Teile 4, Morgen-Ausgabe. ErsteS Blatt. Wiesbadener TngbLatt.
Bus der 39. Verlustliste.
(Abkürzungen: verw. — verwundet, leichtv. — leicht der.
wundet, schwerv. — schwer verwundet, verm. — vermißt, gef. — gesungen.!
, Garde-Schützen-Bataillon. Berlin-Gr.-Lichterfelde. (Gefechte im Westen vom 24. 8. bis 11. 9.14, Ovly, Estinnes cm Mont, Chery und Champenoux.)
Schütze Adolf Michel (Laufenselden) leichtv. Landwchr-Jnfanterie-Regiment Nr. 81. Frankfurt a. M. (La Tete de la Belonville und Laveline vom 1. bis 3. 9. 14.)
Hauptmanu der Landwehr Kleinelr (Weilburg a. d. L.) schwerv.; Hauptmanu der Landivehr Moritz (Weilbnrg) tot; Wehrm. Breitkopf (Dachsenhausen) leichtv.: Gefr. Daum
(Neuenhain) leichtv.: Gefr. Höser (Rad mr der Weil) leichtv.: Wehrm. Waldemar K u n h e i m (Wiesbaden) leichtv.; Wehrm. Kraus (Sindlingen) leichtv.: Wehrm Göbel (Niedernhausen) leichtv.: Wehrm. Mayer (Marxheim) leichtv.: Wehrin. sabel (Weinähr) tot: Wehrm. Engelmann (Obergladbach)
leichtv.: Wehrm. Karl G r u ber (Wiesbaden) schwerv.; Wehrm. Grün 2 (Unterliaderbach) tot: Unteroff. Fries (Fachbach) leichtv,: Wehrm. Weimar (Orlen) leichtv.: Wehrm.
Mies (Wellmich) leichtv.: Wehrm. Karl Georg Menz
(Wiesv^tz^n) leid&ifb.: Wehrm Johann Eckstein (Biebrich) leichtv.; Wehr. Stahl (Höhr) verm.
Bus der 40. Verlustliste.
Brigadc-Erfatz-Bataillon 1. Garde. Berlin, der 1. gemischten Gardc-Ersatz-Brigade.
(Herimenil-Rehainviller am 5. 9. 14.)
Gefr. d R Weinbrenner (Weilmünfter) schworv. Laudwehr-Jnfantcric-Regiment Nr. 81, Frankfurt a. M. (Gefechte im Westen vom 2. bis 14. 9. 14. Bau-de-Sapt.) Gefr. Robert Meth (Wiesbaden) tot.
Infanterie-Regiment Nr. 116, Gießen.
(Aulnoy, Autröcourt, Anconfort und Hairaucourt am 22., 27. und 28. 8., Mauruvt-le-Moniois am 19. 9. 14.) Eins.-Freiw. Unteroff. Gilboau (Diez) verw.; Ref. Athe- nasius Kaufmann (Wiesbaden) Dom; Rsts. ,Jung (Diez) vertu.: Musk. Bach (Sonnenberg) tot: Musk. Krauß (Langenschwalbach) leichtv.: MuSk. Heinrich F. I. Wanger (Wiesbaden) leichtv.
Infanterie-Regiment Nr. 118, WormS.
(Chemtnon am 7 und 8,. Andernay am 19. 9. 14.) Leutn. d. R. v. Schüler iWiesbav-en; tot; Musk. Lichtenbevg (Geisenheim) leichtv.: MuSk. Krüg (Wies
baden) leichtv.
Infanterie-Regiment Nr. 169. Bonn, Diez, Truppcniiüungs- , . vlatz Fricdrichsfcld bei Wesel.
(Möbre ani 22. und 23.. Montjoux am 31. 8., Liste. Marson und Mtrc-en-Pertois vom 2. bis 6.. Luxemont am 6. und 7. 9. 14.)
Horn. Gefr. Werner (Kaltenholzhausen) leichtv.; Tamb. Kasper (Holzavpel) leichtv.: Must. Bann sHennethal) verw.; Musk. Altenhof, (Birlenbach) leichtv: Musk. Stamm (Seckbach) verw.: Musk. Weil (Lohrheim) tot.
