•rcauvbettw., Vc>\xxx\c.\1>ex\.h.x\\. RxäLex. SExx \vc\i> vcv xvcvsm 1 ©Qicd S äa’ab^urvnlt'uV«.. <S\x. bofoen bn 'äSaxtca^leiu tox% gelben gekämpft, gehungert. geftoren unter den ern- schlagenden Schrapnells der Russen tagelang. Ihre Kompagnie hat schwer gelitten. Dort einer mit dem Lungenschuß, dort der andere mit dem zerschmetterten Schenkel, die Wangen bleich, die Augen hohl; aber immer wieder fragen sie den Arzt beim Besuch: „Herr Stabsarzt, wann dürfen wir wieder mit?" Keiner von ihnen denkt daran, nach Hause zurückzukehren: nein, deutsche Wut hat sie gefaßt, sie brennen darauf, den Russen heimzuzahlen für ihre bestialische, allen menschlichen Gefühlen Hohn sprechende Kriegsführung. Nur ein Gefühl lebt in ihrer Brust,_ nur ein Wunsch beseelt sie: Wieder ran an den Feind! Und das alles kommt so natürlich, so schlicht, so jeder Phrase bar heraus, daß man das Gefühl hat, die Leute nehmen es einem übel, wenn man ihren Heldenmut laut bewundert. Das ist echter deutscher Heldengeist. Und dieser Geist weht durch alle Räume des Lazaretts. Wie ein heller Edelstein funkelt und leuchtet er in verschiedenen Farben. Ich komme auf eine andere Station. Schon mein Gruß wird in echt Berliner Mundart erwidert. Alles Berliner, die Verwundeten, wieder alle aus einer Kompagnie, die oben bei Tilsit schwere Verluste gehabt. Aber die Stimmung ist großartig. Besonders einer fällt mir auf. Er hat das ganze Gesicht im festen Verband, selbst die Nase ist verbunden, nur der Mund ist frei. „Sehen Sie, Herr Pastor", meint er, „das is man jut, daß die Russen mir wenigstens noch die Eß° Werkzeuge gelassen haben. So kann ich doch noch rvochen!" Ich verstand den zarten Wink und meine Zigarrentasche war im Nu geleert. Und. als erst der bläuliche Dunst durchs Zimmer zog, 'da jagte bald in lieblicher heimischer Mundart ein Witz den anderen. Jeder hatte etwas erlebt, und das lustige Völkchen erinnerte viel eher an eine Weißbiertischrunde als an die Krankenstätte des Lazaretts. Tausende Grüße gaben sie mir für ihr liebes Berlin auf: „Grüßen Se mir die janze Stadt mit alle Vororte!"
Weiter wandere ich durch lange Korridore und komme auf eine Offiziersstation. Da liegt ein junger Offizier mit 5 Kugeln im Oberarm. Neben ihm sein Lebensretter, sin Stabsarzt. Diese beiden sind mit 12 Russen fertig geworden, im Ringen Brust an Brust. In den Augen des Offiziers blitzt hellste Freude, denn seft einer Viertelstunde leuchtet das Eiserne Kreuz auf seiner Brust. Schade, daß ich diese Szene nicht mit erleben konnte, die mir nachher von der Rote Kreuz-Schwester Erna U. geschildert wurde. Eine Exzellenz erscheint im Krankenzimmer, richtet Worte ehrenvoller Anerkennung an den Leutnant, der sich in liegender Stellung unwillkürlich Mühe gifet, straffe Haltung anzunehmen. In seinen Augen leuchtet es auch als das Ehrenzeichen des Eisernen Kreuzes sichtbar wird. Aber auch die Rote Kreuz-Schwester, die wochenlang hindurch ihn gepflegt, die für ihn gezittert und gebetet hat, soll ihren besonderen Teil an der großen Freude haben. Die Exzellenz wendet sich an die Schwester mit den Worten: „Und nun »übergebe ich Ihnen, Schwester Erna, dies Ehrenzeichen, damit Sie die Brust dieses tapferen Kriegers mit ihm schniücken!" Als die Exzellenz das Krankenzimmer verlassen, sprach keiner ein Wort. Der Leutnant streichelte und liebkoste das Kreuz von Eisen, und Froudentränen rollten der Rote Kreuz-Schwester über 'die Wangen. „Das war die schönste Stunde meines Lebens", so sagte sie nachher zu mir.
