Expedition: Langgasse No. 27.
iesbsdmtr Tachlsll.
Gegründet 1852.
M 200
Submission.
Die Herstellung von ca. 500 LH Meter Pflasterung in der Ludwig- straße soll im Wege der Submission vergeben werden. Reflectanten
Bekanntmachung.
Nachdem die am 21. d. M. stattgehabte Versteigerung der diesjährigen Grummeterndte von einer städtischen Wiese im Distrikt Würzgarten die Genehmigung des Gemeinderaths nicht erhalten hat, wird das Grummetgras Samstag de« 28. M. Abends 6 Uhr in 5 Parzellen an Ort und Stelle nochmals versteigert. Jnr Auftrage:
Wiesbaden, 24. August 1875. Hell, Secretanats-Assistent.
1875.
Freitag den 27. August
«nsma «ns dem Sitzungs-Protoeoll des Gemeinderaths zn Wiesbaden vom 16. August 1875.
Gegenwärtig: Der Gemeinderath mit Ausnahme der Stadtvorsteher Dr. Berlö (krank), Dr. Schirmer und Schreiner (verreist).
1727. Es wird constatirt, daß am heutigen Tage trotz der großen Hitze die höhere Bürgerschule nicht geschloffen ist, während in den übrigen städtischen Schulen und in den Königlichen Gym- naficn der Unterricht ausgesetzt wurde. Es soll in dieser Beziehung auf ein gleichmäßiges Verfahren bei den Schuldirigenten hingewirkt werden.
1728. Das Gesuch des Louis Hoffmann um Eröffnung des Bavquartiers zwischen den Verlängerungen der Nicolas- und Rhein- lchnstraße, Adelhaid- und Albrechtstraße wird dem Stadtbaumeister mit dem Ersuchen überwiesen, möglichst bald einen Plan über Einteilung des fraglichen BauquartierS vorzulegen.
1729. Das Gesuch von Johann Wolff und Genoffen um Auf- ßellung einiger Gascandelaber an der Aüeeseite der Schwalbacher- sikche wird der Gascommisfion zur Begutachtung überwiesen.
1730. Auf das Schreiben der Kömgl. Polizei-Direction vom 5. d. Mts., betreffend die durch den zu frühen Beginn des Viehmarktes verursachten Ruhestörungen in der Neugasse, wird nach dem Gutachten des Acciseamts beschloffen, zu der folgenden Abänderung des §. 25 der Marktordnung vom 29. Juni 1874 die Zustimmung zu ertheilen:
„Der Markt beginnt in den Monaten Mai, Juni, Juli und August um 6 Uhr Morgens, in den Monaten März, April, September und October um 7 Uhr Morgens und in den Monaten Januar, Februar, November und December um 8 Uhr Morgens."
1731. Von der durch den Cur-Director Hey'l angeregten Versicherung der Glasscheiben am Curetabliffement gegen Hagelschaden soll bei der Höhe der Versicherungsprämie abgesehen werden.
1732. DaS Gesuch des Verschönerungsvereins um unentgeldliche Ueberlaffung von 14 Stück alten Steinplatten zur Herstellung eines Aussichtspunktes auf dem Neroberge wird genehmigt.
1733. Die heutige Versteigerung der Grasnutzung von städtischen Wiesen im Höllkund wird auf den Erlös von 4 Mk. 50 Pfg und
1734. Die am 14 d. M. erfolgte Versteigerung der Mirabellen von einem Baume im Distrikt Kohlkorb auf den Erlös von 1 Mk. genehmigt.
1735. Das Schreiben der Kgl. Polizei-Direction vom 6. d. M., betreffend Verdeckung des KochbrunnenS und Herstellung eines öffentlichen Ablaufs an demselben, wird der Bau-Commission zur Begutachtung hingewiesen.
1738. Die von dem Kgl. Ober-Präsidium genehmigte HauS- collecie für die Hagelbeschädigten zu Heßloch soll durch zwei anzunehmende Collectanten gegen die übliche Vergütung abgehalten werden.
1741. DaS Gesuch des Schenkwirths Wilhelm Falk um Con- cession zum Betriebe einer Schenkwirthschaft in dem Neubau des Postsecretärs Carl Walther, Castellstraße No. 1, soll zur Genehmigung empfohlen und bezüglich des Ausschanks von Branntwein berichtet werden, daß kein Grund zur Beantragung einer Beschränkung Vorstege.
1742. Der mit dem Musiker H. Eickel in Remal als Mitglied der Cur-Capelle abgeschloffene Dienstvertrag wird genehmigt.
1743. Das Gesuch des Curmusikers Albert Opp'l um Dienst- entlaffung zum 1. October d. I. wird unter der Bedingung genehmigt, daß derselbe für einen genügenden Ersatz Sorge trägt.
1744. Auf den Bericht des Cur-Directors Hey'l vom 12. d. M. wird beschloffen, die mit Carl Litschke und Johanna May bezüglich der Läden No. 40, 41 und 42, 43, 44, 45 der neuen Kolonnade abgeschlossenen Verträge zu genehmigen und dieselben auch dem Bürgerausschuß zur Genehmigung vorzulegen.
1747. Der Bericht des Cur-Directors Hey'l vom 14. d. M., betreffend die Leitung der Wiefenbrunnen in die Cur-Anlagen auf dem warmen Damm und Einrichtung einer Schöpfanlage daselbst, wird dem Stadtbaumeister zur Aufstellung eines Kostenanschlags für das nächstjährige Budget überwiesen. *
1748. Die Vorschläge des Cur-Directors Hey'l bezüglrch der Einführung einer Traubencur werden genehmigt und demselben die weiteren Arrangements in dieser Beziehung überlasten.
Wiesbaden, 24. August 1875. Für diesen Auszug: _______Brokmann, Bürgerrneisterer-Secretär.
Polizei-Verordnung.
Auf Grund des Gesetzes vom 26. April 1872, betreffend Die Er- Hebung von Marktstandgeld der §§. 69 und 149 der Gewerbe- Ordnung vom 21. Juni 1869 und der §§. 5 und 6 der Kömgl. Verordnung vom 20. September 1867 über die Polizei-Verwaltung in den neuerworbenen Landestheilen wird im Einverständnis! mit der Gemeindebehörde bezw. nach Anhörung derselben verordnet,
§. 1. An Stelle des §. 25 der Markt-Ordnung vom 29. Juni 1874, welcher hiermit aufgehoben wird, tritt folgende Bestimmung: Der Markt beginnt in den Monaten Mai, Juni, Juli und August um 6 Uhr Vormittags, in den Monaten September, October, März und April um 7 Uhr Vormittags und in den Monaten Januar, Februar, November und December um 8 Uhr Vormittags.
8. 2. Vor der im §. 1 genannten Zeit ist es verboten, mit Vieh in der Neugaffe und dm angrenzenden Straßen zu halten, im Uebngen behält es bei den Bestimmungen der Straßenpolizelordnung sein Bewenden. , . ,,
8. 3. Uebertretungen vorstehender Bestimmungen werden mit Geldbuße bis zu 9 Mark oder entsprechender Haft Lis zu 3 Tagen bestraft Die Königl. Polizei-Direction.
Wiesbaden, 23. August 1875.__________v. Strauß._________
