Nr. 465.
Dienstag, 6. Oktober 1914.
NlkSVKoenrr «hhjpiiot*
Morgen-Ausgabe. Erstes Blatt. Seite ^
Ein anderer englischer Dainpfer auf eine Mine geraten.
IV. T.-B. London, 4. Okt. (Nichtamtlich.) Nach einer Abmeldung aus Ostende ist der englische Dampfer „Dato- auf der Fahrt von Hüll nach Antwerpen in der Nacht fe» 2. zum 3. d. M. auf eine Mine geraten und gesunken. Mann werden vermißt. Acht wurden von einem Frscher- ausgenommen und noch Ostende verbracht.
^ttbot der Versammlungen der Arbeiterpartei in England.
bä. Rotterdam, 5. Okt. Der „Courant" meldet aus London: Die englische Regierung verbot alle für Sonntag, °en 14. Oktober, von der Arbeiterpartei in Großbritannien Unberufenen über 250 Massenversammlungen gegen den Krieg. '
Unnötige Anfrcgung über einen angeblichen norwegischen Neutralitätsbruch.
W.T.-B. Cbristiania, 5. Ott. (Nichtamtlich.) „Aften- p°sten" meldet aus Paris, dort herrsche ziemliche Ju,= ^gung, weil Norwegen Pferde an Deutschland ausgcfuhrt Me. Das Blatt bemerkt dazu: Das Ausfuhrverbot fit durch wniglichm Erlaß zum Teil ausgehoben und dre Ausfuhr bis iu 1000 Stück gestattet worden. Nachdem drese Hochstzstiec Astern erreicht wurde, ist das Verbot ivieder voll rn Kraft gebeten. Nach Deutschland sind überhaupt keine Pferde arw- Mführi worden, da die norwegischen Pferde für dre Zwecke Deutschen zu rlein sind. Die ganze Ausfuhr fit Dan e- ^°rk zugute gekommen. Frankreich hat also kernen Grund, llch über Norwegen aufzuregen.
Die Brotversorgung der Schweiz.
W.T.-B. Berlin, 5. Okt. Während der zweiten Septem-
^ - m o- " 'DnTTcm-rrrrmtrrf’.tT D<lt
„ »v. x.-Jj. JöCvllU/ 0. Ajju-yi o . r i
berdekade haben nach dem „23. T." dre Zollernnahmen der Schweiz nur 100 065 Franken betragen, wahrend sie rn der
drill". . . ™.w ..r.:—« wioif ^ pnrsm -
"cig nur rvuuvo granrLn > ' , t x
-"EN auf über eine Million gestiegen sind, werl Dentsm- °nd die Einfuhr von 2500 Wagen lagerndes Korn rn dre Schweiz gestattete und weitere Zufuhren aus Amerika er- felgen werden. — Demnach bereitet auch das Problem rer brotversorgung wenig Kopfzerbrechen.
Die Neutralität Spaniens.
Eine Erklärung des Pariser spanischen Botschafters.
Mailand, 3. Okt. Der „Secolo" erhält von Paris fol- ^vde Nachricht: Der spanische Botschafter de Nalkerra hat «w>em Redakteur des „Demps" versichert, die spaniische Regle- sei mit König Alfons einig, Neutralität zu bewahren. Spanien hätte keinen Grund, in den Krieg sich zu weichen, es auch nicht bereit, denn es fei seit 1870 schweren P r u f u n - T?n auSgefeht gewesen. Sentimentale Grunde seren unge- "USend für krieoerische Maßnahmen. Tie öffentliche Meinung ^ die Regierung und der König seien in dreier Hinsicht enmg.
auch die spanischen Radikalen wuschen, der König ^dchte in den Krieg ziehen.
Der deutsche Burgfrieden auch im antisemitischen Lager.
