Wiesbadener Äsgblstt.
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„Tagblatt-Hans" Nr. 6650-53.
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^ensiag, 13 . Oktober 1914 .
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Schriftloitung des Wiesündencr Tagblatts: Berlin-Wilmersdorf Günhelstr. 66,Fernspr.: AmtUhland4av u.451. Tagen u nd Plagen neird keine «ew.br uoernommen,
Nr. 478. ♦ 62. Jahrgang.
klbend «Kusgabe.
An neuer deutscher Unterseebootr-Ersolg!
^Neneue Heldentat der drutschenglotte
Tin russischer Panzerkreuzer von einem deutschen Unterseeboot vernichtet.
W.7.-8. Berlin. 18. Okt. (Amtlich.) Ein Mischer Panzerkreuzer der Bajanklasse ist am Oktober vor dem finnische» Meerbusen durch ^^'Torpedoschusi zumSinken gebracht worden. ^vftellvertr.Ches desAdmiralstabes: Behnke.
t,,?-7.-B. Berlin, 13. Okt. (Nichtamtlich.) Nach uns nagenden Telegrammen verbreitet die russische a »i t- h./k Telegraplien-Ageninr zu dem amtlich gemelvelen iKrgang des russischen Panzerkreuzers folgende Nac.,- Ns Am 11. Oktober, 2 Uhr nachmittags (nt,|t)rfjc l'Wr griff ei« feindliches Unterseeboot von neuem " ' und „Pallada", die in der Ost-
?»ier
1^ Kreuzer „Bajan
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s^.,^f Vorposten waren, an. Obgleich die Kreuzer so C ein starkes Artilleriefe ne r eroffnetni, ge
"n ltarkes üitttiHtHiuu. „....v.., o- ^ gleichwohl einem Unter,eeboot, einen Torpedo die „Pallada" zu schießen; auf dieser entstand ^Explosion und der Kreuzer sank nut seiner dz c n Besatzung s e n k r c ch t in die Tiefe.
Einzelheiten.
. (Meldung unserer Berliner Schvistlcitung.) z,,^. Berlin, 13. Okt. (Eig. Drahttzericht. Ktr. Mn.) Z Versenkung des russischen Panzerkreuzers .durch deutsches Unterseeboot erfahren wir noch folgende kMtheiten: Bei dem Kampfe handelte es sich um
ItStf der wiederholten Vorstöße, die deutsche Seestreit l,Ae nach der russischen Ostsee unternommen haben d d°n denen auch einzelne Ergebnisse bÄemnt Mvor Dnd. Bei dem Kampfe, der am 11. Oktober 2 Uhr dbst^itags, russischer Zeit (nach deutscher Zeit (412 Uhr Mittags), stattfand, haben die deutschen Kräfte kernen erlitten. Die „Pallada" gehört zur logen, e, die drei Schisse, zählt, nämlich neben der
und dem „Bajan" noch den Panzerkreuzer Makarow". Die drcr Kreuzer stammen ans <.stahren 1906 und 1907. Sie haben eine Wasser, tznsangung von 8000 Donnen, Maschinen von 16 400 tz^cstärken und eine Geschwindigkeit von 21 brs 22 "cilen. Die Artillerie besteht aus zwei 20,3-Zentr- ^'Geschützen, acht 15,2-Zentrmeter-Geschützen und ^nd?wanzra 7 , 1 u-Zentimetcr-Geschutzen. Dre Be- beträgt etwa 600 Mann. Der durch den Untec- „Pallada" herbeigeführte Verlust der russischen V t A natürlich schwerer und relativ großer als IliiJ« die englische. Flotte durch Versenkung der drei £ ti Keuzer erlitten hat.
X(t Kriegslage an der ostpreutzischen Grenze, d,,^.Berlin, 13. Okt. Für die Kriegslage an der ost- !>! tzsüchen (strcnze ist bemerkenswert, daß dre I c n ''
!_i)t
, - die Tatsache zu g eb en, daß die Deutschen
iibb^sitwnen halten und daß btc Lage un 0 e r- »> " e -' - -
.- kt,n. Das bedeutet mit dem Hinweis auf die Vi.x i,ln « der deutschen Eisenbahnen, daß der neue eines rnssischcn Einsalls in Ostpreußen aüge- c n wurde.
