
14
28
25
Total-Einnahme . .
29283
62
Total-Ausgabe . .
28608
32
Total-Einnahme.......... 29283 Mark 62 Pf.
Total-Ausgabe......... 28608 „ 32 „
Demnach Mehreinnahme . . ■ • • • 675 Mark 30 Pf.
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