„ % Berlin, 5. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Mn.7 Die "Staatsbürgerzeitung" veröffentlicht an der Spitze^ ihrer
"^aatsbürgerzeitung" veröffentlrcht an oer Utrigen Nummer eine Erklärung, rn der es hertzt. »^olge Eingreifens des Oberkommandos rn den Marken erklärt du "Staatsbürgerzeitung", daß sie im Hrnblrck auf dre patrio- Haltung der gesamten Bevölkerung von nun ab rhrm Charakter als antisemitisches Matt aufgibt, und zwar mcht für den Krieg, sondern auch für den Frreden.
Auszeichnungen und Beförderungen.
. W. T-B Stuttgart, 3. Okt. (Nichtamtlich.) Se. Ma;. ^ Kaiser'hat dem Obersten v. Ebbinghaus, Komman- ,°ur des 7. württembergischen Infanterie-Regiments Nr 12a Kaiser Friedrich und König von Preußen), der zurzett al^ ^rwundet hier weilt und für seine Tapferkeit bereits dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet wurde, nun- auch das Eiserne Kreuz 1. Klasse verliehen.
. -sh Berlin, 5. Okt. (Eig. Drahtbericht.Ktr.^ Mm), Ern» Mitinhaber des Verlags Ullstern, Rudolf Ullstein, hat Eiserne Kreuz erhalten. Er befindet sich als Mitglied de^ Freiwilligen Tlutomobrlkorps im Felde.
Feldpostbriefe, die ihn nicht erreichten.
Auch könielicke Briefe haben im Felde das Schicksal ge-
?..«!« 5 n-« |,i« «äiä?,
, äußerte er titt Ä-cuncyener u
Utter: ,La mit dem Schreiben hast du dich aber nicht
angestrengt." Der König und die Königin erwiderten K sie doch, wenn nicht jede.i Tag, so doch einen Tag um den ^ren geschrieben hätten, worauf der Prinz erklärte, tz 'leit 15 Tagen keinen Brief erhalten habe.
Die clsässtfchen Landesvcrrätcr.
Straßburg, 5. Okt. (Gig. Drahtberichtz Ktr. Bln)Gegen den früheren Kolmarer Bürgermeister Blumenthal ist jetzt <mch ein Steckbrief wegen Landesverrats ausge-
schriebem - Dr. Bücher v°ii Straßburg der Herausgeber
der „Illustrierten Elsässer Rundschau", wird gleichfalls ver>
Dlßt Ein Tagesbefehl an bayerische Truppen.
M. München, 5. Okt. Aus Anlaß der Erstürmung des Forts Camp des Romains hat der Kommandeur der 6. bayerischen Division, Generalleutnant v. H o e h n, so senden Tagesbefehl erlassen: Die 6. bayerische Division mit zu- geteilter preußischer Artillerie und Pionieren hat heute das Sverrwrt bei St. Mihiel im Sturm genommen. Dw Fr.ß- artillerie und ein Teil der FeldarMerie haben in 30stnndigew Kampfe vorgearbeitet. Die 12. Jnfanterre-Brigade mrt den 16. Pionieren hat in 3stündigem Kmupfe Steur urn Stern, Wall um Wall, das Werk genommen. Dre 11. ^nfantevu» Brigade mit dem Rest der Feldartillerie hat rn langem schwerem Kampfe feindliche Entsatzversuche abgewiesen.
5'Offiziere, 463 unverwundete und etwa 50 verwunde e Mannschaften wurden gefangen genommen. Der Rest der Besatzung liegt tot unter den Trümmern und in den Käse- matten der Sperrforts. Dank Euch. Offizieren tme Mannschaften für die Tat, die keiner rn der Kriegsgeschichte nachsteht.* Ehre aber auch dem Andenken der Opfer, dre wir bringen mußten. Was wir und sie taten, geschah für da. Vaterland, geschah für unser und unser Klndeskmder Mick und Dasein. Gez. v. H o e h n.
Ein amerikanisches Zeugnis.