Deutsches Reich,
* Der Nachfolger für Dr. Frank. Eine in Mannheim tagende sozialdemokratische Wahlkreiskonferenz für den 11. badischen NeichStagswahlkreis stellte für den im Felde gefallenen Reichstagsabgeordneten Dr. Frank den Redakteur der „Mannheimer Volksstimme", Oskar Geck, als, Kandidaten auf. Geck ist ein naher Verivandter des früheren Reichs- tagsabgeordneten Adolf Geck.
JM. Justiz-Personalien. Beim Übertritt in den Ruhestand wurde verliehen: dem Amtsrichter Mardner in Fcank- mrt a. M der Charakter als Amisgerichisrat, — Landrichter Dr. Ubach in Saarbrücken ist nach Frankfurt a. M. versetzt. — Gsrichtsasscssor H e e s e r ist zum Amtsrichter und gleichzeitig zum Lmrdrichter in Hechingen ernannt. — Gerichts» asseffor Schlicht wurde in die Liste der Rechtsanwälte bei dem ObcrlandcAgerichi in Frankfurt a. M. eingetragen. — Die Referendare Proeg l er. V ö m e l. Dr. L ü r m a n, V o l l - buch. Franz Bender. Ferdinand Rau. Bernadin Neuer- b u r g , Gerhard H in dich s Dr. Ettlinger . S ch o u I e v, Reinhardt, Dr. Wilhelm Hecker, Schauß im Bezirke des Oberlandesgerichts zu Frankfurt a. M. wurden zu Gerichtsassessoren ernannt. — Im Kriege fanden den Heldentod: Gertchtsasscssor Heinrich Schweitzer aus Hadamar und Referendar Wilhelm Kurz aus St. Goarshausen.
Eine Vcrluftlifte deutscher Juristen und Berwaljungsbe- amten beginnt soeben, in der 2. Kriegsnummer der „Deutschen Jnriften-Zcitung" (Berlin) zu erscheinen. Es ist dies die einzige und vollständige Liste sämtlicher gefallener Juristen und Verwaltunqsbeamten. gestützt nur ans amtliches Material, das der „Juristenzeituna" die in Betracht kommenden höchsten Behörden, Justizministerien. Kriegsministerien usw.. zur Verfügung gestellt haben. Auch sonst enthält diese neue Kriegs- nummer dcS Zentraloracms der deutschen Juristen eine große Zahl interessanter Aussätze allgemeiner Natur über den gegenwärtigen RcchtSzustand. völkerrechtliche Fragen usw.
Heer und Flotte.
Personal-Veränderungen, v. Krosigk (Aurich), Bize- wachtm des Drag.-Regts. Nr. 6. zum Leut, der Res. befövdert. " Giulini (Höchst). Bizewachtm.. zum Leut, der Res. des Huf.-Regts. Nr. 14 befördert.
Herbstkontrollvcrsammlungcn 1914. Das Kriegsministe- rimn hat bestimmt, daß bis auf iveitere Anordnung die diesjährigen Herbstlontrollversammlnugen nicht abznhalten find.
Offizierstcllvertreter. Stach der Allerhöchsten Kabinetts- ordcr voin 17. November 1887 sind die im mobilen Verhältnis in Ossizierstellen verwendeten Unteroffiziere — Osfi- zierstcllvertrotcr — in und außer Dienst Vorgesetzte sämtlicher Unteroffiziere; sie sind ihnen somit übergeordnet. Zur Behebung etwaiger Zweifel wird darauf bingewiefen. daß demzufolge die Offizierstellvertreter von sämtlichen Unteroffizieren, also auch von solchen mit Offizier-Seitengewehr, militärisch zu grüßen sind.
Bost und EU-mbaHn.
