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Freitag. 9. Gktsber 1914.
Kbend-Kusgabe.
Nr. 472. . 62. Jahrgang.
"i kreme Entscheidung in §ranKreich. 'Ur. weiteres §ort Antwerpens gefallen. .^ Düsseldorfer Luftschisshaüe von ^Usnr feindlichen §lieger getroffen. Die Russen in LrM«
^ ^' l'-'L. Großes Hauptquartier, 8. Okt.,
lind
(Amtlich.) Vom westlichen Kriegsschauplätze
b! f [, i-^cignissc von entscheidender Bedeutung nicht zu
- '"en. ® r , ; ^ „ stn.*t A.jJ.t. r:.,s. j e j (g ^
, Kleine Fortschritte sind J 1 e I und int Argonnen Walde gemacht. ti^ ot Antwerpen ist Fort B r e e n d o n ck ge- "»d Angriff auf die innere F o r t l i n i c
Mg j, . v ' ~' v .~ * v u *> ....... .
^iftS nut ^ ^ic Beschießung der dahinterlicgenden bi l c begann, nachdem der Kommandant der
■ die Erklärung abgegeben hatte, daß er die Vcr- °Au»g übernehme.
°l>» ^ ^ " s t s ch i f f h a l l c in Düsseldorf wurde d. "Urch einen feindlichen Flieger geworfenen
e ? getroffen, das Dach der Halle durchschlagen
W lc Hülle eines in der Halle liegenden Luftschiffes '>kt.
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ifc, ^ ft e n erreichte eine von Lomza anmarschicrcnde
. tf,c Kolonne L h ck
\ v *!, ^Eschietzung von Antwerpen.
^ib c ; ’ P V 15 - Küln, 9. Okt. Die „Kölnische Zeitung"
1 lim» Srt». /U.. __ ar .. m
^n\,- b P tt bei ' holländischen Grenze: Aus Berg op
^ 'rd über die Beschießung von Antwerpen ge-
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y,?j' Die St. Gcorgskascrne stehe in Flammen.
daß die Stadt an allen vier Ecken
ßtm. n ui Mammen.
«§tctk, Lazarett sei verbrannt und die Verwundeten lnsolgedesscn werden viele von ihnen an der
s. ilz. „ — witie uwu innen an oer
Wartet. ^ Die Beschießung^ sei noch immer
- - .»Olim, UU|j Ull |
f' itl.w Er Batterie außer Feuer gestellt wurde. ' der Flüchtlinge dauert an. Die Lage sei un-
t V 'u'-iu/ieiuiuii [ei iivnj uniiier
/leute habe man bemerken können, daß auf
"ar.
dr. 1?^ Wirkung der KeMietzung.
^ 9. Okt, (Eig. Drahtbericht. Ktr, Bin.)
bo» ^ ^Erdamsche Courant" schreibt zum Bombarde-,
L ^ , ^oamsche Eourant schreibt zum Bombarde-, tzMd-, ^."'^erpen: Das erste deutsche Geschoß ging in die
f 5meite in die Nationalstraße, das dritte auf den «"g fori °of. Während der ganzen Nacht wurde das Feuer ,Auch das Zentrum ist schwer beschädigt.
«r°s-e L? , - - ■ _,Pt. D -.
des- /"iearinfqbrik von Roubaix steht in Flammen.
^gw^iwoßen Gasbehälter ist in die Luft geflogen.
«- ^vßer 7 ’ u c *• genügen
L‘ s tUna " u der noch in Antwerpen zurückgebliebenen Be- i"-' ftehs j ^E)te die Nacht im Keller. Der S ü d b a h n - tz? Iahi-r f ülammen.. Vermutlich infolge der Zerstörung ' ^s fahren die Züge aus Antwerpen von der
O 5n 'Sefte a 3j ne in die Luft geflog d-ris!lüL^?..s^üh in Turmbont auf einem Streifzug, um -.^bliebene belgische Soldaten nach Antwerpen zu
Flucht aus Antwerpen.
