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Wiesbadener Sagblatt

Verlag Langgasse 21 mXAAttfftat «a- 72 RUSa&betl. „T-gbl-tt^aus- Nr.665o-sz.

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Berliner Schriftleitung des Wiesbadener Tagblatts: Berlin-Wil mersdorf Güntzelstr. 66, K-rnspr.: AmtUhland 4,10 u. 451. Tagen und Plätzen wird keine Gewahr übernommen,

Nr. 477. » 62. IahrgEg.

ag. 9. Oktobsr 1974.

Morgen- Ausgabe.

die Beschießung der Stadt Antwerpen.

^erai Veselee kündigt die Veschietzung der Stadt KntWerpsn an .

Brüssel, 8. Oft. (Nichtamtlich)

[| ' n * ne e v . _ _ - „ © l. rti-urtf f

h "egs, ließ

Gemäß Artikel k o m m e n s, vckreffcnd die Gesetze des "kr »;* lc 00, netz General r>. Beseler, der Befehlshaber di, .^gcrungsarmee von Antwerpen, durch Vermittlung lksj^ Brüssel beglaubigten Bcrtrcter neutraler Staaten !

•ttb*

."^mittag die Behörden Antwerpens von dem Bevor- Beschießung verständigen. Die Beschießung der, ftttt um Mitternacht begonnen.

Die Beschießung im Gange.

Rosendaal wird gemeldet: Dre Beschießung ^»-ft^erpen dauerte -die ganze Nacht durch. ^--a» so heftig, daß in Rosendaal -die Hauser W'tten. Tausende von Flüchtlingen sind ange- ir„ !n n ' oder werden noch erwartet. Während der gan- konnte man die F e u e r s g I u t von welcher tzgs chmen. Die P e t r o leu mb eh ä l ter rm

jnö scheinen in Brand zn stehen. Der Süd- brennt. Der Hauptbahnhof hat ernst- ?^Üten. Die Regierung hat Befehl erteilt, alle k lcu - •• - ' *• "" ^für ’W

ÜHaiL? bahnzüge fortzubesördern und ? und Flüchtlinge bereitzuhalten.

langer widerstand mehr möglich

" U, Mailand, 8. Ort. Nach einer Depesche des , h -v della Sera" aus Rom lassen die letzten Nach- E annehmen, daß der Widerstand Antwerpens M) l? % Ianjfi.e dauert' man hält es für möglich, daß fische Truppen nach E n g ! a n d ernschrffen^um

iott

an einem andere

n Punkte des Kriegsschau-

^ieder aufzutauchen.

^ ^Die §lucht aus Antwerpen.

Amsterdam, 8. Okt. (Nichtamtlich.) V'vtat ans Rosendaal Pom 7. -Oktober: ^ ">H Mpchc Korps hat Antwerpen verlassen und Pa, sik ivRcgiernngsdampfer nach Ostende begeben. "VUrgergarde ist entwaffnet. Rosendaal 8 %i > ttcm großen Flüchtlingslager. Den H ö,,^ag über kommen Züge aus Antwerpen an. Bis six^mternacht waren schätzungsweise 18000 Bcl- >h ^«onrentlich Frauen und Kinder, angekommen, dre * l W tn ' Lichtspieltheatern, Eisenbahnschuppen und ^iiusern gebracht wurden, w .^^rlegung der Regierung nach Ostende.

M C Astende, 8. Okt. Die belgische Regierung verließ ° st v e r w a l t u n g aus Da m p f e r n Antwerpen °° endgültig nach Ostende verlegt. Die Antwerpener «tr «eben bekannt, daß sie vorläufig schließen. Der «itch^nbahnverkehr ist nach Sonnenuntergang ern- ^iichdem die Bevölkerung die Stadt geräumt hat, )Ufo- mcm ' doch das Bombardement heute nachmittag Anfang nehmen wird. Die fremden Gesandt- - dnd ebenfalls nach Ostende verlegt worden.

c ^otbereitungen zur §!uccht des Honigs hn ^ der Belgier,

lh,)' Stockholm, 8. Okt. (Eig. Dralhtbsricht. Ktr. „Swenska Daig-bladet" vom 7. Oktober b-c- Ulls Reise nach Antwerpen " die etwaige Flucht König