Festsetzung eines neuen Eisenbahn-Fahrplans. Um eine, geregelten Friedensfahrplan ans den deutschen Eisenbahn linien solvie Anschlüsse nach den; neutralen Ausland Wiede bcrzustellen, fand kürzlich in Berlin eine Fahrplan ko n serenz ans Einladung der preußisch-hessischen Eisen lahnverwaltung statt. An den Beratungen nahmen vor allen die deutschen Staatsbahnverioaltungen teil. Auch das ver bündete ü st e r r c i ch war vertreten. Aus den neutralen Nach barstaaten hatten die Schweiz und die Nieder! and Vertreter entsandt. Es wurde ein Fahrplan ausgearbeitel für den etwa der letzte Winterfahrplan die Grundlage bilde, durfte. Natürlich muß der Fahrplan gewisse Einschränkungei erleiden, da der Bedarf an Verbindungen während des Kriege- nicht so groß ist wie vorher. Womöglich sollen aber überal nicht nur ausreichende Schnell- und Eilzüge, sondern auci wr«K schnellfahrende Personenzüge eingerichtet werden. Db Militarlokalzuge bleiben nur zum kleinen Teil bestehen. Be der Durchführung von Schnellzügen über die Grenzen tote! der Notwendige Aufenthalt vorgesehen werden, tote er durck den jetzt geltenden Paßzwvng bedingt ist. Die E t „ f ü hru n c des neuen sriedensfahrplanes dürfte schon im Laufe diese! Monats, spätestens Ende Oktober, zu erwarten sein RPA. Welhnachtsvakete nach überseeischen Länder». ' E- empfiehlt sich, dre Weihnachtspakete nach den überseeischer Ländern, mit denen ern Pakewerkehr zurzeit möglich ist
namentlich nach den Bereinigten Staaten von Amerika, schon Anfang November bei deir Post einzuliefern, damit die rechtzeitige Aushändigung dieser Sendungen an, die Empfänger gesichert ist.
Neue Feldpostbricfnmschläge und Fcldpostkarte». Bei den
Postanstalten gelangen nach Aufürauch der alten Bestände neue amtliche FÄdpostbriefumschläge und Zeldpostkarren (einfache und doppelte) zum Vertrieb.
Ku§ Stabt und Land.
Wiesbadener Nachrichten.
Das Eiserne Kreuz.
Das Eiserne Kreuz erhielten: Leutnant und Adjutant Herbert v. Nah in er vom Füsilier-Regiment 89; der Leutnant und Bataillonsadjutant im Leibgarde-Jnfanterie-Regi- ment 115 Baron Otto v. d. Recke, Sohn der hier lebenden Baronin H. v. d. Recke; der Oberleutnant und Kompagniechef -im Ersatzbataillon 28 Bührmann, früher an der Unter- ofsizierschule, in Weilburg; Feldwebel Paul Wurche von der 1. Kompagnie des 1. Bataillons des Füsilier-Regiments 80; der Oberleutnant und Adjutant v. Brentano aus Winkel; der Stabsveterinär beim Reserve-Feldartillerie-Regi- mont 25 Kreistierarzt Wenzel aus Limburg a. d. L.; der Leutnant der Reserve Referendar M. Baldus, Sohn des , verstorbenen Lehrers Baldus zu Ruppach inr Kreis Westerburg; der Hauptmaun und Kompagnieführer van der 8. Kompagnie Reserve-Regiments 80 Wilhelm v. Herzberg.
Kriegspostkarte des Koten Kreuzes.
Einer Anregung des Kaisers folgend, wird das Zentral- k o mt tee vom Roten Kreuz Anfang Oktober eine Postkarte in Verkehr bringen. Sie gibt die vom Kaiser im Hauptquartier Koblenz eigens zu diesem Zweck niedergeschrieLen-en, mit seiner Unterschrift versehenen, bedeutungsvollen, bei Eröffnung des Reichstags gesprochenen Worte: „Ich kenne k e i n e P a r t e i e n m e h r„ k >e n n e u u r noch Deuts ch e" in des Kaisers Handschrift mit einer seiner besten Aufnahmen wieder und ist von der Rotophot A.-G., Berlin, in vornehmem Tiefdruck kunstvoll hergestellt. Sie wird bei allen Postämtern mit eingedruckter Marke (15 Pf.) und im Verkehr ohne Marke (10 Pf.) käuflich sein; der Erlös fließt dem Roten Kreuz zu. Abgesehen davon, daß die Karte für Sammler ein erhebliches Interesse haben wird, gibt ihr Ankauf jedem Gelegenheit, die Bestrebungen des Roten Kreuzes, das weiterer Geldmittel zur Erfüllung seiner Zwecke dringend bedarf, auf leichte Meise zu unterstützen und zugleich ihren privaten Bertreibern einen Verdienst zuzuwenden.
Kriegsgefangene in Hessen-Kassau.
