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Sette 8. _ Abend-Ausgabe. Erstes Blatt

Wie der Grohherzog von Oldenburg sich sein Eisernes ttreuz verdiente.

W. T.-B. Hannover. 5. Okt. (Nichtamtlich) Wie der Groß- horzog von Oldenburg das Eiserne Kreuz erwarb, bas erzählt nach dem „Hann. Kur." ein Verwundeter etwa folgender­maßen: Stundenlang hatten wir Oldenburger sehr heftiges Artilleriefeuer eines überlegenen Feindes auszuhalten, immer näher rückten die Franzosen, und ein Hagel von Geschossen lichtete unsere Reihen immer mehr. Einzelne Gruppen der Unseren begannen zu weichen und rissen andere mit sich fort. Da kam von hinten her unser Grotzherzog im Auto; er stieg aus, entriß einem Verwundeten das Gewehr und stürzte mit dem Ruf: „Donnerwetter, Kerls,

wollt ihr wohl vorwärts!" uns allen im dem he f* tigften Kugelregen voran. Im Sprung folgten wir und gelangten in eine Mulde, die uns vorzüglich Deckung bot. Von hier stms wurde der Angriff des Feindes kräftig abge­schlagen. Der Großherzog blieb während des Kampfes in der Schützenlinie und feuerte selbst kräftig mit.

Die Tapferkeit der Mecklenburger.

Ein Telegramm des Kaisers an den Großherzog von Mecklenburg-Schwerin.

W. T.-B. Schwerin, 5 Okt. (Nichtamtlich.) Dem Her­zog Paul Friedrich ist das Eiserne Kreuz 1. und 2. Klasse verliehen worden. — Der Kaiser hat die Ver­leihung des Milrtärverdienstordens 2. und 1. Klasse für Aus­zeichnung im Kriege durch folgendes Telegramm an den Großherzog anzunehmen geruht: An den Großherzog von

Mecklenburg-Schwerin, Kgl. Hoheit. Ich danke dir herzlichst für die Verleihung des Militärverdienstordens für Auszeich­nung im Kriege. Ich werde diesen auch von meinem Vater .und Großvater getragenen Orden im Andenken an die hervorragende Bravour tragen, mit der dein^ La »des linder überall gekämpft haben. Ich bitte dich, deinem braven Füsilier-Regiment meinen Gruß zu übermitteln. Wilhelm I. R.

Tödlicher Absturz zweier Flieger.

W■ T.-B. Posen, 5. Okt. (Nichtamtlich.) Heute stürzten bei Janowitz der kürzlich zum Leutnant beförderte Piloten­chef Stiefvater und sein Begleitoffizier Pappe ab. Beide Flieger waren sofort tot.

Der Aufruf an die Rulturwelt.

W■ T.-B. Berlin» 5. Okt. (Nichtamtlich.) Der von mehr als 90 hervorragenden Vertretern deutscher Wissenschaft und Kunst Unterzeichnete Aufruf an die Kulturwelt, von dem wir unseren Lesern Kenntnis. gegeben haben, ist, wie wir hören, in alle Kultnrsprachen übersetzt und in vielen Taufenden von Abdrücken in allen neutralen Ländern ver­breitet worden.

600 Eiserne Kreuze für die schlesische Landwehr.

Wie die „Breslauer Zeirung" meldet, hat der Kaiser dem Landwehrkorps für sein tapferes heldenmütiges Ver- halten während der Kämpfe vom 7. bis 12. September in Russisch-Polen folgende Auszeichnungen verliehen: Das

Eiserne Kreuz erster Klaffe dem General der Infanterie und kommandierenden General des Landwehrkorps v. Wohrsch; dem Generalleutnant v. König, Kommandeur der dritten Landwehr-Division; dem Generalleutnant v. Wegerer, Kommandeur der vierten Landwehr-Division; gegen 600 Eiserne Kreuze zweiter Klasse qn Offiziere und Mannschaf­ten des Landwehrkorps. Außerdem hat Kaiser Franz Joseph außer einer größere» Anzahl von Dekorationen an Offiziere dem General der Infanterie v. Wohrsch das Militärver- dienstkreuz mit Kriegsdekoration in Brillanten verliehen.

Liebesgaben für dis Kaiserliche Marine.