^ "Swenska Dagbladet" vom r. -rvri Hurchills Reise nach Antwerpen -gali der Be- die etwaige Flucht König Alberts nach ^ Bi-'s dkach den Stockholmer „Astenibladet soü »li,,hatzung Antwerpens auf Transport- tn - die auf dem Flusse verankert liegen, nach ''Mn«, 1 i n ‘ ) don dort nach anderen Teilen des Kr-'.egs- let r. § gebracht werden. — Wie aus Rotterdam ge- » 8 >rd, . ist gegenwärtige Gesundhettszustand 1 9 i n der Belgier sehr e r n st

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Flucht des Königspaarcs? der holländischen Grenze, 8. Okt. Aus

ll % 8. wn. ,

lei, ^rln-sj^^vdamsche Courant" nreldet: Der König nach einer bisher unbestätigten Mit-

cht Verwundet sein.

t»u ^tern 7? uwldet der aus Antwerpeir -ang-ekommene ih des „Amstevd-amer Handelsblad", imt-

Krosi^^ ^dränge sei in Antwerpen der könig- Lsb?!, ^^«-gen mit dem belgischen Königspaar er- Könilgspaar fuhr über die m-ilitärtsche sie auf die andere Seite der Schelde. Das bald außer Sicht. — Nach einer W-ei- « ist König Albert heute morgen 9 Uhr

‘Wi,, m ? der holländischen Grenze auf b e l- . Gebiet angekommen.

,^önig der Belgier leicht verwundet?

^tve' mü,^°"crdam, 8. Okt. (Nichtamtlich.) Die

Die 42-3entimeter-Geschütze vor Antwerpen.

Von einem Feldarzt, dessen Lazarett dicht hinter den deutschen Angriffslinien gegen Antwerpen eingerichtet ist, gelangte ein Schreiben an Freunde, dem folgende Beschrei­bung der 42-Zentimeter-Geschütze entstamnlt: 5 Kilometer nördlich von unserem Lazarett liegen die großen Kruppschen Brummer, von denen wir zwei gestern besichtigten, gerade, während sie ihre dröhnende Arbeit verrichteten. Alle zehn Minuten ein Schuß, eine Flamme wie bei einem Hochofen, eine ganz schwache Rauchwolke, ein donnerähnlicher,^ aber immerhin erträglicher Knall, dann ein Sausen, das immer schwächer wird, und das vorn spitz zulaufende Projektil nimmt steil gen Himmel seinen verderbenbringenden Lauf. Bereits nach wenigen Schuß war das Pulvermagazin des zuerst be­schossenen Forts St. Catherine in die Luft gesprengt. Durch kleine, in tiefen Gräben angelegte Feldbahnen wird die Munition bis an das Geschütz herangefahren und dann auto­matisch, wie bei beu Schiffsgeschützen, in das Rohr gehoben.

Die letzten Anstrengurraen Frankreichs.

IV. T.-B. Zürich, 8. Okt. (Nichstuntlich.) Aus Lyon wird gemeldet, daß Frankreich gegen die deutsche Armee die letzten Anstrengungen mache. Von der rtalre- nischen (Grenze werden nunmehr alle Truppen zurückgeholt, die nicht direkt für die Ilitfrechterhaktnng der inneren Ordnung notwendig sind. Die rn V.uum». ansässigen französischen Reservisten haben den Befehl zur Stellung erhalten.

Poincarö wieder in Bordeaux zurück.

hd: Haag, 8. Okt. Der „Daily Expreß" will wissen, daß die französische Regierung gestern morgen imch Bordeaux znrückgekehrt ist. Wie gemeldet, waren Poincare und Viviam zu einem kurzen Besuch der Truppen nach Nord, srankreich abgereist.

Trügerische Hoffnungen Poincares.

h<l. Genf, 8. Okt. Präsident Poincare, Ministerpräsident Viviani und Minister Millerand, welche gestern in Paris weilten, sollen sich Genfer Blättern zufolge äußerst o p t i m i st i f ch geäußert haben. Frankreich würde in kür­zester Frist aufgehört haben, der Kriegsschauplatz zu sein.