*><>1 an ä Amsterdam, 8. Okt. Aus den Städten und hn. c * belgischen Grenze kommen weitere Nach- !it». icii rt ; Dcin Eintreffen belgischer Flüchtlinge.
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v» o r r, lltR uach Vlissingen, um weiter nach Eng- Viele sind direkt von Antwerpen nach
L,. a <! ' Die Flüchtlinge erzählten, der .Kom- ?>>, "fÄwn ^putschen Belagernngstruppen habe die E; ^eittc früh 5 Uhr aufgcschobcn, ,„"^ohner nbzichen zu lassen. Auch
oben,
>!t uiin — *’*;« e t uu^ieijeu zu tagen. Auch ;'^otters nr , ne f tetIt mit Flüchtlingen überfüllt. — j?»», Fln^f.michc Courant" meldet aus Rosen- cm ^ J Uttge sagen aus: Der Militärgouverneur
tu. a ‘ l hcrrÜr- ^tberfe heute die Bevölkerung auf, die . b. ... Nassen. Itm 11 itr,r nn «i>;„
müditr- ' vourant mctoct ans m o s e n- |in^*tocrn P J n i ?e J a *? en ^ nu ® : . Der Militärgonverneur
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X V u anjj"''ozug die Form einer panikartigen ' I f'iitlrätt h; r ? 6 angenommen. Die Wege nach
' tf) C lt ' ^ ich e 1! ßirfltäP sind f rft >„ „ , Vi n „
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^ak.
[A e n Grenze sind schwarz von Onolofe Extrazüge fahren nach
Der.- Uebergang über die Nrlhe.
1V.D.-IZ. Amsterdam, 8. Okt. (Nichtamtlich.) Der „T-elogr-aaf" meldet aus Rosendaal: Der Übergang über die Nethe gelang am Dienstag, nachdem die Artillerie ein langandauerndes heftiges Gefecht -gegen die Forti- fikation P u e r s ^ -geliefert hatte. Die Deutschen operierten in den: Dreiieck Lier-Puers-Antwerpen und ließen Pionierabteilungen schwimmend das an- d e r e Ufer erreichen. Es gelang nach wiederholten Versuchen unter großen Verlusten. Sobald der Übergang über die Nethe hergestellt war, wurde aus dem anderen Ufer schwere Artillerie ausgestellt und m Tätigkeit gesetzt. Wütende Infanterie- an griffe folgten auf die Kanonade, zugleich zum Flankenangriff auf das Fort Puer s. Der Kampf wurde gestern abend fortgesetzt. Die Belgier sprengten mehrere Male die über die Nethe gelegten Brücken, aber mit. Tadesverachtung schlugen die Pioniere neue- starke Übergänge über den Fluß.
Vernichtung eines weiteren Forts.
Amsterdam, 8. Okt. Der „Maasbode" meldet aus Putte, daß die Deutschen in der vergangenen Nacht und heute früh auch über das Fort Broechem anrücken, eine andere Heeresabteilung marschierte über Westmalle auf Fort Wyneghem, das in wenigen Stunden vernichtet war. Fort Wyneghem ist das erste Fort des inneren Festungsgürtels. Fort Schooten vom äußeren Festungsgürtel, nordöstlich von Antwerpen, suchte den Einmarsch nufzuhalten, wurde aber rasch zuni Schweigen gebracht. Bei diesem gewaltigen Unrücken war das belgische Heer gezwungen, über die Schelde znrückzu- weichen. - "' . .
England läßt die Deutschen nicht nach Antwerpen!
