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Verlag Langgasse 12 &US£ICti)&ft« .,Tagblatt-Haus" Nr. 6650-5^.
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12. Oktober 1914.
abend-klusgabe.
Der Nrieg.
französische Ravalleriedivisionen jJ^lagen. — Die russischen Angriffe ^ Uordosten abgewiesen. Das Dor- Äringsn in §üdpo?en.
- ^.-8. Großes Hauptquartier, 11. Okt., _ (Amtlich.) Westlich Lille wurde von unserer ^."»llcrie am 10. Oktober eine französische Kavallerie- völlig, bei Hazebouk eine andere französi- Kavallerie-Division unter schweren V e r- iin geschlagen. Die Kämpfe in der Front führten festen zu keiner Entscheidung, er die S i e g e s b e u t e in Antwerpen
noch keine Mitteilungen gemacht werden» da l> , Erlagen erklärlicherweise noch fehlen. Auch über 4>I,I der Gefangenen, über Übertritt englischer !«,. ^^^rscher Truppen nach Holland liegen noch
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^verlässigen Nachrichten vor.
dem ö st l i ch e n Kriegsschauplatz sind im Nor-
sj "llc Angriffe des 1. und 10. russischen Korps gegen ^ "preußische Armee von dieser am 9. und 10. Ok- L » rü ck g c s ch l a g c n. Auch ein Umfassungs- JM, der Russen bei Schirwindt wurde abge- und dabei 1000 Russen zu Gefangenen gemacht. E^ndpolcn erreichte die Spitze unserer Armeen H -Weichsel bei G r v j c g. Südwestlich von Wa r s ch a n 200 Mann des 2. sibirischen Armeekorps in unsere Mir Russische amtliche Nachrichten über einen großen sj)"chcn Sieg bei A n g n st o w - S u w a l k i sind E r- ,4^Nng. Wie hoch die amtlichen russischen Nach- !>i; einzuschätzcn sind, zeigt die Tatsache, daß über ^ ^ w a l t i g c n Niederlagen bei Tannenbrrg- iH ^burg keine amtlichen russischen Nachrichten vcr- >,„d.
Oer §all Antwerpens.
^ Bon Ma;or a. D. M. ». SchrcibcrShyfcn. k:^"verhalb e l f Tage einen der größten Waffenplätze, M,er stärksten Festungen Europas, ja der ganzen >-°ht >r»bert zu haben, ist eine Tat, die einzig da- Ntolilf Geschichte. Und nicht etwa einer schwachen, «HkOch gebrochenen Besatzung entrissen, die nicht im- Ä^.^Mveseir wäre, die ihr anvertrauten Werke mit ^d 'Hartnäckigkeit und Zähigkeit zu verteidigen, son- M starken Heere, das gut ausgerüstet war und Met f k,um letzten Augenblick tapfere Gegenwehr ge- ^ Man mag den geleisteten Widerstand für "st ^.Zwecklos, für unnützes Blutvergießen halten,
eines tapferen Aushaltens, einer anerkennt A stwn Widerstandskraft und Energie wird man
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Mo C Q ö ^H n .'fl und ihren Führern nicht versagen dürfen. \°P cr aber ist die Bedeutung der deutschen Mio höher sind die Leistungen der deutschen ^ u ^Und ihrer Führer, an erster Stelle des krast- wußten Führers der Belagernngsarmec, des l b : »efeler.