W. T.-B- Berlin, 5. Okt. (Nichtamtlich.) Zur Entgegen­nahme und Verteilung von Liebesgaben für die Kaiserliche Marine ist in Kiel, Wilhelmshaven und Cuxhaven je eine Annahmestelle für freiwillige Liebesgaben eingerichtet wor­den. Es wird gebeten, die der Kaiserlichen Marine zuge­dachten Liebesgaben an eine dieser Annahmestellen, und zwar ^unmittelbar zu senden. Mit der Bezeichnung „Freiwillige ^Gaben" an die Annahmestelle gerichtete Frachtstücke werden jcruf allen Bahnen frachtfrei befördert. Auf den Frachtbriefen ist dev Inhalt, der Absender und die Empfangsstelle genau anzugeben. Mit den gleichen Angaben ist jedes Frachtstück äuf mindeestens zwei Seiten zu versehen.

Oie VereinslazarettzAge des Koten Kreuzes.

' W. T.-B. Berlin, 3. Okt. Seit Ausbruch des Krieges sind vom deutschen Roten Kreuz aus eigenen Mitteln und Sammel- tzeldern 24 Vereinslazarettzüge aufgestellt worden, 10 vom Zentralkomitee in Berlin, die übrigen von den Landesvereinen vom Roten Kreuz Bayern, Württemberg und Baden, vom Roten Kreuz von Berlin, vom Roten Kreuz Schöneberg- Wilmersdorf usw. Bei anderen Landesvereinen wird die Aufstellung weiterer Vereinslazarettzüge vorbereitet. Die

Berliner Theater- und Kunstvrrefe.

Nebengeräuschs der Zeit.

Die großen Kinder männlichen und weiblichen Geschlechts,, hie sich allein gruseln und die Gemeinschaft in großen Räumen mit Licht und Masssngerüusch zum übertönen ihrer Unruhe und Zerfahrenheit hastig suchen, wollen unterhalten sein, in: wahren Sinne des Wortes: zerstreut.

Die aber,, die cm wirklicher Sselennot jetzt leiden und bei aller verehrenden Ergebung in unerbittliche weltgeschichtliche Notwendigkeit dock; von den Schreckensvisionen des Kriegs be- dängt und belastet werden, die wollen in: Gegenteil ihr Wesen von den zerstückenden, zerfleischenden Erregungen zu stärken­der erhebungsmächtiger Ganzheit sammeln, zu einer Art von ernster, andachtsvoller Freude, die der schweren schicksalsgewal- tigen Zeit würdig. Als große Trösterin und Treiberin naht ihnen die Kunst, vor allem die Musik. Wie wirkte heroisch und beflügelnd neulich an dem sonst so matten Abend der Marketenderin-Oper der Kaisermarsch Wagners; tiefste Er­füllung jedoch bringt Beethoven. Dann die Schaubühne, in höchster Bedeutung als moralische Bildungsanstalt betrachtet. Sie möge uns zur Auserbauung noch vieles vom 'deutschen edlen Mut verkünden. Bewegt und erhoben hörten wir neu­lich in „Wallensteins Lager" die stolzen Worte vom echten und rechten Soldatenwesen:'

Sagt mir, was hat er an Gut und Wert,

Wem: der Soldat sich nicht selber ehrt?

Etwas muß er sein eigen nennen,

Oder der Mensch wird morden und brennen.'

Stolz fühlten wir: das besitzen wir, das ist unser

__ Wiesbadener Tagblatt.

Materialausstattung eines Zuges hat einen Wert von durch­schnittlich etwa 50- bis 60 000 M. Die bei Verwendung der ersten Züge gemachten Erfahrungen wurden sogleich zu Ver­besserungen verwertet. Alle Züge sind oder werden jetzt auch mit Küchen- oder Speisewagen ausgestattet und ent­sprechen in ärztlicher Beziehung hohen Ansprüchen. Jeder Vereinslazarettzug ist zum Transport von 320 liegenden Kranken eingerichtet und verfügt über 4 Ärzte, 4 Pflege­rinnen, 36 Pfleger, 1 Rechnungsführer, 1 Schlosser, 1 Diener. Das gesamte Personal ist vom Roten Kreuz gestellt, die Arzte und Rechnungsführer werden auch von ihm besoldet. Die vorgenannten 24 Züge sind mit Ausnahme weniger im Betrieb und haben bereits vortreffliche Dienste geleistet.

Oie Millionen des Noten Nreuzes.