Die schrecklichen Offizicrsverluste der Franzosen.

pft. Rotterdam, 8. Okt. Wie auf der englischen so sind auch auf französischer Seite die Verluste em. Offizieren erschreckend groß. Im „Echo de Paris" erklärt Maurice Barres: Die französischen Offiziere find kenntlich an ihren

Etuis, die mit einer widerspiegelnden Mikaplatte bedeckt sind. An ihren besonderen Mänteln und an Zeichen, die sie den Soldaten geben. Dies ermöglicht den deutschen Scharf­schützen, sie abzuschießen.

Der neue französische Gencralstabsbcricht.

stst. Genf, 8. Okt. Die neue französische Generalstabs­note kann keinen Vormarsch eines französischen Detachements in der Gegend von A r r a s verzeichnen. Diese Wirkung hatte das resolute Vorgehen der deutschen Reiterei nach den französischen Berichten im Norden von Lille. Für den heutigen Tag ist die Fortsetzung des dem großen Umfange entsprechenden Kampfes zu erwarten. In der weiteren Umgebung von Noyon machten die Fran­zosen fortgesetzte Anstrengungen, eine deutsche Durch­brechung ihrer Stellungen zu verhindern.

England treibt auch Portugal in den Rrieg mit uns!

Br. Wien, 8. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Man hält es nicht für ausgeschlossen, daß die von Eng­land abhängig^ Regierung Portugals auf Drängen der englischen Regierung, gleichfalls Deutschland den Krieg erklärt^ und glaubt, daß man schon in den nächsten Tagen hierüber Gewißheit haben wird.

Das Werben der Verbündeten um die Portugiesen.

IV. T.-B. Lissabon, 8. Okt. Der fmn.zösische Pa-nzer- kr-euzer „Dupetit-Thouar", welcher an der Jahresfeier der Proklamatiml der Republik teilnehnren soll, ist hier eingetroffen. Die Besatzung wurde von der Be-völkerung begeistert begrüßt. Der Minister des Äußern hat den französischen Gesandten ersucht, seiner Regiexung den Dank für die Sympathiekundgebung zu übermitteln.

Das Ergebnis der Rriegsanleihs.

Die erste Zahlung.

WT-B. Berlin, 8. Okt. (Nichtamtlich.) Das Ergebnis auf die Zeichnungen der Kriegsanleihe läßt sich nunmehr im einzelnen übersehen. Die Gesamtzeichnung von 4 460 7M. 400 Mark besteht aus 1177 235 Einzelzeichnungen; hiervon ent­fallen auf Einzelbetrüge von 100 bis 2000 M. 926 059 Zeich­nungen mit einer Summe von 733 775 400 M. Auf Einzel­beträge von 2100 bis 20 000 M. 233 342 Zeichnungen mit

einer Summe von 1336 738 700 M. Der Rest besteht aus Zeichnungen von über 20 000 M. Das deutsche Volk wird aus diesen Ziffern mit Freuden ersehen, wie die Zeichnungen auf alle Schichten der Bevölkerung gleichmäßig verteilt sind, wie arm und reich, jeder nach seinen Kräften, dazu beigetragen hat, den überaus glänzenden Erfolg der Kriegsanleihe zu­stande zu bringen. Die B a r e i n z a h l u n g e n auf die Kriegsanleihe haben nach dem bis heute vormittag vorliegen­den Nachweis den Betrag von 2420 Millionen Mark erreicht, das sind 54,26 Prozent der gezeichneten Summe und 636 Millionen oder 14,26 Prozent mehr, als bis zum 5. Oktober fällig waren. Tatsächlich sind die eingezahlten Beträge noch höher, weil von einem Teil der entfernt gelegenen Reichsbank­anstalten die Angaben noch nicht in Berlin eingetroffen find. Es dürfte dies die größte Zahlung sein, die jemals von einem Volk in so kurzer Zeit geleistet worden ist.

