Wiesbad-E Taqblatt.
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Poiizeigericht vom 8. Febr. Am 1. September o. I. übernahm rtget Mann von einem Wirth« das von demselben bis dahin betriebene
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»lpertair-Sntwurs »er Kintglichen »chauspule im 4. dir 11. ?ebtuar. Sonntag den 4.: Zum Erstenmal«: Fkrröol. Montag den 5.: Concert (ßett $. de Sarasate, als Gast.) Dienstag den 6.: Romeo Juno Julie. Mittwoch den 7.: O, diese Männer! Donnerstag den 8.: Die Nachtwandlerin. Samstag de» 10.: Der Trompeter von Säkkingen. Sonntag den 11.: Lumpaci Bagabundus.
graniten, Angesichts de« überraschenden materielle» Erfolge« des Unternehmens hat die Oeffentlichkeit denjenigen Damen, welch« sich um dasselbe so verdient gemacht hatten, der Frau Regierungs-Präsident E.v.Wurmb, der Frau Geh. Regier,-nglrath SB. Hilf, und der Frau Flindt, welche die Ide« zunächst erfaßte, sowie allen Mitwirkenden Namen« der guten Sache, um di« es sich gehandelt, den wärmsten Dank aus,»sprechen.
S* Wiesbaden, 8. Februar. (Eurhaus-Eonc«rt.) Da« gestrig« Symphonie-Eoncert im Curhause hatte «in so zahlreiches Publikum angezogen, daß alle Räume überfüllt war«». Da« Programm bot denn auch sehr viel Interessante«, da ein junger Künstler, Herr Heimendahl, sich »um ersten Male hier hören ließ. ®t spielt« ein Concert von Viotti, welches d«n lebhaftesten Applaus hervorrief; ferner Albumblatt von R. Wagner, von Professor Wilhelms für Violine arrangirt, und eine ungarische „Air von Ernst. Herrn Heimendahl'« Ton ist kräftig und edel; außerdem besitzt er ein« sehr respectabl« Technik, welche ihm eine Zukunft unter den Ge,gern verspricht. DaS Programm brachte noch die Ouvertüre zu Shakespeares Julius Eäsar' von R. Schumann und die bekannt« Leonore».Symphonie von Raff. Beide Werke wurden trefflich executirt, und fand wieder besonder« di« Raff'sche Symphonie den ungeteilten Beifall des Auditorium«.
_c— In der Werkel'schen Curhau«-Kunstausstellung sind wiederum zwei Gemälde ausgestellt, welche in hohem Grade geei^et sind, das Jntereffe aller Kunstfreunde zu erregen. Es sind dies „Die Erziehung des Bacchus' von @. Harburger in München und „Ru ©twelotte m Kolitz in Düsieldorf. Ersteres zeigt uns Bacchus als Säugling auf d» Schooße eine« bärtigen Faun mit ausgestrecktem zottigen Unterkörper, der jd, aus einer Muschel mit Wein tränkt, wie die Traube, welche der sruhre-e kleine Schlemmer mit der Hand zerdrückt, anzudeuten scheint. Hmtee dm als «mme figurirenden Faun sitzt ein älterer mit kahlem Schädel an grauem Barte, der mit sichtlichem Wohlgefallen die staunenswerthe Capa« », des göttlichen Magen« constatirt. — Da« zweite Bild zeigt Kaiser Wilhelm nebst Moltke, Bismarck und anderen höheren Dfficitren zu Pferde, vor einem theilweise zerschosienen Hause Stellung nehmend, an welchem soeben feifch« Truppen vorbeiniarschiren, um in die Schlacht einzugreifen. Links tm.Border- grund liegen ein todter Turco und ein verwundeter Franzo e, während wu rechts eine Gruppe verwundeter Deutschen sahen und Krankenträger beschäftig, sind, einen derselben au« dem Feuer zu tragen, deffen Jntensivitiär di« ^^rall^berstenben^Geschossbezeugen.^^^ $et[oo,nng der Nassauischen Fünf- nndzwanzig.Snldenloose fiele» aus die Nummern 1708, 4S88, 18,494, 19,41», 57,795, 59,938, 66,218 und 70,689 je 50 ft., aus die Nummern 1 IM, 47,423 und 96,246 je 60 ft. und auf di« Numm«« 96,675 — 4000 JI.
? In gleichem Maße, wie sich die Arbeiten bei dem «""gericht dahier, Abheilung für Untechrchnng«sachen, mehren, steht die« auch bei den übrige« »bthei'ungen fest. Rach einer Zusammenstellung hat sich ergeben, daß le dem Geschäftsjahr 1876 im Ganzen 3600 Sachen, darunter 80 ®onctirf( mehr al« in 1875, zur Bearbeitung kamen. E« steht zu erwqrten, daß bei jetzige Personal mindeste»« um drei Richter vermehrt wird
? In der Bleichstraße dahier ist t» einem Hause tut «ellerdiebpahl en Eßwaareo verübt und au« einem Hose zwei Fässer gestohlen worden.
