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Sitzung des Bürgerausschusies

vom 8. November 1872.

Anwesend: Der Herr Oberbürgermeister Lanz, Herr Ge- «eindevorsteber G. D. Schmidt als Beisitzer

Wiesbadener Tagblatt

Amtliches Organ für die Stadt Wiesbaden.

Bekanntmachung.

Da in Gemäßheit der Bestimmungen in den §§. 7 und 29 des Gemrindrverwaltung«gesetzeS vom 26. Jult 1854 am Schluffe jeden Jahres sowohl ein Drittel der viitgltrderde« «Acmeinde- ratbeS, als anch ein Drittel der Mitalieder de» Bürger- ansiätuge- aus dem ümte aurtreten und zwar am Tchl«ffe diele» ^ahre- die in der dritte« Abthcilung der Wah- ler gewä-ltcn Mitglieder benannter Körperschaften, so ist Termin zur Vornahme der erforderlichen Ersatzwahlen auf

Mittwo» de« 11. Deeember l. I.

Vormittags 8 Nhr

bestimmt wordeu und werd« demgemäß alle Wahlberechtigte« der dritte« Abtheil««g hiesiger Stadt audurch eingeladen, sich an dem besagte» Wahltermme m dem Rathhaussaale V Jed^er^Wahlberscktigte ist vervstiebtet, bei der Wahl der blemetnvcrathSmitglteder (Gemernde. Vorsteher) zu erscheine und werten alle Diejenigen, welche auSdleiben, mit erner Ordnungsstrafe von Vt«em iAulde« belegt, sofern sie nicht durch Krankheit oder Abwesenheit am Erscheinen verhindert find und dies auf glaubliche Weis, darthun können

gur Nachricht wird werter bemerkt, daß zur dritten Wahl- obthcUuwa alle diejenigen hiesigen wahlberechngten Bürger Ld^ hiesiger Stadt penfionirten Hof-, Militär- und Eivi'. diener gehöre«, welche 2.3 Lhaler V Lgr. 6 Pf. tl«t> weniger Gemeindesteuer jährlich entrichte».

Da« Berzeichnrß sämmtlicher Wahlberechtrgten dieser «bthetlung liegt von heute an acht Lage laug zu Jedermann- Etnficht auf dem Rathhause, Zimmer Nr. 19, offen und können während dieser Frist etwaige Reclamationrn gegen besten Richtigkeit bet dem Unterzeichneten vorgrbracht werden.

Die am Schluste diese« Jahre« aurtretende» Lcmciuderath«- und BürgerauSschußmitglieder find:

1) Die «emeindevorsteh-rs: Herren «ausmaun Karl Glaser, Lederhändler Franz Kaspar Nathan, Hofschloffer Wilhelm Philippi und Sp-nqler Christian Schreiner.

2j Die Bürgerausschustmttgliedcrr Herren Dachdecker Carl Beckel, Tapeztrer Wi theim Beckel, Sattler Franz Becker, Schreiner Christian Birnbaum, Rentner Anton Burkart, Kappenmacher Eduard Fraund, Schreiner Heiu- rich Heiland, Lackirer Christian Herrmann, Rechtscon- sulent Adolph Heyman«, Zimmermann Bernhard Jacob, Kaufmann Christian Jstel, Kaufmann Ludwig Jung,

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Der Herr Oberbürgermeister theilt der Versammlung den Inhalt der mit den Mühlenbesitzern im Wellritzthale, Johann Datvbutmn Wwe., Carl Seitz und Carl Schnurr, vereinbarten Vergleiche, betreffend die Entschärigung für das ihren Mühlen durch die Anlage der städtischen Wafferlritung angeblich entzogene Waste», sowie den Inhalt de« mit dem Bäcker Anton Westen- berge» von hier abeschloffeuen Vertrag«, betreffend die Erwerbung einer aus besten Baustelle in die Straßrnlinie de« Michel«berg« fallenden Parctlle und des für die frühere Pfaffenmühle bestan­denen Wasterleirungsrechtes für die Stadtgemcinde mit und werd, nachdem der Herr Oberbürgermeister das faktische Berhältniß eingehend erläutert und die einzelnen Vertragsbestimmungen zur D-Scosston verüellt hatte, zunächst der mit Anton Westcnberger adgelchtostcne Vertrag, wonach demselben eine Entschädigung von 3750 fl. aus der Sradtcasse gewährt werdm soll, ohne Dikcusfion all allen gegen 3 Stimmen genehmigt.

und der Bürgerausschuß mit Ausnahme der Herren Ziegeleibefitzrr Georg Hahn und Bäcker W. Hildebrandt (krank), Hotelbesitzer Werminghoff, Kaufmann Engel, Dach- decker Carl Beckel, Kaufmann A. Burkart, Lackirer Christian Herrmann, Kaufmann L. Jung, Spengler Fr. «leidt, Steinhauer Carl Roth und Brand-Director Scheurer (durch Verhinderung entschuldigt).

Protokoll der Sitzung vom 25. Oktober wird ge-

Die übrigen drei Verträge werden nach kurzer DiSculsion, an welcher fich die Herren Georg Bücher, Dr. Bertram, Adolph Heymann und Jacob Momberger beteiligten, mit 39 gegen 21 Stimmen genehmigt.

Die hiernach verwiüigte« Entschädigungssummen betragen:

*) für die Wittwe Dambmann 6,000 fl., bj für Carl Schnurr ... 6 500 fl., c) für Carl Seitz .... 6,000 fl.

Zum folgenden Gegenstand der Tagesordnung gelangend, wird der zwischen der Stadtgemeinde und Albert geben dahier wegen Regulirung der Kaprllenstraßr abgeschloffene Tauschvrrtrag ohne Discusficn einstimm'g genehmigt.

Der Herr Vorsitzende zieht den Gegenstand zmück und wird denselben auf die Tagesordnung ttt nächsten Sitzung bringen.

Der Herr Vorsitzende erklärt die Sitzung für geschloffen. Wiesbaden, den 28. November 1872.

Zur Beglaubigung dieses Auszug«: Hell, Bürgermeistereigehülse.

Ein 2 Monate alter Neufundländer, weiß mit schwarzen Ohren, schwarze« Fleck auf den Rocken uflb am Schweif, ist ab­handen gekommen. Bor Ankauf wird gewsrnt. Der Wieder- bringer erhält bei der unterzeichnete« Behörde Belohuung.

Wiesbaden, 29. November 1872. Der «gl. Polizei Direktor, v. Strauß.

Der Herr Borfitzmde theilt sodann der Vrsammlung eine von Adolph Hry - an* und 32 hiesigen Einwohnern unterzeichnete 5 «mgab« mit, betreffend die Veuv'-lltguNg der Witttd zur Erbauung des zur Anlage des projectirten freten Platze« vor der »delhaid- " aße erforderlichen Grundeigenthum«, sowie di» Anlage der rojectirten Ringstraße, mit dem dieser Eingabe beigefügtrn Pro- woria und verstellt diesen Gegenstand zur DiScussion.

Ueber die geschäftliche Behandlung desselben eMwickelte fich et längere Debatte.

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