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Gerts

Msrgen-Äüsgabe. ErffcI Vlalr.

MirsoaSensr Tagblatt»

Sonntag, 4. Oktober 1814.

Nr. 46 ^.

(Giesel) verw.; Res, Karl Weiß (Erbenheim) verw.: Res. Schönfelder (Mainz) verw.; Res. Franz Schleicher (Erbenheim) verw.; Res. Aböls Baum (Erbenheim) verw.; Ros. Heinrich Riegelmann (Biebrich), verw.; Res. Ferdinand Li es er (Äuringen) verw.; Rei. ^akob Jsinger (Rauenthal) verw.; Res. Philipp 'Brunert (Hochheim) verw.; Feldw. Voigt (Niedermisier) schwer».

6. Komp: Nes. Hühner (Niedermannig) verw.; Res. Aug. Wiesenborn (Rambach) verw.; Gefr. Frankenüach (GörLroth) verw.; Res. Huck (Stembach) verw.; Res. Metz (Kemel) verw.; Res. Hartmann (Flörsheim) verm.; Res. Thiel (Egenroth) verm.; Res. Joseph Haas (Lan g e n s chw al - hach) vorm.; Res. Ignatz Wagner (Erdach) verm.; Unter- ofs. Moritz Fill (Sonnenberg) verw.; Wehrm. Kuhn (Görsroth) verw.; Wehrm. Nacheimer (Oüerjosbach) verw.; Wehrmann Karl Jeke.l (Sonne über g) verw.; Wehrm. Rüd (Bernstädt) verw.; Wehrm. liunkel (Waldaschaff) verw.; Wehrm. Kilb (Vockenhausen) verw.; Unteroff. Krück (Dirm­stein) verm.; Unteroff. Wilhelm Wintermeyer (Dotz­heim) verw.; Gefr. Heinrich Wagner (Sonnenberg) verw.; Gefr. Bölz (Usingen) verw.; Gefr. Karl Seelgen (Sonnenberg) verw.; Gefr. Willi. Zuber (Sonnen­berg) verw.; Wehrm. Karl Bach (Idstein) verw.; Wehrm. Klee (Arenberg) verw.; Wehrm. Adler (Dahlheim) vertv.: Wehem. Jakob Kunz (Biebrich) verw.; Wehrm. Breit­hecker (Weilburg) verwJ Wehrm. Franz Kautz mann (Hochheim) verw.; Wehrm. Jakob Labs (Mafien- heim) verw.; Wehrm. Euzinger iPoppenroth) verw.; Wehrm. Dott (Udensbärg) tot; Wehrm. Ferdinand Dreh für st (Wiesbaden) tot; Wehrm. Wilhelm Horne (Schier­st e i n) verw.; Wehrm. Satt.ler (Affolterbach) verw.; Wehrm. Wietzner (Schönderling) verw.; Gefr. Heidt (Limburg) verw.; Wehrm. Wilhelm Germer (L a n g e n s ch w a l b a ch) verw.; Wehrm. Weber (Heckenmühl) verw.; Wehrm. Kemper- nicht (Wied'ichs) verw.; Wehrm. Mitter (Flörsheim.) verw.: Wehrm. Christian Herz er (Klo p p enheim) verw.; Wehrm. Ippendorf (Mofelweitz) verw.; Wehrm. Jckstadt (Brem- thal) verw.; Wehrm. Johann S ch n e ck e n b e rg er (Wies­baden) verw.; Wehrm. Kemmer (Unterkalbach) verw.: Wehrm. Augtist Roth (Delkenheim) verw.; Wehrm. Schneider (Büchig) verw.