VI Frankfurt, 5. Okt. Die Regierung der Bereinigten Staaten l-eß durch ihre europäischen Konsulate bei allen hier weilenden amerikanischen Bürgern anfragen, was sie sü Pläne fiür die nächste Zukunft hegten. Ein solches Schreiben ging auch einem in Frankfurt ansässigen Arzte zu, der dem
Konsulat mit folgendem Schreiben antwortete: „In Antwort
ani °Xbre Anfrage vom . -. gestatten Sie mir die Mrtteilung,
die Kinder wohnen augenblicklich in unserem Sommerhau. ?uB Im Taunus. Mein Plan ist, hier zu bleiben meinen Angelegenheiten nachzugehen und auf den Herrgott und ^ deutsche Regierung zu vertrauen. Sie bilden eine Kombination,'die schwer zu schlagen ist. Ihr sehr ergebener .... was der „Standard" seinen Lesern oorlügt.
Im Londoner „Standard" vom 28 Sept. 1814 finden wir folgende unterhaltsame Drahtnachrichten.
Übergabe von Straßburg. ^ . . .
Darmstadt, 27. Sept. Nach einer Nachricht aus Ludwigs- bafen übergab sich Straßburg heute abend 5 Uhr.
' Mündelsheim, 28. Sept., 2 Uhr vorm. Dre Übergab ' i, -rkfnmi ist mit Oberstleutnant v. Lescrnsky abge
Mosstn worden. 461 Offiziere und 17 000 Mann einschließ- sos 9rmhi’hirin§ Iccitcn btc iticbct. Hut 8 Hm
vmmiitags werden die Tore von unserer Armee besetzt werden.
Berlin, 28. Sept., 7 Uhr nachm. Infolge der N'eder- zwingung von Stratzburg Ivird eine erhebliche Strettmach zur Verfügung der Befehlshabendea stehen für dre Freimachung des oberen Elsaß von den Franktireurs.
Die Friedenskonferenz 1915 aufgegsben.
W. T.-B. Washington, 4. Okt. (Nichtamtlich) Wie das Stcoatsdepartement mitteilt, sind alle Plane zur Abhaltung der internationalen FriedenskonfvrMz rm Haag rm Jahr 191o fallen gelassen worden.
Wie di- Belgier in ihrem eigenen Lande hausen.
V Nosendaal, 4. Okt. Ein aus Antwerpen gefluchteter Solländer, dessen Haus in ein Lazarett umgewandelt wurde, teilt einige bemerkenswerte Einzelheiten über dre Vorgänge in der eingeschlossenen Hauptstadt mit: Von allen Setten kommen Flüchtlinge aus den von den Deutschen besetzten Ortschafren. Nach Mitteilungen dieser Leute furchtet man sich auf dem ofleneii Lande viel mehr vor den belgischen Soldaten und den Franktireurs als vor den Deutschmi, die sich entgegen aller Voraussicht sehr korrekt und rücksichtsvoll benehmen Ein Flüchtling aus Lier e^ählte mir: Unsere eiaenen Landsleute sind.es, die sich wie dre ärgsten Straßenräuber benehmen. Wenn sie vor dem ^ernde fliehen, brechen sie in unsere Häuser ein und plündern, stehlen und begehen unglaubliche Schandtaten. Viele von ihnen treiben das Handwerk des Leichenfledderers. . Man verhaftete belaische Soldaten, die beringte Frauenbünde in ihren Taschen versteckt hatten. Mehrere dieser Banditen wurden aus der Stelle erschossen. _
Französtsche Regierungsmaßnahmcn zur Bcrprovianticrung.
W T B. Bordeaux, 6. Okt. Die Regierung hat Tur l Dauer des Krieges eine K o m m i s o n e'ngeffetzt, welche über die Vckwroviantierung und den Handel im Verleg den Kolonien, eingehende Untersuchung rmstellm^L öcr Regierung hierüber notwendige Maßnahmen vorschlage 1 .
Eine letzte Friedensausforderung des verstorbenen Sozial,stcn-
A Kopenhagen, 5^Okt^ (Ech? Drahtbericht, Ktr. Bln.)