^fortschreitendedsuLsch-österrEichische
OsfLNsiBL.
Bstcn, 12. Okt. Amtlich wird mitgeteilt: Wh' ^fknsive erreichte unter vielfach unseren durchweg siegreichen Kämpfen den San, ^?ts°h der Festung Przcmhsl ist vollzogen, und südlich der Festung werden Reste der seind- ^ü'.schließnngrarmcc angegriffen. Jaoslau und iln'tj Mtttb w unserem Besitz. Bon Sieniawa geht ein ifcind zurück. Östlich Chyrow (südlich Przemhsl) ^hs--. "nscr Angriff gleichfalls vorwärts. In V ich - Polen wurden alle Versuche starker rnssi- \k n^^ciikrafte, die Weichsel südlich von I w a n g o r o d ^schreiten, abgeschlagen.
Stellvertretender Chef des Gcneralstabs v. H ö f c r, Generalmajor, tz Lcmbcrg von den Russen geräumt.
® 5icu ' Ul- Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) AuS ^,wird gemeldet, daß Lemberg von den Russen ge-
Die Gründe des Zusammenbruchs des russischen Vormarsches in Galizien.
— Wien, 13. Okt. Für den Zusammenbruch der russischen Offensive gibt der Kriegsberichterstatter dcr „Neucn Freien Presse" folgendes an:
1. das schlechte Wetter, das in der vorigen Woche die Flüsse zu unüberwindlichen Hindernissen und die Straßen zu Kotsümpfen machte;
2. 'die Cholera, die bei den Rußen furchtbar
ivütet; ^
3. die kolossalen Schwierigkeiten beim Mn nr tion s- crsa i? und dem Nachschub.
Die rusiische Armeeleitung hatte fest darauf gerechnet, die österreichische Armee beim ersten Ansturm zu vernichten und hatte daher alle vorhandene Munition daran gesellt. Der N a ch s ch u b wurde aber jetzt u n m ö g l i ch. Alle Munitionsdepots sollen c r s ch o p f t sein. Die Schlachten in Ostgalizien brachten den Russen schwere Enttäus ch'U n g e n. Ihr Kriegsplan ist dadurch vollständig über den Hansen geworfen worden.
Der Verteidiger von Przcmysl.
Wien, 12. Okt. (Nichtamtlich) He die Blätter melden, ist der Kommandant der Verterdigun-gsarmee von PrzemyÄ Feldmarschallcntnant Kn man et, der unter der Ministerschcoft des Freiherrn v. Schönaich Leiter des Präsidialbureaus im Kriegsmintstorium ioar.
Ein russischer Generalstabsbericht.
W. T.-B. Petersburg, 12. Okt. (Nichtamtlich.) Der Generalstnb veröffentlicht folgendes Communiquö: Gestern haben unsere berittenen Avantgarden an mehreren Stellen deutsche Vorhuten angegriffen, sie überwältigt und die übrigen zu Gefangenen gemacht. Während des Kampfes wurde Cornett Prinz O l e y, ein Sohn des Großfürsten Konstantin, welcher zuerst an den Feind kam, durch einen Beinschuß leicht verwundet. Das Geschoß durchdrang das ganze Bein. An der preußischen Front ist die Lage nnver ändert. Die Deutschen benutzen ihre Eisenbahnnetze, um die Positionen zu halten, welche sie an der Grenze einnehmeu, indem sie Truppen von einem Platze zum anderen bringen. Am linken Weichselufer ist es zu mehrfachen Vorhutgefechtcn gekommen. In Galizien bilden die österreichisch-ungari.- sck>en Truppen einzelne Gruppen, die nach verschiedenen imctr jungen Vorgehen. Trotz aller Vorsicht ihrer Offensive ist es unserer Kavallerie geglückt, die österreichische Division auf dem Marsche zu überraschen und zum Teil zu zersprengen.