7. Komp.: Vizefeldw, Schönichs (Fulda) verw.; Gefr.

Ludtoia Rock (B i e r ft a d t) verw.; Wehrm. Karl Heus (Bi erst« dt) verw.; Wehrm. Gustav Wagner (Sonnen­berg) verw.: Res. Heinrich B irk (Dotzheim) verw.g Wehm. Jakob Schönbach (Biebrich) Veriv,; Wehrm. Leo Kaemmerer (Hochheim) verw.: Wehrm. Karl Struth (Biebrich) verm : Res. Anton Heil (Biebrich) verm.; Unteroff. Philipp Bali mann !S chlang enbad) verw.; Unteroff. Eifert (Bernbach) verw.; Unteroff. Lipp (Lenzhahn) verw.; Res. Willi Bad (Bierskadt) verw.; Wehrm. Karl Feucht (Bievstadt) verw.: Wehrm. Georg Fiedler

(Wiesbaden) verw.; Res.«»Karl Gerhardt (Schier­stein) verw.; Wehrm. Adolf Döring (Bleidenstadt) verm.; Wehrm. August Kletti (Wiesbaden) tot: Wehrm. Neufel (Densburg) verw.; Rei. Eduard Rink (Bier­stadt) verw.; Res. Alfred Ulrich (Wiesbaden) verw.; Wehrm. Wiesenborn (Paris) verw.; Res. Adolf Zerbe (Rambach) tot; Gefr. Heinrich Traisbach (Biebrich) verm.; Wehrm. Heinrich Hörner (Nordenstadt) verm.; Rss. Joseph Munk (Hochheim) verm.; Res. Preißer (Döfering) verm.; Wehrm. Rau (Hausen) verm ss Res. Reder (Heudingen) verm.; Wehrm, Antou Neu sch (Wiesbaden) ve>'m.: Res. Schödl (Hohenhardt) verm.; Wehrm. Triemer (Großmonra) verm.; Res. Adolf Weitzel (Biebrich) verm.; Wehrm. Kurt Füll (Biebrich) verm.; Wehrm. Heinrich Weiß (Rüd es he im) verm.; Unteroff. Kaiser (Niedererbach) verw.: Wehrm. Walter (Rückershausen) verw.; Feldwebel Müller (Ziegel) verw.; Gefr. Reinhard Stern (Biebrich) verw.: Wehrm. Philipp Dill mann (Bieb­rich) Veriv.; Res. Parrl Fröhlich (Biebrich) verm.; Wehrm. Karl Gräser (Seitzenhahn) verm,; Wehrm. Heinrich Hachenberger (Biebrich) verm:; Res. Htzrut. H a u ck (W i e s b a d e n) verw.; Res. Adolf Hei m a n n (Biebrich) verw.; Res. Huf (Mainz) verw.; Wehrm. Roth (LenÄ-rhn) verw.; Wehrm. Kremer (Limburg) verm.; Wehrm. Wilhelm Ludwig fieberet (Bleibenstad t) verm.; Wehrm Karl Schmidt (Wiesbaden) verm.