Die „Hunmnite" veröffentlicht einen Artikel Jcrures, der seinen h i n t e r l a s s e n e n Papieren gesunden wurde.
Der Artikel, der Ende Juli geschrieben wurde enthalt emen Aufruf an die französische Nation, den europäischen Frieder, zu bewahren, um dem Weltdrama zu entgehen.
Eine englisch-französisch-portugiesische Konferenz.
hd. Paris, 4. Okt. Nach einer Meldung der »DarlY Mail traf ein englisches Kriegsschiff am Montag ^ Lissabon ein. Der Präsident der Republik begab sich von Cascaes nach Lissabon, um den Kapitän zu empfangen. Man bringt den Besuch in Verbindung mit einer Konferenzder englischen Gesandtschaft, der der englische und französische Botschaf er sowie der portugiesische Ministerpräsident^ beiwohnte.
Der Schiedsgerichtsvcrtrag zwischen Österreich-Ungarn und der Schweiz.
W. T.-B. Wien, 4. Okt. (Nichtamtlich) ^'(5 0^1,^ Wiener Zkg." veröffentlicht den Wortlaut des Schi«dsgerächt->- vertrags zwischen Östenveich-Ungarn und der Schwmz vom 2. September 1913.
Ein griechischir Bittgottesdienst für Österreich-Ungarn in Wien.
W T-B. Wien, 5. Ott. (Nichtamtlich.) In der hiesigen griechischen Kirche fand ein Tedeum lind Bittgottesdienst für den Erfolg der österreichischen Waffen statt. Der Fe,e wohnten auch der griechische Gesandte wie übrigen Hemm der Gesandtschaft und der griechische Generalkonsul bei. Nach dem Tedeum wurde die Volkshymne gesungen und Hochrufe auf Kaiser Franz Joseph und die Armee ausgebracht.
Fürsorge für galizische Flüchtlinge, v. Wien, 5. Okt. Aus Bemühen des Statthalter-- Fürsten Thun wird für galizische Flüchtlinge ,n der Nahe von Chotzen, im Bezirk Hohenmauth in Böhmen wn" Sene Stad angelegt, die 22 000 Einwohner umfassen soll. Der Bau ha bereits begonnen und wird in fünf WochenDen Aufwand bestreitet der Staat, ebenso d,e Baukosten.
^ “ES 1 äää s
imh Quälereien an der Tagesordnung seien. Der Br \ fcfilieftt • Wir wünschen, daß durch den Krieg allen Volker» Freiheit, Unabhängigkeit und Gerechtigkeit geschenkt wird. JswolSkis erster Gedanke.
V Wien, 4. Okt. Wie in Bankkreisen verlautet, har der Pariser Botschafter Jswolski wenige Tage nach dem Serastwoer Mord sein bedeutendes Bankdepot von der Berliner Bankfirma Bleichröder an eine Wiener Großbank überweisen lassen und kurz darauf sein Depot ,n Wmn persönlich behoben. Daraus ergibt sich unzweideuttg, daß der mit den Petersburger Unterstromungen allervertrautestc Staatsmann sofort nach dem Serajewoer Mord nnt dem ^riegswillen Rußlands als ernem Faktum rcc&nctc»
Neue blutige Zusammenstöße in IMP.
W T.-B Saloniki, 5. Okt. In Jstip kam eS Stmschen Ein- wobnern und seMschen Gendamnen zu einem blutmen Zusammenstoß weil die Einwohner sich weigerten sich in d,e serbische Armee einreihen zu lassen. Zahlreiche Famcken fliehen nach Strumitza.
Eine schwere Niederlage der Epiroten.
M. Mailand, 5. Okt. „Corriene d^a Sera berichtet aus Valona: Telegraphische Nachrichten bestätigen, daß die griechischen Epiroten m Berat von den S ü d a l b a n e s e n in die Flucht geschlagen wurden. Die Albanesen haben Berat z u r ü ck e r o b e r t unb tii-le Gefangene geniacht, sowie vier Kanonen um, mehrere Maschinengewehre erbmitet.