|%n '^ln eigenartiger Zufall, daß gerade derjenige „ r jahrelang an der Spitze des deutschen % fj. ” 6 swesens stand, der unermüdlich tätig MZn " den f
der Welt zeigen
Ausbau unserer Festungen, der neue Ge
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Arbeit, Schritt für Schritt sich durch Erd
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gab für die Verteidigung der deutschen be- . . ar' '
. man einen großen Waffenplatz nioderzurin-
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s.Landesgrenzen, daß c r gerade % 1 m,n - • • - — —
; Q n ne erobern hat, und zwar n ich t in Monate-
kijr,1T^^e!it erringend, fanden in wenig Tagen, 'i- Feld ^ Drauflosgehen. Merkwürdig — während im offenen Felde in wochenlangen .miteinander ringen und trotz aller Anstren- Mii^^mcht vorwärts kommen, sondern sich in ihren Laufgräben gegenüberstehen und um je- mit wechselndem Glück kämpfen, während Älez o^idkrieg den Charakter des alten Festungs- r nommen hat — trägt der Angriff auf die -Oteq" / "iwerpen trotz ihrer Panzer- und Beton- Überschwemmungen und der doppelten Sc ö ei nahe den Charakter des Feldkrieges. Die S ficEi v n ' en vertauscht. Im freiem Felde kön lhMx L 0l }e Armeen wochenlang halten, die Festungs 5t Wrt, ,Clrie o ihren Verteidigern zum Verderben zu %
sich nicht übersehen, was aus der Be- geworden ist. Sie h.at versucht, rn westlicher ^ Dst-ende durchznbrechen, nachdeni es ihr " mnwand freien, der Neutralität des Landes
entsprechenden Haltung der holländischen Regierung unmöglich-gewesen war, auf Schiffen auf der Schelde zu entkommen. Die deutschen Truppen werden versuchen, diesen Abumrsch zu hindern, indem sie von denl von ihnen besetzten Termonde aus über die Schelde gehen und in die linke Flanke der abmarschierenden Kolonnen stoßen. Wie stark die abziehonde Feldarmee ist, steht nicht fest, man wird aber wohl die ganze Besatzung ans iiber 100 000 Mann rechnen müssen.
Erst wenn über das Schicksal dieser Besatzung entschieden ist, wird sich der volle Umfang des Erfolges übersehen lassen. Aber schon jetzt kann man sagen: Das belgische Heer hat aufgehört,
denn wenn auch Teile davon entkommen sollten, so fehlen ihnen alle Ausrüstungssachen, jefec Möglichkeit des Ersatzes, Trains und Kolonnen. Und immer bleibt Antwerpen selbst mit seinem ganzen Vorrat an Geschützen, Munitton, Depots in unserem Besitz. Die deutsche Belagerungsarmee ist freigewordeu und kann in anderer RichUmg verwendet werden. Wenn auch eine starke Besatzung in Antwerpen zurückbleiben muß, so wird diese doch stets viel geringer sein, als die Stärke der fetzigen Belagerungsarmee betrug. hoch sich die Zahl der freiwerdendcn Trup.pen beläuft, läßt sieb nicht Beurteilen. Aber wenn auch wir ein Teil der Belagerungsarmee nach dem großen französischen Schlachtstlde an der Sonime und Aisne herangozogen werden wird, kann dies von entscheidender Bedeutung werden. Auch die Belagerungsgeschütze sind frei geworden, und bald werden Wohl die 42-, 30- und 21-Zentimeter-Mörser an der französischen Maas ihr Werk fortsetzen. So hat sich durch den. jetzigen Fall die allgemeine militärische Lage wesentlich verbessert und günstiger gestaltet. Und wenn die Deutschen in der Lage waren, trotz der großen Schlacht östlich von Paris, trotz der Offensive gegen die Russen in lüd-Polen und Galizien, trotz der Abwehr des russischen Vormarsches nach Ostpreußen die Eroberung von Antwerpen erfolgreich durchzuführen, so ist .dies ein solches Zeichen von militärischer Stärke und militärischem K r a f t b e w n ß t s e i n, daß darin allein schon die beste Gewähr für die siegreiche Durch- st'ihrüng des ganzen Krieges liegt.
Der amtliche englische Bericht über die Uebergabe.
