Expedition x Langgaffe No. 87.
hier. — Der Diener Jacob Leonhard Fuhr von Langschied, A L.-Schwalbach, wohnh dahier, «nd Marie Catharine Wenzel von Ober-Eschbach im Großherz. Hessen, wohnh. daselbst, früher dahier wohnh.
Verehelicht: Am 16. Sept., der Metzger Wilhelm Carl Seewald von hier und Dorothea Louise Goßmann von Kloppenheim, seither daselbst wohnh. — Am 16. Sept., der Schreinergehülfe Friedrich Jacob Carl Prerber von Watzelhain, A. L.-Schwalbach, wohnh. dahier, und Marie Christine Groß von Miehlen, A. Nastätten, bisher dahier wohnh.________________________________
rpertoir-Entwurf der Königlichen Schauspiele eem 21. bis 26. September.
Dienstag den 21.: Lucia von Lammermoor. Mittwoch den 22.: Viel Lärm um Nichts. Samstag den 25.: Zum Erstenmale: Melusine. Sonntag den 26.: Berlin wie cs weint und lacht.____________________
Meteorologische Leobachtangen der Station "UZiesöaöen
1875. 17. September.
6 Uhr Morgens.
2 Uhr Nach«.
10 Uhr Abends.
Täglich:! Mittel.
Barometer") (Par. Linien) Thermometer (Reaumur) .
Dunstspannung (Par. Lin.) Relative Feuchtigkeit (Proc.)
Windrichtung u. Windstärke
Allgemeine HimmelSanstcht
Segenmenge pto-EJ'inpor. 66.* Die Setometerettooben
835,70
6,0
2,91
85,9 N.O.
s. schwach.
s. heiter.
tob suf n
335,42 18,2 3,28 36,1 O.
schwach, »öll. heiter.
Krad R r
335,30
10,8
3,65
72,2
S.O. schwach, völl. heiter.
educirt
335,47
11,66
3,28
64,73
Musik am Kachbrunnrn täglich Morgens 7 Uhr.
Pas «aturhisiarifche Museum ist geöffnet Sonntags Vormittags von 11—1 Uhr und Nachmittags von 2—6 Uhr, sowie Mittwochs und Freitags Nachmittags von 2—6 Uhr.
Klterlhums-Museum. Geöffnet Montag, Msttwoch und Freitag Nachmittags von 8—6 Uhr.
Zur Krane in Biebrich. Jeden Mittwoch Mlitär-Toncert. 2
Heute Sonntag den 19. September.
«»werbliche Zeichnenschule. Vormittags von 8—12 Uhr: Unterricht in der Schule auf dem Michelsberge.
Kriegerverein „Germania". Mittags 12 Uhr: Versammlung der sich an der Fahnenweihe des Gesangvereins „Friede' oder des Kriegervereins zu Kloppenheim betheiligenden Mitglieder, im Vereinslokale.
Gesangverein „Friede". Nachmittags: Fahnenweihe „unter den Eichen". Abends 8l/i Uhr: Festball im „Römersaale'.
Bürger-SchUhen-Earpa. Nachmittag» 3 Uhr: Uebungsschießen.
Kurhaus zu Miesbaden. Nachmittags 4 und Abends 8 Uhr: Eoncert.
Königliche Schauspiele. .Wilhelm Dell.' Schauspiel in 5 Akten von Friedrich v. Schiller. Ouvertüre und Gesänge von Anselm Weber.
Morgen Montag den 20. September. Mdchen-Zeichnenschule. Vormittags von 10—12 Uhr: Unterricht. Kurhaus zu Wiesbaden. Nachmittags 4 und Abends 8 Uhr: Eoncert. Zeuerwehr. Nachmittags nach 4 Uhr: Uebung sämmtlicher Mannschaften.
Abends 8 Uhr: Abendunterhaltung im „Römersaale".
SärUien-Kerein. Abends 7*/i Uhr: Probe.
Schubmacher-«ewerks-Kni»u. Abends 81/» Uhr: Versammlung im Lokale des Herrn Ries, .zum Anker'. 4262
KranKsurt, 17. September 1875.
«rld.«,urse.
Mars in Gold .
Wechsel-sileurse.
Amsterdam 169 80 B.
Leipzig 100 B.
London 203 95 B.
Paris 80 90 b.
Wien 181 10 G.
FrankfurterBank-Disconto 5
Preußischer Bank-Disconto 5.
20 Frcs-Stücke Sovereigns .
16 Rm. 60 - 65 Pf.
16 . 80 -85 ,
9 , 55-60 , 16 , 22—26 , 20 , 40-45 ,
16 , 69 - 74 , 4 . 17-20 .
