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tt toteSbaben, 18. Rov. H rr Jacob Becker bat heute feine Hof- raithe Dotzh-imerftraße 9 „Zum SHömerfaai* für 122 571 Mark 43 Pfg. an Herrn Ernst Günther von hier mrtauft, und die Heiren Gebrüder Rau von Mainz haben einen «auplotz von 1 Morgen 10 Ruthen 24 Schuh an der Gartenstraße für 66,000 Mark an den Herrn H. G. Ph. 31. Hartmann dahier käuflich überlaste«.
? Der hiesigen Armen-Angenheilanstalt ist ein Geschenk von 300 Mark und der Blindenanstalt ein solche« von 200 Mark von dem Freiherrn A. von Diergardl aus Bonn zu Theil geworden.
? Herr Dr. med. Fritze ist vom Gemeinderath aus die Dauer zwei Jahren zum Overorzt vei dem neuen Hospital erwählt worden.
? Morgen -vormittag um 11 Uhr findet die erste Leichenbestattung dem neuen israelitischen Todtenhose statt.
' Herr Rentier K a r I Julin« Gerhard Knoop hier ist Sr. Majestät dem Kaiser In den Adelstund erhoben worden.
* Herr Oberstabsarzt Dr. Neuba.uer ist, aus Bukarest zurück- kehreud, am 11. c. in Berlm eingerrofien und von Sc. Maj. dem Kaiser in Privat» Audienz empfangen worden.
t besert gt, welches sie nach und nach um 6 Thaler beschwindelte, und zwar dadurch, daß sie einmal ihrer Arbeitgeberin vorspieg.Ite, sie wolle sich ihren Koffer einläsen und da« anderem-l sich bereit erklärte, ihm - dem Mädchen — Stoff zu einem w-ißen Kleid nebst Spitzen zu verschaffen Die Berger hat aber weddr ihren Koffer eingelöst, noch hat sie dem Mädchen ein Kletd gekauft. Weiter ist tue »ngellagte beschuldigt und geständig, der Frau, bei welcher sie wohnte, ein seidene« Jäckchen und ein Hemd und dem hier in Rede stehenden Mädchen einen Alpaca-Schirm entwendet zu haben, ebenso hat di- Angeklagte einen blauen Cochewir-Shawl, den sie geliehen erhielt, nickt wieder zurückgegebe», sondern denselben für ßch behalten. Dieselbe ist weiter angeklagt, nachdem im Gelobet c. ihre Verhaftung stattsand, der Polizei und dem Gefänguiß Jnlpector gegenüber angegeben zu haben, daß sie Mathilde Häuser heiße und au« Gießen gebürtig sei. Wegen Diebstahl«, Unterschlagung und Betrug« verurtheilt sie der GerichtShos zu einer Gesängmßstrase vou einem Jahre nud vier Monaten und wegen Führung einer salschen Nomen« zu einer Hasistcase von 14 Tage». — In einer am 23. März zu Idstein staitgehabten ekürgeraurschutzsitzung, in welcher da» Budget zur Verlesung kam, beantragte der Landwirth Karl Seid von da die Wahl einer Commission mit dem Bemerken, daß ja imn erbte Unzmrä^lichkeilen in dem Budget enthalten sein könnten; im Bei laus der weiteren Diecufsiou machte Seid die Bemeikung in Beziehung auf den Bürgermeister Fröhlich: „$r — Selb — habe von der Eisenbahn noch nichts in den Sack ttfommeo." Wegen diesen Beleidigungen verurtheilte da« Amtrgerichl zu Idstein den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 50 Mark eveni. zu 10 Tagen Gelängnlß. Die Siraskammer, welche unter Wieder- ausnahme de« BeweiSrerfahien« verhandele, erkennt zu Recht, daß das Urtheil de« Königeicheu Amtegericht« zn Idstein vom 