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r-matag, 10 . Gktober 1914 . Morgen- Ausgabe. _ Nr. 473 . . 62 . Zalirgaug.
Kämpfe um Antwerpen.
^eit cre Einzelheiten über den IOstündigen Rrtilleriekampf an der Schelde.
T -B. London, 9. ©ft. (Nichtamtlich.) Berichte c« Blätter aus Antwerpen geben eine Schilde- tor+a • r wiederholten deutschen Stürme anif die Außen- Süden und im Südosten nnd den öOstündigen ^Sa^mpf an der Schelde. Der Kampf, an der -' tde konzentrierte sich um die Brücke bei
»in
..chongorhs. Eine deutsche Infanteriekolonne drang . Montag um Mitternacht in diesen Ort ein und sich dort. Morgens um 6 Uhr begann die lE^dung von P e r l a e r e I e z - D e n d e r m o n d e tzx^°"de). Deutsche Infanterie versuchte unter iiL P.9 bon Maschinengewehrfeuer verschiedene Male 3wt Ie ^^ücke zu stürmen. Gleichzeitig versuchten die ans einer Pontonbrücke den Übergang
.•^ncen. Z
^ nach Antlverpen führenden Wege zu beschießen.
p p e l in der Nähe von W a e l h e m zu Trotz großer Verluste glückte es den Deutweit genug vorzuschivben, um Contich
^ b^^nhner Contichs und der anderen Dörfer kamen Flucht um. Jduu griffen die. Deutschen an der Stoischen Sief nnd Duff e l an. Hier wur- Belgier, die dem feindlichen Feuer in niedrigen ttzft^^ürüben ausgesetzt waren, gezwungen, sich zurück- Äm Dienstagmorgen 4 Uhr glückte es den Ü >chen, nördlich der Nethe Fuß zu fassen. Am Abend von Antwerpen aus den Widerschein der ^llönden Dörfer zwischen Nethe und Schelde, die Belgiern in Brand gesteckt waren, um für die ^wrts freies Schußfeld zu schaffen.
. is’^eitnng der Verteidigung in englischen Hunden. sUxf ^"rstcrdam, 9. Ott. Die Beschießung von Antwerpen, in der Nacht zum Donnerstag um Mitternacht |i$) e Cn Jjotte, richtete sich bis gegen 1 Uhr gegen den süd- Teil der Stadt. Nachher wurde auch der nordöft- ,E A > l beschossen. Die weittragenden beschütze werfen S |1 i^osse selbst über die Stadt hinaus. Nach der An- zkktxi^EUer englischer Truppen wurde die Leitung der !^ü den Engländern übertragen. Allen briti-
'bohnern hatte man den Rat gegeben, die Stadt zu Am' einer geheimen Sitzung des Gemeinderats soll "9 angenommen worden sein, bis auf das äußerste ' °nd zu leisten.
tz. Die Überschwemmung der Südfront.
M Amsterdam, 9. Okt. (Erg. Drahtbericht. Ktr. Bin.)
"'tnde um Waelhem an der südlichen Front van Ant- ^»schj drurde unter Wasser gesetzt. Die Deutschen stellten S dnnt^^^^^bre auf den hohen Gebäuden auf und bestrichen ^"vton ^ die Gefechtslinie an der Reihe. Die Belgier
" darauf alle hohen Gebäude in ihrem Bereich in Besoni und )
uud. Die Belgier setzen alles daran, um die Ver-
Besonders heftig wurde das Dorf Li n th zwischen Und der inneren Fortlinie beschossen, bis es in
^ Mit Gent im Südwesten aufrecht zu erhalten.
d, ick Regierung will nach London fliehen. Atopj^Uristiania, 9. Okt. Der Korrespondent der „Daily
best
weidet aus Antwerpen:
Achten die Lage als sehr düster. Mit ihren
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8-
Die militärischen Be-
° ß t e n Kanonen können die Deutschen von zwei . > einen Weg nach der Stadt bahnen. Die Begcben- Wickeln sich mit größter Schnelligkeit. Trotz der werden mehrere Hunderttausende in Antwerpen Nur noch eine Meile entfernt stehen die
Hw* haben sie nicht die belgische Truppenlinie
Beide Teile haben große Verluste erlitten. ^ kic wachst. Die belgische Regierung wird, so- ^brpen fällt, von Ostende nach London übersiedeln.