<5 Wiesbaden. (Das heutige Ordenswesen. LIV.) Im Anfänge des Jahres 1853 erschien Graf Leiningen als außerordentlicher Botschafter Oesterreichs in Constantinopel. Er war der „Vorläufer" de» russischen Fürsten Mentschikow, der bald darauf in der bekannten brüs- quen Weise seine Forderungen an die Pforte stellte und damit den Krimkrieg provocirte. Graf Leiningen verlangte u. A. von der Pforte: Beseitigung der m Bosnien und in der Herzegowina vertragswidrig erhobenen Zoll- aufschläge auf österreichische Import- und Export-Artikel, sowie Aufhebung der nicht dem Gesetze entsprechenden Besteuerung de» Tabakbaues; alsbaldige 3nt(t«itung der an den österreichischen Grenzen verweilenden politischen Flüchtlinge; Anerkennung der Neutralität der in dem Küstenland Dalmatien liegenden türkischen Enclaven Kleck und Sutorina; eine gerechte Behandlung der Rajahs in Bosnien, Türkisch-Croatien und in der Herzegowina; endlich mit Bezug auf Montenegro: Abzug der osmanischen Truppen aus dem Lande der schwarzen Berg« und Herstellung des Status quo sowohl hinsichtlich der Territor,al-Verhältnisse als auch hinsichtlich der Admini- stra hon. Diese Forderungen wurden von einem an der Unna aufge- fiellten österreichischen Observationscorps von 50,000 Mann in einer nicht
mißzuverstehenden Weise unterstützt. Die „hohe Pforte' war Anfangs durchaus nicht geneigt, diese Forderungen zuzugestehen; sie schien nicht übel Lust zu haben, an „die Entscheidung durch die Waffen' zu appelliren und begann ernstlich und eifrig zu rüsten. Es hatte wieder einmal ganz dm Anschein, als sollte die „orientalische Frage', die schon so oft auf der Tagesordnung der Politik der europäischen Cabinette gestanden hatte — einer endgültigen Lösung entgegengiführt werden. Noch am 10. Februar (1*53) theilte der ’ Großoqier Mehemed Ali Pascha dem Grafen Leiningen mit:
— die Pforte sehe sich nicht in der Lage, die Seitens Oesterreichs gestellten Forderungen zu genehmigen; sie sei aber bereit, die von Oesterreich angeregten : Fragen behufs sachgemäßer Erledigung einem aus Vertretern Englands, ; Frankreichs und Rußlands gebildeten Schiedsgerichte vorzu- : legen. Als jedoch Gras Leiningen ave Weiterungen in entschiedener Weise
ablehnte, und alsbald ein Ultimatum überreichte, welches mehr nach Pulver i als nach Tinte roch; als die Pforte sah, daß Rußland die kriegerische Haltung
Oesterreichs billigte und sogar ein russisches Armeecorps in die Nähe der türkischen Grenz« dirigirte; als endlich die Minister des Sultans wahrnehmen mußten, daß auf den Beistand Frankreichs und Englands, die sich sehr in der Reserve hielten, für diesmal nicht zu zählen sei, — — — so entschloß sich der Divan — nachzugeben. Alle von dem Grafen Leiningen im Namen von Oesterreich geltend gemachten Ansprüche wurden zugestanden, so daß der Graf, der seine Mission in wahrhaft glänzender Weis« zu Ende geführt, bereits am 15. Februar die Rückreise nach Wien antreten konnte. Man behaupttte sogar, daß damals die Pforte in einer geheim gehaltenen Uebereinkunst dem österreichischen Kaiserstaate förmliche Oberhoheitsrecht« über die christliche Bevölkerung (die Rajahs) in Bosnien, Türkisch-Croatien und in der Herzegowina zugestanden habe — eine Behauptung, deren Wahrheit wir in Zweifel ziehen müssen, weil sie durch die später folgenden Ereignisse in keiner Hinsicht bestätigt wurde. Bezeichnend ist aber das damalig« Auftreten Oesterreichs für die von letzterem im Anfang der 50er Jahre befolgte auswärtige Politik. Mit Hilfe der Südslaven hatte das Donau-Reich in den Jahren 1848 und 1849 die Revolution in der Lombardei und Venedig, in der Reichshauptstadt Wien und in Ungarn besiegt. Zu Gunsten und zum Vortheil der Südslaven modelte es in der darauf folgenden Zeit sowohl I seine innere wie seine äußere Politik. Die österreichischen Slaven wünschten "i dringend dm Schutz und noch lieber die Annexion der von Slaven bewohnten
