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Wiesbadener Lagblatt.

Ans dem Reiche

Kunst. Theater. Coneerte

sang, und daß in denjenigen Nummern, in welchen di« Gesangeitechxi! k hervorstecher de Rolle spielt, wie j. 8. in den mit der Flöt« concftlimbti Passagen im 8. Akte, sie wirklich glanzvoll wirkte.

versetzt worden.

4 (Für Militär-Anwärter.) Die neueste »Vacanzenlifi«' No. 87 vom 14. d. M. enthält 84 Grenzausseher-Stellen, welche neu besetzt werden sollen. Gehalt 900 Mark, Wohnungsgeldzuschuß 60 Mark und Dtenfibe- kleidungSzuschuß 80 Mark mit Aussicht auf GehaltLverbesserung. Elementar­schulbildung und körperliche Rüstigkeit sind die dienstlichen Erfordernisse. Meldungen haben zu erfolgen bei der König!. Provinzial-Steuer-Direction zu Köln. Ferner die Stelle eines Bmtsooigts in Blankenburg mit 15C0 Mark Gehalt und 180 Mark Wohnungsgeldzuschuß. Meldungsgesuche sind bei der Herzog!. Kreis-Direclion tu Blankenburg einzureichen.

O Die vielen Freunde und Bekannte d«S vor zwei Jahren von hier nach St. Francisco verzogenen Herr» Musiklehrers Franz Fischer wird es interesfiren, zu hären, daß die Leistungen desselben in der neuen Heimath in hohem Grade gewürdigt werden und allseitige Anerkennung gesunden haben. So ist ihm noch in der letzten Zeit das Directorium größerer Concert-Auf- führungen der vereinigten deutschen Gesang-Vereine, deren Ertrag zum Besten des im Bau begriffenen großartigen deutschen Hospitals in St. Francisco r bestimmt ist, übertragen worden, obgleich sich unter den zahlreichen Bewerbern $ um diese Stelle sehr tüchtige und dort altbewährte Kräfte beworben hatten, i

* Fremden-Verkrhr laut Badeliste 54,118 Personen.

baden, entworfen und kalligraphisch auf Pergament ausgefühlt von Regie- rungssecretär Hohle. 2) Alle Münzen, welche in Markwährung geprägt werden. Dieselben sind aus der Berliner Münze zugestellt worden (selbst­verständlich gegen Bezahlung). 8) Ein Metermass;. 4) Die größeren deutschen Zeitungen in einer Nummer und Exemplare der in der Nähe erscheinenden Blätter. 5) Brochüre, Zeichnungen rc. über das Denkmal. 6) Die von dem Eomits erloffenen Aufrufe. 7) Beitragslisten von Deutschen in England, welche sich dies ausdrücklich auibedungcn haben. 8) Je eine Flasche 1870t Rüdesheimer und Aßmannshäuser Wein. Rach Beendigung des Weihe- Actes nahmen dir Majestäten in huldreichster Weise den Allerhöchst- denselben im Kaiser-Zelt von schöner Frauenhand credenzten Ehren­trunk entgegen. Eine der Damen, Fräulein Schilling, die Tochter deS genialen Schöpfers des Denkmal-Entwurfes, überreichte außerdem Ihrer Majestät der Kaiserin ein kunstvoll gebundenes Bouquet mit dem Namenszuge der hohen Empfängerin. Beide Majestäten unterhielten sich mit fast jedem einzelnen der bei der Grundsteinlegung betheiligten Herren auf das Freundlichste und verließen alsdann mit hohem Gefolge, die Reihe der Krieger durchschreitend, unter enthusiastischen Kundgebungen der unabsehbaren Menschenmenge den Platz Die Kaiserin begab sich nach Coblenz zurück, während Seine Majestät der Kaiser mit Gefolge in der Rheinholle zu Rüdesheim ein Frühstück einnahm. Von hier aus erfolgte gegen 2 Uhr die Abreise Seiner Majestät mittelst Extrazugs über Frankfurt nach Karlsruhe. Einen herrlichen Anblick gewährten die auf dem Rhein defilirendea festlich geschmückten Boote, die abwechselnd Kanonenschüffe abseurrten. Während des Abganges der Eisenbahnzüge wurden die Allerhöchsten Herrschaften abermals durch laute Hochrufe und Tücherschwenken der versammelten Menge begrüßt, wofür Seine Majestät der Kaiser in gewohnter leutseliger Weise gerührt dankte. Dir übrigen Stunden des Tages verliefen in der heitersten Stimmung. Die Fefltheilnehmrr vertheilten sich in bis verschiedenen Locale, von denen haupl- sächlich die längs dem Rheine sich hinziehenden Garten-Lvcalitäten dicht be­setzt waren. Gegen Abend verließen die einzelnen Vereine meist per Dampf, boot und unter den Klängen der Musik die Stadt in froher Rückerinnerung der erhebenden Stunden eines deutschen Rationalsestes.