W- T--E. London, 11. Okt. (Nichtamtlich.) In einer Bekanntmachung der Admiralität heißt es: Auf Er. suchen der belgischen Regierung wurden in der letzten Woche Marinetruppen abgeschickt, um an der Verteidigung Änt werpens teilzunebmen. Sie bestanden aus einer Brigade Seesoldatcn. zwei Brigaden Matrosen und einer geringen Anzahl .schwerer Schiffstzeschütze. Die Belgier und eine Marinebrigadc verteidigten die Nethelinie erfolgreich bis zum 5. Oktober. Am Dienstagabend wurden die Belgier auf dem rechten Flügel und die Seesoldaten zum Zurückkveichen ge nötigt. Die Verteidigung zog sich auf die inneren Fort? zurück. Dadurch kani der Feind in die Lage, Batterien auf- znstellen und die Stadt zu beschießen. Die Briten verloren dank dem Schutz durch die Laufgräben keine 300 Mann von 3000. Die Verteidigung hätte länger fortgesetzt werden können, aber nicht so lange, bis Verstärkungen hätten herankommen können. Durch die Übermacht wurden die Belgier beständig zurückgedrängt. Unter diesen Umständen beschlossen der belgische und englische Befehlshaber, die Stadt zu räumen. Die Engländer erbaten sich, den Rückzug zu decken. General de Guise wünschte aber, daß sie vor der letzten belgi scheu Division marschierten. Nach einem langen Mchtmarsch nach LanktgilleS kamen zwei von drei Brig-üen in Ostende an. Der größte Teil der ersten Matrosenbrigade wurde von den Deutschen nördlich von Lookeren abgeschnitten. Die Mannschaften erreichten die holländische Grenze bei Hnlst, wo sie die Waffen niederlegten. Die Panzerzüge und die schweren Marinekanonen wurden sämtlich nach Ostende verbracht.
Der . erfolgreiche" Rückzug der Engländer.
W- T--B- London, 11. Okt. (Nichtamtlich.) Die Admiralität teilt mit, daß der Rückzug der englischen Armee erfolgreich ausgeführt worden sei. Der Rückzug der englischen M a r i n e d i v i s i o n ab Gent wurde durch englische Verstärkungen gedeckt.
Noch immer belgische Hoffnung auf die Verbündeten.
Br. Genf, 12. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Mn.) Das bevorstehende Manifest des K ö n i g s Albert und seines Ministeriums sondert das^ belgische Volk auf, die Rückkehr der früheren Berhältnisse mit Z u b e v sicht von den Verbündeten zu erwarten.
Die zu spate Hilfe der Engländer.
W. T.-B. Berlin, 12. Okt. Offiziere berichten aus Antwerpen, daß die englische Hilfe zu spät kam. ^ Es war nicht mehr möglich, die schweren Geschütze aufzu- ft e l l e u. Inzwischen erklärte Lord Haldane in Newcastle, daß.die Friedensbedingungen den allherrschenden Geist des Militarismus zerschmettern müssen, daß Antwerpen von diesem Schrecken, den Deutschen, befreit iyerden müsse.
Nr. 476. - 62. Jahrgang.
Die Sieqesbeute der Deutschen in Antwerpen.
Br. Hannover, 12. Okt. (Eig. Dvahtbericht.
Bln.) Der Rottcrdamcr Mitarbeiter des „Hann. Cour." meldet: Belgische in Holland internierte Offiziere
schätzen, daß noch 20 000 Mann belgischer Truppen in Antwerpen gefangen sind. Der „Nicuwc Rottcrdam- sche Courant" gibt die Zahl der von Hnlst nach Holland übcrgctrctencn belgischen Soldaten auf 26 000 an; darunter befinden sich vier Generale und sieben Obersten. Die Verluste der belgisch-englischen Armee sollen 15- bis 20 000 Tote und Verwundete betragen. Belgische Bahnüeamtc sagen aus, daß den Deutschen größere Mengen an Kriegsmaterial, darunter ein Zug mit 600 0 0 Gewehren, in die Hände fielen.
Die Beiseiteschaffung der Antwerpcncr Gctreidevorräte.
W- T.-B. Amsterdam, 15. Okt. „Telegraaf" meldet aus No sendaal: Die belgische Negierung hatte außerordent
liche Getreidevorräte nach Antwerpen geschafft. Als sich herausstellte, daß die Fortslinie sich nicht halten würde, ließ der Kommandant die Borräte in Leichter laden, um sie nach elzaete, in die unmittelbare Nähe der holländischen Küste zu bringen. Falls die Deutschen bis nach Selzaete Vordringen, sollen sich die Transportschiffe in niederländische Gewässer begeben.
vre Verluste der Engländer und Belgier.
