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'Matag. 13. Gktober 1914.
Morgen - Ausgabe.
Ne. 477. ^ 62. Iahegang.
Rlch dem 5«n Antwerpens.
Zahl der in Holland untergebrachlen belgischen Soldaten.
kp Rotterdam, 12. Oft. Der „Nieuwc Rotterdam- ^?uraut" nicldet aus B l i s s r n g e n, daß die j.?pfcr des provinzialen Darnpfschrsf- .- Ndienstes auf der Wester-Schelde andauernd dclaische Soldaten befördern. Man spricht ^ UN ganzen 20- bis 25 000 Mann.
ec Kestungskommandant von Antwerpen deutscher Kriegsgefangener.
Aachen, 12. Oft. Generalleutnant d e Guisc,
suchen, lz. wn. - ^ - - - . .
!^?vnunandant von Antwerpen, befindet sich hrer ^7?»ttangcn und wird nach Köln gebracht. Ebenso E®* Generalmajor Maes von der Antwerpencr Bc- nng nach Köln gebracht.
Die Oöscharbeit der deutschen Soldaten in Antwerpen.
Die „Evening News" melden
ta B.-T. London, 12. Ott.
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^ Antwerpen: Nach deni Einzug in Antwerpen verlangten ^^lschen Trupp,en sofort alle F eu er sp ri tzen^und^be-
Wn die Löscharbeiten, währenddessen brachten die Ein er Erfrischungen.
^klehr der belgischen Flüchtlinge aus Holland.
Köln, 12. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Bon z,.holländischen Grenze wird der „Köln. Ztg." gemeldet: Die )?,>r gegenwärtig in Holland befindlichen, größtenteils ^.öffentlichen Unterstützung verfallenen Belgier ° auf e i n e h a l b e Million geschätzt. Wahrscheinlich
ist, muß auch am schwersten wiegen: Der König darf nicht
in die Hände der Deutschen fallen. Bis zum letzten -lugen- blick ist er geblieben und jetzt geht er, wie so viele seiner Untertanen. Das Auto kann nicht weiter; so wie alles steht, muß es warten, bis Raum geschafft ist. Ich stehe ganz dicht dabei. Ein paarmal schaut die Königin sich noch um. „Achteruit" und „En arriere" Hallen gebietend die Stimmen der Garde Civique, aber das Volk blieb bis zum letzten, um Fürst und Fürstin gedrängt. „An rovoir", ruft ein begeisterter Mann aus der Menge. Einen Augenblick entspannen sich die Züge des Königs, der fortwährend mit seiner Gemahlin im Gespräch ist. Roch einen Augenblick — und da fährt da§ königliche Paar die militärische Schiffsbrücke hinüber auf die andere Seite der Schelde. Schnell ist es den Augen entrückt.
? «n großer Teil davon in den nächsten Tagen wieder Ij^hchn. Es wird auch schon gemeldet, daß
WMJ , »a ö .. ein Dampfer
tz. Nüchtlin^n nach Ostende abgegangen ist. Die belgi- is.^ Soldaten erklären vielfach, daß sie sich beeilten, über !ih?^^"adische Grenze zu gelangen, um nicht in die Ge- ^aschaff t, er Deutschen zu geraten.
^,,^er deutsche Kommandant von Antwerpen hat folgende Torung nach Holland iibermittelt: _
ich., "Der, Unterzeichnete Befehlshaber der Festung Antwerpen C 1 ' daß nichts die Rückkehr der Einwohner von Ant- Ü<^ n in ihre Wohnungen hindert. Niema n d )oll ein ^ Jugefngt werden und das prevate Eig
Die Deutschen vor Warschau?
Er. Wien, 12. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Wie bisher gemeldet wird, nähern sich die Deutschen Warschau. Ihre Vorhut hat bereits Pnltusk erreicht.
Der deutsch - österreichische Vormarsch in polen. Die Deutsche» vor Jwangorod. bä. Wien, 12. Okt. Die „Grazer Tagespost" meldet: Unsere südlich der Eisenbahn Jaroslaw-Tarnow vorgedrungenen Kräfte haben Racszow und Lancnt besetzt. Der Vorniarsch unserer Truppen geht rasch vor sich. Dre deutschen Truppen schlossen Jwangorod von der Westseite ein.