In schneidendem Kontraste zu diesem unvergleichlich schönen Bilde steht das andere, das sich jetzt vor mir austut. Ich befinde mich im Russenlazarett. Ein Posten mit gewdenem Gewehr schließt die Tür auf, ich trete mit ihm ein. Dumpfe, stupide Gesichter. Junge Kosaken und langbärtige. ältere Männer. In ihren Augen wohnt die Angst, die Verzweiflung. „Wer pflegt die Russen?" frage ich den Posten. „Nur Kvanken- märtLr dürfen sie besorgen, Schwestern nicht." Und den
o^xxvvxv bxe.x’vä.x \o\Vvt \Xitt\w ex\oS)Xcs\. ®vxv xvxx VftuWe hat ’ywb oxv bex xstn prste-neuben ^Lrnestxx Xssro Missen. — Wenn noch voxhex ein tznvLen von MrlleiL in meine Seele sich schleichen wollte, als ich die schwerverwundeten Russen liegen sah, so loderte jetzt Wiede» der Zorn in mir aus: Das sind keine Soldaten, das sind entmenschte Tiere.
Lustig im Winde flatterte die Fahne mit dem roten Kreuz im weißen Feld, als ich das Lazarett verließ, und unwillkürlich gedachte ich des edlen Henry Dunant, dein die Welt den Segen des Roten Kreuzes verdankt.
W. Stark.
Kus der «rlegszelt.
Perfides Albion!
Du konntest wohl die Welt in Flammen setzen.
Du gierig' Untier mit dem Heuchler-Angesicht!
Du konntest Völker aufeinander hetzen.
Doch Gottes Strafe hemmen, England, kannst du nicht!
Schütz' deine Augen vor der Rache Flammen,
Acht' sorgsam, daß dein Trommelfell du nicht zerstörst! Damit, — brichst ob der Strafe du zusammen.
Du auch des Himmels Strafe fühlst und siehst und hörst!
Perfides Albion — ist dir nur geblieben!
Mich graust es wahrlich vor der Strafe, die dir droht! Wenn wir dich erst zerschmettert und vertrieben.
Dann hör' auf Gottes Stimme und auf sein Gebot!
Und Wehe über dich, wenn du verlassen Von aller Welt und deiner Freunde Bande!
Dann dank' uns, daß wir Augen dir gelassen.
Zu weinen, England, über deine Schande!
Ludwig Bahlsen (Wiesbaden).
Der Geist in unserer Flotte. Einem Brief von der Höchst«» flotte entnehmen wiv: Als am 1. August die kritischen Tag« begannen, befand sich die Hochseeflotte gerade auf der Nord- landsreise in Nortvegen. Uns allen kam damals die plötzlich« Abreise unseres Kaisers als schlimme Vorboten eines nahen- den Krieges vor. Es dauerte dann auch nicht mehr lange, und uns wurde der Befehl zuteil, so schnell wie möglich nach Kiel zurückzukommen. Alle Schiffe nahmen dann noch einmal kriegsmäßig Kohlen über, und dann ging es mit „Volldampf" unter „Klar Schiff zum Gefecht" nach Haus. In Kiel ange- kommen, wurde uns dann erst die Kriegserklärung mit Rußland bekarmtggeben, und damit begannen für uns 14 Tag« schwerer Arbeit.. Was es heißt, ein Schiff „kriegsbereit" zu machen, können sich wohl wenige Landratten vorstellen. Du weißt ja gut Bescheid, was Marine anbelangt, und wirst «S Dir wohl denken können. Die russische Kriegserklärung ließ uns ziemlich kalt, und überall hörte man sagen: „Lieber wär« mir die englische gewesen!". Denn die russische Marine steht bei uns gar nicht auf der Rechnung. Etliche Tage später, wir lagen in-, gerade mit der Kohlen-übernachme beschäf
tig, hieß es: „Alle Mann achtervaus!" Schwarz, wie wir vom Kohlen kamen, erfuhren wir die französische Kriegserklärung, Jetzt brach bei unseren Seeleuten der Jubel durch. Nie werde ich die Begeisterung vergessen, mit der, aus Wer taufend rauhen Seemann stehlen, wie eine brandende Woge gleich- „Die Wacht am Rhein" gesungen wurde. Ms spät in die Nacht wurde an der Kohlenübernahme gearbeitet, und noch nie habe ich unsere Seeleute so arbeiten sehen, wie gerade hier. Die- Gejohle und Wutgeheul, was sie von sich gaben, hättest Du hören müssen, es hätte schon genügt, um eiin französisches Armeekorps in die Flucht zu jagen. Wieder waren Tage der» gangen, Tage fieberhafter Tätigkeit, jeder ahnte und wußbs eS schon, der Engländer wird mich noch kommen, und richtige wieder am Abend ertönte der Pfiff: „Alle Mann achterrausl" Jetzt wurde uns die Gewißheit, worauf wir schon lange gewartet hatten- England hat uns den Krieg erklärt. Unser Kommandant hielt dann eine kernige kurze Ansprache deS Inhalts, daß wir nun wüßten, woran wir wären, er macht« uns klar, daß wir, die Marine,, einen schweren Stand der er> drückenden Übermacht gegenüber hätten, daß wir trotzdem anß unser gutes Schiffsmaberial und den giften Geist der Bs» satzungen nicht zu verzagen brauchten. Der Schluß der Am