8. Komv.: Leutn. d. R. Arupbacher (Offenbach a. M.) tot: Gefr. Linder (Eddersheim) verw.; Res. Karl Bach (Frauen st ein) verw.; Wehrm. Kruckel (Gramschatz) verw.; Wehrm, Jakob H-irschochs (Winkel) verw.; Res. Adolf Schäfer (Dotzheim) verm.; Res. Hermann Kessel­ring (Biebrich) verm.; W'hrm. Ferd. Ringelftein (Lorch) verw.; Res. Grohnen (Aachen) verw.; Res. Karl Grösser (Biebrich verm.; .Res. Schicke! (Mainz) 'verw.; Res. Brüder (Preungesheim) verw.; Wehrm. Wintersbörger (Schierling) verw.: Res. Kern (Eller) verm.; Res. Schroff (Dekringen) vörw.; Ref. Bucker (Heringen) verw.; Ref. Graf Lorch) .vertv,; Vizefeldw. d. R. Herrschen, verw.; Unteroff. Heidenreich (Zeiskam) verw.; Wehrm. Ludwig Schmidt (Kloppenheim) verw.; Wehrm. Joseph Keßler (Rüdesheim) veirw.; Wehrm. Herz (Ortenburg) verw.; WeLm. Jakob Kunz (Winkel) verw.; Wehrm. Johann S t r i e t h (H a l lga r t e n) leichtv.; Wehrm. Wirth (Ried) verw.: Wehrm Heinrich (Oppenheim) verw.; Wehrm. Karl Rrsfel (Delkenheim) verw.; Wehrm. Buff (Bürstadt) verw.; Vizefeldw. d. R. Betz (Herborn) schwerv.; Unteroff. Bauer (Allcndorf) schwerv.; Res. Nagelbach (.Langhecke) schwerv.; Res. Karl Scheidt (Dotzheim) schwerv.; Wehrm. Wrihelm Silbers l.ß.e n (Dotzheim) schwerv,; Geft. Gutjahr (Gardelegen) verw.; Gefr. Honke (Orsoy) leichiv.; Gefr. August Rossel (Dotzheim) schwerv.; Wehrm Aua. Hrrschochs (Dotzheim) verw.; Res. Arndt (Brecklau) vmw.: Res. Karl D r e f e n b a ch (Dotzheim), schwerv.; Wehrm. August Sch er dt (Dotzheim) verw.; Wehrm Phrlrpp (Buschen) verw.: Wehrm. Adolf Schn eil (Dotz ­heim) verw.g Wehrm. Karl Müller (Biebrich) verw ' Wehrm. Joseph Müller (La n g e ns chw a lba ch) ve-w: Wehrm. Wilhelm Hölzer (Winkel) verw.; Wehrm Adolf Leitz (Frauen st ein) verw.; Res. Clemens Händler (Erbach) schlverv.; Wehrm. Gre:n (WindÄcim) verw.; Res. Zimmer (Wüstwillen) verw.; Wehrm. Philipp Stöckler (Hochheim) verw.; Res. Schulze (Nauendorf) verw; Wehrm. Bernhard Burkhard (Winkel) verw.; Res Karl Hedtlcr (Dotzheim) verw.; Res. Friedrich Horcher (Schierstein) verw.; Res. Johann Becker (Schier, stein) verw.;.Wehrm. Ludwig Scherer (Wiesbaden) verw.; Res. Sirt (Amöneburg) tot; Wehrm. Christian .F r ey (Wiesbaden) Vertv.; Wehrm. Eugen Moser (Wies­baden) verw.; Res. Friedrich Eckert (Wiesbaden) verw.; Wehrm. Korn (Preßburg) verw.; Wehrm. Debus (Watz­hahn) Veriv.; Wehrm. Debus (Watzhahn) verm.; Wehrm. Johann Bauschte (Biebrich) verw.; Wehrm. Wilhelm Weimar (Biebrich) vertv.; Webwi. Christian Schaaf (I g st a d i) veriv.; Wehvin. Oskar Zahn (W i e s bad e n) verw. r Res. Anton Wölfel (Biebrich) tot; Res. Wilhelm Groß (Biebrich) veriv.; Res. Emil Wilhelm (Dotz­heim) vertu; Res. Heinrich Schmidt (Wiesbaden) ta"h.\; Res.. Böser (Neulusau) verw.; Wehrm. Heinrich Sdjrctnitier (W'i e s lb»<r den) veAv.; Wehrm. Emrl Römer, (Idstein) verw.; Rest Christian Thorn (Bieb­rich) verw.; Res. Steinbvch (Rondel) leicht».

M a s chin enge wehr - Komv..: Oberleutn. d. L

W-ntriip (Ludinghmlsen) leichiv.; Schütze Michel (Löhnberg) leichtv; Schutze Brenner (Bellingen) leichiv.; Schütze Stoffels (Hmstert) lerchtv ; Schütze Kr-attß (Fleischern) leichiv.; Schütze Liiidemann (Neuhof) verw.; Schütze Rost (Büttleben) verw.; Schütze M Haus er (Erbenhei m) verw.; Schütze ME G°tvtd°r iNeudors) verw.;. Schütze Schaf«, .(Laugenselbmd) verw., Schlitze Mai er (München) verw.

Jnf-rrrterie-Resiment Nr. 81. Frankfurt a M (Bertrix am 22.. Orges am 28.. Matton am 25. und Ran­court am 28. 8. 14.)