Dimitricw tödlich verwundet.
Krakau, 11. Okt. Bei Tomaszow wurde der bulgarische General Dimiiriew tödlich verwundet.
Wie die Rusien in Russisch-Polen hausten.
Wien, 11. Okt. Das russische Militär hat die Städte Trawniky, Josephow, Kranhstaw, Amopol und eine Reche anderer Ansiedelungen in Russisch-Polen medergebranni.
Fahnenflucht der Pole» im russischen Heer.
Aus Lublin (Russisch-Polen) wird berichtet: Die
russischen Zeitungen beklagen, daß während der . letzten Kämpfe die im russischen Heere dienenden p o ln eschen Soldaten oft zum österreichischen „Feinde" übergegangen seien oder absichtlich schlecht geschossen hätten. Das russische Kominando hat daher angeordnet, daß hinter polnischen Soldaten russische Truppckn zur Beaufsichtigung aufzustellen seien, was natürlich nicht viel nützt.
Französische Eingeständnisse.
— Genf, 13. Okt. In Paris gibt man jetzt offiziell die Niederlagen der beiden französischen K a v a I l e r i e d i v i s i o n e n bei H a z e b r o u k zu. Man sucht sich aber damit zu trösten, daß man erklärt, daß die Lage bei A r r a s g ü n st i g sei, falls die Deutschen möglichst lange nördlich der Oise fcstgehal- tcn würden.
Ei» italienischer Offizier über die militärische Lage Deutschlands.
Nacks einer Züricher Depesche der „Köln. Ztg- schätzt der militärische Mitarbeiter der Mailänder „Persevcranza" die militärische Lage Deutschlands sowohl im Westen wie auch im Osten als sehr gut. Es sei sehr zweifelhaft, ob den Franzosen ihr Durchbruchsversuch gelinge. Da alle Verstärkungen aus Enaland, Asien und Afrika angckommen seien, könnten also die Verbündeten auf weitere Hilfe nicht rechnen. Dagegen könnten die Deutschen von Antwerpen ^mehrere frische Armeekorps nach dem französischen ^Kriegsschauplatz schicken, >vas die dortige Lage vielleicht entscheidend beeinflussen wird. Auch die Russen dürften den vereinigten
deutsch-österreichischen Armeen kaum nrehr gefährlich werden.
In der dortigen Gegend entscheide die Manövrierfähigkeit der Heere.
England und Antwerpens Fall.
W. T.-B. London, 12. Okt. (Nichtamtlich.) Der Berichterstatter der „Morning Post" in Antwerpen erzählt. Die Belgier sahen schon am 2. O k t o b e r die Übergabe der Stadt m unvermeidlich au., fahlen aber neuen Mur, als am Morgen des 3. Oktober die Mitteilung kam, daß engtijcyv Hilfe unterwegs sei. Die englischen Marinesoldaten, die am 4. Oktober ankamen, nachdem sie die ganze Nacht hindurch gereist waren, bezogen sofort auf dem am stärksten gesair- deten Punkt bei L i e r Stellung. Zusammen mit spater angekommenen Verstärkungen widerstanden sie den schlnnmiten Angriffen, während sie einem furchtbaren .lrtllleriefeuer ausgesetzt waren. Die Deutschen täuschten die Belgier durch eine L i st und waren dadurch imstande.^ die Stellung bei Lier zu umgehen, wodurch der Rückzug dieser Stellung unvermeidlich wurde. . ^
Die Besetzung von Antwerpen hat m England sichtlich einen großen Eindruck gemacht. Die „Times schreibt: Der Fall Antwerpens wurde in London als unvermeidlich bedauert, die Nachricht davon aber mit Fassung^ausgenommen. Der moralische Eindruck des Ereigni;;es ist bedeutend, besonders weil die Regierung vorher den ■ furchtbaren Charakter der deutschen Angriffe verschwiegen hatte. Der Besitz Antwerpens erhöht für die Deutschen die Möglichkeit, »oenn sie aus Frankreich vertrieben werden, den Krieg in Belgien anstatt in Deutschland fortzusetzen. Antwerpens endgültiges Schicksal hänge von dem Glück der britischen Truppen im Felde ab.
