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1878

Frettaa den 2. Februar

No. 88,

Wiesbadener Tagblati

Amtliches Organ für die Stadt Wiesbaden^

vor der Adelhaidstraße an dem projectirten freien Platze belegenen Bauplätzen soll berichtet werden, daß unter den von KömgUcher Kreisbauinspection vorgeschlagenen Bedingungen von hier aus gegen die Genehmigung desselben nichts einzuwenden ser, wenn die kleine Abweichung bei diesem Quartiere gegen den General- bauplan, welcher gegenwärtig Königlicher Regierung vorliegt,

Zu^ dem°^Gesuche des Dr. med. Wilhelm Müller dahier um Gestattung der Erbauung eines zweistöckigen Landhauses nebst Pferdestall und Wagenremise auf seinem an der Bierstadterstraße belegenen Besitztum soll berichtet werden, daß unter den von königlicher Kreisbauinspection vorgeschlagenen Bedingungen von hier aus gegen die Genehmigung desselben nichts einzuwenden sei, Gesuchsteller aber darauf aufmerksam zu machen Jem dürfte, daß er sich hinsichtlich der Canal- und Weganlage mit dem Be- sitzer des betreffenden Weges, H. Rau zu Mainz, zu verständrgen habe. Der Canal solle in dem projectirten Weg von der Bier­stadterstraße bis zur Gartenstraße und in dieser bis in den Canal der Paulinenftraße geführt werden. Damit der Pferdestall in eine rechtwinkelige Stellung mit der projectirten StraA komme, erscheine es jetzt noch angemeffen, auch die nördliche Grenzlmie de? Bauplatzes in rechten Winkel damit zu bringen.

119. Die Bau-Commission erstattet Bericht zu dem Gesuche des Rentners H I. Rau zu Mainz um Gestattung der Anlage eines Canals in der Bierstadterstraße und wird nach dem Anträge der Commission beschlossen, dem Gesuchsteller zu erwidern, daß die Gemeindebehörde bereit sei, den Canal auf seine Kosten aus- zusühren und zwar von der Bierstadterstraße bis zur Gartenstraße in Cementröhren von 30 Ctm. Durchmesser und in der Garten­straße bis zur Paulinenftraße in eben solchen Röhren von 36 Ctm. Durchmesser mit den entsprechenden Canalschachten und gußchernen $120? Weiter erstattet die Bau-Commission Bericht zu der Beschwerde des Bierbrauers Sebastian Aumüller von hier «egen der Weganlage neben seinem Hause in der Schachtstraße und w:rd nach dem Anträge der Commission beschloffen, de« Beschwerde- führer zu erwidern, daß er, wie aus den frtiher mit ihm ge­pflogenen Verhandlungen hervorgehe, keinen Rechtsanspruch auf emen Zugang nach seiner Hofraithe von dem neuen Verbindungs- wege zwischen der Schwalbacherftraße und de« alten Todtenhofe erheben könne, da dieser Zugang früher durch eine Thonahrt aus der Schachtstraße und später ebenfalls aus der Schachtstraßr neben dem Giebel seines Hauses her bestanden habe, daß er aber auch nach den früheren Verhandlungen gelegentlich der Errichtung verschiedener Bauten in seiner Hofraithe ausdrücklich daraus auf­merksam gemacht worden sei, daß der fragliche Verbindungsweg tiefer als seine Hofraithe zu liegen komme. Es könne somit seiner Beschwerde keine Folge gegeben werden.

121. Sodann erstattet dir Bau-Commission Bericht zu dem Gesuche de« Adolph Kleber von hier um Gestattung der Erbau- ung eines Wohnhauses in dem Garten bei seinem Wohnhause in der Adlerstraße tmb legt zugleich den Straßenregulirungsplan vo» der Umgebung der beiden Schulen auf de« Michelsberg vor.

Der Gemeinderath genehmigt diesen Straßenregulirungsplan Md beschließt sodann weiter, zu dem Gesuche des Adolph Kleber zu berichten, daß Mter den von königl. Kreisbauinspection vor-

Auszug aus den Beschlüssen des Gemeinderaths zu Wiesbaden.

Sitzung v-m LS. Januar 1872.

Gegenwärtig: Der Gemeinderath vollständig.

Zu den Gesuchen: .

108. des Photographen Emil Jacob von hier um GestattMg der Errichtung eines Anbaues, sowie einer Veranda an sein im Dambachthalr 11 telegenes Wohnhaus,

109. des Kaufmanns Karl Thaler von hier um Gestattung der Vornahme verschiedener Bauveränderungen an seinem in der Häfnergasse 2 belegenen Wohnhause,

110. des Karl Faust von hier um Gestattung der Erbauung einer Knochensiederei auf seinem an der alten Schwal- bacher Chaussee belegenen und einzufriedigenden Grund­stücke,

111. des Hauderers Wilhelm Ziß von hier um Gestattung der Einrichtung des unteren Stockes seines in der Gold­gasse 15 belegenen Wohnhauses zu Läden,

112. des Gteinhauers Reinhard Faust von hier um Gestat­tung der Errichtung einer Steinhauerwerkstätte auf dem v. Reichenau'schen Grundstücke, belegen „auf der Bain" 4r Gewann, und

118. des Handelsmanns Jacob Kahn dahier um Gestattung der Erhöhung seines an der Emserstraße belegenen Haut- magazins um zwei Stockwerke

soll Willfahrung unter den von Königlicher Kreisbamnspectron vorgeschlagenen Bedingungen beantragt werden.

114. Auf das rnit'Jnscript Königlicher Polizei-Directio« vom 18. l. Mts. zum Bericht anher mitgetheilte Schreiben der König­lichen Kreisbauinspection vom 18. l. Mts., das Gesuch des Eduard Weil dahier um Gestattung der Anlage einer Backsteinbrennerei und Errichtung eines kleinen Wohnhauses an der Biebricher Chaussee betreffend, wird beschlossen, zu berichten, daß sich der Gemeinderath nicht dafür aussprechen könne, daß den Backsiem- brrnnereibesitzern untersagt werde, für den Sommer bewohnbare Arbeiterhütten bei ihren Backfteinbrennereien zu errichten, indem der Betrieb der Brennereien darunter leiden würde, daß er da­gegen daran festhalten müsse, daß derartige Arbeiterhütten, w'.e auch in der betreffenden Feldpolizei-Berordnung vorgesehen, vom 1. November bis 1. April nickt bewohnt würden.

115. Das Gesuch des Kaltwasserheilanstaltbesitzers Samuel Löwenherz von hier um GestattMg der Prrceüirung seines im Nerothale belegenen Grundstückes, Erbauung von 9 Landhäusern Md Fabrikatton von Feldbacksteinen daselbst wird der Baucom- «isfion zur Prüfung und Berichterstattung hingewiesm.

116. Zu dem Gesuche des Kaufmanns Jesaias Hertz von hier um Gestattung der Ueberdeckung des Hofes seines in der Lanz- gasse 8 e belegenen Wohnhauses mit einem Glasdach« soll berichtet werden, daß unter den von Königlicher Kreisbauinspection vor­geschlagenen Bedingungen von hier aus gegen die Genehmigung desselben nichts eiuzuwenden sei, wenn der Nachbar M. Liebmann nicht nachweisen könne, daß Gesuchsteller seinen Hof unbebaut liegen lassen müsse.

117. Zu dem Gesuche des Maurers Daniel Schlink von hier um Gestattung der Erbaumg von 3 Wohnhäusern auf seinen