Verlag Langgasse 21
ttn- & „ „Tagblatt-Haus".
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Und r._ j.?. _j. _...b. :_ cor.-:.. -
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„Tagblatt-Haus" Nr. 6658-53.
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woch, 7 . Oktober 19 * 4 .
Morgen - Ausgabe.
Nr. 467 . ♦ 62 . Iahrgang.
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Der Krieg.
s ßnö gibt öie Hoffnung auf Antwerpen auf.
tir n ^land, 6. Oft. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bin.)
ucr militärischen Kreise geben nach dem rtiml die Hoffnung auf Antwerpen auf. Die ^ui,So Ur lUc !Ku der belgischen Ereignisse verliert von liw l" Staude an Zuversicht. Tie militärischen y f 11 « der Blätter stehen aber auf dem Stand- Setctf,« der Fall Antwerpens, mit dem unmittelbar d'Erden müsse, keine sonderliche Entscheidung »"> werde.
Iw Verwirrung in Antwerpen.
dkg ^ Antwerpen, 5. Okt. Die Verwirrung, die in kkhgli En^ Tagen hier herrschte, ist unbeschrciiblich. Man ljj »„^"unter den Eindruck, daß bürgerliche Autori- ^ e k,» vkilitärischer Kommandant der Lage nicht
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Seiv S e to o d) i e n seien. Nach der durch die Be» ^i>ik ^ einer deutschen Taube entstandenen wilden -!kgü_^6en Tausende von Flüchtlingen durch die Mio-? Antwerpens zum Rathause, wo sie ihre Montag verschlechterte sich die
W , Ce verlangten, wconiag verscymu-lei . . siij^Mkch, und als am Dienstag eine große Anzahl ‘‘nge aus Ster eintrafen, erreichte die ihren Höhepunkt. Schließlich wurde ein ^Nassen, daß keine Einwohner Antwerpen mehr -ili^v dürfen, während die Flüchtlinge binnen 24
Äuchf
Kreisen sollten.
h,l .T' 1 der belgischen Regierung aus Antwerpen.
Stockholm, 6. Okt. Die belgische Regierung trifst all« gen, um die Festung auf dem Wasserweg zu ; ) l % e j ^vllhd nach London überzusiedeln. Der ganze dsi» U" BcfestiMngsgürtcl südlich der Stadt ist in deut- u Die inneren Werke werden seit 4. Oktober
Artillerie beschossen, die jetzt noch 18 Kilometer Punkten entfernt steht. — Auch die Sradt &e i% " »>> der holländischen Grenze ist von den Deutschen
^ Antwerpen ohne Beleuchtung.
Amsterdam. 6. Okt. (Nichtamtlich.) Aus Anteils, si^'chiet das „Handelsblad" vom 4. Okt.: Unter dem
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r «öh 5 ^aslaternen schon um 7 Uhr abends gelöscht. H% n _ptb Cafes ebenfalls ^ um 7 Uhr geschlossen. Die e ^raßenbeleuchtung kommt gänzlich in Wegfall.
^ ^ Der „Zeppelin" über Gstende.
^ntwerpener Blatt „Metropole" bringt die
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, £ Nacht rückten Soldaten mit großen Schiffs- i 1 ®ei+r l ’ 5urcfi die Stadt nach der Front. Vermutlich, um )chen keine Gelegenheit zur Orientierung zu geben.
w —‘uutrpener löUttt „incerropo-L wmu: die folgende 11 baü? des Angriffs, den ein deutscher „Zeppelin" in der
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■ vergangenen Freitag zum Samstag auf OstenL« hm.
in kan^s Punkt 0411 Uhr nachts, und ganz Ostende lag
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!*• Thourout in der Richtung ans Ostende passiert
w ° Sn»! 'ch°u einige Minuten später kann man das furcht- önfEn kn Maschinen eines „Zeppelin" zweihundert ^velin" den Dächern des schlafenden Ostende hören. Der Wtt . mcht mit dem Feuer seiner gewaMgen Schein- de w Strand ab, dann nimmt er giichtung nach dem ip%n und dem Strandbahnhof, und bald darauf
^Äij^vier furchtbare Detonationen die LtiLe der Nacht. ^^Ü^Sord e von Gent, die am Lahnhof steht, gwi wohl ein
^3 dem Tagebuch eines Feldar^tes.