Die größten Kriegsgefangenenlager in der Provinz Hessen-Nassau sind in N i e derzwehren in Nisderhesseu und bei Limburg er. d. L. nach Dietkirchen hin. Das erstene wird 20 000, das letztere 10 000 Kriegsgefangene, und zwar Franzosen, Engländer, Russen und Belgier aufnehmen. Gestern und vorgestern sind bereits 6000 un-verwundete Kriegsgesangsne in 10 Sonderzügen über Gießen auf Station Obeczwehren -oingetrofsen und in das Lager nachNiederzwiehren übergeführt worden. Es waren vornehnrlich Franzosen, Turkos und Zu-aven, 100 englische sowie 300 belgische Zivilisten- und belgische Rekruten. Unter den englischen Gefangenen befindet sich ein Schlosser, gebürtig aus Niederzwehren, der im Alter von 14 Jahren nach Großbritannien ausgewandert, Var kurzem sich für die englische Armee hat anwerben lassen und nun auf so tragische Art wieder in seine Heimat gelaugt ist. In das Gesangenenlager bei Limburg werden Ende dieses Monyts die Gesangeuentransporte etntyeffeu. Für die beiden Lager tverden zur Berständigung, mit den Kriegsgefaugeneu zahlreiche Dolmetscher aus der Bevölkerung gesucht, die die französische, -englische und russische Sprache beherrschen und sich für längere oder kürzere Zeit oder auch für bestimmte Stunden freiwillig zur Verfügung stellen.
R. P. A. Erlige und nicht eilige Feldpostbriefe. Unter diesem Stichwort ist in der Presse darauf htugewiesen worden, daß bei den Feldpostsammelstellen -im Deutschen Reich, die die Feldpostbriefe bearbeiten, eine Trennung nach „Eiligen Briefen" und nach „Alannschaftsbriefen" stattsindet. Das ist zutreffend -und in der von der Militär- und Postverwaltung veveindarten Feldpostdienstordnung aus militärtechnifchen Gründen vorgeschrieben. Zu den sogenannten eiligen Briefen gehören nämlich in -erster Linie alle Briese in Mil»rardienst- augelegenheiten, dann aber auch die Offiziersbrief,r, !veil man diesen oft überhaupt äußerlich nicht anseheu kann, ob sie dienstlicher oder privater Art sind. Die „Eiligen Briese" und die „Mannschastsbviese" werden für sich abgebunden und bezeichnet, sodann aber in einen gemeinsamen Beutel verpackt und stets gleich schnell befördert. Zu der Befürchtung, daß die Post es mit den Bviesen air den -einfachen Soldaten weniger eilig habe als mit -denen für die Offiziere, liegt k-ein Anlaß vor.
-— Die Süddeutsche Eisenbahn-Gesellschaft gewährt vom 7. Oktober l, I. ab freie Fahrt auf den Linien- der Wiesbadener Straßen- und Vorortbahnen allen Personen, welche durch das Tragen einer behördlich «^gestempelten Armbinde mit rotem Kreuz als tätig in der Kriegskranken- oder Ver- wundetenpflege kenntlich sind.
— Eine wertvolle Stiftung hat dieser Tage die hiesige .allgemeine G e we r b es ch u l e erhalten. Herr Grus A. von K a l ck r e u t h hatt ihr vier gröheve, vollkommen betriebs- fähige Modelle vollständiger Dampsmaschinenanlagen für die Lehrmittelsammlung überwiesen. Sie sind bis in die klein- sten Einzelheiten getreue Nachbildungen von in der Praxis ausgeführten Anlagen. Zwei Maschinen sind mit stehendem, zwei mit liegendem Dampfkessel ausgestattet. Bei dem einen Modell ist sogar die Maschine mit Expansionsschieberstenerung versehen,'während ein anderes den technisch sehr interessanten älteven Typus einer Dampfmaschine mit Wattscher Parallelo- grammführuug und Kondensation darftellt. Auch -eine kleine Dynamo,, die mit der Hand, -aber auch von -einem -der Modelle angetvieben werden' lärm, befindet sich dabei. Dem fachlichen Unterricht wird durch diese Zuwendung (der -ersten.größeren Stistu-ng seit den Zeiten Ehr. Gaabs). ein wertvolles Hilfsmittel zugeführt-
— Kontrollversammlungcn. Es haben zu erscheinen: Margen Mittrvoch, den 7. Oktober 1914, vormittags 8 Uhr: Die Unteroffiziere und Mannschaften, des ausgeml-det-en Landsturms, der Garde-Train und Provinzial-Train, ferner Mili- tärbäcker und Krankenträger -der Jahvesklassen 1893 bis 1900 (Einstellungsjahr). Nachmittags 3 Uhr: Di>e Jahresklassen 1889 bis 1892. Leute, die bis zum 1. AuMst 1914
Dienstag, 6. Oktober 191».