Rotterdam, 6. Okt. Wie man aus der soeben ein- getrofsenen neuesten Nummer des „Daily Telegraph" ersieht, wird darin ein Brief veröffentlicht, den ein Antwerpener an einen Londoner Geschäftsfreund gerichtet hat. In diesem heißt es: Selbst wenn die Deutschen die erste Verteidigungslinie durchbrechen sollten, so müssen sie immer noch die beiden (?) anderen Linien n-ebtnen, lmd wenn auch dieses, das Schlimmste, passierte, wozu sie mindestens drei bis vier Wochen (!) brauchen würden, haben sie noch die Stadtbefestig-ungen selbst zu überwinden. Schließlich kommt auch die Be- schießnng der Stadt hinzu. England werde niemals zugeben, daß Ant'werpen in die Hände Deutschlands falle, denn würden diese erst von der Stadt Besitz genommen haben, so hätten sie die Kontrolle, über die Schelde und. die Küste: sie könnten ferner Minen legen und ihre schweren Geschütze zum Schaden der britischen Flotte in Tätigkeit setzen.
Dir Engländer wollen nntzcrsten Widerstand leisten.
Ur. Rotterdam, 9. Okt. (Eig. Drnhtbericht. Ktr. Bln.) Das „Handelsbladet" meldet: Die englischen Truvpen, welche die innere Fortslinie mit schweren Schiffsge- s ch ü h e n verteidigen, beabsichtigen äußersten Widerstand zu leisten in der Erwartung von Verstärkungen, die morgen über Ostende eintreffen sollen. .
Die erste Zchreckensnacht in Antwerpen.
W". T-B. Berlin. 9. Okt. Die S ch i ck s a l s st u n d e Antwerpens beginnt sich zu erfüllen. Mittwochfrüh erschien ein d e nt scher Parlamentär mit der weißen Flagge, um die Übergabe der Stadt zu fordern oder die Beschießung der Stadt anzukündigen, wenn diese nicht kapituliere. Weil die Antwort ablehnend war. ließ der Befehlshaber Taufen- -den von Einwohnern Zeit, die Siadt zu verlassen. In später Nachtstunde erfolgte die Eröffnung des Vom- b a r d eilt en t s. Dann aber begann eine Schreckensnacht. Unaufhörlich schlugen Granaten ein.. Zeppeline erschienen und warfen Bomben aus die P e t r o l e u m t a n k s, die (wie bereits erwähnt) Feuer fingen. Es war ein Bild sämtlicher Schrecken des modernen Krieges.
lisch steinE RüÄkehr dsx französischen Regierung nach Paris.
9. Okt. Die Nachricht von einer angeblichen A'uckrphr der französischen Regierung nach Paris scheint Zu stehen mit .der Meldung, baß
G hV' 5 sm . e ‘%i wind, auf den Türmen der Kathedrale von Bordeaux werde eine Funken» statron von ganz außerordentlicher Stärke errichtet.
•nr r n p- > ^ b?r ^>Acheii»mg?
W-r.-R. Sio^nfmBcn, 8. ßW . (Nichtamtlich.) „National- T'dende meldet aus, London: Alle vorliegenden NaÄrichten stimmen darin uberem, oaß diese Woche die Entscheidung fallen muß. Die Kampfe auf deni linken Flügel werden mit einer selbst unter diesen blutigen Zusammenstößen bisher
unbekannten Heftigkeit fortgesetzt. Die Deutschen suchen mit einer Hartnäckigkeit, von der man sich keine Vorstellung machen kann, sich der Eisenbahnlinie zu bemächtigen. Der Kamps nördlich der Somme hat eitlen derart furchtbaren Charakter, daß er unmöglich lange anhalten kann.
Ein Eingeständnis.
Die holländische Filiale des „Reuter-Bureaus" in Rotterdam verbreitet, dem „Berliner Ta-geblatt" zufolge, folgende englische offiziöse Mitteilung: Die Meldung, daß die Bundesgenossen an einigen Punkten z u r ü ck w -e l ch e n m u ß t e n, erschüttert das Vertrauen nicht. Das leichte Zurückweichen ist nur ein Zwischenfall in der großen Über- schwemmungsbewegung.
Ei» norwegischer Gencralstabsoffizier über die Lage im Westen.