Unteroff. Schloßer (Ranchach) verw.: Musk. Frenz (Tau- ^^-mn) vertv.; Gefr. Jntva (Montabaur) verw.; Gefr. Supp

(Bad Ems) vorm.; Musk. Schröder (Schierstean) verw.; Off.» Stellvertr. Franz Härtel (Wiesbaden) verw.

Feld-Artillerie-Regiment Nr. 27.

2. Abteilung. Wiesbaden.

(Tannay am 31. 8. 14.

4. Battr.: Kan. Adolf Stieglitz (W iesbaden) tot.

5. Battr.: Kan Joseph Hammer (Flörsheim) schwel:v.

Feld-Artillcrie-Reglmcnt Nr. 63, Frankfurt a. M.

(Tuilerie de Pargny am 10. 9. 14.)

Sn a b : Oberst Ludwig W i l h e l m i (Soden) tot. Garbekorps: Angehörige aus dem Regierungsbezirk Wiesbaden. 2. Garde-Regiment. Berlin.

(Allenburg und Jägersdorf am S. 9. 14.)

Res. Gör-g (Montabaur) leichtv.; Rest Dallmann (Johannisberg) leichtv.

4. Garde-Regiment, Berlin.

(St. Gärard am 23. 8. 14.)

.Gren. KeiÄ (Fachbach) leichtv.; Gren, Ernst Epser (W resbaden) leichtv.

Ku§ §taöt und Land.

Wiesbadener Nachrichten.

Die Woche.

Auch in der letzten Woche sind uns wieder Dutzende von Beschwerden, Wünschen urid Anregungen auf den Schreibtisch geflogen, die unmöglich alle berücksichtigt werden konnten, teils des Raummangels wegen, teils auch aus ande­ren Gründen.Selbstverständlich ' waren auch wieder ein paar Namenlose und solche dabei, die sich einen Namen borg­ten, um unbekannt zu bleiben. Wir dürfen noch so oft sagen, daß anonyme Einsendungen unberücksichtigt bleiben, es Hilst offenbar nichts. Aus der Fülle der Inschriften wollen wir wenigstens kurz die erwähnen, die uns nicht namenlos zu­gingen und nicht unsachlich sind.

Mit dem durch den Krieg gestörten Verhältnis zwischen zahlreichen Mietern und Hausbesitzern beschäftigen sch einige. Eine Frarr aus der Wellritz st raße bringt eine Klage über ihren Hausherrn vor. Wenn sie nicht über­treibt diesen Eindruck macht ihr Schreiben allerdings nicht, so verdiente der Hausherr eigentlich, genannt zu wer­den. Die Frau, deren Mann im Krieg ist, erzählt, wie sie samt ihrer alten Mutter aus der Wohnung herausbefördert worden ist. Sogar mißhandelt habe man sie.Meine Mutter hat zlvei Söhne und zwei Schwiegersöhne im Feld stehen; dazu noch 23 Neffen direkt in der Front. In meiner Verzweiflung lief ich überall hin, konnte aber nirgends Hilfe bekommen. So mußte ich mit meinem 11jährigen Sohn in einer Gefäng­niszelle auf dem Polizeigmt schlafen, und meine alte Mutter und der 13jährige Junge schliefen in der Küche auf dem Boden." Es gibt viele Arme, die nicht von der Liehestätigkeit erreicht werden, sind namentlich die Frauen des Arbeiter- und Miittelstands, deren Männer im Krieg oder infolge des Kriegs arbeitslos sind, haben schwer zu leiden. Sie sollten überall und von jedem, von Privaten und Behörden, so rücksichts­voll und freundlich wie möglich behandelt werden. Die Behörden sollten alle Stellen, die mit den Hilfesuchenden in Berührung komrnen, nur mit Persönlichkeiten besetzen, die Menschenkenntnis, Herzensgüte und soziales Verständnis ge­nug besitzen, um nicht da zu verletzen, wo sie wohltun sollen. Der Krieg zwingt zahlreiche Frauen, die öffentliche und private Wohltätigkeit in Anspruch zu nehmen, die nicht ge­wöhnt sind, milde Gaben in Empfang zu nehmen. Und ge­rade diese Frauen werden abgeschreckt, verängstigt, verbittert, wenn sie unverständig behandelt werden.

