Expedtttonr Ms.
•) Die Barometerangaben sind auf 0 Brad R. reducirt.
Iraxkfurt, 17. October 1877.
62-67 Pf.
»2-26 „
86-41 ,
70-76 ,
17-20 ,
Frankfurter Bank-Diseonto 6*/i.
ReichSbank-DiSkonto 6*/t.
Tages-Kal-nd-r.
leraaetnte Kunst-Ausstellung (Eingang südliche Tolonnade) täglich vo« Morgens 8 bis Abends 6 Uhr geöffnet.
Heute Freitag den 19. Oktober.
MUcheu-Ieichnenschule. Nachmittags non 2—4 Uhr: Unterricht.
Gewerbliche ModeUirschule. Nachmittags von 4—9 Uhr: Unterricht im
Hause Echwalbacherstroße 17, Hinterbau.
Gartenbau-Verein. Abends 6 Uhr: Versammlung im Saale der höheren Bürgerschule, Oranienstraße.
Gewerbliche Abendschule. Abends von 8-10 Uhr: Unterricht in der Schule aus dem Markt.
Kurhaus iu Mir,bade». Abend« 8 Uhr: Symphonie-Loncert.
»urn-Verein. Abend, von 8—10 Uhr: Riegenturnen der aktiven Mitglieder.
Miinnergesangvrrein „Soncordia". Abends 9 Uhr: Probe.
Wunrrgesangverein „Liedertafel". AbendS 9 Ubr: Probe.
Ein auch »wer anständige Mädchen können eine möblirie Mansarde erhallen. Näheres Grabenstraste 8, 2 Stiegen hoch. 12893
Ein anständiger Arbeiter oder ein Mädchen kann ein Zimmer mit
Bett und Ofen billig erhalten Kirchgaffe 20, Htrh., 1 St. r. 12881
(Fortsetzung ht der Beilage.)
Mechsel-Gourse.
Amsterdam 168.86 b.
London 204.90 P. 60 ®.
Lokales und Provinzielles.
? Strafkammer vom 18. Oct. Der Schlossergeselle Valentin Zengerle, 18 Jahre alt, geboren zu Heidelberg, wohnhaft in Mannbeim, war im Monat Juli auf einer Backsteinfabrik bei »terstadt in Arbeit. Weil er schlecht in Kleidungsstücken stand, wurden ihm von einem Arbeiter ein Paar Stiesel und von der Meisterin ein Paar Hosen geliehen. Zengerle entfernte sich alsbald von der Fabrik unter Mitnahme der geliehenen Sachen und machte sich außerdem noch eine« Diebstahls schuldig, indem er eine, einem Arbeiter gehörige seidene Mütze sich anetgnete. Wegen Diebstahls und Unterschlagung wird der Angeklaate zu 6 Wochen Befängniß verurtbeilt. — Am 16. Juli erschien der Specereikrämer Wilhelm Thomas zu Rödelheim auf der dortigen Bürgermeisterei und erklärte, daß in der verfloffenen Nacht Leute, welche bei ihm gewohnt, heimlich sein Haus verlassen hätten, ohne zu bezahlen; zugleich wolle er Beschwerde erheben gegen zwei Schutzleute, die ihm in dieser Angelegenheit ihre Hülfe versagt hätten. Der Bürgermeister war nicht anwesend und erwiederte ihm der Gecretär, daß er in dem Ver» halten der Schutzleute durchaus nichts Dienstwidriges erblicke; es steh« ihm — dem Beschwerdeführer — übrigens frei, bei dem Polizei-Präsidium tn Frankfurt Klage gegen die Beamten zu führen; Sache der Bürgermeisterei sei e« nicht, darüber Verhandlungen aufzunebmen. Thomas wollte sich damit nicht zusrteden geben, ereiferte sich sehr und äußerte gegen den Beamten: „Sie sind blos Schreiber, wir sind Bürger', dabei schlug er auf den Tisch. Der Secretär faßte Thomas nun am Arm und führte ihn, nachdem er ihn mehrmals aufgesorbert hatte, das Bureau zu verlaflen, vor die ThÜre. Hier erhob Thomas die Hand, erhielt aber in demselben Augenblicke von dem Secretär einen Schlag ins Besicht. x Wegen Hausfriedensbruchs wird der Angeklagte zu einer Geldstrafe von 60 Mark eventuell zu 5 Tagen Gesänguiß »erurtheilt; weg-n der Beschuldigung der Beleidigung wird Angeklagter dagegen für straffrei erklärt, weil das Schlagen als eine Eompensation für die vorausgegangene Beleidigung angesehen wurde.