> §!ucht der Bevölkerung.
.^eg, ^"fferdam, 9, Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Astern abend in Antwerpen von dem Militärgou-
> . To{t 6 ^?uole ausgegeben wurde, wer das Leben retten L! flüchten, kamen die Flüchilinge wie die Eünd- ';■% b ö je Niederlande. Schon gestern abend waren die
' e bon cq ^ajon gquau uuuiu iuuuu w«.
't b »n i&P. la ° ant mit Flüchtlingen überfüllt. Auch Hun- ^ en ' inb gekommen. Heute sind die belg'^-"- Men j nach Rosendaal gekommen, um
(, üy ( ')• «vicherheit zu bringen. Obwohl die Gesändt- bic Regierung nach Ostende verzogen sind, ist ^ bdaß auch der König dorthin gegangen sei, /u Ugst.
»Kopenhagen, 8. Oft. (Nichtamtlich.) „Vermeldet ans Hanswaert: Die ganze
it? ü ij, © t r o m Passagierdampfer, Moto re
^ilep U'ise t e n in der Richtung auf Autwerpen ab, um " Und g^ut>olen, die in großen Scharen die Stavt ver- Kreits die holländischen Grenzstädte überfüllen.
r . Englische Sergen.
^ij^üich,..,?agmnt einzusrhen, daß es denn doch nicht so W n 'S. ist, ob es Krieg führt oder nicht. Von allen .""d ^Uigend zahlreich tauchen die Sorgen auf, die kleinen. So besprechen die „Daily News" die
'"°n für
England, ’ allen belgischen Flücht
lingen zu hälfen und für ihre Pflege zu sorgen. Eine Gefahr dabei sei auch die jetzt auftretende große Nachfrage nach belgischen Dienstchoten. Die meisten Flüchtlinge seien Vlämisch sprechende Bauern, die nicht besc^nders für Hausarbeit geeignet seien. Auch für die englischen Avbeiter sei es u n a n - genehm, wenn sie auf diese Weise durch ausländische Kräfte ersetzt werden. Es bestehe nur eine Autorität, welche die Frage lösen könne, und das sei der Staat, der jedenfalls einen großen Teil der Flüchtlinge in ihrem eigenen Element arbeiten lassen könne. Der Staat habe Land genug, um vielen belgischen Bauern eine Beschäftigung zu geben, die keine Zurücksetzung einheimischer Arbeitskmst mit sich bringt.
Die Säuberung der Nordwesteckc Belgiens beendet, lick. Amsterdam, 9. Okt. Die Deutschen haben A ch e I nahe der holländischen Grenze besetzt. Da auch T u r n- h o u t in den Händen der Dentschen ist, so scheint die Säuberung der Novdwestecke Belgiens beendet.
lick. Stockholm, 9. Okt. Der Berichterstatter des „Daily Chronicle" meldet aus Antwerpen: Bei Oudenarde sollen Kämpfe mit belgischen Truppen stattfinden. Es gelang den Deutschen, bei Roubaix, Mons und Charleroy eine große Anzahl belgischer Reservisten abzufangen.
Eine deutsche Militär-Wetterstation in Brüssel.
Professor Dr. Stade vom Meteorologischen Institut in Berlin ist als Leiter der Militär-Wetterstation nach Brüssel berufen worden, wo er die Jlmtsgeschäfte bereits übernommen hat.
Noch keine Privatsenbungen nach Belgien.
W.T.-B. Frankfurt a. M., 9. Okt. Bon amtlicher Seite wird uns mitgeteilt: Für die Zulassung des Privatpostver- kehrs mit Belgien sind die Erörterungen zwischen den Behörden noch nicht beendet. Privatsendungen nach Belgien könneri daher einstweilen noch nicht angenommen werden.