Die „Rote-Kreuz-Korrespondenz" vom 2. Okt. schreibt:

Der Umstand, daß die sehr dankenswerten beträchtlichen Einzelgaben, die seit Beginn des Krieges dem Roten Kreuz zugeflossen sin), in verschiedener Form in zahlreichen Zeitun- - gen bekanntgegeben uud daher immer wieder vor die Augen des Publikunis getreten sind, hat bei letzterem den Eindruck hervorgerufen, als ob „das Rote Kreuz im Gelds schwimme" und „über ungezählte Millionen verfüge". So kann man es wenigstens jetzr alltäglich hören. Um diesen Irrtum aus der Welt zu schassen, sei mitgeteilt, daß die Sammlungen zu­gunsten der Verwundeten- und Krankenpflege beim Zentral- Komitee der Deutschen Vereine vom Roten Kreuz und des Preußischen Landesvereins vom Roten Kreuz seit Anfang August bis Mitte September im ganzen 3 02B442 M. 59 Pf. ergeben haben. Diesen Einnahmen stehen 2 532 500 M. Ausgaben gegenüber, von denen wir nachstehend nur die hauptsächlichsten Posten anfüyren: Zuwendungen an Zweig­organisationen und ähnliche Vereinigungen, Lazarette usw. 313 000 M., Lazaretteinrichtungen 166 700 M., Arznei- und Verbandmitiel '85 600 M., Bekleidung und Ausrüstung von männlichem und weiblichem Personal, Ausbildung und Unter­richt 1 119 300 M., Materialgaben fiir Ost- uud Westpreußen 104 000 M., Einrichtung von Vereinslazarettzügen 303 000 M., Zuwendungen an außerpreußische Organisationen 163 000 M., Anforderungen des stellvertretenden Militärinspekteurs der freiwilligen Krankenpflege 70 000 M. Nach Abzug aller Aus­gaben bleibt ein verfügbarer Rest von 492942 M. 59 Pf Von diesem werden in Zukunft die sehr erheblichen Mittel, die zur Ergänzung der Bekleidung und Ausrüstung der ab- gesandten und noch auszusendenden Mannschaften und Schwestern in das Etappengebiet und auch für solche des Heimatsgebiets erforderlich sind, entnommen werden; außer­dem sind die Gehälter der Ärzte, Rechnungssührer, Schwestern. Köchinnen, Krankenpfleger und Krankenträger der von dem Zentralkomitee ausgestellten zehn Vereinslazarettzüge, die Beihilfen für die Unterhaltung von Vereinslazaretten, die Kosten für die Überweisung von Instrumenten, Verband­materialien an die Etappen-Sanitäts-Depots, die Aufwen­dungen für die Versorgung der Verwundeten und Kranken in den Lazaretten, aber auch der Truppe an der Front mit Wäsche, warmen Kleidungsstücken, Stärkungs- und Genuß­mitteln daraus zu bestreiten. Auch die Gewährung freier Brunnen- und Badekuren wird große Summen erfordern.

Die im Frieden aufgebrachten Gelder dienen, so weit sie nicht für die Mobilmachungsvorbereitung bereits Verwen­dung finden mutzten, jetzt zur Fortführung aller jener großen Wohlsahrtsunternehmungen, die schon im Frieden in hohem Maße die Mittel des Roten Kreuzes und des Vater­ländischen Frauenvereins beanspruchen. Im Kriege sind die­selben erst rechtam Platze, wo so viel Not und Elend durch die allgemeine Geschäftsstockung und die Abwesenheit der Er­nährer herrscht.

Man hat in letzter Zeit wiederholt das Rote Kreuz ge­tadelt, daß es nicht zur richtigen Stunde am richtigen Platze gewesen sei. Man scheint dabei übersehen zu haben, daß der freiwilligen Krankenpflege und damit dem Roten Kreuz doch nur ein begrenztes Tätigkeitsfeld überlassen ist, daß der Sanitätsdienst im Bereich der kämpfenden Armeen im Ope­rationsgebiet ausschließlich dem Militär-SanitätS- wesen Vorbehalten ist, und daß auch in das Etqpper- gebiet nur das Personal und Material gebracht werden darf, das seitens des stellvertretenden Militärinspekteurs der freiwilligen Krankenpflege in Übereinstimmung mit dem im Hauptquartier loeilenden Chef des Feldsan"ätswesens für notwendig erachtet wird.

Jede von uns geforderte Personal- und Material­gestellung ist nicht nur erfüllt worden, wir haben auch dar­über hinaus Schwestern bis an die Grenzen der Etappen­gebiete vorgeschoben, damit sie im Bedarfsfälle rascher zur • Stelle sein können.

Was die Überweisung von Liebesgaben anbelangt, so hat mit der Ablieferung derselben von unseren Sammelstellen

In der nächsten Woche soll sich dann bei Reinhardt das helldunkle Gemälde des Wallensteingeschick 8 ausrolleu. Uud dankbar, vom Kleinen und Gewöhnlichen erlöst, wollen wir uns dem ganz 'ergeben, das ums hiureißt. . .

