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Wir halten es für unnöthig, hier die Vortheile, welche nicht allein für jeden Einzelnen, sondern auch für das große Ganze aus dem Besuche einer allgemeinen Industrieausstellung hervorgehen, noch besonders zu betonen. Es sind diese Vortheile längst durch die Erfahrungen derjenigen Völker, welche vorzugsweise die früheren Ausstellungen beschickt und besucht haben, auf die großartigste Weise durch deren gründlicheres Verstündniß und ihre erhöhten Leistungen sowohl auf dem Gebiete der Gewerbe und des Handels^ als auch auf dem der Kunst festgestellt worden. Fast von keiner Seite z. B. werden die großen Ausstellungen stärker besucht und wird den dort ausgestellten gewerblichen Erzeugnisten eine eingehendere Prüfung zu Theil, als von den practischcn Engländern, jenem ausdauernden Volke, das unter Benutzung der Lehren, die es aus diesen Ausstellungen gezogen, sich gegenwärtig nicht bloß in erster Reihe auf dem Gebiete der Maschinenindustrie, sondern auch auf dem Felde des Kunstgewerbes befindet. Es sollte daher auch bei uns Jeder, der sich einen Begriff von dem gegenwärtigen Stande unserer Industrie bilden will und dem die Mittel hierzu nicht fehlen, die Ausstellung besuchen. Es wird dieser Besuch sogar zu einer patriotischen Pflicht, weil uns nur hierdurch klar werden kann, wie weit wir den übrigen Culturvölkern auch auf dem Gebiete der Industrie gleichkommen und wo wir — namentlich in dem Kunstgewerbe — gegen sie zurückstchen. Auf letzterem Feloe unsere frühere Ueberlegenheit wieder zu erobern, kann nur durch ein Zusammenwirken unserer Kunstgewerbetrcibenden nnb des großen Publikums geschehen. — Möge daher durch reichen Besuch der österreichischen Kaiserstadt der Kunstgeschmack im deutschen Publikum die noch vielfach so nöthige Förderung erfahren. Für jede Berufsart findet sich in Wien innerhalb und außerhalb der Ausstellung des Wichtigen und practisch Verwendbaren, daß Niemand die Kosten einer solchen Reise bedauern wird.
Der Vorstand des Local-Gewerbevereins von Wiesbaden fordert noch ganz besonders seine Mitglieder zu diesem Unternehmen auf. Die Bauthätigkeit ist hier in Wiesbaden eine so ausgedehnte und damit die Zahl der zur Ausschmückung der Gebäude und Wohnräume nothweudigen Gewerbetreibenden eine so bedeutende, daß man hoffen darf, daß eine ganze Reihe derselben auch ohne weitere Aufforderung jenen Besuch ausführen wird. Aber selbst die geringer bemittelten Gewerbetreibenden, denen die vollständige Bestreitung der Reisekosten vielleicht ein zu großes Opfer wäre, sollten sich dadurch allein nicht zurückhalten lassen. Durch Reisen in Gesellschaft lasten sich gewisse Kosten mindern und es wäre daher von Interesse, zu erfahren, wer in der nächsten Zeit sich zur Ausstellung zu begeben wünschte, falls ihm etwa ein Theil der Kosten vergütet würde. Dem Gewerbeverein ist durch die Liberalität der Gemeindebehörde eine Summe zur Verfügung gestellt, welcher hoffentlich der H.° u. G.- Minister noch einen weiteren Zuschuß beifügt, um weniger bemittelten selbstständigen Gewerbetreibenden, aber auch tüchtigen Arbeitern namentlich aus dem Kunstgewerbe eine Unterstützung angedeihen zu laffen. Wir fordern daher alle Diejenigen auf, die unter Zusicherung eines Geldzuschusses die Reise nach Wien unternehmen würden, sich auf dem Geschäftszimmer des Centralvorstaudes des Gewerbevereins für Nassau, kleine Schwalbächerstraße 2a, bis zum 24. Juli zu melden. Selbstverständlich kann vielleicht nicht jedem derselben die gewünschte Beihilfe werden, indem die vorhandenen Mittel nur bescheiden find; die äußerst gewinnbringende Reise sollten jedoch Alle, die es ermöglichen können, veranlassen, von der dargebotenen Hilfe Gebrauch zu machen.
Wir dürfen diesen Aufruf an die weniger bemittelten Gewerbetreibenden nicht schließen, ohne den wohlhabenderen Bewohnern und namentlich den größeren. Industriellen unserer Stadt die Bitte an's Herz zu legen, durch eine freiwillige Beisteuer es dem Gewerbeverein zu ermöglichen, recht viele strebsame und tüchtige Mitglieder des Handwerkerstandes zu dieser Bildungsreise zu entsenden. Auf dem Bureau des Central - Vorstandes, sowie in den Buchhand
Geschäfts-Eröffnung.
Unterzeichnete machen hiermit einem geehrte« Publikum, sowie Freunden und Bekannten die ergebene Anzeige, daß sie am hiesigen Platze (Wellritzstraße 23) eine
Buch-ruckerei
etablirt haben und empfehlen sich bei vorkommendein Bedarf. Durch geschmackvolle und prompte AB führung, wie billigste Preisnotirung, werden ß sich das Vertrauen ihrer Auftraggeber dauernd zu erwerben suchen.
Wiesbaden, im Juli 1873. !
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Kartoffeln, 8 Pfd. 10 kr., zu haben Dotzheimerstr. 3. 10541
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hingen von Chr. Limbarth, W. Roth, Jurany LHenfis Edmund Rodrian, Feller & Gecks ist zu diesem Zwecke etz Liste aufgelegt, in welche wir ergebens! bitten zu diesem für b$. allgemeine Beste unternommenen und in dem edelsten Sinne patrh-i tischen Unternehmen einen Beitrag zu zeichnen, über welche bami seiner Zeit öffentlich Rechnung abgelegt werden soll. Mögen 6äI allen Dingen die wohlhabenden Classen zeigen, daß sie es versieg praktisch zur Hebung des Kunstgewerbes beizutragen.
Zu näherer Auskunft sind die unterzeichneten Mitglieder des Lotz Vorstandes des Gewerbevereins und Herr Conservator Schmid: gerne bereit.
Chr. Gaab, Vorsitzender.
I. Fach, Schriftführer.
W. Beckel, Stadtvorsteher.
Franz Becker, Sattler.
Fritz Berger, Tapezirer.
August Herrmann, Schönfärber. W. Koch, Schreinermeister.
Fritz Knefeli, Schneidermeister. Chr. Limbarth, Buchhändler. H. Löw, Schreinermeister.
W. Nocker, Maurermeister.
C- Scheurer, Brand-Director. H. Schott, Schlossermeister.
295 W. Unverzagt, Oberlehrer.
Der zwölfte Verbandst«,;
her Erwerbs- und wirthschaftsgenossenschaD am ZMtelrhein
wird Mittwoch den 16. und Donnerstag den 17. Juli I. I. in Worms abgehalten werden und zwar findet die M Versammlung am 16. Juli Abends 8 Uhr im Europäisch» H-f und die Haupt-Versammlung am 17. Juli Morgens 9 Ihr
im Saale des Cafino's statt. I!
Der Anwalt, Herr Schulze-Delitzsch, wird dem & bandstag persönlich beiwohnen.
Die Genossenschaften, deren Mitglieder und die Freunde des fr nossenschastswesens lade ich zur Theilnahme an dem Verband;!:: freundlichst ein.
Wiesbaden, im Juli 1873. Der Verbands-Direetor.
277 F. Schenck.
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