Die deutsche Verwaltung in den besetzten russischen Landrsteilcn.
bä. Landsberg a. d. W., 11. Okt. Der hiesige Landrat Graf Clairon d'H aufs onville ist vom Minister des Innern als Berwaltungsbeamter ins Okkupationsgebiet Rußland beordert worden.
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..Unverletzt bleiben auf die Bedingung hm-, daß sich
? von Feindseligkeiten enthalte. Diü. Musber Bürgerwehr. die mcht bewaffnet sind;, werden
2 U'cht als Kriegsgefangene betrachtet, und können ruhig ’ vanse zurückkehren."
H"FüeMrr v. Schütz, Generalleutnant."
englische Hilssabteilung in Antwerpen vollends vernichtet?
in,, Rotterdam, 12. Okt. Der „Nieuwe Rotterdamsche uRMt« uüto: Vorbehalt, das? nach Schatzung
^''"eruierten belgischen Offiziere von 8000 Eng- !kj? i U' die in Antwerpen waren, nur 700 tn Sicher- '°lcn. Die übrigen seien vermisst oder interniert.
Die übrigen seien vermisst Eine Schlacht bei Gent bevorstehend? "frankfurter Zeitung" meldet aus Amster- tzL 12. Oktober: Es scheint, daß die Engländer in
ioü We wieder neue Abteilung e n von Ma r: n e- l e n landen und daß auch die Franzosen kje:ttu.^ herangesührt haben, die nun bei Gent je Und daß bei Gent eine n e u e S ch l a ch t gegen ^je unkomnisnden Engländer, die Franzosen und « des belgischen Heeres zu erwarten ist. Einige isttz" Scharmützel haben bereits stattgefunden. „Reil- sii. ü.^ericht aus belgischen Quellen fangen wiodernni ^ chu?m Sieg über die Deutschen zu reden, wie
. lt . . die belgischen Berichte noch eine halbe ie,, .de vor der'Übergabe Antwerpens einen großen die Deutschen gemeldet haben.
Belgische Plünderer in Antwerpen
en Bericht der „Köln. Ztg." von der holländi ^nge entnehmen wir: Es ist nach ihrer früheren zu erwarten, daß die Pressen des Drei
l °{UrkT ö« enrcarxtrti, 'uaid »u-w: «uc»
8 uusstreuen werden, die Deutschen hätten Ant
e I geplündert. DeshaW sei wiederholt, daß es
waren, die geplündert haben, und zwar noch «iigp Ein Einzug der deutschen Truppen. Einer der <itK' i>t- - • - - '
..gestern morgen in Esschen ankamen, führte ÄrJEdäckwaaen mit: das Zugpersonal gab an, daß
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rthfl unt allerlei Waren gefüllt sei, die aus Er Läden geno.mmen waren:
" ^ein. Havanna-Zigarren, " "
Ant Wein,
Reis usw.
.. des riönigspaares aus Antwerpen.
Amsterdam, 10. Okt. Ein Berichterstatter des „Honett i. " in Antwerpen war Augenzeuge bei der Ab- . Königs Albert und seiner Gemahlin. Er schreibt Egendes: Sowie die Umstehenden aus dem ent-
. Ewirr das g r a u e A u t o des Königs gewahr .Wuchzten sie "dem Fürstenpaare zu und ftir den * icheint alles leicht vergessen. Was das Schwerste
Neue Runde von S. M. S. „Emden".
Br. Köln, 12. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Mm) Wie die „Köln. Volkszeitnng" ans russischer, Quelle meldet, haben der e n g l i s ch e .Krcuzer ^ „Triumphs und die japanischen Krenzer „Nkstrn. «nd „Kassuga in aller Eile Hongkong in der Richtung nach dem Malaiischen Archipel verlassen,, wo der deut- che Krenzer „Emden" japanische Reissastffe zerstört hat. Gegen die „Emden".