KB. Die Bürgermeister sind an die Beachtung der bestehenden Bestimmung erinnerr worden, die nöthigen Anordnungen zu treffen, »aß im Laufe dieses und 6:6 kommenden Monats die den Baum-Alleen an de« Ehauffeen und Bicivalwegeu fehlenden Bäume nachgesktzt, junge Bäume mit Pfählen versehen, diltte Bäume auegeschnillen und gereinigt und Mlfiein und Raupcnnester entiecnt werden.
7 Augenblicklich wird von Seiten der Verwaltung des städtischen Waffer- werks nach Gememdeiaihs-Beschluß eine Aenderung am Faulbrunncn in der Weise vorgenommen, daß die j tzt an der Rückwand des Brunnens befindlichen Auslauflöhren nach den beiden Seiten verlegt werden, wodurch die Benutzung diesis so stark srequentirten Trinkbrunnens wesentlich erleichtert werde» wird.
? (Unsere Straßenjugend.) Zwei Damen in Begleitung eines Herrn wurden vorgestern Nachmttiag zw scheu 4 und 5 Uhr, während dieselben das Trvltoir in der Lang gaffe paisirtcn, von der entgegengesetzten Seite eineS Hauses derart mit faulen Aepfeln bombarbirt, daß die Paffanten in «inen zunächst gelegenen Loden retiriren mußten. Die Polizei war leider nicht am Plötze, immerhin aber dürste es den eifrigen Bemühungen derselben gelingen, die Thät-r zu ermitteln.
? In der vorgestrigen Nacht »wischen 2 und 3 Uhr wurden sechs jugendliche Ruhestörer von der Nachtwache ergriffen und dem Polizeirevier behuss Feststellung ihrer Namen vo> geführt. Während vier der jungen Herren sich den weiteren Anordnungen fügtrn, pochten dagegen die zwei anderen derart am Polizei-Bureau auf ihre sociale Stellung, daß der wachehabende Schutz- mann die Abführung derselben in Arrest veranlaßte. Ein ebenfalls bei dieser Affaire betheiligter Scandalmacher wurde von dem Posten am Königlichen Schlöffe in Gewahrsam genommen, um bald daraus durch eine Patrouille nach der Kasernenwache transportirt zu werden.
q Aus dem blauen Ländchen, 18. Oct. Der im Dienste der Hesfischeu Ludwigs^Eisenbahn Gesellschaft auf der Bahnstrecke Jgstadt-Niederu- hauseu sunctionireude BahnschLtze W. Merkelbach von hier ist nach Fertig- stellung der Bahn aus diesem Dienste ansgeschieden. - Für Delkenheim «nrde der Gutsbesitzer Herr Johann Lhristoph Kleber 3t als Feldgerichtsschbffe ernannt und verpflichtet.
+ Schierstein, 18. Oct. Unser Lehrer, Herr P. Henn, ist von «önigl. Regierung vom 1. k. Mts. ab definitiv zum Lehrer an der hiesigen Elementarschule ernannt worden. _
-t- Leider hat die Rinderpest in Geisenheim weitere Dimensionen angenommen; sie hatte sich bis geftetn bereits auf 9 Gehöfte erstreckt und es find weiter 12 Stück Rindvieh polizeilich geisdtet worden. Deßhalb ist auch gestern eine zweite »btheilung Militär (50 Mann unter dem Lommando eine« Osficiersi per Eisenbahn nach Geisenheim abgegangen zur Verstärkung und Unterstützung der bereits vor einigen Tagen dorthin abgegangenen Wilitärmannschasten. Höchstwahrscheinlich steht die absolute Ortssperre für Geisenheim bevor, in welchem Falle noch weitergehende Verkehrsbeschrän- kungen, als die bereits angeordneten, eintreten würden. Für den ganzen Umsang de« hiesigen Regierungsbezirk« ist der Regierung«, und Polizei- DepartementS-Raih Herr Gräff dahier bis auf Weiteres zum «ommiffar Königl. Regierung behufs der nöthigen Anordnungen gegen die Verbreitung der Rinderpest und zur Beseitigung derselben ernannt worden, während al« Reichs-Lommiffar der Herr «eh. RegierungSrath Beyer von Berlin, dermalen dahier, snngirt. Die angestellten Ermittelungen haben ergeben, daß
Kruchtmarstt $u Limburg am 17. Oct. Durchschnittspreis pro Malter: Rother We-zen 21 Mk. — Ps, weißer Weizen - Rk. - Pf„ Korn 14 Mk. - Ps., Gerste 12 Mk - Pf., Hafer 7 Mk. 50 Pf.
a _ Gleld-Eourse.
v°ll. 10 fl.-«tücke . 16 Rm. 65 Pf. 6.