Die Kämpfe auf dem französischen linken Flügel.
lick. Christiania, 9. Okt. Die „Daily Mail" schildert die Situation auf dem französischen linken Flügel wie folgt: Beide Parteien haben in den letzten Tagen ihre Front in nordwestlicher Richtung verlängert. Die Franzosen haben dabei Tagesmärsche von 40 bis 60 Kilometer gemacht. Den Deutschen ist es jedoch bisher immer gelungen, ihre Front in gleicher Weise zu verlängern. Im Norden sollen die Deutschen die Linie der Verbündeten bei Albert durchbrochen haben. Durch ihr. heftiges Artilleriefener war die französische Infanterie in große Gefahr gebracht. In der Nacht zum Sonntag war der Höhepunkt des Gefechts. Am Sonntag gewannen die Deutschen Terrain und rückten immer mehr vorwärts, bis die französische Artillerie ihr weiteres Vordringen verhinderte. Am Dienstag wurde der Kampf fortgesetzt, wobei die kleine Stadt Albert vollständig durch Artilleriefener vernichtet wurde.
Die drohende Umgehung des linken französischen Flügels. Die Deutschen an der Küste.
Br. Genf, 9. Ott. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Französische Beurteiler der durch die Ausdehnung der Operationen bis zur Meeresküste ncugeschasfencn Lage betonen:^ Generaloberst v. Klu ck führte diese Bewegung fierbet in der Absicht, den geschwächten französischen linken Flügel vor ungeahnte gefährliche Ausgaben zu stellen. Die von dem französischen Generalstab un- nmwnnden zugcstandcnc Stoßkraft der Deutschen zwischen Somme und Oise und in der Gegend um Rohe, wo der Durchbruch der Deutschen immer noch drohend ist, ist ii n n erringcr t. Das Rathaus von Arras sei deutscherseits beschoffen worden.
Das entscheidende Vorgehen der deutsche» Reiterei.
stck. Berlin, 9. Okt. Der „Tag" meldet aus Genf: Die neueste französische Generalstabsnoie kann keinen Vormarsch eines französischen Detachements in der Gegend von Arras verzeichnen. Diese Wirkung hatte das resolute Vorgehen der deutschen ^Reiterei, die nach den französischen Berichten nördlich von Lille für den heutigen Tag die Fortsetzung des großen Umfang' versprechenden Kampfes erwartet. In der weiteren Umgebung von Noyon machen die Franzosen große Anstrengungen, einen deutschen Durchbruch zu verhindern. Alles in allem gewinnt man den Eindruck, daß ans dem westlichen Flügel endlich die Entscheidung naht, bei der die deutsche Kavallerie berufen sei, eine bedeutende Rolle zu spielen. •
Die Kämpfe um Reims.
hd. Rotterdam, 9. Okt. Der Berichterstatter der „Times" in Epernah meldet, daß Reims immer noch unter der Beschießung leidet. Die schweren Geschütze beschießen noch immer die nordöstliche Vorstadt. Es herrscht Panik unter der Bevölkerung. Sie wird durch Bombenangriffe deutscher Flugzeuge noch erhöht. Als eine Bombe auf dem Bahnhof platzte, wurden 89 Menschen getötet. Der Materialschaden war sehr groß.
Poincares Bericht im Ministerrat.
W' T.-B. Bordeaux, 9.-Oft. (Nichtamtlich.) Präsident Poincarö berichtete im Ministerrat über seine Reise nach den Hauptquartieren der französischen und englischen Truppen. Er erklärte, der Mut, die Ausdauer und die Stimmung der Truppen erfüllten mit h ö ch st e r Befriedigung.
Die Niederlage der Russen in Ungarn.
kick. Budapest, 9. Okt. Bei Teosoe und Kraßfalva wurden 20 russische ffianoneti erbeutet und mehrere tausend Gefangene gemacht. Die Russen hatten große Bevluste. Die Eisenbahn- und Telegraphenvevbindnngen mit Marmaros-Sziget sind wiederhergestellt. Die bei Teosoe geschlagenen Rüsten sammelten sich bei Bocsco, indem sie unsere Truppen aufznhalten suchten. Ihr Angriff wurde abgeschlagen und die Russen wurden auf Radna zurückgeworfen. Ferner wurden die Russen bei Telesfale zwischen Distritz und Marmaros-Sziget geschlagen und flohen in westlicher Richtung auf Magharpolos. Es wurden 400 Gefangen» gemacht.
Der Zar im Hauptquartier.
ück. Stockholm, 9. Okt. Ans Paris wirb gedrahtet: Nach einer privaten Mitteilung im „Matin" ist der Zar tm russischen Hauptquartier in Brest-Litowsk im Gouvernement Grodno eingetroffen.
