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ltlitti
woch^ 14. Gktsber 1914.
abend -Ausgabe.
Nr. 480. ^ 62 . Zahrgmrg.
Antwerpen.
Von General d. Inf. z. D. v. Blume.
Berlin, 12. Oktober.
tzt ^dverpen, nächst Paris der größte Waffenplatz der fej' durch seine örtliche Lage, besonders _ durch die ^rhältnisse begünstigt wie kaum ein anderer ?- umg«b,zn von einer .doppelten Reihe moderner ^' verteidigt von der gesamten belgischen Armee itlstdrei englischen Brigaden, überreich ausge- E Kriegsbedarf aller Art — Antwerpen ist tapferer Gegenwehr nach nur 12tägiger Belage-
K 2 ^ 9. d. M. in unsere Hände gefallen. Bemer tzMert ist dabei, daß eine A b schlietzung des »lla r? von der A u ß e n w e l t, die bisher als eine fast ^"äßliche Vorbedingung eines erfolgreichen Festungs- betrachtet wurde, fchon deshalb unmöglich war, bO die holländische Grenze im Schuß- i^. klch der Nordforts liegt. Die Waffentat gereicht %: Leitung, die dem General der Infanterie von ^er anvertraut war, sowie den beteiligten Truppen f»ln ^tsorganen zu hohem Ruhme. Sie ist ein Er- " ^ deutscher Kriegskunst und deutscher Tatkraft, die e ßWmov j), 0 § letzten Restes der Hoffnung beraubt, die Unüberwindlichkeit ihres B e f e st i
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ih*9ssystenis setzten. In Paris besonders mag Ar nachdenklich werden.
>l,°Ar i m feindlichen und neutralen Ausland Stim- ^ laut werden konnten, die in dem Angriff auf Aut- sn'den lediglich eine vorbereitende Maßnahme für den iö^ug des deutschen Westheeres erblickten, ist schwer Zerstich. sollte meinen, es hätte näher gelegen,
M die Zuversicht der deutschen Heeresleitung Erkennen, daß wir in Frankreich auch ohne die immer- z,,, deträchtlichen Kräfte, die der Angriff auf den Waffenplatz erforderte, stark genug seien. Es ist deutsche Art, den Sieg durch Vergeudung von für die Sicherung des Rückzuges aus der Hand s^ben. Besser wird man in England den Wert ver- !ij. den der Besitz von Antwerpen für uns hat. Und l^ermann ist der Vorteil leicht erkennbar, den die hAreiterung und Sicherung unsrer dk^/at i o n s ba s i s in Belgien für den Nachschub- fcjjj- Aschen dem Heer in Frankreich und der
Spannung sehen wir näheren Nachrichten über Schicksal der bisherigen Besatzungsarmee von Aiit- entgegen, die den 60 Kilometer werten Weg Iihü Ost-mde längs der holländischen Grenze einge- luJ e n hat. Nach Lage der Verhältnisse ist nicht lkj ^'cheinlich, daß ein erheblicher Bruch- Pjx An ihr auf diesem Weg. Rettung finden wird. N nMiralität in London hat schon bekannt gemacht, ^ h -1 größte Teil einer Matrosenbrigade, die mit ist ^wen anderen englischen Brigaden zusammen vor ^ftzten belgischen Division von Antwerpen ab- ioar, gezwungen sei, bei Hulst, 26 Kilometer der Festung, auf holländisches Gebiet überzu- Ad dort die Waffen niederzulegen. Holländische. S Ä om 10 . und 11. d. M. besagen bereits, daß “'‘«fern -- -
chicksal 10 000 Mann englischer und zahl ^i^Msche Truppen betroffen seien. Wenn dem- W öer in dem letzten Telegramm unseres Großen AUartiers, vom gestrigen Abend, gesagt wird: --Mer die Siegesbeute von Antwerpen können keine Mitteilungen gemacht werden, da die »Mariagen erklärlicherweise noch fehlen. Auch Eft die Anzahl der Gefangenen, über den Über- - lin , basischer und belgischer Truppen nach Holland !P isj,kein abschließendes Urteil vor."
neuer, schlagender Beweis für die So rg- ’fy -Ad Zuverlässigkeit, durch die sich die amt- ""ikrA'kschn Berichterstattung vor den Kundgebungen . ^llner auszeichnet.
Atzte verzweifelte Widerstand der Belgier.