Daß gute Bücher auch ganz geeiFnete Liebesgaben für Lazarette darstellen, darauf ist zwar schon mehrfach hinge- wiesen worden, der folgende Vorschlag einer Leserin verdient aber dennoch einen Platz:Wir Deutschen haben solch eine Fülle von gutem Lesestoff in handlicher Formt und zu spottbilligen Preisen, daß mari nur zuzugreifen braucht. Da sind zunächst dieWiesbadener Volksbücher", die Heftchen der Deutschen Dichter-Gedächtmsstiftung und auch die Iv-Pf.- Jugendschriftcn eignen sich vorzüglich. Diese geistige Nahrung hat zudem dem Vorzug, daß sie von einem zum anderen weidergegeben werden kann und selbst, wenn weggeworfen oder vergessen, dem Finder noch eine frohe Stunde bereitet. Nicht jeder unserer Krieger ist Raucher, nicht jeder liebt Süßigkeiten, aber viele würden sich gern die unfreiwillige und oft so abspannenden Warte- und Mußezeiten mit Lesen ver­kürzen." Beim Umzug haben viele ihre Bücherbestände ge­prüft; dabei wird manches ausgeschieden woÄen sein, was nun in den Lazaretten einen guten Zweck erfüllen würde.

Wir wollen auch nicht verschweigen, daß wir wiederholt schriftlich und mündlich von vertrauenswürdigen Persönlich­keiten gebeten worden sind; darauf hinzuweisen, daß cs Pflicht ist, die Verwundeten gut zu verpflegen. Es wird behauptet, hier und da lasse die Verpflegung zu wün­schen übrig. Eine Dame macht den ganz vernünftigen Vor­schlag, «ine K o n t r o l l st e l l e^ einzurichten, bei der Be­schwerden vorgebracht werden können; und von wo aus hin und wieder eine Inspektion^ (unerkannt) abgehalten werden sollte. Wir können nicht wünschen, daß verwundete Soldaten eine schlechte Meinung von Wiesbaden mit nach Hause neh­men, UlNd noch weniger können wir wünschen, daß sie, die der gründlichen Erholung wahrhaftig sehr bedürftig sirch, Mangel leiden, schlecht genährt worden. Es kann sich da ja wohl um vereinzelte Fälle handeln, die keine Verallgemeinerung zu­lassen, aber es soll überhaupt kein Verwundeter sagen, er habe in Wiesbaden nicht satt zu essen bekommen oder mau habe ihm statt Butter Margarine aufs Brot geschmiert. Mehrfach haben wir Stimmen gehört, die sich über das unmäßige Rauchen der Verwundeten aufhalten. In dieser Beziehung schsint tatsächlich des Guten -etwas zu viel getan zu werden. Wäre es nicht Gewissenspflicht der Ärzte, die Leute auch hierin auszuklären?", wird gefragt. Wir sind überzeugt, daß die Ärzte die Verwundeten auf die Schädlichkeit des unmäßi­gen Täbakgenufses aufmerksam machen; vielleicht, könnte aber in dieser Beziehung noch ein bißchen mehr geschehen.

Es -ist u-ichedingt notlvendig, daß kräftige, frische und ge­schmackvolle Nahrungsmittel in reichlicher Menge in die vordersten Linien des Feldheeres herangebracht werden. Hier kann die private Liebestätigkcit viel Gutes leisten; sie kann die Masienvcrpslegung, die naturgemäß immer einh-rit- lich blchben und sich daher auf wenige Sorten Nahrungsmittel beschränken muß, dadurch ergänzen, daß sie individueller vor- geht. . . Eine Portion von ungefähr 200- Gramm netto in Dauerwurst oder Zervelatwurst, Frankfurter^ Würstchen, rohem oder gekochtem Schinken, kaltem Braten, Rauch- und Pökelfleisch, Schweizer- und Tilsiter-Käse wird jetzt für un­sere tapferen Krieger «ne mit größter Freude begrüßte