Kniwerpen«

Imitier enger schließt sich -b-er Ring um Antwerpen, immer naher rücken stie deutschen Truppen an ^ die eigentliche Stadt heran. Was Helsen jetzt -den^ Belgiern die früheren Lü-genMekdung>en, mit denen die Regie­rung die -Einwohner über den Ernst der Lage hinweg- täuschen wollte. Wenn die Granaten in die Jnnenforts und über diese hinweg .in das Innere der Stadt fallen, wenn sie von den Kirchtürmen und den Dächern ihrer Häuser die Linien der d-entscheu Truppen -dicht vor­der Stadtbefesti-gung erblicken, dann wird wohl keiner mehr an den Rückzug des deutschen Heeres glauben wollen. -

Die vom Großen Ha-uptgil-arti-er in dieser Nacht nnt-geteilt-en hocherfveulichen Erfolge lassen erwarten,, daß' der Widerstand Antwerpens nicht mehr lange dauern wird, w-enigst-ens nach Wochen wird nicht mehr zu zählen sein. Mit besonderer Freude wird man überall bei uns wieder Höven, daß -unter den Verteidi­gern Antwerpens, -die soviel Geschütze und Maschinen­gewehre jetzt auch in der Fel-dschlacht in «seren Hän­den lassen mußten, auch eine englische Brigade ist. Das Fort Broecheni, das jetzt, nachdem schon vorgestern gemeldet -war, daß es znmSchwei-gen gebracht wurde, in unsere Hände fiel, liegt bereits auf der Ostfront. Damit ist also nicht nur die Lücke in den Außenforts, durch die der Angriff weiter vorgetra-gon werden -muß, beträchtlich erweitert, sondern es fit auch ein Gelände gewonnen, das den Jnsanterieangriff schr erleichtert. Fort Broecheni liegt nämlich außerhalb der Jnundation auf ganz t r o ck e n e m Boden. Es liegt außerdem sehr viel näher- an die Linie der Jnnenforts heran — nur sechs Kilometer von dieser entfernt, und im Rücken -der Rüpel- und Nethe-Nisderung, die unter Wasser gesetzt ist. Sollte also diese schwer zu überschreiten sein . oder ihr nördlicher Rand von den Resten des belgischen Heeres in befestigten Feldstellujigen verteidigt werden, so -ist letztere nicht mehr zu halten, wenn deutsche Trilp- pen bei Fort Broecheni stehen, . von wo aus sie die feindlichen Truppen angreisen können.

Die nunmehr also, wie gesagt, eingetroffene eng­lische Unterstützung zu Antwerpen wird kaum etwas an der allgemeinen Lage ändern können. Die belgischen Werke werden von den deutschen Kanonen zusammen- geschossen werden, ganz gleichgültig, ob sie von belgi­schen oder englischen Soldaten besetzt sein werden. Wie verzweifelt die Lage in Antwerpen selbst be­trachtet wird, geht am besten daraus hervor, daß die belgische Regierung von Antwerpen bereits nach Ostende abgefahren ist. Die Ratten verlassen das sin­kende Schiff. Nur der König scheint noch auszuhalten.

Eine andere Frage ^entsteht nun, was die Besatzung tun wird, wenn die Übergabe der Festung in naher Aussicht ficht. Die kann sich entw-eder kviegsgefangen ergaben oder vorher versuchen, nach Holland über- zutreten, wozu die Nähe der holländischen Grenze Ge- logenheit gibt. Es würden dann ähnliche Vechältnisse eintreten wie 1871, wo der größte Teil des französi­schen Ostheeves auf Schweizer Gebiet übertrat, um sich der Gesangenschaft zu entziehen. Die Schweiz hatte darnals vorsorglich für diesen Fall einen großen Terl ihres Heeres an der Grenze zusammengezogen. Auf Grund eines Vertrages wurden die französischen Trup­pen bei Überschreitung der Grenze entwaffnet und als Kriegsgefangene im Innern des Landes untergebracht. Wie' holländische Blätter berichten, hat auch Holland, um für alle Fälle vorbereitet zu sein, ähnliche Bor- kehrungen getroffen. Ein größeres Trupper aufgebot ist an der holländfich-belg-ischM ®m\