17. August, soweit e« die Beleidigung de« Gemeinderath« anlangt, oufzuheben, der Angeklagte dagegen wegen Beleidigung d,S Bürgermeisters zu einer Geldstrafe von 40 Mark, sowie zum Ersatz der Kosten zu verurtheilen sei. — Der zwanzigjährige Bergmann Peter Schisimanu vou Altlei an der Mosel haue im October d. 3«. dahier im „tagblatt* gelesen, daß ein Schneider ein moblirles Zimmer zu vermieihen habe und daß dabei auch die Kost verabreicht w-rde. Schiffmann mietheie da« Logi« für 45 Mark pro Monat inet. Verköstigung und spiegelte dem Schneider vor, daß er Bildhauer fei und Arbeit io der Hildedrandt'fchen Marmorfabrik bttomnie; fein Bruder werde ihm andern Tag« feine Eff cten besorgen. Aus riefe Weise erhielt Schiffmann Abendeffeu, Nacktquartier, Kaff-e und Frühstück. Er war aber zu dieser Zeit ohne alle Subsistenzmittel. Mit Berücksichtigung aus die vielen Vorstrafen, die der Bngek-agte schon wegen Vergehen« gegen da« Eigenthum erlitten hat, verurtheilt ihn das Gericht wegen Betrug« zu 4 Monaten Ge» süngniß. — Die von der Ehefrau be« Anton Kroth von Wicker eingelegte Berufung gegen da« Utiheil be« Kgl. Amtsgerichts zu Hochheim, nach welchem die Appellantin wegen Beleidigung de« dortigen Feldschützen zu 14 Tagen Gefiirigniß verurtheilt wurde, ist al« unbegründet zurückgewiesen und find ihr auch die Kosten dieser Instanz zur Last gesetzt worden.
KB. Aus Ansuchen einer Hebamme, auch in anderen Bundesstaaten auf Grund de« von einet Kgl. Preußischen Regierung ausgestellten Prüsung«- zeugniffe» al« Hebamme zugelaff n zu werden, hat do« Reich»kauzleramt emschied-n, daß diesem Anträge nicht enttprochen werden könne, da abgesehen von den in den 30 und 53, Absatz 2 der Gewerbeordnung, enthaltenen Bestimmungen die Regelung be? Hebomo cnwesens ausschließlich den einzelnen Bundesstaaten überlassen ist nno den Hebammen nicht, gleich den Übrigen Medicii-alpersonen, da» Reckt der Freizügigkeit für den Betrieb ihre» Gewerbe» zr,steht. Zn einer Aeudernug der Verfügung von 1870, welche die Hebammen in Preußen günstiger stellt, al« sie nach der Gew,rbeordnuug vou 1869 und der obigen Enlscheidnug de» Herr« Reichskanzlers zu »erlangen berechtigt sein würden, hat der Herr Minister für jetzt keine Veran laffnnq gefunden. — Hiervon sollen sämmtliche Hebammen in Kevutniß gesetzt werden b-huf» Belehrung über ihre rechtliche Stellung,
+ Da« in hiesiger Stadt verbreitete Gerücht, di««Frau Prinzessin von Sahn-Wittgenstein, gib. Mino Hagen von hier (früher ein sehr beliebtes Mitglied unseres Theater«), sei in Genua an der Cholera gestorben, ist, wie wir gern von ihren Angshörizea vernehm-u, nicht richtig. Die genannte Dame batte allerdings einen leichten Cholera Anfall, bet aber glücklicherweise ohne Lebensgefahr überstanden ist.
x Am vergangenen So ntag hielt euch die hiesige Schuhmacher- Gewerkschaft ihren alljährlichen Ball, Dftbunben mit Concert, im .Saalbau Schirmer' ab. Die Betheiligung war eine außerordentlich zahlreiche und wurden die Chöre und Einzelvorträge durch lebhaften Beifall ausgezeichnet.