W. T.-B. Christiania, 9. Okt. In einer Betrachtung der Lage aus dem westlichen Kriegsschauplatz führt der^ militärische Mitarbeiter des Blattes „Asten- Posten", ein Generalstabsoffizier, aus: Wenn Antwerpen fällt, werden nicht allein 200 000 Deutsche für Novd- frankreich frei, sondern auch bedeutende Massen schwerster Artillerie, was alles zusammen die Entscheidung bringen muß. Der Umstand, daß die Verbündeten auch Verstärkungen von Indien erhalten haben, ist nicht be- sonders schwerwiegend, weil deren Zahl noch nicht gwß sein kann.^ Falls es richtig ist, daß dies Hindus sind, ist es zwe-ifelhast, ob sie gleichwertig mit den deutschen Soldaten sind. Daß Joffres Armee aus F r a n» z -o.se n, Engländern, Negern und Hindus zusainmeng-esetzt ist, ist ein S ch w ä ch e m o m e n t. -gegenüber der deutsche, aus gleicharti-geii Kräften auf- gebauten Armee. Falls wi-an sagen darf, daß.die Wag- schale des Sieges sich nach einer Seite neigt, so :st es d i e d e n t s ch e S e i t e. —' Der Kriegsbericht- erstatter der „Times" schreibt: Die Kämpfe in Nord- fr-ankreich werden besonders stark von den afrikani- scheu Truppen empfunden, die, wie alle Ginge- bor-enen, sehr schwer die Furchtbarkeit des europäischen Krieges bsgreffcn lernen. Die Verluste dieser Truppen waren zu Anfang des Krieges sehr groß. Ein Offizier des nnro-kkanischen Tirailleurregiments sagt, daß in dem ersten Gefecht -die Hä-lste der Leute fiel. Der Ofizier drückte seine große Bewunderung für die militärischen Eigenschaften der Deutschen aus. Der Durchschnitt des deutschen Gowehrfeners stehe in gleicher Höhe wie bei den Verbündeten. Es seien im Verhältnis vermutlich mehr französische Offiziere gefallen als deutsche und es.sei allgemeines Gespräch, daß die Verluste der sranzösisckwn Offiziere -in den letzten zwei Monaten zehnmal größer als vorher bei den Kämpfen in Marokko seien.
Neue Rümpfe bei przemysl.
Große Verluste der Russen.
. 1'--ür. Wici, 9. Okt. (Nichtamtlich.) Amtlich
wird vcrlautbart: 8. Oktober mittags. Beim weiteren Vordringen unserer Truppen wurde gestern der Feind an der Chaussee nach Przemysl bei Barycz, westlich von Dhnow, geworfen. Auch Rzeszow wurde wieder genommen, wo viele Geschütze erbeutet wurden. In dem Winkel zwischen Weichsel und Save nahmen wir den fluchtenden Russen viele Gcfanacne und Fuhrwerke av. Erneute heftige Angriffe auf Przemysl wurden glanzend abgeschlagen. Der Feind hatte viele tausend Tote und Verwundete.
I» den siegreichen Kämpfen bei Mar maros- Sziget wetteiferten ungarischer und ostgalizischer Landsturm mit den polnischen Legionären an Tapferkeit. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f e r, Generalmajor.
Die kühne gefahrvolle Fahrt eines österreichischen Fliegers nach przemysl.
IV'-T.-B. Wien, 8. Okt. (Nichtamtlich.) Wie die Kriege- korrespondenten der Blatter melden, fuhr ein österreichischtö ri'lugzeug am 1. Oktober bei günstiger Witterung vom Ober- kommando in einstündigem Fluge, von russischer Artillerie heftig beschossen, so daß die Tragflächen an drei Stellen durchbohrt wurden,, nach Przemysl, wo es glatt landete Ein mitfahrender Hauptmann des Generalstabes üb-rbrachte U i ch t i g e m ü n d l i ch e B e f e h l e, Briefe und Zeitungen Auf der Rückfahrt, die wegen der ungünstigen Witterung erst am 6. Oktober erfolgte, wurde das Flugzeug von russischen Schrapnells veschossen, wobei die Tragflächen acht unschädliche Treffer erhielten. Als der Apparat in einen Schneesturm gerret, brach ein Druckrohr entzwei, so daß der Beobachter dcch