*

Den großen Kindern männlichen und weiblichen Geschlechts scheint solch Echtes, Ehernes zu schwer, was sollen sie, bei denen es nichtß zu sammeln gibt (außer den gewiß gern ge­gebenen und nicht undankbar zu unterschätzenden wollenen Liebesgaben), mit innerer Sammlung. „Zerstreut wollen sie sein, sie wollen sich über ihre Ängstlichkeiten wegbelustigcn lassen, und ein Schuß Rührung soll auch dabei sein, „damit dem Ernst der Lage Rechnung getragen werde." Selbstver­ständlich muß dazu das Klima der Begebenheit Kriegsluft sein und die Farbe feldgrau, um auf billige, ungefährliche Weise beim Knallen der Theatergewehre (die richtigen knallen nicht, sie knattern) mortalinfreies .Pulver zwischen-Nachtmahl und Nachtschlaf, zwischen Tisch und Bett mit allem Komfort zu riechen. Schnell fertig mit solch Wort und Schuß haben die fixen nnd gefälligen Armeelieferanten des Publikums nach dem bequemen Rezept in den letzten Wochen eine Menge Theaterstücke fabriziert. Der Chronist muß sich auch mit die­sen Nebengeräuschen und diesen Zeichen der Zeit (o diese Zeit hat fürchterliche Zeichen) gefaßt auseinandersehen.

< *

Gemeinsame Züge sind leicht sestzustellen. Wirksamer Ansangsmoment ist stets die Mobilmachung. Dankbares Motiv dabei die von fast allen selbst erlebte Rückreise mit Hinder­nissen. Später weicht das Zivil dann dem Feldgrau, und in das neue Kleid wivd die alte Stimmung vom Biwak und „Sich sch in fmst'ver Mitternacht" melodvamakjH hinemge-

Dienstag, 6. Oktober 1914,

an die vorgeschriebenen Abnahmestellen (2 in bezirk) das Rote Kreuz einen Einfluß auf deren ^ lettung und Verausgabung nicht meHr

Ja

Es ist dies dann ausschließlich Sache des stellt Militärinspekteurs der freiwilligen Krankenpflege- B , die Heeresleitung aus militärischen Grünt ordnet hatte, daß Liebesgaben bis auf weiteres j $ Sammelstationen (auch in der Heimat 8^3.^ hinausgeführt werden sollen, das Rote Kreuz ^ Kt Truppen trotzdem mit solchen versorgen wollte, so mobilkolonneu vorbereitet, die mit beladenen SW ^ und weiter verfügbaren Vorräten aller Art, wollenen ^ Unterhosen, Socken, Fußlappen, Zigarren, Tabak wein und anderen Genußmitteln, Verbandmaielj ^ Art, zumeist auf der Eisenbahn so weit wie rnögM^s schoben werden, um dann auf der Landstraße gelangen und dort ihre Gaben zu verteilen. dieses Verfahren im Osten vortrefflich bewährt

schoben werden, um dann ans der Landstraße

ähnliche große Transporte mit Automobilen nach Osten geleitet, resp. vorbereitet. Auf dem Rückweg L Truppe zu ihrem Depot im Etappengebiet zwecks neuer Vorräte dienen die Autos dem Verwundeten -!

Sobald eine Nachführung von Liebesgaben . Sammelstationen hinaus wieder zugelasscn fein' sichtigt das Zentralkomitee in möglichst weitem aller Art zur Truppe vorzuführen

Tine französische Anerkennung der

Waffen. * t

W. T.-B. Ltwn, 5. Okt. (Nichtamtlich.) „Prog°^ öffentlicht einen Brief eines französischen Artillerreov^si in welchem dieser erklärt, daß die Franzosen der d e ^ fi­sch w e r e n Artillerie gegenüber wehrlos keine Geschütze von solcher Tragweite besäßen. Die M Flugzeuge leisteten zur Bestimmung der 0 C 3;rf 4 Stellungen die größten Dienste. Wenn ein deutsche^ fiel die ftanzösische Artilleriestellung ermittelt habe, s ^ °! Artillerie nur ein schneller Stellungswechsel übrig-^ sonst kurz darauf von einem dichten Geschoßhagel uv werde. Die Deutschen seien Meister in der Verweff ^ Maschinengewehre. Angreifende 3 n f an ^? durch Reihenfeuer zumeist buchstäblich niedergemacht-

Keine Vermittlung von Postsachen durch die Gcss schäften und Konsulate. p

W. T-B. Berlin, 6. Okt. (Nichtamtlich.) /

Mg. Ztg." berichtet: Nach vorliegenden Nachricht^ -

seit einigen Tagen den Missionen im neutralen Aus scheinend infolge einer irrtümlichen Zeitungsnotiz ir, # Briefe aus Deutschland zur Weiterbeförderung n sjß feindlichen Auslande zu. Wie wir von unterrichtete^ Kt erfahren, sind die Vertretungen nicht in der Lage, ^ ^ f Mittelung zwischen Weiterbeförderung derartiger treten zu laffen.