Die portugiesische Kriegserklärung bevorstehend?
kck. Köln, 9. Okt. Nach einem Telegramm der ,.Köln. Volkszeitung" aus Lissabon verlautet dort, daß die .Kriegserklärung an Deutschland unmittelbar bevorstehe. -
Die Insel Jap von den Iapanern besetzt.
W. T.-B. London, 9. Okt. (Nichtamtlich.) Das Renter- bureau meldet aus Peking: Die Japaner haben die Insel
Jap besetzt. (Jap, die größte Insel der Wfftstkarolineu nnd Sitz der deutschen Regierung, war schon vorher von den Engländern besetzt gewesen, die nun offenbar den Japanern völlig freie Hand im Archipel lassen wollen. Schrift!.)
Line englische Stimme über die Zwecklosigkeit der Besetzung der deutschen Kolonien.
W. T.-B London, 9. Ott. (Nichtamtlich.) Dem deutschen Standpunkt, daß sich das Schicksal der deutschen Kolonien auf Europas Schlachtfeldern entscheide, schließt sich auch die „Morningpost" an, indem sie schreibt: Alle Deräniderungen in den Kolonien hängen von .dein Kriege in Europa zu Lande und zur See ab. Die Verbündeten beherrschmi .das Meer und können alle deutschen Kolonien besetzen. Aber der dauernde Besitz dieser Kolonien hängt von dem Siege der Verbündeten zu Lande in Europa ab, denn ohne einen solchen kann Deutschland nicht gezwungen werden, die Friedensbedingung.en der Verbündeten anzunehmen. Das Schicksal der Kolonien kann nicht als entschiedM angesehen werden, bevor die eng- l i s ch e F l o t t e die deutsche Schlachtflotte b e- siegt hat._
Entschlossenheit und Vertrauen.
Die einmütige Kundgebung aller deutschen Evwerbs- stände und die Beleuchtung unserer wirtschaftlichen Stärke durch .den Reichsbankpräsidenten Dr. Haven- st e i n finden in der „Sozialen Praxi s" an Professor Dr. E. Stande einen Kommentator, dessen treffende Ausführungen auch im deutsch-seintzlichen A u s l a n d e manchem UrteilsfÄ)igen zu denken geben nrüssen. Davon ausgehend, daß die .Beschafsüng der nötigen Nahrungsmittel für Mensch und Tier uns keine Schwierigkeiten bereiten werde, hebt Francke hervor, in welchem Maße die größere Sorge der Arbeitslosigkeit durch die vereinten Bemühungen’ von Reich, Staat, Gemeinde und Privatunternehmern sich allmählich verringert habe, und fährt dann fort:
„Wäre es doch nur möglich, allen Gegnern und Zweiflern, die hartnäckig in dem „Moratorium der Wahrheit" verharren, . . . unser tägliches inneres Leben vor Augen zu führen, wie sicher und fest es in all seinen Äußerungen und Wirkungen einher- schveitet! Könnten sie nur sehen, wie Militär- und Zivilbehörden planmäßig ähre Aufgaben erfüllen, wie sie vertransnsvoll mit allen Bovölk-erungsschichten arbeiten und für ihr Verständnis wiederum Vertrauen ernten! Die Gerichte und Verwaltungen, die Schulen von der untersten bis zur höchsten Stufe, sie alle halten, trotz vieler Lücken in ihrem Lchrerstandle, ihren geordneten Betrieb ein. Die Theater und Konzerte öffnen ihre Pforten, Künste und Wissenschaften werden eifrig gepflegt; welches andere Volk macht es uns nach, mitten im Ringen auf Tod und Leben init einer Welt von Feinden eine n e u e U n iversität zu eröffnen, wie dies am 16. Oktober in Frankfurt a. M. geschieht? Vieles, was in der atemraubenden Unrast der erstm Kriegswochen zutage trat, ist von uns abgefallen: wir sind ruhiger, ernster, innerlicher geworden! Äer furchtbare Ernst des Krieges erzieht uns alle zur Pflichttrone, zur Demut, zur Brüderlichkeit. Aber er stählt auch unsere Entschlossenheit und stärkt unser Vertrauen, das in dem unerschütterlichen Glauben an die ewige Gerechttgkeit, die Zukunft unseres Volkes und die Schärfe der Waffen uuseveZ Heeres wurzelt."