B » (Gedenktage in der Woche vom 4—10. Februar.) S.: Neber- gang der Preußen über die Schlei 1864. 6.: Geburtstag d«S Große» Xtft fürsten 1620. 8.: Schlacht bei Pr. Eylau 1807. 9.: Frieden zu Lunemlli 1801. 10.: Die preußische Garde in Gravenstein 1864.
• (Kunst-Vereins) Neu ausgestellte Gemälde: 1) HochgebirgSlandschast in Tyrol von F. ». Winterfeld in Düsieldorf; 2) St. Bartholomae am Königssee vondemselben; 8) und 4) Genrebilder von H. Plath »er i« Dusseldo^ie B ung b(g Schloßgartens »» Biebrich ist in Folg«
verschiedener in den letzten Jahren vorgekommeuer Unzuträglichttitei:, «I muthwillig« Beschädigung an Bäumen re re., Wezsangen der Smgvozch Äuenehmen der Vogelnester, Fischen und selbst Baden im Schloßteiche durch den Erlaß einer Polizei-Verordnung unter den besonderen Schutz der Olt - und Feldpolizei gestellt worden. Zuwiderhandlungen werden bis zu 9 Rar! Geld, event. Hast bestraft.
Briefkasten. W. R.‘- Die Anmeldung von Markenschutzzeichen geschieht bei dem zuständigen Gerichte behus« Eintragung in da« betr.Registn. Der Anmeldung muß eine deutliche Darstellung des Maaren,eichens, nw einem Verzeichniß der Waarengattungen, für welch« da« Zeichen bestimmt ß, mit der Unterschrift der Firma versehen, beigesdgt sein. Für die erste Em tragung eines Zeichens wird eine Gebühr von 50 Mark entrichtet; and« Eintragungen geschehen unentgeltlich. Außerdem wird di« erste Eintrags und die Löschung eine« Zeichens auf Kosten de« Inhabers der Firma. w .Deutschen Reichsanzeiger" bekannt gemacht. — v. A.: Sie Erlaubniß M Kleinhandel mit Branntwein und Spiritus kann allerdings von dem Rach weis eines vorhandenen BedürsnisieS abhängig gemacht «erden. H. ■■ Uns vollständig unverständlich. - A. M.: .bebeuten bj‘
« f“ n t> c.“ ..v. f. v.“, „p. c.“ auf einer Visitenkarte?' — „p- .um Glück ,u wünschen-, oder im Stilleri denkend- „h der + + t*; „p. p. c. , „pour prendre conchö , .um Adichiev | nehmen", oder um durchzubrennen; k. v/', .um, sem« »«swmtungll machen", mit dem Hint.rgedanken: „Gott sei Dank, daß ich ihn oder sie antteffe*• p c.“ .pour condoler“, „um sein Beileid zu bezeugen, «« dem Ged^en im'sdlm Herzen- '.es ist Dir schon recht, d.tz Du A
ein junger Mann von einem Wirthe das von demselben bi« dahin betriebene Geschäft in dem guten Glauben, eS werde ihm die Erlaubniß hierzu nicht versagt werden. Dem Uebernehmer ist aber erst 6 Wochen später tue auf seinen Namen lautende Wirthschaftsconcession ertheilt worden und wird derselbe wegen uncessionirten Wirthichastsb-triebs und Lontravention gegen die Gewerbesteuer zu einer Gesammtstrafe von 80 Mark eoent. zu 8 Tagen Last und in die Kosten verurtheilt. — Der Maurermeister, welcher die Arbeiten an dem neuen Schulgebäude in der Bleichstraße im Submissron«- wege übernommen und mit der Arbeit bereits begonnen hatte, ohne daß eine baupolizeiliche Erlaubniß erwirkt war, wurde von der Polizei in etne Geldstrafe von 25 Mark genommen. E« wird aber im Verhandlungitermm constatirt, daß der Angeklagte von dem Stadtbauamte durch eine schriftliche Aufforderung angehalten wurde, mit der Arbeit zu beginnen; weiter kommt in Betracht, daß dem Maurermeister sogar von der Polizei gestattet wurde, an einem Sonntag arbeiten zu dürfen, weil Gefahr in Berzug war. Es erfolgt« die Freisprechung de« Meisters. — Am 24. August v. I. lost« ei» Herr in Begleitung einer Dame am Schalter des Taunusbahnhofes em Billet erster Clasie nach Frankfurt und gleich darauf ertönte das Glocken- signal, daß keine Billete mehr auLgegeben werden. Am Zug angekommen, setzt« sich derselbe schon langsam in Bewegung und nun schloß sich der Herr selbst ein Coup« aus, brachte die Dam« hier hinein und trat bann selbst in doS Coupö. Obgleich wohl anzunehmen ist, daß der Pasiagier seine Absicht nach Frankfurt zu fahren, hinreichend documentirt haben mag, so liegt hier dennoch ein Verstoß gegen den $. 61 des Eisenbahn-BetriebSreglements vor und erkennt das Gericht aus eine Geldstrafe von 5 Mark. — Der Vorsteher de« Zweigvereins deS allgemeinen deutschen Schneider-Vereins hatte es unterlaffen, die emge- tretene Statuten-Veränderung der hiesigen Polizeibehörde zur Kenntmß zu bringen. Da« Gericht erkennt aus das $tinimnm der gesetzlich zulässigen Strafe von 15 Mark. - Auf Grund des § 69 der Gtraßenpolizei-Verordnung wird ei« Dienstmädchen, welches Bettzeug in einem Hause in der «belhaidstraße auf dem Fenster ausgelegt hatte, zu 1 Mark 50 Pfg. verurtheilt. — Ein Lackirer, der es unterlassen hatte, seinen Miethcontract stempeln zu lassen, wird zu einer Geldstrafe von 14 Mark, sowie zum Ersatz bet administrativen und gerichtlichen «oste» verurtheilt. — Im Herbst v. I. hatte ein Kutscher irn Welliitzviertel einige Sumpf Aepsel aufgelesen und sich dieselbe» «»geeignet. Er wird wegen Felddiebstahl» zn einer Geldstrafe von 5 Mark nnd in die Kosten verurtheilt.