Die Schlacht vor Antwerpen.
? 'st sehr stark besetzt und befestigt. Belgier
d>°^"nnes, ^ machen verzweifelte sehr tapfere Un- Brüssel und Löwen wiederzuerlangen. Es gibt ? tzsiz 3 erbitterte Ausfälle. Mein letztes Quartier lag £ Dorfes, und zwar bei einer kleinen Lehrerin.
bSxti A Konservenfleisch bekam ich Rotwein, und da im CV ^ Klavier stand, spielte ich. Mitten hinein gellt's dff-schlecki ^ vrarschieren bis sehr spät in den Abend hinein Ä E^Uk Weiter und hier und da von Schüssen um- e? l-ir dem stockdunklen Nest, wo wir Halt machen, fm- Asiin n^lechteste Quartier und liegen zu Dreien auf A mit Flöhen. In dem hell erleuchteten Schloß
"»n kö^'°"^str!b. Früh ist die Division ansmarschiert,
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V 'Mte des Ganzen ist unglaublich. Es ist der vor-
f c „ l( *Utf) C ssstihalt, den ich in meinem Leben gehabt habe.
^'gurren das Stück zu 1 Franken, die uns dib !Ü ^aar ^"stellanin spendet. So geht es im Krieg: vor ^ im elendesten Loch, ohne die Möglichkeit,
en - jetzt in unerhörter Pracht und Prunk.
' donnern unsere schweren Geschütze gege Forts. Nach dem gestrigen unangenehmen
paar Gewehrschüffe auf das Luftschiff ab, aber mit Windeseile entschwindet das Luftschiff in der Nacht.
Der Knall der Detonationen Hai natürlich ganz Ostende aus dem Schlaf geweckt, und zehn Minuten später eilt alles nach dem Strvndbahnhof. Aber wenn auch der sternenuber- säte Himmel von wunderbarer Klarheit ist, es ist unmöglich, den Schaden zu erkennen, deri die Bomben angerichtet haben. Erst der Morgen gibt Ausschluß über seine Grütze. Die erste Bombe ist in eine Lichtung des Bois de Boulogne gefallen. Sie hat ein riesiges Loch von mehr als zhen Metern Ilmsang und wenigstens fünf Metern Tiefe gerissen. Überall sind Staub- und Erdklumpen zu sehen. Die zweite Bombe ist auf einem kleinen Platz zwischen Babnhof und Strand niederge- aangen. Im Umkreis von fünf Metern ist das Erdreich von ihr zerwühlt. Eine dritte Bombe ist auf denk Stvaßenpflaster explodiert. Objvohl sie sich nur einen Meter tief in den Boden gewühlt hat. hat sie doch eine fntchtbare Detonation
verursacht. Auf fünfhundert Meter im Umkreis-^ sind , aste Fensterscheiben in Trümmer gegangen. Auch in , einigen Eisenbahnwagen sind die Scheiben gesprungen und eine Säule aus blauem Stein ist zweihundert Meter vom Bahnhof fortgo schleudert wo-.den.