Kuch einmal ein wort für uns^ Keldpost!

Die „Kölnische Zeitung" erhält eine sehr beaÄ- Zuschrift, in der es heißt: -J

Gegenüber den vielen Klagen über die unzulängü,^ ; stellung der Feldpostsendungen ist eine Erwägung s Platze, die eine Reform beim Publikum selbst f. Sttf spreche keineswegs für die „andere Partei", die ja hört -worden ist, sondern gehöre ganz zur Masse &' . ( j,P mäßigen Feldbriefschreiber nnd verstehe von dem so viel, um der amtlichen Versicherung, daß die ^ ^ reiten bei den heutigen Massenheeren und den "er J* schiebungen ganz ungeheuer sind, aufs Wort zu bin sogar so sehr Laie, daß ich mich staunend vor der Feldpost frage: Wie ist es möglich, daß die ^ draußen auf den Etappen nicht längst die Geduld ? haben und den Angehörigen unserer Krieger erkw geht es nicht weiter mit euern Ansprüchen!

Ich will rrur ein paar Beispiele aus meinem kreise erzählen, die wohl manchen nachdenklich ur< den, wenn er sich das auf die Allgemeinheit über!

Ein kleiner Kaufmann schickt seinem Sohn seit ^ alle paar Tage ein Paket aus seinem Laden; nach 1

kommt ein Feldbrief: Der Sohn hat erst eine kommen und mahnt, ihn ja nicht zu vergessen — (ff m "L täglich ein Paketchen ab. Eine Dame beklagt £

über die Feldpost; von 40 Briefen, die sie cm ihren ^ fr; schickt habe, seien nur 7 angekommen. 40 Briefe^ Wochen! Ich sagte nichts, rechnete mir aber zu dem statistischen Jahrbuch, das ich zur Hand hatte, au ' ^ x der Zahl unserer Soldaten multipliziert und aufs "Wn rechnet, macht weit mehr als eine Milliarde. In gaE ^ land werden jährlich weniger als drei Milliarden

pumpt. Zum Leutnarntsrock darf daun die schwesteel Kreuz-Trucht als Ergänzung, nicht fehlen, denn diest iiker denken mit Goethe (das bleibt aber auch^ ^ aß K. Ähnlichkeit): „Verwünschter weiß ich nichts im Krieg- blessiert zu sein". Natürlich muß die „Bleffur" ™ e '

Und bei der Samariterei findet sich dann Herz zu AeU entfremdete Gatten erkennen sich lnieder. Das ist 0°^, Komik wivd dick und derb in allen diesen Possen ' „Genossen" vertreten, den die kaiserliche Botschaft^ und der nun begeisterter Ländwehrmarm wird,

den Ehekrüppel, Set das sauste Joch seiner besseren Furcht und Schrecken und voll Ergebung sieben noch länger getragen, und der nun» plötzlich den fCy Manu tu sich entdeckt, so daß es im kl-eiuen wie \ ^ heißt: „Das Volk steht aus, der Sturm bricht los - Knechtschaft hat ein En-de". . . ftaK.

Ein Paar solchen Kalibers von durchschlagend^ und — dem Kriegsstil entsprechend — zum TotlE . lich, stellten neulich im Komödieuhaus J

Josephime Dona und letzt der Komiker G e ß n e r Waldoff auf die Beine in eirrer Posse des Theaters: „Immer feste druff" (von Hermann ^

Willi Wolfs), Geßneq, eine gelungene Kreuzung ^

Thomas und dem leider auch seligen Giampiokro den hohen Graden genialer Teufelei freilich -,/rtt kVi

Fegefeuer gemäßer wäre), wirkt bezwingend in ten, knarrenden Nasenton feiner Stimme, dem 1 gekneteten Gesicht mit dem Briefkastenschlitz von er von einem seiner mächtigen Wackelohren bis i ^ verziehen kann, den am dürven Rumpf entlarrgl^ Rvesenpratzen der Hände. Wie -er knickebern>3