In den Schilderungen des Berichterstatters der^ „Morning Post" über Antwerpen heißt es: Bei der Nachricht vo» der englischen Hilfe am 8. Oktober ging eine Welle beinahe phantastischer Zuversicht durch die Stadt. Jubelnde Menschenmengen durchzogen die Straßen, die Vorbereitungen für die Abreise der Regierung wurden aufgeschoben.. Die Begeisterung dauerte bis zum 4. Oktober an, wo der Angriff der Deutschen zum Stehen gebracht wurde. Die Kirche» waren gefüllt von Menschen, die voll Dank waren für den guten Fortgang. Die Ankunft der englischen Verstärkungen vor Lier war aber zu spät, da ein Sektor des Forts bereits zum Schweigen gebracht war, und die Deutschen außerordentlich starke Artillerie auf die von ihnen besetzte Seite des Flusses in Stellung brachten und die englischen Truppen bombardierten. Spät in der Nacht sah ein belgisches Regiment, das einige Schützengräben bei Düffel beseht hielt, einige Soldaten auf sich zukommen, die mau für Engländer hielt, da sie auf den Anruf „Freund" antworteten. Als zwei Wachtposten fielen, merkte man, daß man sich getäuscht hatte. Die Deutschen stürmten nun die Schützengräben, wo der größte Teil der Besatzung im Schlafe lag, und töteten 1200 von 2000 Mann. Das war da? dritte Unglück bei der Verteidigung. Das erste war. daß Fort Wawre durch einen unglücklichen Zufall in die Luft flog, das zweite war die Abschneidung der W a s s e r z u f u h r für Antwerpen. Die Un- ‘ ruhe, die am 5. Oktober mit dem Bombardement der Vorstädte begann, wuchs in den nächsten Tagen bis zur Niedergedrücktheit. als der Strom der Flüchtlinge aus den Vorstädten tu Antwerpen ankam. Es war klarer Mondschein., als das Bombardement am 8. Oktober begann. Von dem ersten Schuß wurde die ganze Stadt erschüttert. Die Bevölkerung strömte in die Straßen. Der größte Teil der Armeen wunderte in gedrückter Stimmung nach der Grenze.. Die Granatell wälzten ganze Häuser auf die Straßen. Das Rathaus und der Dom bleiben lvic durch ein Wunder (!) bei dem Bombardement unversehrt.
• Eine riesige Blamage Englands.
Rom, 12. Okt. Die radikale dreivcrbandsfreundkiche „Vita" schreibt: „Antwerpens Einnahme kommt einer englischen Niederlage gleich, daher bedeutet sie eine riesige Blamage für das englische Ministerium, das den Krieg gewollt und alle militärischen Hilfsmittel nach Antwerpen entsandte."
Das veröd-te Antwerpen.
W- T.-B. Amsterdam, 12. Okt. (Nichtamtlich.! „Handelsblad" meldet aus Antlverpen vom 10. Okt.: Die Straßen sowohl der ärmeren als auch der wohlhabenden Viertel, den Kais entlang und am Hafen, sind allesamt leer und einsam. Sehr wenige Menschen wagen sich heraus; sie schleichen vorsichtig an den Häusern entlang und kehren möglichst rasch heim. Nur im Zentrum der Stadt, auf dem Stadihaus- platz,' lasten sich einige Bürger sehen, die aus Neugier den Mut' finden, den Deutschen unter die Augen zu treten; aber sie sind zu zählen. Die Straßen sind so verödet, daß die deutschen Automobile sie ohne Hupensignale durchfliegen. 'Alle Läden sind geschlossen außer wenigen kleinen Kaffeehäusern am Stadthansplah. Eine große Anzahl von Bränden, die durch die Beschießung entstanden sind, nahm durch die