Br. Amsterdam» 12. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) In einem Bericht des Berichterstatters des BlatteS „Bade r- lnnd" heißt cs: Auch die Berlnste der Engländer und Belgier sollen riesig sein, und zwar ganz besonders an der Nethe. Ich versichere ohne Übertreibungen, baß das Wasser rot von Blut und daß ganze Berge von Leichen in dem Fluß lagen.
\V. T.-B. Amsterdam, 11. Okt. (Nichtamtlich.) „NicuwÄ van den Dag" nictbct aus Terncuzen: Die Belgier schätzen
ihren Verlust an Kriegsgefangenen ans 20000 Mann.
W. T.-B. Amsterdam, 11. Okt. (Nichtamtlich.) „Tele» graaf" meldet auS <Sn8 van Gent: Die Zahl der Eng
länder, die die Grenze überschritten, wird auf 13 000 geschätzt.
Auch höbcre Offiziere gefangen.
W. T.-B. Amsterdam, 11. Okt. (Nichtamtlich.) „Tele- graaf" meldet ans Rosendaal: Unter den entwaffneten
englischen und belgischen Soldaten befindet sich eine Anzahl höherer Offiziere, darnnier ein englischer'Divi- s i o n s g e.n e r a l. In Flandern und Brabant, dicht an der holländischen Grenze, fanden wiederholt ernste Gefechte zwischen Abteilungen beider Armeen statt.
Zur Flucht nach Holland.
Br. Haag, 12. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bin.) Aus Ter ne uzen meldet der „Nieuwe Rotterbamsche Courant": Der gesamte Eisenbahnverkehr
wird durch Fortschaffung der über die Grenze getretenen Belgier und Engländer in Anspruch genommen. Tr a n s p o r t s ch i f f c führen sie ununterbrochen über die Schelde. Auch 48 deutsche Ulanen waren dabei, die versehentlich bei der Verfolgung über die Grenze kamen.
Die österreichische Mörscrvatterie bei der veschiehung.
W. T.-B. Berlin, 12. Okt. Der Kriegsberichterstatter des „B. T." verfolgte von Brüssel aus die Kämpfe vor Antwerpen in ihrer größten Heftigkeit am 7. Oktober. Er schreibt: Deutlich dröhnte der dumpfe Donner herüber und rollte über die Lande und war so deutlich zu spüren, daß man fühlte, wie die Erde leise bebte. Am Abend traf ich mit dem Batteriechef einer österreichischen Mörse rbatterie zusammen, die das Fort-St. Catherine zusammengeschoffen hatte. Jetzt war ihnen ein Tag Ruhe gegönnt, und so kam er in das schöne Brüssel. Er spendete Worte des höchsten Lobes dem Pflichteifer, mit welchem seine Leute tagelang die eiserne Wucht in die feindlichen Stellungen geschleudert hatten. Aber auch der goldene Humor, der über so vieles in schwerer Stunde im Felde h-nweghilft, hat hier nicht gefehlt. Seine Soldaten hatten Granaten mit Inschriften versehen und mit Kreide die Worte darauf geschrieben: „Als erster Willkommgruß." Solche Soldatensitten pflanzen sich Jahrhunderte fort. Nach der Schlacht von Marathon wurden Hunderte von Schleuder- bloten gefunden, die die stärksten Verwünschungen enthielten. In Berliner Privatbesitz sind noch etwa 20 dieser interessanten Instrumente erhalten.
Der geringe Umfang des Schadens.
W.T-B. Amsterdam» 11. Okt. (Nichtamtlich.) Das
„Handelsblaad" berichtet: Die Zerstörungen Antwerpens sind außerordentlich viel geringer, als die übertriebenen Meldungen glauben ließen. Im Zentrum und bis zur Südstation ist viel zerstört, aber von einem ernsten Schaden kann keine Rede sein.^ Die Antwerpener täten weise, zurückzukehren und die Geschäfte wieder zu öffnen. Die Belgier haben alle Petroleumlager verbrannt, die ganz Belgien und Nordftmikreich zu versorgen hatten.
W. T.-B- Rotterdam, 11. Okt. (Nichtamtlich.) Der
„Nieuwe Rotterdamsche Courmit" meldet ans Breda: Die Verwüstung in Antwerpen, ausgenommen die Südstation, ist unbedeutend. Die Häuser in der Schönstrahe brennen.