KB. Diejenigen, welche für das Jahr 1878 Legitimation»: und Gewerbe- Scheine für den Gewerbebetrieb im llmherziehen erwirken wollen, thun gut daran, ihre dessallfigen Anträge noch im Lause dieses Monats bei der Bürger­meisterei ihres Wohnortes anzubringen, da andernfalls bei dem Andrang« der Gesuche Seitens der König!. Regierung nicht dafür garantirt werden kann, daß die Ausfertigung und Aushändigung rechtzeitig erfolgt.

+ Vom 28. dieses Monats ab ist Herr Eüter-Expedient Wenzel von Ems in gleicher Eigenschaft an die Güter-Expedition der Staatsbahn dahier

8 Wiesbaden, 17. Sept. (König!. Schauspiele.) Statt des ' »Trompeter von Säkkingen" mußte am verfloffenen Samstag wegen Erkrankung ' der Frau Rebicek »Lucia von Lammermoor' gegeben werden. ES ist ' augenscheinlich, daß Opern dieser Art, so angenehm ste auch früher erscheinen mochten, doch in Folge der kraft- und gehaltvolleren Strömung in der Musik der neueren Zeit mehr und mehr zurücktreten, da das füßliche, farblose Element dem von substantiellerer Nahrung durchsättigten musikalischen Gefühl nicht mehr munden will, und so sehen wir denn auch die Opern von gleichem oder ähnlichem Calibec auf deutschen Bühnen immer seltener werden. Gänzlich verschwinden werden sie darum dennoch nicht; ihr Melodienreichihum, beruhe er auch nur auf der einfachsten modulatorischen Unterlage, berechtigt ihr zeit­weises Auftauchen, macht es selbst willkommen; nur muß solches recht spar- Cm geschehen. Von derLucia' können wir allerdings nicht sagen, daß sie mBarbier' etwa Eoncurrenz gemacht habe, bei welchem letzteren, so sehr ,r musikalisch auch höher steht, doch bereits eine Uebersättigung eingetreten ist, so daß er süalich einer längeren Quiesrirung bedarf. Die »Lucia" hatte außerdem den Reiz, daß wir Fräulein Rolandt in der Titelrolle zum ersten Male hörten. Vollkommene musikalische Beherrschung der Partie und ebensolche Sicherheit können wir selbstverständlich von dieser Sängerin noch nicht erwarten, und darum ist auch einige Befangenheit natürlich; gleichwohl mw> rmuiui -v-nuung

können wir von ihr sagen, daß sie ihren Part höchst anmuthig und reizvoll vorüber, und der 1877er wird seine beiden Vorgänger zu Ehren »LI 'Huck und Verlag der L. Schelleuberg'scheu Hos-Buchdruckerei in Wiesbaden. Für die Herausgabe verantwortlich: Louis Schelleuberg in Wies»» r

Die verwittwete Königin Mari» von Sachsen, mit Namen Maria Leopoldine Anna Wilhelmine, welche, wie bereite gimlk am 13. c. gestorben ist, war eine Tochter des König« Maximilian gü2 von Baiern und eine Schwester der verstorbenen Königin Elisabethj Preußen, sowie der Erzherzogin Sophie von Oesterreich, der Mult« ki Kaiser« Fran, Joseph. Geboren den 27. Januar 1805, vermählte si! jt 1888 mit König Friedrich August II. von Sachsen, der bekanntlich 1854 t: Folge eines Unfalles mit seinem Wagen da« Leben verlor.

Der spanische Gesandte am preußischen Hofe, Merry h e»l, hat den Wunsch seiner Regierung zu erkennen gegeben, daß bieffeiH in| w Vetheilignnz deutscher Künstler au bet im Januar 1878 in M-ich statifind enden allgemeinen Ausstellung der schönen Künste hiugewirki miß Der preußisch« Cultu«mi»isier hat in Folg« deffeu den Senat der königich« Akademie der Künste, sowie die Knust-Akademien von Königsberg, DSP darf, Kassel und Hanau, sowie den Vorstand de« städtischen Kunst-ZuDiti in Frankfurt a. M. zu geeigneten Schritten veranlaßt, nm di« AusstM, zur Kenutuiß der Künstlerkreise zu bringen.