„Nowoje Wremja" zufolge wird vom englifch-fvanZÖslschen Flottenverband im Adriatischen Meer ein Geschwader abgeteilt, das sich durch den Suezkanal nach dem Indischen Ozean begeben und auf die „Emden" Jagd machen soll.
Die bisherigen Verluste der serbischen Armee
Br Sofia, 12. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Nach erneuten Feststellungen des serbischen Hauptquartiers beziffern sich die bisherigen Verluste der serbn scheu Armee auf 18 000 Tote, 74 000 Verwundete und etwa 20 000 Vermißte
sonders an die Ausführungen eines italienischen Genc- ralstabsoffiziers in der Mailänder „Perseveranza", Ausführungen, von denen man reden darf, weil. sie auch vom „Wolffschen Telegraphenbureau" verbreitet worden sind. Der italienische Offizier spricht von einer Überlegenheit der Verbündeten über die deutschen Truppen in den Kämpfen an Oise und Aisne, und er nimmt sogar die Möglichkeit an, daß wir in dieser Kette von Schlachten mir halb so stark wie die Feinde seien. Wie es damit auch stehen mag, jedenfalls verdient die betreffende Darstellung besondere Aufmerk- tamkeit, sie macht vieles deutlich, und wenn man sie durchdenkt, so muß nicht nur unsere dankbare Bewunderung sür unsere Truppen noch wachsen^ sondern wir dürfen der nächsten Zukunft mit unbedingtem Vertrauen entgegensehen, mit der felsenfest e n Gewißheit auf einen ü b e r w ä l t i g e n- den Sieg. Die Feinde selbst haben in ihren Berichten schon mehrfach mit beklommenem Gemüt sestge- stellt, daß Verstärkungen in den deutschen Reihen wahr- genommen werden koinuten, uüd jetzt bringt die Eroberung von Antwerpen eine Entlastung, deren Folgen sich bald Zeigen werden. Begierig darf man daraus sein, wie sich die Lüge n Presse in London, Paris und Bordeaux das welterschütterndc Ereignis der Nie- derMiNgung Antwerpens zurechtlegcn wird, und was sie darüber den Neutralen mitteilen wird, von denen wir durch die Heimtücke der Engländer abgeschnitten sind. Freilich gehört das mehr in das Gebiet der geschichtlichen Anödotensammlung. Wir werden da mancherlei Zu lachen bekommen, und wir werden um so herzlicher lachen können, je eherner der _ Tatbestand bleiben wird, daß die Scheldestadt u n s e r ist und uns auch in der Zukunft nicht mehr wird entrissen werden können. Denn das ist die größte Bedeutung des ruhmreichen Sieges des Generals von Bossler, daß er einen geschichtlichen W e n d e- punkt Larstellt. Man braucht sich darüber nicht näher auszulassen, man wird aber sagen dürfen, daß sich in diesem Punkte die W i l l e n s m e i n u n g unserer leitenden Männer mit dem sicheren Gefühl des Volkes in allen fernen Parteien und Schichten völlig deckt. Und deshalb ist es richtig, wenn die Eroberung von Antwerpen sofort und mit unbeirrbarem Instinkt als eine s ch teere Nieder! a g c Englands gewürdigt wird. Alles, was wir bisher unseren Feinden angetan haben, berührt Großbritannien (wir baruchen uns das nicht zu verhchlen) doch nur an der Oberfläche, aber iüdem wir den neben Hamburg wichtigsten Hafen d e s ^ F e st - land e s in unsere Gewalt bekommen haben, sind wir den Engländern beträchtlich auf den Leib gerückt, und was das bedeutet, das wird man in London noch zu verspüren bekommen.
Eine große Wendung.
O Berlin, 11. Oktober.