Wirtschaftliche Maßnahmen in Rumänien.
W. T-B. Bukarest, 4. Okt. (Nichtamtlich.) Der Hauptstadtmagistrat hat an die Regierung ein dringendes Schreiben gerichtet, in dem um vorläufige Aufhebung der Getrerde- zölle sowie um unverzügliche Feststellung von Höchstpreisen von Getreide und Mehl ersucht wird._
gute Gesinnung
iflchland gegenüber tro^dem: Bravo!
Derwische, die Mönche des ^jsiam, sage 8 •
* r beten für Deutschlands Sieg!" Ern eigenartiger ^
allerdings weh, aber für deine ^^schland gegenüber tro^dem: Bravo.
oeteu für Deutschlands Sieg! ^in eigenartiger °nken für den, der den seltsamen religiösen Übungen t £f n .®B?tetn betgewohnt hat! Nicht "»„Kloster n Vera, E durch Baedekers Empfehlung zum d
preisenden und bei den Derwischen ein Geschafwunter^
geworden ist; aber wenn wir ,n einem versteckte- ?^el der großen Stadt in ein Tekke (Kloster) gmgen, da von uns sofort die Welt ab, in der wir lebten, und eine ganz wdere Welt, die des alten echten Islam, tat sich uns aus. ml^alisch die Umgebung, orientalisch die Gesänge, or>enta- joJ- b r ’ e Tanzbewegungen, vie sich steigern bis zum h 8°^hnn! Orientalisch dieser Kult, überhaupt dieses ganze ^pflnden, und in dieser Umgebung wird für Deutschlands DÄ Sebetet! Für Deutschland, das Land^ modernsten das Land, baS den Willen hat, moderne Kultur .hackst zu verbreiten auch im Land dieser Derw s ) - 2?. et Gegensätze, .und nur in einem übereinstimmend: >n der wahrhaften Grundlage ihrer Kultur!
Nus Kunst und Leben.
feen Kurhaus. Zum Besten der Notleldenden in Ostpreu- A ^ E Elsaß fand vorgestern wiederum «ne A"vhUatigkeitöverainstaltung" statt, die den großem ange- llen dekorierten Saal sehr zahlreich gefüllt hatte. Mtt der g ^ioren-Ouvertüre" (2lr. 3) von DeethovM hatte das K u r- lZL^ster, mit Herrn Musikdirektor K. Schuricht an der den Abend in würdiger Weise emgeleitet. Herr Ehr.
älteren Wiesbadenern tvohlbekanni, hw.lt Gu'fj einen Vortrag über die vom „alten Kaiser" nach der vifA-i bei Sedan geschriebenen Worte „Welch eiE Wendung ! Gottes Fügung". Der Vortragende gab eine Übersicht
über den bisherigen Gang der kriegerischen Ereignisse rn 1914 und sprach die zuversichtliche Hoffnung aus, daß auch diesmal durch Gottes Fügung eine so siegreiche Wendung erveichr werden möge. Die Ausführungen des Redners fanden, wenn sie auch nicht gerade bleues bieten konnten, doch bei den Zuhörern eine sehr warme Aufnahme. Eine weitere Deklamation folgte, einige vaterländische Dichtungen wurden von Herrn Hosschau- svieler Andriano vorgetragen; „Das deutsche Gwet von A. Erbrich und „Hohenfri^edberg" von A. Strahl verfehlten m so eindrucksvoller Wiedergabe nicht ihre kräftige Wirkung. Den 2. Teil des Abends leiteten die Herren Konservatorinms- direktor Schreiber und Kapellmeister Jantzen (vom Königl. Theater) mit einem Vortrag für zwei Klaviere^ein. Ferd. Hlllers Duo über „Lützows wilde Jagd', eine geschickt und effektvoll gefetzte Komposition, fand ganz die glanzende und in Ton und Technik ausgeglichene Wiederg>abe^ wie sie bsi zwei so tüchtig durch