Delikatesse sein, eine kräftige, gerade für eine MahlMt^ reichende Beilage. Nur muß auf eine zweckmäßige : Packung solcher Porticmsseudungen einige Sorgfalt det werden. Die -angeführten Nahrungsmittel müss-w Schnittflächen mit Butter oder reinem Schmalz bestrichen Wr, . den. Die Portion wird sodann in starkes Staniol (Zinm^.L | eingeschlagen. Sie wird dadurch selbst 10 bis 14 Tage erhalten und vor äußeren Einflüssem, wie Staub,

Austrockr-en usw., bestens geschützt. Das Staniol -erhält ^ -in jeder größeren Apotheke und Drogenhandlung oder auch ^ Papierhandlungen bogenweise. Das Ganze kommt einen standhaften Karton von harter Pappe, dessen v r Hälften an den Seitenflächen vollständig überein-ander^greis' müssen." So schreibt ein Leser. Nur schade, daß die 8«®? nicht so gut funktioniert, daß die regelrechte.Zusem von individuell ausgewählten Nahrungsmitteln an Kriegs- nehmer möglich ist. Es werden da ziemlich bittere Ersah gen gemacht, über die -ebenfalls reichlich geklagt wird.

Ein alter Leser »unseres Blattes schlägt vor, einen ^ der Beträge, die man für Grabschmuck eines in der © c n Gestorb-eneu opfern würde, bei dem Tod eines oder guten Bekannten auf dem Schlachtfeld dem Roten K oder einer anderen wohltätigen Einrichtung zu schön würde das klingen, wenn in der Gaben laste > 1 ^ « 91. 9k. 3 M. als Vergißmeinnicht auf dem Hügel von -' Auch darauf weist der Herr hin, daß Fälle eintreten kW wo man den Betrag eines Grabschmucks in zarter Weip Hinterbliebenen des gefallenen Kriegers zuwenden 1 . Dieser Vorschlag läßt sich hören. Wir Ivolleu freilich ^ danken, wenn wir recht selten i-n die Lage kommen, davon brauch zu machen.

Oer ktriegskomet. ^

Für abergläubische Gemüter mag die Tatsache, jetzt; während des Weltkriegs, ein Komet am Himmel sE ist, wiederum eine Bestätigung der schlechten Bedeutung Gestirne sein, und mit Besorgnis richtet wohl manches - des Abends seinen Blick gen Norden, wo der^ K 0 m e t 1 ^

(Delav an) das ist sein richtiger 9lame unter . hellen Sternen desGroßen Bären" oderHimmelsWE ^ cinherzieht. Schwach zwar nur erscheint er dem bloßen ^ und kurz nur ist sein Schweif, aber er ist nun einmal nA ^ hat gerade während des Kriegs seine größte Helli-gkeit err ^ Ein Glück, daß er nicht die außerordentliche Lichtfülle Größe des Kometen Donati von 1858 oder gar des mik ungeheuren Schweif den ganzen Himmel überspctnn«»^. Kometen von 1680 besitzt; wäre dies der Fall, ^dann lvur ohne Zweifel abergläubische Gemüter ganz außer bringen. Wer sich über die vermeintliche Bosheit der ten, über ihre Schuld an Kriegen, Erdbeben, überschwcin gen, Krankheiten, Hungersnöten und anderen Dingen unterrichten will, findet Stofs getrug in den des Riccioli und des Lubi-enicius zusammengetragen. ^ Bewandtnis es mit einem Zusammenhang der KomeM' ^ allen jenen Schreckniff-on hat, das lehrt beispielsweise de Zeit der früheren Türkenkriege erschienene Komet-, d«r i die Christen als auch die MohEmedaner für den des Untergangs der feindlichen Macht ans-ahen; da sich das Kriegsglück bald auf die -eine, bald auf die andere neigte-, muhte -auch der unschuldige Komet seine jgit