LandeSdirector Wirth theilt dem Gemeinderatb eine Seiten» der ständischen Berwaltnng verfaßte Eingabe bezüglich der Erhaltung eines OberlandeSgerichts dahier mit; biefelbe wird durch den Herrn Oberbürgermeister Lanz verlesen und beschließt der Gemeinderath, seinen Dank dafür anSznsprechen, daß der commnualstLndische Verband dem Ersuchen de« Kemeinderaths in bet Weise stattgegeben habe. — Das Gesuch des Curatorium« bejS landwirth. schostlichen Instituts um Bewilligung eine« Zuschusses aus städtischen Wilteln geht zu den Budgetverhanblnngen. — Das Gesuch des Herrn Phil. Jacob Balder, betreffend die Veränderung einer Dunggrube Adler- stroße 29, und ein gleiches Gesuch be« Herrn Carl Ludwig Wagner, Rerostraße 1, werden genehmigt; begleichen steht bem Gesuche be« Herrn S. I. Mayer um Erlaubniß zum Anlegen einer Schmutzwaffergrube in dem sog. Mahr'schen Hose, Kirchgaffe 12, ein technisches Bedenken nicht entgegen. — Da« Gesuch be« Herrn Wilhelm Mit Iler um Erlaubniß zur Herstellung zweier Anschlußcaväle von seinem Neubau und dem daneben Itegende» Bauplatz an der Weilstraße und ein weiteres Gesuch des Herrn Loui« Stamm, betreffend die Herstellung zweier Canalan'chlüfle Louisen- straße 29 wird genehmigt. — Die Herren Levi & Maa«, Daniel Krast, Georg Heinrich Thon und Heinrich Weil erklären sich bereit, da« zur Erbreiterung des jetzigen Feldwegs an der Sonnenbergerstraße am Bodewig' scheu Grundstück entlang liegende Terrain behus» Herstellung einer bemvächßigen Stroßenerbrelterung, und zwar in einer Breite von 4 Meter un- evtgeldlich an die Stadt abzutreten. — Die Gesuche der Herren 1) Philipp G em m e r um Herstellung eine« Trottoir« am Ecke der Rhein- und Wörtbstroße und 2) I. B. Wagemann gleichen Betreff«, und zwar vor seinem Neubau in der »tbrechtstraße, werden unter der Bedingung willfährig begutachtet, daß Angesichts der weit vorgeschrittenen Jahreszeit die Ausführung der Trottoire zwar noch für dieses Jahr vorgesehen, die betreffenden Kostenanschläge aber nachträglich erst genehmigt werden. — Di« schon lange schwebenden Verhandlungen, betriffenb das unentgeldllche Abtreten von Terrain vor den Häusern 1) des Herrn F. W. Käsebier, 2) der Frau Peretti Wwe. und 3) der Frau Müller Wwe. soll endlich zum gedeihlichen Abschluß gelangen, und zwar in der Weise, daß die Pflasterung des Trottoirs oder der Rinne vor den genannten Häusern auf städtische Kosten in das nächstjährige Budget mit 1200 Mark ausgenommen werden soll. Die genannten Häuserblsitzer baben bereit» ihre Sanalkostenbeiträge entrichtet. Nach dem Referat de» Herrn »ürgermeister Eoulin und unter Vorlage einer Zeichnung wird die an der Plalterstraße projectirte Allee auf eine Länge von 960 Meter und in einer Breite von 20 Fuß angelegt werden. Die Kosten hierfür incl. eines gestückten Trotloiis werden sich >m Ganzen auf 12-13 000 Mark berechnen. Herr Coulin hält es für wünschenswerth, wenn mit Rücksicht auf die gegenwärtige Verdienstiosigkeit noch in diesem Winter mit der Arbeit begonnen wird. Der Eemeinderath schließt sich zwar dem Wunsche an, kann aber nicht eher handeln, bis er mit den geschlossenen