gebildeten Klavierkünstlern vorauszusetzen war. Lebhaften 2Seifall errangeii auch die Gesangsdarbietun- gen des Herrn Hofopernsängers M. H a a s. Der zunge Künstler, auf dessen musikalische Begabung schon mehrsach m den Opernkrtttkeu dieses Blattes htugewteseu worden fit, wußte sich auch auf lyrischem Gebiet sehr gewandt zu bewegen. In Liedern von H. Wolf und Schuvrann machte sich seine tlang- volle Stimme und ein frisches, natürliches Empfinden -m nachdrücklichster Weise geltend. Die freundlichste Aufnahme beim Publikum fanden dann noch die Damen Frau Gussy A l o 1 s und Frau Tekla D u i s b e r g, welche die schon neulich an anderer Stelle gesungenen „Soldatenlieder" mit Lautienbeglei- tnng wiederholten. Die trefflich miteinarcker harmonierenden, sympathischen Stimmen und der launige Vortrag, den Frau Tekla Duisberg anmutreich auf der Laute begleitete , diese ganze so einfach und ungezwungen sich ergebende Dackilittung gefiel allgemein. Das etwas bunt zusanuncngewiirfelte Pro- granim des ?lbends wurde mit Webers „Jubel^Ouvertuve, vom Kurorchester gespielt, in feierlicher Weise abge
schlossen: die Volkshymne wurde von den Zuhörern stehend
mitangehört. ^
;= Verein der Künstler und Kunstfreunde. Für des dies- matige Konz>erts'aison waren bereits vor Ausbruch des Krwegs nachstehende Künstler verpflichtet worden: das Rose-Quartett, Klingler-Quartett, Busch-Quartett, rrnd Leipziger Gewand- Hmis-Quartett; ferner Frau Maria Freund, Frl. Mira von Gvetz, Frau Name Forchhammer, Kammersäng«: Benver, Professor Karl Flesch, Konzertmeister Burckhardt, Cellist Mainardl und Pianist Artur Schnabel. Der Vorstand hatte nun ernstlich die Frage erwogen, ob unter Einhalttrng der schon abgeschlossenen Engagements die Veranstaltungen des Vereins trotz der ernsten und schweren Zeit abgehalteu wcrdeii sollten. Nachdem sämtliche Künstler sich mit ernar erhebtichen Herabsetzung des vereinbarten Honorars einverstanderi erklärten, hat nunmehr der Vorstand beschlossen, die Konzertveran- staltun-gen Wie bisher fortzuführen. Maßgebend für den Vorstand waren die Gründe, die auch airdere bedeutende Konzert- nstitute und Theater in Deutschland beachöeten, und di« besonders noch in einer an die Konzertgesellschaften van hervorragenden Knnstautoritäten, wie Ruh. Strauß, Artur Mkflch u. a., gerichteten Zuschrift zum Ausdruck gelangen: ^Wir
geben uns der Hoffnung hin, daß das Berlaiigen »raäj echter deutscher Kunst in unserem Volk auch m dieser ^en Zett E plötzlich entschwunden -ist; unsere deutsche Kunst fit so groß und rfich, daß sie zu allen Zeiten fah'g fit, Gnst und Gemüt zu stärken und zu erheben. So richtet denn auch der Vorstand des „Vereins der Künstler und Kunstfreunde an dre M^lieder die >dri^ude Bitte, treu zum Bevern auch rn dieser Zeit zu halterr. Auch Nichtmttglredern des Beverns soll C stritt zu den Veranstaltungen gewährt tverden und dre erzielte Mehveinnahme dem „Roten Kreuz zugehen. Das Programm der Konzertveranstaltungen wird> m den nächsten Tagen im „Wiesbaderrer Tagblatt" verossentlrcht werden.