Den größten Schaden aber hat die vierte Bombe angerichtet. Sie ist in dem Buvcau eines Fischexporieurs namens Willems explodiert, und das phantastische Zerstür>ungswerk, das sie dort angscichtet hat, gibt einen Begriff ^von tyrer Kraft. Sie hat das Dach durchschlagen und fortgeschleudort und ist dann auf einen schweren ungewöhnlich starken Geldschrank niedengsgangen. Von diesem Geldschrank waren nur eln paar größere Stücke in allen vier Ecken des Zimmers zu sehen, die übrigen hatten an etwa zwanztg Stellen der Mauern tiefe Spuren zurückgelassen. Durch die Gewalt des Luftdrucks war auch die Stiege des Hauses gesprungen, und ein kleiner Eisen
kasten, der in dem Geldschrank gekegen, hatte sich tief in die holzörne Diüle eingebohrt. Während die Bombe auf diese Weise im Bureau des FischexportcurS alles vernichtet und schließlich ein Loch von zwei Metern Tiefe in den Bodmt gerissen hatte, war im ersten Stockwerk ein kleiner Kantin, auf dem ein Christus stand, unversehrt geblieben. „Das ist alles, was von meinem Geschäft übrig geblieben ist", sagte Herr Willems. „Seit dreißig Jahren steht dieser Christus da-, und er hat sich auch heute nacht nicht gerührt." Jetzt werden Maschinengewehre in Ausstellung gebracht, die das furchtbare Raubtier bei einem neuen Angriff auf die Stavt vernichten sollen."
Der amtliche Bericht über Löwen.
T.-B. Berlin, 5. Okt. (Nichtamtlich.) Die „Nordd. Allg. Zig." schreibt: Geh. Regierungsrat v. Falk besichtigte am 17. September die Kunstdenkmäler von Löwen mit dem über deren Zustand amtlich berichtet und derzeitigen Bürgermeister eingehend. Er hat sagt in dem Bericht u. a.: Die als Bibliothek der Universität dienende alte Tuchhalle ist bis auf die beiden stehengebliebenen Fasia- den, die Hauptfassade gotisch mit Renaissancebau und mit Renaissanceaufbau, die Rück- fassade mit der einer späteren Renaissance, vollständig ausgebrannt. Damit ist die Bibliothek mit ihrem sehr wertvollen Schatz" an Handschriften leider verloren gegangen. Von diesem schwersten Schaden abgesehen, sind in Löwen Verluste an Kunstdenkmälern von hervorragender Bedeutung nicht zu beklagen. Das spätgotische Rathaus ist unverändert erhalten dadurch, daß auf Anordnung des Kommandänieti, Majors v. Manteuffel, der um möglichste BesÄrä>'lung des Brandnnglücks bemüht war, die nächststehenden brennenden Häuser an der gefährdeten rechten Längsseite nie- dexgelegt, wurden. Dagegen ist die Peterskirche, deren Dach durch Flugfener in Brand geriet, erheblich beschädigt worden, jedoch nur so, daß der ursprüngliche Zustand wiederhergestellt werden kann. Die Bilder in den Chorkapellen, zu denen als die kostbarsten unersetzlichen Kunstschäde Löwens die Werke von Dierik Bouts und des Meisters von Flemalle gehören, find nebst allen beweglichen Knnstgegenständen der Peterskirche durch den Oberleutnant der Reserve Thelemann, Regierungsrat im Eisenbahnministerium, gerettet und in den Saal des Rathauses übertragen worden, wo sie der Obhut des Bürgermeisters unterstehen. Von den alten Kunstwerken der Peterskirche ist nur der Windfang zerstört worden; der eigentliche steinerne Baukörper der Kirche selbst ist erhalten. Bis zu dem Wiederaufbau des fehlenden Dachstuhls soll ein Notdach aus Teerpappe den Jnnenraum schützen. Das durch die Revolte der Bevölkerung hervorgerufene und dann durch den Sturmwind weiter- getragcne Brandunglück hat vornehmlich die Häuserreihen am Bahnhaf betroffen, in der Bahnhositraße und in der Mitte der Stadt. Die übrigen Kirchen Löwens liegen außerhalb
des e t w a e i n S e ch st e I d e r S t a d t cmsmachenden Brand-
bereiches und sind vom Feuer nicht berührt worden und da- her ganz unbeschädigt geblieben. Es sind dies die Mrchaellv- kirche, die Jakobskirche, die Gertrudenkirche mit allen znm Teil sehr ansehnlichen Kunstwerken, und ebenso das College du Saint Espri: mit der Bibliothek.
genwetter strahlt heute wieder die herrlichste Sonne. Wir hen alarmbereit und können jeden Augenblick zu der aßen Schlacht abrücken, die da draußen tobt. Englische ivallerie und belgische Artillerie sind über unsere braven mdwehrleute hergefallen, aber wir hatten das Glück, daß cade noch der erste Transport unseres Linienkorps ausge- öen werden konnte, so daß die Angreifer mit blutigen ipfen heimgeschickt wurden. Im Nebenraum singt der-Feld- legraph der Division, und der Unteroffizier meldet mir, ß 30 französische Flugzeuge schön verpackt und in ein fenbahnaüteil verladen von unseren Truppen in Belgien ifgefangen worden seien.