Nr. 468«
das 45. Lebensjahr vollendet hatten, haben nicht zu nen. Die Kontrollversammlungen finden im Hof des W 11 * kommandos, Bertramstraße 3, statt. _
— Unfall eines Wiesbadener Sanitätsautos. Bei lich a. d. Mosel verunglückte ein Automobil der tätskolonne Wiesbaden, gesteuert' von Wenzel. Die beiden in dem Wagen befindlichen Saw^ sollen schwere Verletzungen erlitten haben. ,
-—■ Personal-Nachrichten. Der Geheime RegierungH^ Caesar in Wiesbaden wurde zum Stellvertreter ^ zweiten Mitgliedes des Bezirksausschusses in Wiesbaden » die Dauer seines Hauptamtes am Sitze des Bezi.kscmSsM>u-ff enrannt. — Der Reglern ngsreferendar v. Heu sing er n mit der Vertretung des zur nwbilen Truppe eingesogen^ Lcmd.ats Bacmeister tu Usingen beauftragt worden. zZ, Königliche Forstmeister Wenzel zu Qstrich-Winkel ist ^ 1. Oktober d. I aus seinen Antrag unter Bewilligung der f setzlichen Pension in den Ruhestand versetzt worden, mcister Wenzel führt die Geschäfte der Oberförsterei vorm noch weiter. — Regierungssekretär Rechnungsrat Ofels 0 ist zum 1. Oktober 1914 in den Ruhestand versetzt worden- O Regierungssek etär v. Konarski ist zum 1. Oktober in den Ruhestand versetzt worden.
vorberlchte über Kunst, ^orträae und verwandt^'
* Borträge. Am Donnerstag, abends 7 Uhr. findet Fvcruenkliuü. Oranienstraße 15 1. ein patriotischer Vortras-1 abend des Herrn Miltner-Schönau statt, zum Besten Kriegshilfe.
* „Hochgeboren". Lustspiel von Kurt Kraatz. welches a-n hiesigen Residenz-Theater einen großen Erfolg hatte, «st EröffnungS-Vorstelluna des Grazer Stadttheaters . sstz,, großem Beifall gegeben worden. Nach vorliegenden
der dortigen Zeitungen wirkte das reizende Lustspiel W Unterhalteird. und kann allen empfohlen werven, die auch^,, unserer ernsten Zeit sich etwas nach Heiterkeit sehnen. ^ neues Mitglied wurde Frl A. Scdroetter (mehrere hiesigen Hoftheater ein sehr beliebtes Mitglied) in der der „Lu" begrüßt und ihr tem-ps-amenwolles ltebenSwürdlS^ Spiel sehr gelobt.
Bus dem Landkreis Wiesbaden.
— Biebrich, 5. Okt. Bei dem Z u s a m m e n st o ß scheu einem Güt-erzug und -einem Autoomnibus 8»*' scheu Eltville und Erbach (über den !oir in der heutigen deransgabe berichtet haben. D. Schrifll.), ist der 23 Jahve <&* Autoführer Jos. Uhrich von hier so schwer verletzt daß ce starb.
-ii«c
Gerichtssaal.