. Ü chA-U. Amsterdam, 13. Okt. (Nichtamtlich.) Aus gemeldet: 12. Oktober: Entlang der gesarnten
Grenze wurde gestern heftig gefachten, bcson- Mderbeke, Wachtevekc und Exaerde und zwischen l'tztzuAlas „nd Gent. Die deutschen Vorposten wur-
deutschen Vorposte
der Moerbeke und Selzaete etwas ^
Ai» " Aber im ganzen dringen die Deutschen in der ^"t-Ostende vor. Unaufhörlich ist Kanonen» ^ st y Schnellfeuer zu vernehmen. Es scheint, als ob »XW X belgischen Heeres noch die verzweifelte Hoffest« Feind zurückznhaltcn. Es kostet den Belgiern
lüste, besonders an Reiterei. An der J. Qn 0 wimmelte cS von reite r losen belgischen M * ’ e viild lserumlaufen und stark abgcmagert sind.
'°'l>ung der Ncstr d'r belgisch-englischen Bclagrrungs r. fc». r , armce.
, 14 - Okt. (Ein.. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Der Mhgi^'^writatter des „Vaz-Dias Telegraphenbureau" Vorgestern zogen die belgischen und englischen
Truppen ans Gent fort, als die Deutschen nahten. Am Montagabend wurden sie von den Deutschen verfolgt und eingeholt, und zwar bei Brügge. Die Deutschen blieben nur kurze Zeit in der Stadt und bezahlten alles mit barem Melde. Der Berichterstatter rühmt das Verhältnis zwischen den deutschen Truppen und der Bevölkerung. Die Offiziere bezogen die Hotels und die ^ zurückbleibende Besatzung nahm Quartier in der Leopoldskaserne. Heute morgen fanden schwere Kämpfe zivischen den Deutschen und den Überresten der belgischen Armee statt.
Die Besetzung Genis.
W. T.-B- Amsterdam, 13 Okt. (Nichtamtlich.) „Tele- graaf" meldet aus Sas Vau Gent von gestern: Die Be
setzung von. Selzaete verlief . ruhig. Nur gegen Abend wurden einige Schüsse auf Personen abgegeben, die an der Eisenbahn entlang schlichen. Über den Einzug der Deutschen in Gent erfährt man, daß sie mit klingendem Spiel erfolgte, nachdem die. letzten Engländer die Stadt verlassen hatten. Sofort wurden das Stadthaus, die Postämter und die. Stationen in Besitz genommen. Die Postkasse wurde beschlagnahmt und die deutsche Flagge statt der
Gstende in Erwartung der Deutschen.
W. T.-B. Berlin, 14. Okt. In Oftende gibt man sich, wie der „BoMchen - Zeitung" aus' dem Haag berichtet tvtrd, keiner Täuschung über die baldige Ankunft der Deutschen hin. Nach Meldungen aus Oostburg hat man dort am Sonntag und Montag Schüsse aus der Richtung voll Oftende gehört. Man glaubt allgemein, daß zwischen Brügge und O st e n d e heftige Kämpfe ini Gange sind.
Zum Vorstoß der Deutschen auf Ostende.
Die „Köln. Ztg." meldet von der holländischen Grenze: Berichte des „Reut er scheu Bureaus" von gestern aus Gent zeigen die übliche Aufmachung: Allenthalben sind die Deutschen mit den unvermeidlichen schweren Verlusten zurückgeschlagen, jede Streifwache, die nach erfolgter Erkundung dem Feind den Rücken wieder kehrt, wivd zu einer starken Truppentabteilung, die in wilder Flucht davonei-lt. Wir kennen ja die Leier. Um jo erfreulicher sind im ganzen die heutigen Meldungen von holländischer Seite, die den wahren Zustand erkennen lassen: einen geregelten
französischen, englischen und belgischen gehißt. Durch eine Proklamation wurde bekannt gemacht, daß, wer heute, Montag und Dienstag die Stadt verlassen wolle, es tun dürfe, später würde keine Erlaubnis erteilt werden. Viele Hunderte von Belgiern verließen die Stadt.
Die Säuberung Flanderns.
W. T.-B. Amsterdam, 13. Okt. (Nichtamtlich) Der „Tele- graaf" meldet aus Das van Gent: Ein Zeppelin ist am Sonntag über Oudenaarden bemerkt worden. Er kam von D e y n z e her. Renn Ulanen erschienen rät Ronsse (Renaix), durchsuchten den Bahnhof und ritten in ^der Richtung aus K o r t r h ck (Eourirai) weiter. 500 Deutsche haben die Nacht in Sottegem zugebracht und zwei Bahnbrücken in die Lust gesprengt.