Länder der Türkei. Diese Wünsche waren für die österreichische Regierung maßgebend, während sie den Interessen Ungarns damals keinen Blick schenkte. Heutzutage, nach dem namentlich von Beu st gesördertcn Dualismus liegen die Dinge ganz anders in Oesterreich Ungarn. Die von dem Grasen Leiningen im Anfänge des Jahres 1853 betreffs der Länder Bosnien und Montenegro erzielten Erfolge traten bald für Jedermann erkennbar zu Tage. In Bosnien erschien ein Commissär der Pforte, welcher in feierlicher Weise einen Ferman (eine vom Sultan selbst ausgehende, aus Angelegenheiten der Administration bezügliche Verordnung) verkündete. Nach diesem Fcrman sollten die orthodoxen Griechen, die Römisch-Katholischen und die Israeliten in öffentlichen Dingen ganz dieselben Rechte haben rote die Bekenner des Islams. Israeliten und Christen sollten ihr Cigenthum unbelästigt genießen dürfen und ihre Vertreter sollten in dem großen VerwaltungSrathe (Medschlissi Kebir) des Ejalet» Bosnien „Sitz und Stimme' haben. Statt des bisherigen Besteuerungssystems sollte auf Grund einer sorgsamen Aufzeichnung alles beweglichen und unbeweglichen Vermögens eine neue, der Gerechtigkeit entsprechende Regulirung des Steuerwesens erfolgen. Nach Verkündigung dieses Fermans kehrten die meisten der über die Save und Unna geflüchteten bosnischen Christen rn ihre Heimath zurück. In Montenegro mußten sich die Türken, wenn auch mit schwerem Herzen, zum Abzug bequemen, den vom Grasen Leiningen geforderten Status quo anerkennend. Traurig war der Gewinn, den die Türken von diesem Feldzuge heimbrachten. Sie müßten sich sagen, daß die großen Verluste, welche sie in diesem Feldzuge gegen Montenegro erlitten (die Türken zählten 4500 Todte und circa 4000 Kranke und Verwundete, büßten zwei Kanonen und acht Fahnen ein und berechneten die aufgewendeten Kriegskosten mit 85 Mill. Piaster) — ganz „umsonst" hingenommen werden müßten, und sie konnten sich nicht verhehlen, daß die Schwarz-Berg-Bewohner, denen sie schon die Schlinge um den Hals zu werfen gedachten, nach diesem Abzug« noch weit kecker und übermuthiger auftreten würden. Schlimm ist es, besiegt zu werden; weit schlimmer aber, zu erfahren, wie der schon für sicher gehaltene Sieg wieder entschlüpft und die erträumte Eroberung in einen demüthigenden Rückzug sich verwandelt. Was die Motenegriner betrifft, so trugen sie in der Thal kein Bedenken — den Rückzug der Osmanen als „ihr Verdienst" in Anspruch zu nehmen, was doch, wie aus dem Vorhergehenden ersichtlich, nicht wohl anging, weil dem Bergvolke, wenn ihm in der höchsten Roth nicht Oesterreich zu Hilfe geeilt, trotz der ruhmvollsten Vertheidigung eine empfindliche Schlappe nicht entgangen wäre. Der ehrgeizige Fürst Danilo, der eifrig darauf bedacht war, sich mit allen herkömmlichen Attributen der „fürstlichen Würde" zu umgeben, stiftete nicht lange nach dem Abzug« der Türken einen neuen Orden. Der letztere sollt« gleichzeitig den neu errichteten Fürstenthron und den Unab- bängigkeitskamps der Cernagorxen in den Jahren 1852 und 1853 verherrlichen. Der im Jahre 1853 gegründete Orden heißt nach dem Stifter — „Daniels- Orden" und zerfällt in mehrere Klassen. (Forts, folgt.)
? Polizeigericht vom 18. Sept. Eine zu Biebrich dienende Magd wurde unterm 12.Julio. I. von dem damaligen Wafferbauausseher Grenz- Häuser, jetzt zu Idstein, betroffen, als diese einen Zuber mit Steinen und Asche in den Rhein geworfen hatte. Das Vergehen ist strafbar nach einer Regierungs-Verordnung vom 1. April 1868. Die Angeklagte, jetzt zu Wiesbaden, war nicht erschienen und wird dieselbe zu einer Geldstrafe von 15 Mark, eventuell zu 3 Tagen Gefängniß und in die Kosten verurtheilt. - Ein hiesiger