sein. Trotz dieser nur zu oft bewiesenen UnzuvertaN-^ der Kometen glaubt leider heute noch so mancher an ern ^ ziehung zwischen dem Kometen und dem Krieg. Aber ^ dem Kometen Delavan haftet nichts Schlimmes an; er st» ^ alle anderen Schweifsterne, lediglich ein interessantes vn ^ die astronomische Forschung wertvolles Deobachtungsooi

von der Ieldpost. ^

Es wird immer und immer wieder geklagt. Dre > alle zur Kenntnis der Behörden zu bringen, die vieit Abhilfe schaffen könnten, ist einfach unmöglich, d;e Effai) ^ die eine Wiesvadenerin mit der Feldpost machte, verdw ^ ^

doch bekanntgegebsn zu werden. Der Sohn der als Reservist der 27er Artillerie seit dem 4. Mobilwawff^Z tag im Feld. Täglich schickte ihm die Mutter eine Postsendung, n a ch a ch t Wochen hatte der^ ^sJ^Lisö nicht eine einzige Sendung bekommen. MerkwürdtE.

erhielt et dagegen Zigarren, die ihm von anderer schickt wurden, und zwar unter genau derselben Adresse, welcher die Mutter ihre Sendungen aufgegeben W- seine Kameraden erhielten wenigstens hier und da pir-

ans -der Heimat. Die Mutter ist natürlich außer^

ser schlechten Behandlung, die scheinbar in gang he., _ dem Maße gerade ihrem Sohn von- der Feldpost zuten

Die Erhöhung der Gewichtsgrenze für

Postsendungen von 250 auf 500 Gramm wird vw Publikum dankb-ar begrüßt, aber auch offenbar von sey-- üht, mißverstanden, wie sich aus den zahlreichen Bers-uchen ^ Sendungen unter voller Ausnutzung der GewichtsgreE^.^, zugeben. 9Nan übersieht, daß es sich vorläufig wurchw Versuch handelt, der in der Zeit vom 5. bis 1 i. O r ^ gemacht werden soll. Feldpostsendungen zu ^ BOü können also erst vom 5. Oktober ab für die ermäßtgte . so von 20 Pf. befördert werden. Bewährt sich der 9304 öM wird das Reichspostamt vor Ablauf der Versuchsft^ss weiteres von sich hören lassen.

Wiesbadener Lazaretts.

Von einem 600 Verwundete fassenden Lazaretts ^

-0^

wurden gestern nachmitag 130 verw undete Kr meist Angehörige des 18. Armeekorps, die in den Kaw^ Nordfrankreich für das Vaterland -geblutet, in Wiesba ' geladen und in Automobilen und -derElektrischen verschiedenen Lazcwetteit verbracht. Unter den Berw^^ ^ war ein größerer Teil solcher, die auf Bahren befor^^ a \t

den mußten. Leider fehlte auch diesmal wieder die - Helferin, die durch Bereitstellung ihrer fünf Transpo der Sanitätswoche zum schnelleren Abtransport , pss» gen können. Die Schuld liegt aber, wie uns versM nicht an der Stadt; die städtische Sanitätswache ist der Hand, wenn sie verlangt wird. .., e£ V'

Nach der Derwundeten-liste derAuskunftsstelle^

Feld stehende nassauische Soldaten" sind -am 2. und ?' folgende Verwundete in Wiesbadener Lazaretten & worden: Musketier Bauer (Bergen), Liegt.

Besier (Wiesbaden), Regt. 87; R-efervist^ ®

(Aßmannshausen), Regt. 80; Johann Bvei-der (^»^ satz-Lmtdwehr; Unteroffizier Brühl (Fechenheim), -s K Reservist Brühl (Wiesbaden), Regt. 87; Ölef-ettot^ (Wiesbaden), Regt. 87; Reservist Denig (Bingen), ^ Gefreiter Reservist Flies (Wiesbaden), Regt. 87; W- . >fie# Häuser (Werst-adt), Regt. 80; Frechenhäuser (Bierst 87: Latrdwebrmann Fubr kWiesbaden). Regt. 60)