Eindhavcn (Holland), 12. Okt. Die internierten Belgier, die hier angekommen sind, erzählen^ daß frisch anrnckende deutsche Truppen ganz Nord-Belgien bis an dre nleder- ländische Grenze von belgischen Truppen säubern, indem sie die vereinzelten belgischen Erkundungspatrouillen vor sich hertreiben, dieses beweist auch, daß in der östlichen Halste Belgiens, keine organisierten Truppen mehr anwesend sind und daß auch bie aus sich selbst handelnden Truppen oder Kompagnien auseinandergesprengt sind. Unter den internierten Belgiern befindet sich ein Offizier, dre internierten Belgier bestehen meist ans Freiwilligen, sie waren schon nrebr als 14 Tage in Nord-Belgien herumgestreift, ihre primitive Bewaffnung und schlechte Ausrüstung beweist, daß sie nanz und gar außerhalb einer nwdernen Kriegstihrnng stehen, sie führten zum Beispiel die sogenannten Grasgewehr- (französisches Modell von 1870), d,e nach ,edem Schuß geladen werden müssen.
Weiterer Übertritt belgischer Truppen nach Holland. ^
W T -B- Amsterdam, 13. Okt. (Richtamtuch.) graaf" meldet aus Nosendaal vom 12. Oktober: Eine Abtei
lung von 200 belgischen Chasseurs nberschrstt die hollandiiche Grenze bei Bauchaute und bei Philippine m Flandern. Sie wurden entwaffnet.
Der König und die Königin von Belgien auf der »lucht.
Der „Nieuwe Rotterdamsche Courant" berichtet. Das belgische Heer ist an Brügge vorbeigczugen, wahrend der König und die Königin dort am SamStagnrorgen um 10/». Uhr im Automobil hindürchgekammen sind. Montagnachmittag wurde im Süden von Brügge schwerer Kanonendonner gehört.
Die Königin doch in Ostende?
W. T.-B. Kopenhagen, 13. Okt. (Nichtamtlich.) ..Natw> nal Titende" meldet aus Paris, daß die Königin der Belgier in Ostende eingctroffen ist.
Vorstoß der Deutschen nach OstenÄe und die West flandrische Ecke, wie zu Marlboronghs Seiten, cm Kampfplatz, diesmal hoffentlich nicht zum Vorteil der Engländer. Es dürste chcneii im Ohr klingen, wie man unter d-en irregeleiteten Belgiernd allmählich über ste denkt und spricht. Dem gibt der „Maasbode" wie folgt Ausdruck: „Die Engländer werden das Äußerste auf
bieten, um die Schande wieder gut m machen, die infolge des Falles von - Antwerpen, nicht nur in den Augen der Deutfcheii, durch den auch in der amtlicheii Lesart von englischer Seite nicht ganz wegzuleugnendeii schmählichen Gang der Ereignisse auf ihre Waffenchre gefallen ist. Sie werden sich in dom l e tz t e n T e i l e des belgischen Gebietes, das nunmehr in strategischer Weise die Aufgabe der Antwerpener Festung Ul erfüllen hat, z i, h a 1 t e n f u ch e n. Wir brauchen nicht daraus hinznweisen, daß, wenn das ihnen gelingt und sie sich kräftig zu betätigen wissen, sie stir den vorgeschobenen deutschen rechten Flügel am Norden^ Frankreichs eine gefährliche Drohung bilden werden.
Der belgisch-englische Durchstos, nach Frankreich mißglückt.
Die „Frankfurter Zeitung" meldet ans Amsterdam, 13. Oktober: Durch den Besitz von Gent verfügt Deutschland über den wichtigsten E i s e n b ah n - K n o t c n p unl t. Nach hierher gelangten Berichten geschieht der Vormarsch ans der ganzen Strecke von K o r t r y k über Gent bis S e l - z a e t e. Der Versuch des Restes des belgischen Heeres, der durch Abteilungen englischer und französischer Marlne- soldaten verstärkt ist, zu der verbünde t e n Armee in Frankreich durchzustotzen, ist jetzt schon als miß glu c. t anzusehen, während die IlinschließungZoperationen sich automatisch vollziehen.
Scharfe Rämpse zwischen Gent und Vrügqe.
Br. Haag, 14. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Die holländische Presse meldet, daß gestern scharfe Kämpfe zwischen Gent und Brügge mit den Belgiern und Engländern stattsanden, die ans Gent entwichen sind. Sie werden seit vorgestern abend von den Deutschen verfolgt. Tic Brücke zwischen Gent und Brügge bei Balger-Höhe wurde in die Luft gesprengt.
Die englische presse und der§all von Antwerpen.
W T.-B. Amsterdam, 14. Okt. (Nichtamtlich.) „Tele- yraaf" meldet aus London: Der Flottenkorresponident
der „Times" schreibt: Der Fall Antwerpens läßt natürlich gewisse maritime Fragen auftauchen, aber wir brauchen uns.nMjt unnötige Sorge zu machen. Dre