Wiesbadener Schwurgericht, n-c. Wiesbaden, 5. Okt. . Eine SchwurgerichtstagnuS ^ nur sin tägiger Dauer wie die, welche heute stattfw^ -ist sine Neuheit tu der Rechtspflege, die ledi-glich aus außerordentlichen Zeitverhältniss-eu ihre Erklärung Vorsitzender ist Lan'dgerichtsdivektor Travers. Bei ben han-delt es sich um -einen in einer Alimentat-ionssach^ leisteten Dlein-eid, Amtsunterschlagung und ein Sittlich^st; verbrechen aus § 176,1 des Strafgesetzbuchs. Die nicht losten Herren Geschworenen wurden gleich nach der Dildu-^ der Geschwonen-enbank wieder entlassen. Der erste AngeklaS»° -ist der Autoführer Richard Werner, 20 Jahre alt, -in im Köm,greich Sachsen, geboren; noch unbestraft. Es wirb E Schuld gegeben, -einen -ihm zugescho'ben-en Eid wissentlich dwsw ein falsches Zeugnis verletzt zu haben. Zeitwellig spi-rü di-e Ver-hamdlung hinter verschlossenen Türen ab. Nur e-fi Zeugin, -das in Frage kommende MäÄhen, ist zum auch -erschienen. Der Angeklagte gesteht zu, Falsches W?* reu zu haben. Er will -aber angenommen haben, daß K lediglich seine früheren, den Tatsachen -entsprecheuderi lassungen auf die Klage habe decken sollen. Lediglich.^ seiner Mutter Kummer zu ersparen, habe er den Eid Wegen f a h r l ä s 's -i g e n M e i n e i d s (Falschoid)
Urteil auf 9 Monate Gefängnis. Von -der 2 Ya - - währenden Untersuchungshaft wurden 2 Monate auf Strafe in Anrechnung gebracht. Der Angeklagte erillävte, i bei dem Ur-tei-l beruhigen zu wollen. ^
Zweiter Angeklagter ist der frühere Postbote ®
Igstad t, Johann O h li gsch läg-e-r, 26 Jahre alt, :
18. Juli in Untersuchungshaft, wegen Amtsunt^ , sch-lagu-ng, Fälschung von Büchern und Ouitttl'l^^ sowie Unterdrückung eines Briefes. Dem Mann -lag bst _ st-ellung in Mede nb ach ob. U. a. loar -es seine OblstS^ heit, einmal Geldbeträge direkt vom Publikum in zu nehmen zur Ablieferung an die Postagentur; zum arl °M r -e n G-eldbeiräge, welche sein Vorgesetzter ihm zur WeistE^, au Adressaten- von Postanweisungen überantwortete, zugeben. Da begannen denn bald Schiebungen. Zuletzt -er mehr, wie er -aus seiner Einnah-rne in Höhe von 40 Pf. refp. 3 M. 50 Pf. per Tag bezahlen konnte,
-einen amtlich ver-einnahmten Betrag für sich, und, zums um die vorhergegaugenen Beruntr-euungen zu -decken^ ofäLie daun zu immer weiteren Straftaten über, bis die Defra-ud-e bei den vom Publikum vereinnahmten sich auf 13 400 M., bei den von dem Poftagenten ihr" " geb-enen Beiräg-en auf 2940 M. belief. Der größte TeÄ ist heute gedeckt. Unbeglichen ist nur noch -ein Betrag vo" Mark. Endlich, als sein Tun nicht länger zu verdecken * -am 7. Juli, ging er mit 500 M., die er noch befaß, durch ^ Berlin. Dort verlebte er 887 M. Dann -entdeckst^ Kriminalpolizei und bewirkte seine Festnahme. Ohli-gsch^^ legte vor G-evi-cht -ein Geständnis ab. U. a. hat er Wiesbaden verkehrt, -besonders angeblich bei einem Diensn"^ chen, dem er sich als -ledig vorgestelll und m-it dem ch; ^t Liebesverhältnis anyek-nüpft hatte. Auch tm einem ^ er oft zu sehen, in welchem zweifelhafte Frauenztmm^^z kehrten, beides, obwohl er verheiratet und Vater eines ch«^ ist. Die Verhandlung gestaltete sich recht einfach.
Schuld fragen wurden von den Herren Geschworene" v und der Angeklagte unter Zubilligung von mildernd^ ^ ständen zu 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis ver"
Von der Strafe kommen 2 Monate für die -erlittene suchungshaft in Abzug. Im weiteren wurde O. auf die von 3 Jahren - zur Bekleidung öffentlicher Ämter erklärt. Er verzichtete ausdrücklich auf die Revifio-nsbeßst^^h Der dritte Angeklagte -ist der Dienstknecht'ötzH- Hörner, zuletzt -in Camberg, welchem ein S i t t l i ch ^ zlt verbrech en zur Last gelegt wird. Hörner ist 20 von Geburt Bay-er, seit dem 22. August in vorbestraft. Sern Opfer ist -ein 17 Jahre altes ' '**'
Angeklagte wurde zu n i s verurteilt, lrwbe-t um 2 Monate über das St h-mauKgegangen wurde.