3 Durch Erkenntuiß der Strafkammer, al« Berufungsinstanz, wonach die Gebrüder Kahn von hier wegen unerlaubten Betriebs einer Fettschmelzerei in eine Geldstrafe von 50 Mark verurtheilt worden find, ist aus die von den Beschuldigten erhobene Nichtigkeitrbeschwerde von dem Obertribunal beschlosien worden, das ergangene Urtheil aufzuheben und die Sache zur endgültigen Entscheidung an di« Strafkammer de« kgl. Kreisgerichts zu Dillenburg zu verweisen.
8 Wiesbaden, 8. Febr. (Musikalisch-dramatische Abendunterhaltung.) Es war eine glückliche Ide«, eine »bendunterhaltung in einer von dem gewöhnlichen Schema gänzlich abweichenden Weise zu arran- giren, und fruchtbringend war ihre Ausführung, denn noch selten traf eine Veranstaltung zu einem guten Zwecke auf eine so glänzende Vetheiligung, wie die gestrige im Casinosaale. Wohl waren es zumeist Dilettanten, die hier ihr« Kräfte einsetzten, und doch hatte das Ganze einen künstlerische» Charakter, da man sämmtlichen Leistungen im Einzelnen dieses Epitat bei- legen kann. Herr Oberamtsrichter Padelinetti aus St. Goarshausen eröffnet« das Concert mit der bekannten Artot'fchen Bellini-Fantasie (Violine), die er technisch trefflich und in eleganter Vortragsweise executirte. Herr Notar Euler aus St. Goar führte da« Piano-Accompagnement derent und präriS aus und erwies sich auch in zwei Solo-Piecen als gewandter Clavier- fpieler. Frau Adolfine Hatzmann trug zwei Lieder ausdrucksvoll und anmuthend vor; dieselben waren um so anziehender, ali ihre Stimme von sehr sympathischer Kiangsärbung ist. Fräulein Elsa Hatz mann sang eine Arie aus .Jdomeneo' und das liebliche Dorn'sche Lied „Das Mädchen an dm Mond", welche« letzter« nammtlich recht gelungen erschien. Die Herren Staatspromrator Dr. Gaßner aus Mainz und Dr. Göschen hatten ebenfalls Liedervorträge übernommen, die sich sowohl in der geschmackvollen Wahl alS auch durch die kunstverständige und kuustgcübte Behandlung aus- zeichneten. Ganz allerliebst waren die vier Quartette für gemischte Stimmen (jede Stimme in vierfacher Besetzung). Die einzelnen Kräfte waren mit be- sonderer Rücksicht auf schöne Stimmmittel ausgewählt, und die Einstudirung hätte nicht sorgfältiger sein können. An Claviervorträgen hoben wir noch das durch die Fräulein »uths und Jahn äußerst präcis ausgeführte Reinecke sch« Impromptu' zu verzeichnen, sowie zu constatirm, daß alle vorgesührte» Nummern vom Publikum mit lebhaftem Beifall ausgenommen wurden. Herr Sapellmeister Marpurg hatte das Piano-Accompaguemeut der Lieber und die Leitung der Quartette übernommen. Daß er hier ganz an seiner Stelle war, bedarf kaum der Bemerkung. Zum Schluffe der Abendunterhaltung wurde noch eine Scene aus .Lorie' dramatisch dargestellt, in welcher wir mit besonderer Freude der Frau Flindt al« „Bärbel' wieder einmal be-
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