Da mein Pferd sehr mitgenommen ist, fahre ich mit dem angelischen Geistlichen auf dessen gedecktem Wagen, als isere Kompagnie losrückt. Heftiger Lianonendonner dringt : unS, aber wir sind bis zum Nachmittag untätig. Vorn bt der Kampf. Man sieht nichts. Wir quälen unseren Ritt» eister, nach vorn gehen und etwas sehen zu dürfen. Er er- ubt's. Während die anderen davoneilen, muß ich Unglücks» :be ohne ^stferd und ohne Rad mir erst ein Pferd von rserem Rittmeister erbetteln. Wie ich die Chaussee ent- ngreite, knattert plötzlich hinter uns links heftiges Gewehr» uer. Ich drehe mich um. Nichts zu sehen. Gilis mir? ie Infanterie unseres Standorts tritt ins Gewehr und irzt auf den Acker. Im Graben vor mir stehen zwei Rad- hrposten meiner Kompagnie; ich tausche mein Pferd gegen n Rad aus und weiter! Das nächste Dorf ist ausgestorben, e Läden verrammelt. Große Löcher sind in den Mauern, ine Menschenseele zu sehen. Ich bin ganz allein und radlc -cht rasch, denn das Bank! Pänk! aus den wallonischen enstern war uns doch etwas in die Nase gefahren.
Hnfklappern. Die beiden Kompagnie-Leutnants, die vor mir nach vorn geritten waren, kommen auf ihren hnb- scheu Schimmeln mit fliegenden Umhängeu im Trabe zurück: „Sie sehen nichts. Denn weiter als bis ans Ende des Dorfes können sie nicht!" Wollen wir doch mal sehen! Nun bin ich an den letzten Häusern des Dorfes und davor ist wertes freies Feld. Da halten Munitionskolonnen der schweren Artillerie. Es kracht blödsinnig. Man sieht nichts. Doch halt' Vorn am Walde sind einige Bauernhäuser, und über dem einen zuckt eben ein so energischer Funke, dann steigt weißer Rauch auf. Die Leere der Landschaft verbunden mit dem fürchterlichen Krachen toirkt beklemmend und macht zusammen mit dem grauen Himmel einen trostloien Eindruck. Nichts Lebendiges scheint in dieser öden grauen Natur mrr dem schwarzen Waldsaum, als daß es kracht, kracht von allen Seiten. Weiter auf der menschenleeren Chaussee. Rechts starren mich die Grundmauern eines verbrannten Hauses an. Da stoße ich auf meinen Kameraden, der mit mir zur Schützenlinie nach vorn will. Nun kracht es so, daß unsere Räder zittern. Unsere schwere Artillerie muß ganz nahe sein In dem Walde donnert's unheimlich, und wir sausen auf der Fahrstraße dahin, möglichst rasch, denn so ein von feindlicher Artillerie beschossener Wald ist etwas unheimlich. Nun sind wir durch den Wald hindurch; auf der anderen Seite führt die Chaussee über fteies Feld nach einem Dorf, in dem deutlich die Granaten ciirMagen.
Im Eiltempo geht es weiter. Zn beiden Seiten liegen Uniformsetzen. Da Plötzlich, ein wahnsinniger Krach, daß ich mit dem Rade fast nmplumpse, worüber sich mein Kamerad totlacht. Links, direkt neben der Straße, ist eine unserer Mörserbatterien in den Acker eingegraben und schießt Bogen-