Auf Veranlassung de« Reichskaozleramt« wird sich bie $n. mal - Eichung« - L-mmisfiou, wie un« rnittgetheilt wird, demnächst mit kt Eichung der Schankgefäße (Bier- uud Weiugläfer und ßlGs beschäftigen. Er ist nun von dem Haudeirmiuisterium an die König!. $tf«i rungen die Aufforderung ergangen, sich binnen 6 Wochen darüber zu Ihifiti, ob und in wie weit in den verschiedenen Bezirken bereit« Polizei - Aeitzch ten erlassen worden, wie ste in Baden und Württemberg und den (imtte preußischen Distrikten jetzt über die Nothweudigkeit der Triukgesäße Ferner sollen sich die Regierungen darüber auslaffen, ob durch den solcher Vorschriften Klagen uud Beschwerden feiten« des Publikums hi» gerufen sind, und ob ein Bedürsuiß zur Einführung einer entsprecht Verordnung lediglich für die größeren Städte oder auch für die fiiimra Ortschaften und das platte Land al« vorhanden anzunehrnen ist.

Au« bett soeben veröffentlichten Resultaten der preußischen stv Werbestatistik geht hervor, wie weit noch der Fabrikbetrieb davon emfertt ist, da« Handwerk zn ersetzen. Von 1,799,601 Betrieben kommen 1,623,591 d. h. 97 pCt. auf da« Kleingewerbe (5 Gehilfen und weniger), von Bala mit mehr als 200 Arbeitern gibt es nur 905 in ganz Preußen. Von ki 8,625 000 Arbeitern, worunter 589,000 weibliche, fallen auch nut 1,378,« also co. l/» auf die großen Geschäfte, und 2,246,000 auf die kleinen.

Der Verlockung zur An-wandernng wird, wie bekennt,tu der Regierung in jeder Weife entgegengetreten. E« ist in dieser AMq neuerdings bemerkt worden, daß der Aushang von Schisssgefellschasten m I die beste Besördetung von Auswanderern ans den Stationen der Gtm>l«Wi mit diesen Bestrebungen nicht in Einklang steht. Die Direktionen ic König!. Staasbahnen find in Folge dessen, wie derTribüne" berichtet m kürzlich veranlaßt worden, jene Aushänge sobald wie möglich entfernen jnlifu t und wo dafür etwa ein Entgelt gezahlt worden, da« betreffende Adlon« | bei nächster Gelegenheit zu lösen. t , . .

(Verfälschung der Soda.) Bei der am 7. d. in Lum 1 abgehaltenen Sitzung de« Verein» Dresdener Gastwirthe war von befonterit f Interesse ein Vortrag de« EhemiketS de» Bereiu», de« Dr. Geißler, m t die Verfälschung der Soda. Soda ist kohleusaure« Natron und fou «i X käufliche Soda 90 Prvceut dieses Satze«, jedenfalls nie unter 70 Pi« enthalten. Dr. Geißler hat au« 34 dortigen Haudlnugeu Soda entn* und untersucht; der Proceutsatz an kohlensaurem Ratrsn betrag 71 m herunter 24 Proceut. Dabei war diese letzte versälschte schlechteste 4 Pf. theurer al« die beste. Man möchte fragen, wie viele Artikel S-; gegenwärtig noch, welche unverfälscht in den Handel kommen? ,

Nicht minder trostlo« find, wie von her Mosel geschrieben wirb,« diesem Jahre die Ausfichten auf die Weinernte in Bezug aut »> Qualität. Die Frage, wo« wird der 1877er Herbst dem Winzer kW wie wird der Wein au«falleu? läßt sich jetzt, wo die herbstliche SBtttfflj bereite begonnen hat, wohl mit ziemlicher Bestimmtheit beantwonn Nicht da« Gerede der Eousumenteu, noch die Wünsche der ¥robwffl- sondern das Wetter macht den Wein. Wie war und wie ist Da« rauhe Frühjahr ließ den Weinstock weit zurück; statt Anfang« », war er Ende Mai noch nicht grün. Trotzdem brachte ihn der Ium »«- vor Johanni, der guten Zeit, zur Blüthe. Aber da« alte Wetter SM wort bewährte sich:Weuu's auf Maria Heimsuchung regnet, regni 40 Tage." Zwar tarnen einige Tage mit 26- 27 Grad «eanmur W aber die Nächte blieben meist kalt, und in mehreren sank bte TemM» auf 2 bis 3 Grad. Wo» der August nicht gekocht, kann der W®' nicht braten, sagt ein Winzer - Gprüchwort. Trüb find meisten» die» und nur wenige ohne Regen, die Nächte wirklich kalt; einzelne du» sogar schon weiße Dächer und gefrorenes Grummet. S« tft W® r jährlich, wenn zum Feste des h. Laurentius keine reife Traube zu aber in diesem Jahre find dieselben noch an Mariä Geburtsfeste feiten. Trauben hangen alle Riesling« , weniger die KleinbergSstücke; am find die meisten Beeren hart, ohne Wein. Ti« Weinberge find bis M nicht einmal gefchlossen. Die Hoffnung auf guten Wein ist für buK»'