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Wiesbsdmer TsgblÄ

Gegründet 1852.

Expedition: Langgaffe Ro. 27.

M 230»

Dienstag -en 2. Oktober

1877»

Dem wiesbadmer Tagblatt zu feiner 25;äHrigen I u S i r ä u m s-I e i e r von einem Freunde gewidmet.

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nfnndzwanzig Jahre sind dahin geflossen,

Reich an Wechsel, in dem großen Strom der Zeiten,

Seit das „Tageblatt" der Presse Schoß entsprossen,

Um die Zeit in ihrem Fortschritt z« geleiten.

Frühling ward's — sein Hymnus ging durch alle Lande,

Hebend rasch des düst'ren Bölker-Winters Schleier, Lösend auch der lang censirten Presse Bande - Lichter ward's in Arnim's hehrem Land, und freier.

Was die alte Zeit im Dnnkel nur gesponnen, Recht und Politik, Gemeinde-Wohl und Wehe, Offen bringt die Preff' es jetzt an's Licht der Sonnen,

Daß die Freiheit hell aus Nacht und Schlaf erstehe.

Wie die Welt im Großen sich nun neu entfaltet, Alle Triebe frei in's Reich des Lichts aufstreben, So sich auch die Welt im Kleine« neu gestaltet, Offen wird's und reger im Gemeindeleben.

Woche nur um Woche zählt' bislang sein Fristen, Eh' der Aera Schlüssel öffnet die Epoche;

Rascher rechnet sich's in neuer Zeit Gelüsten: Denn ei« jeder neue Tag wird nun zur Woche.

Klein war anfangs zwar das neue Maß der Zeiten, Das als „Tageblatt" nunmehr die Bahn beschreitet. Klein an Form, an Inhalt nur vier Seiten, Wie's der Abdruck lehrt, der heut' das Blatt begleitet.

Ost umschwirrt von Wind und schweren Wettern, Doch an Wurzel fest, hat's bis zur Stund' durchdanert, Frohes Wachsen könnt' nicht Sturmes Wucht zerschmettern, Den« der Bürger Gnnst hat's Fundament gemauert.

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Längst schon ist der wEe Ehrenmann geschieden, Der des Werkes GrnnMein bied'ren Sinn's geleget. Mög' das Werk selbst treiben fürder neue Blüthen, Bon der Bürger Gunst voll Pietät gepfleget!