Verhandlungen, darunter namentlich hieIcquirirnng von T-rrain, Aufstellung von Kausnotuls, Kostenanschlägen rc., vor den Bürgerausschuß getreten ist. Vorläufig wird befchloffen, den Herrn Ingenieur Richter mit der Aufstellung eines Kostenanschlags zu beaus- tragen. — Bezüglich des Gesuches des Herrn Ludwig Winkler um Ueberlassung eines Stückes der Bachbetlfläche hinter seinem Hause in der Metzgergosse sind nochmals Verhandlungen mit den Betheiligten (Gebrüder Burk, Heinrich Kimmel und Metzger Renker) gepflogen worden, und erklärten dieselben, daß sie kein Jnterlffe daran hätten, das Bachbett ganz «der theilweise zu erwerben; sie verlangen vielmehr im Interesse der Feuer- sicherheit, daß das Bachbett frei hingelegt werde. Nachträglich erklärte Herr Winkler, seine Nachbarn würden ihm in Bezug auf sein Vorhaben so viele Schwierigkeiten bereiten, daß er auf sein ursprüngliches Gesuch verzechten wolle. Nunmehr werden die entstandenen Verhandlungen ad acta genommen. — Geheime Sitzung.
? Strafkammer vom 13. Rov. Am 2. September Abend« gegen 12 Uhr verließ der Warmorarbeiter Feuerlein mit seiner Frau eine an der Plalterstraße telegene Wirthschaft. Kaum waren dieselben in der Nähe des Friedhofs angekommen, als der Taglöhner Carl Astheimer von hier aus den Rann mit den Worten zusprang: .Was wollt Ihr?' In demselben Augenblick bekam Feuerlein von Astheimer mehrere Schläge wahrscheinlich mit einem geschloffenen Messer auf den Kopf, daß er zusammensank; als er sich wieder erheben wollte, erhielt er einen Messerstich in den Rücken. Die Frau, welche um Hülse schrie, wurde von Astheimer ersaßt und in den Ehanffee- Stoben geworfen. Wegen der Körperverletzung des Feuerlein hält das Gericht eine Gesängnißstrafe von 6 Monaten und wegen der Mißhandlung der Frau tlnt Iplche von 14 Tagen, mithin eine Gesommtstrase von 6 Monaten und einer Woche für angemessen und wird die Verhaftung de« Angeklagten ver-
— Im Fiühjabr d. I. brachte die Tochter der Ehefrau des Gärtners Pesch, welche die Mittelschule auf dem Markt besucht, einen Strohhut nut nadj Haus, unter der Angabe, derselbe sei im Schnlzimmer hängen ge-
i der Hut war aber der Schülerin Susanne Bits« weggekommen. Am in. Juni wurde Letztere von anderen Kindern daraus aufmerksam gemacht, daß die Mutter der Pesch ihren Hut trage, und wurde derselbe nun sofort von der Polizei erhoben. TaS Zergehen der Frau Pesch, ihre Tochter habe den Hut vom Lehrer geschenkt erhalten, wird durch die eidliche Antsage des Lehrers widerlegt. Das Gericht nahm indeffen nicht an, daß sich die Ange- tlagt« der Hehlerei schuldig machte, vielmehr ist zu unterstellen, daß das Kind seine Mutter belogen hat; es erfolgte die Freisprechung derselben. — Wil- heint Fritz, Taglöhner von Wörsdorf, wirb wegen Entwendung von klein- gemachtem Wellenhol, zum Nachtheil des Conditors Wenz zu einer Woche G.sängniß verurtheilt.- Im October v I. hielt sich die Mathilde Berger au« Wetter bei Marburg dahier etwa 14 Tage bei der Ehefrau eines ■ S < « $2? d" Biebrich er Chaussee auf. Während dieser Zeit hatte »ülelbe für .ein in demselben Hause dienendes Mädchen mehrere Hemden