Der Tod des Königs von Rumänien macht in politischen Kreisen einen schmerzlichen Eindruck. Das kluge Beharren des Königs Carol an seiner durch Jahrzehnte bewährten Politik und sein Widerstand gegeü alle Drohungen und Werbungen aus dem Lager des Dreiverbandes krönen sein L e b e n s w e r k mit bleibenden Verdiensten. Man wird es noch erfahren, mit welchen Schwievigkeiten der verstorbene Herrscher zu kämpfen hatte, als er sich stand h af t und erfolgreich gegen die Bestrebungen behauptete, . die Rumänien in das russische Fahrwasser hinüberleiten wollten. Die Erwartung darf gehegt werden, daß der Nachfolger die ihm hinterlassenen Richtungslinien auch seinerseits innehaltsn wird. Die freilich riicht gering zu schätzenden Tendenzen, die zur Teilnahme hiumäniens an dem Kriege gegen uns und unsere Verbündeten drängen möchten, werden binnen kurzem durch die Ereignisse zur Besinnung gebracht werden. Wir können mit großer Sicherheit erwarten, daß demnächst vom östlichen Kriegsschauplatz Nachrichten kommen werden, die unsere Herzen vor Freude höher schlagen lassen werden. Das wird denn auch auf die Stellung der Neutralen einwirken müssen, wie auch bisher schon die in Betracht kommenden neutralen Staaten durch den Verlauf der Tinge zu heilsamer Zurückhaltung bewogen worden sind. Aber cm gewisses Schwanken war doch noch bemerkbar,, und damit wird es, wie gesagt, Wohl binnen kurzem sein Ende haben. Man kann das auch in bezug aus die Lage im Westen aussprechen.^ Wenn einmal die Geschichte dieses beispiellosen Krieges geschrieben werden wird, wenn namentlich unser Generalstab das Siegel von allen bisher notwendigerweise bewahrten Geheim- nissen wird lösen können, dann wird die Welt st a u n e n über Tatsachen, die heute naturgemäß nur wenigen bekannt sind. Wir denken, indem wir dies schreiben, be-
lVsiLere EnLHMungen über öa§ englische Intrigenspiel in Belgien.
Belgiens eigene Schuld.
W. T.-B. Berlin, 12. Okt. (Amtlich) Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Der Bruch der belgischen Neutrali- t ä t durch England und Belgien. Durch die eigene Erklärung Sir Edward Greys ist die Behauptung der englischen Regierung bereits nls unhaltbar eriviesen, daß die Bevletzuug der belgischen Neutralität durch Dentschland das Eingreifen in den igegenwärtigen Krieg veranlaßt habe. Das Pathos sittlicher Entrüstung, ni,tt dem der deutsche Einmarsch in Belgien von englischor Seite igegen Deutschland bei den Neutralen verwertet worden ist, findet eine neue und eigenartige Beleuchtung durch gewisse Dokumente, welche die d e u t - s ch e H ee r e s v e r w a l t u n g in den Archiven des belgischen G e N e r a l st a b s in Brüssel gefunden hat. Aus dem Inhalt einer Mappe, welche die Ausschrist trägt: IrNsrim, Lnglais et dÜFigne, geht hervor, daß schon im Jahre 1906 die Entsendung eines englischen Expeditionskorps nach Belgien für den Fall eines deutsch-französischen Kriiegs in Anssicht genommen war. Ziach
einem vorgsfundenen Schreiben an den belgischen Kri'Sgs- minister vom 10. April 1906 hat der Chef des belgischen Gene-
i sre-v -IV. ^ ^ ~ | ~ i -y —
ralstabS mit dem damaligen englischen Mili-tärattachs in Brüssel, Oberstleutnant Barmardiston, auf dessen Anregung in wiederholten Beratungen einen eingehenden Plan für eine g e m e i n s a m e O p e r a t i o n eines englischen Expeditionskorps von 100000 Mann mit der belgischen Armee gegen Deutschland ausgearbeitet. Der Plan fand die Billigung des Chefs des englischen General- stab s, Generalmajor Griorson. Dem belgischen Generalstab wunden Angaben über die Stärke und GliieLerung der englischen Truppenteile, über die Zusammensetzung des Expeditionskorps, ferner die Ausschissungspunkte, ' eine genaue Zeitenberechnung für Len Transport und dergleichen, geliefert. Auf Grund dieser Nachricht hat der belgische Gene- ralstab den Transport der englischen Truppen in das belgische Aufmarschgebiet, ihre Unterbringung und Ernährung dort eingehend vorbereitet. Bis in alle Einzelheiten ist das Zusammenwirken sorgfältig ausgearbeitet worden. So soll-