Dukaten .... g ----
80 Frcs.-Stücke . . 16
Sovereigns ... 20
Imperiale« ... 16
Dollars in «old . 4
A«SMg arrs de« «ivilftandsregister« der Stadt Wiesbade«.
17. Oktober.
Geboren: Am 16. Ort., e. nnehel. T., R. Anna. - Äm 12. Oct., dem Diener Andrea« Deufel e. T., R. Susanne Babette Sophie. — Am 16. Oct., dem Tüncher Philipp Schäfer e. S., R. Adolf. - Am 11. Oct., »em Bureau-Assistenten Hermann Otto LindstSdt e. T. — Sm 15. Oct., dem Bauinfpector a. D. Wilhelm Frickhöffer e. ®. - Am 16. Oct., dem Viktualienhändler Friedrich Walldorf e. S., R. Friedrich.
» uf«ebote«: Der Buchhalter am Borschußverein Peter Adolf Ernst Emil Sastever von hier, wohnh. dahier, und Clara Catharine Krämer von Eltville, wohnh. daselbst. — Der Kurzwaarenarbeiter Georg Ernst Bernhard Langenhan von Rehli«, wohnh. daselbst, und Anna Louise Emilie Mer von MehliS, wohnh. daselbst. — Der Kutscher Philipp Wilhelm Dreßler von Miehlen, A. Nastätten, wohnh. dahier, und Marie Latharine Philippme Sachs von Langenhain, A. Hochheim, wohnh. zu Langenhain.
Gestorben: Am 16. Oct., Johanna Adolfine, T. de« HerrnschneiderS Fran, Josef Henninger, alt 1 I. 11 M. 11 T. - Am 16. Oct., der «mt«- gerichtstote a. D. Peter Fasse!, alt 64 I. 7 M. — Am 16. Oct., der Marmorarbeiter Johann Georg Laux, alt 52 I. 4 M. 28 T. — Am 16. Oct., der Taglöhner Johann Adam von Biebrich, alt 42 I. 1 M. 28 T. — Am 17. Oct., Elisabeth, T. deS Buchhalters Georg Earl Herrmann, alt 9 I. 4 M. 11 T._________________________________
Gottesdienst in der Synagoge.
Freitag Abend 5 Uhr, Sabbath Morgen 8*/i Uhr, Savbarh Morgen Predigt 91/1 Uhr, Sabbath Nachmittag 3 Uhr, Sabbath Abend 5 Uhr 40 Mm., Wochentage Morgen 6'/, Ubr, Woch-ntaae Nachmittag 4'/, Ubr.
' Israel. Religions-Gesellschaft, kl. Schwalbacherstraße 2».
Gottesdienst:
Freitag Abends 4«/< Uhr, Sabbat» Morgens 8 Uhr, Sabbath Nachmittags 3 Ubr, Sabbath Abends 5 Uhr 60 Mm., Wochentage Morgens 6l/e Uhr, Wochentage Abend« 4'/, Ubr.
>rud)tmarkt ;u Wiesbaden am 18. October.
100 Kilogramm Weizen von 21 Mark 88 Pf. bi« 25 Mark — Pfg.
100 , Hafer , 14 , 80 , , 17 , - ,
100 , Heu „ 4 , — , , 8 , — ,
100 . Stroh „ 4 , 60 , , 6 „20,
Meteorologische Leobachtungen der Station THiesöaoen.
1877. 17. Oktober.
6 Uhr
2 Uhr
10 Uhr
Tägliche«
Morgen«.
Rachm.
Abend«.
Mittel.
Sarometer') (Par. Limen) .
336,27
336.36
886,90
836 51
Thermometer (Reaumur)
+4,0
+7.4
+8 0
+4 80
Dunstspannung (Par. Lin.)
2.19
1,75
2,29
2,07
Relative Feuchtigkeit (Proc.)
76,8
46,7
87,4
69,96
Windrichtung u. Windstärke
Allgemeine HimmelSanstcht .
R.W. schwach, st. bewölkt.
R.W. lebhaft, thw. heiter.
N.W.
Mäßig, bewölkt.
Mt.u. A. R.
—•
Regenmenge pro Hf'in par. Cb/
—
—
1,6
—
